MES Compliance.
Welche Regeln Ihr MES erfüllen muss und wie Sie es prüfen.
Ein Manufacturing Execution System (MES, Software zur Steuerung, Erfassung und Dokumentation der Produktion) ist in regulierten Werken das System, in dem Nachweise entstehen: Chargenakten, Prüfergebnisse, Signaturen, Seriennummern. MES Compliance bezeichnet die Fähigkeit eines MES, diese Nachweise so zu erzeugen, zu schützen und herauszugeben, wie Gesetze, Normen und Kundenstandards es verlangen. Diese Übersicht richtet sich an Fertigungsunternehmen im DACH-Raum, die ein MES auswählen oder ablösen. Sie ordnet 17 Regelwerke von FDA 21 CFR Part 11 über NIS2 bis zum Batteriepass mit Fristen ein und übersetzt jede Pflicht in prüfbare MES-Funktionen.
Compliance entscheidet sich
in der Auswahl, nicht im Audit.
Kein MES ist ab Werk konform: Selbst Siemens weist im Part-11-Nachweis für sein Pharma-MES darauf hin, dass der Betreiber ergänzende Verfahren einrichten muss. Die Auswahl entscheidet aber, ob die technischen Voraussetzungen vorhanden sind oder teuer nachgerüstet werden.
Ohne Compliance-Check in der Auswahl
- Anbieter sagen pauschal Part-11-konform, belegt wird es erst nach Vertragsschluss
- Audit Trail lässt sich per Berechtigung abschalten, der Auditor findet die Lücke
- Rückverfolgbarkeit endet an der Charge, Medizinprodukte brauchen aber UDI je Einheit
- Betriebsrat erfährt nach der Konfiguration von Leistungsauswertungen, das Projekt steht
- NIS2-Pflichten zu Lieferkette und Schwachstellen sind im Vertrag nicht geregelt
Mit Compliance-Check in der Auswahl
- Regelwerksinventur vor dem Lastenheft, jede Pflicht als prüfbare Anforderung
- Nachweise im RFI anfordern: ERES-Dokument, Validierungspaket, ISO 27001, SBOM
- Demo mit eigener Charge inklusive Korrektur, Signatur, Rückruf und Export
- Rollen- und Aggregationskonzept mit dem Betriebsrat vor der Konfiguration
- Support-Zeitraum, Patch-Fristen, Meldekooperation und Exportformat vertraglich fixiert
Quellen: Siemens ERES Compliance Response Opcenter Execution Pharma V2305, FDA 21 CFR Part 11 und GMP Annex 11 im MES, Betriebsrat einbinden, Erfahrungswerte aus über 50 begleiteten MES-Auswahlprojekten.
Acht MES-Anbieter
mit Schwerpunkt in regulierten Branchen.
Die Tabelle zeigt, welche Regelwerke die Hersteller auf ihren eigenen Seiten adressieren und welche Validierungsunterstützung sie dokumentieren. Fehlt eine konkrete Aussage, steht in der Demo prüfen. Ein Unternehmenszertifikat wie ISO 27001 ersetzt keine produktbezogene Validierung.
| Anbieter | Segment | Preis ab | Regulierter Schwerpunkt | Validierungsunterstützung | Typische Branchen | Profil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Körber Werum PAS-XKörber Pharma Software, Lüneburg | Enterprise | auf Anfrage | EU-GMP inklusive Annex 11, FDA 21 CFR Part 11 sowie Part 210 und 211 laut Hersteller | ✓ Entwicklung nach GAMP 5 als Kategorie 4, ISO 9001, Kunden- und Joint-Audits | Pharma, Biotech, Zell- und Gentherapie | Zum Portal → |
| Siemens Opcenter Execution PharmaOpcenter-Portfolio, Siemens | Enterprise | auf Anfrage | FDA- und GMP-konforme Batch-Fertigung, elektronische Chargenakte, Review by Exception | ✓ ERES-Compliance-Dokument zu Part 11 und Annex 11 für Version V2305 | Pharma; weitere Opcenter-Varianten für andere Branchen | Zum Portal → |
| Critical Manufacturing MESPorto, ASMPT-Gruppe | Enterprise | auf Anfrage | Medizintechnik: 21 CFR Part 11 und 820, EU-MDR, UDI-Tracking, elektronische DHR | ✓ Next Generation Validation mit Dokumentation und Qualifizierungsvorlagen | Halbleiter, Elektronik, Medizintechnik, Industrieausrüstung | |
| iTAC.MOM.SuiteMontabaur, Dürr-Konzern | Mittelstand | auf Anfrage | Rückverfolgbarkeit und Prozessverriegelung in der diskreten Serienfertigung | ≈ ISO 9001, ISO/IEC 27001 und TISAX auf Unternehmensebene, GxP-Unterlagen in der Demo prüfen | Automotive, E-Mobility, Elektronik/EMS, Medizintechnik, Metall, Spritzguss | |
| MPDV HYDRA XMosbach, gegründet 1977, über 2.430 Installationen weltweit laut Herstellerangabe | Mittelstand | auf Anfrage | Branchenlösung HYDRA for Medical; Whitepaper nennt ISO 13485, 21 CFR Part 11 und 820, Annex 11 | ≈ GAMP-5-Kategorie 4 und Dokumentationspaket laut Whitepaper von 2020, aktuellen Umfang in der Demo prüfen | Diskrete Fertigung, Medizintechnik | Zum Portal → |
| Rockwell FactoryTalk PharmaSuiteRockwell Automation, Milwaukee; Plex als Cloud-MES im Portfolio | Enterprise | auf Anfrage | Elektronische Chargenakte für Wirkstoff, Biotech, Bulk und Verpackung, Review by Exception | ≈ GxP-Produktlinie, Part-11-Nachweise in der Demo prüfen; für Plex ist keine GxP-Zertifizierung ausgewiesen | Pharma und Biopharma; Plex für Automotive und Elektronik | Zum Portal → |
| AVEVA MESCambridge, Schneider Electric Gruppe | Enterprise | auf Anfrage | Produktgenealogie, Materialrückverfolgung und automatische elektronische Aufzeichnung laut Hersteller | in der Demo prüfen: Validierungsunterlagen, elektronische Signatur, Umfang des Audit Trails | Lebensmittel und Getränke, Konsumgüter, Batch-Prozesse | Zum Portal → |
| DELMIA AprisoDassault Systèmes, Multi-Site-MOM | Enterprise | auf Anfrage | Standardisierte Prozesse über globale Werke, Qualitätskontrolle als eigenes Modul | in der Demo prüfen: Part 11 und Annex 11 im Detail, produktspezifische Validierungspakete | Aerospace, Automotive, Elektronik | Zum Portal → |
Angaben laut Herstellerseiten und den verlinkten Find-Your-MES-Profilen, Stand Oktober 2026. Preise laut Herstellern auf Anfrage. Bewertungen und Schätzungen von Vergleichsportalen nutzen wir nicht. Quellen: Körber, Siemens, Critical Manufacturing, iTAC, MPDV Whitepaper, Rockwell, AVEVA, Dassault Systèmes. Weitere Anbieter im MES-Anbietervergleich DACH.
Hinter dem Matching steht ein ganzes Portal
Compliance Anforderungen gehören von Anfang an in die Auswahl. Im Portal markieren Sie sie als Ausschlusskriterien und sehen, welche Anbieter sie erfüllen.
Anforderungsmanager
Anforderungen anlegen, priorisieren und Ausschlusskriterien markieren. Der Einstieg, wenn Ihre Anforderungen noch unscharf sind.
Mehr zum Anforderungsmanager →Vorlagen und Anforderungsassistent
Vorformulierte Anforderungen einzeln oder als Paket übernehmen, statt mit einer leeren Liste zu starten.
Mehr zu den Vorlagen →Requirement Intelligence und Deep Check
Die KI schlägt Anforderungen für Ihr Unternehmen vor und deckt Lücken in Ihrer Auswahl auf.
Mehr zu Requirement Intelligence →Ranking
Anbieter anhand Ihrer Anforderungen vergleichen, bewerten und Notizen festhalten.
Mehr zum Ranking →Szenarien und Präsentationen
Praxisnahe Anwendungsfälle definieren, Anbieterpräsentationen planen und live bewerten.
Mehr zu Szenarien →IT Systemlandschaft
Vorhandene Systeme und Schnittstellen erfassen, damit die Integration von Anfang an mitgedacht ist.
Mehr zur IT Systemlandschaft →Vertragsphase
Angebote und Verträge prüfen, mit Checkliste und KI Vertragsanalyse.
Mehr zur Vertragsphase →Amatus, der KI Assistent
Fragen im Auswahlprojekt direkt im Portal klären, mit klaren Hinweisen zu den Grenzen der KI.
Mehr zu Amatus →Die Matching Engine liefert die erste Orientierung, das Selection Portal begleitet Sie danach durch das gesamte Auswahlprojekt. Bei Unsicherheit über Ihre Anforderungen starten Sie mit dem Anforderungsmanager und den Vorlagen. Find-Your-MES erhält keine Zahlung für Platzierungen, Matching und Ranking sind rein inhaltlich.
Sechs Regelungsblöcke,
die ein MES im DACH-Raum tragen muss.
Welche Blöcke für Sie gelten, hängt von Branche, Absatzmärkten, Unternehmensgröße und Kundenvorgaben ab. Die Karten nennen die exakte Fundstelle, den Stand und was das MES technisch liefern muss.
FDA 21 CFR Part 11, EU-GMP Annex 11, GAMP 5
Part 11 gilt seit 20. August 1997 für elektronische Aufzeichnungen nach US-Vorschriften. Annex 11 Revision 1 gilt seit 30. Juni 2011; einen neu gefassten Entwurf samt Annex 22 zu KI hat die EU-Kommission bis 7. Oktober 2025 konsultiert. GAMP 5 der ISPE, zweite Auflage Juli 2022, ist der Methodikstandard für risikobasierte Validierung.
- Audit Trail nach § 11.10(e) und Annex 11 Abschnitt 9
- Signatur mit Name, Zeit und Bedeutung nach § 11.50, dauerhaft verknüpft nach § 11.70
- Vertiefung: FDA 21 CFR Part 11 und GMP Annex 11
MDR (EU) 2017/745, UDI, EUDAMED, FDA QMSR
Artikel 27 MDR verlangt die UDI aus Produktkennung UDI-DI und Herstellungskennung UDI-PI, seit 26. Mai 2025 auch für Klasse I. Vier EUDAMED-Module sind seit 28. Mai 2026 verpflichtend, Bestandsprodukte sind laut TÜV NORD bis 28. November 2026 zu registrieren. In den USA ist seit 2. Februar 2026 die QMSR mit Verweis auf ISO 13485:2016 wirksam.
- UDI-PI mit Charge, Seriennummer und Herstelldatum je Einheit
- Elektronische Herstellungsakte je Produkt oder Los
ISO 9001:2026 und IATF 16949
ISO 9001:2026 ist am 16. September 2026 erschienen, zertifizierte Unternehmen haben laut TÜV SÜD 36 Monate für die Umstellung. IATF 16949 verlangt in Abschnitt 8.5.2.1 Rückverfolgbarkeitspläne nach Risiko und Fehlerschwere; die zweite Ausgabe ist laut IATF-Communiqué SC-2026-005 für Mitte 2027 geplant.
- Lenkung dokumentierter Information mit Versionierung
- Seriennummern- oder Chargenrückverfolgung nach Rückverfolgbarkeitsplan
- SPC und Prüfmerkmale direkt am Prozess
VO (EG) 178/2002, IFS Food 8, BRCGS
Artikel 18 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 verlangt seit 1. Januar 2005 Rückverfolgbarkeit auf allen Stufen: Lieferant und Abnehmer müssen je Stufe benennbar sein; eine chargengenaue Zuordnung schreibt Artikel 18 selbst nicht ausdrücklich vor. IFS Food Version 8 ist seit 1. Januar 2024 verpflichtend und fordert in Abschnitt 4.18 mindestens alle 12 Monate einen Rückverfolgbarkeitstest, jetzt mit Mengenbilanz. BRCGS Food Safety liegt aktuell in Issue 9 vor.
- Zugriffsschutz für elektronische Aufzeichnungen nach IFS 2.1.2.1
- Schutz der Prozessparameter vor unbefugter Änderung nach IFS 5.3.2
NIS2, BSIG, NISG 2026, ISG, IEC 62443
Die Richtlinie (EU) 2022/2555 ist in Deutschland über das BSI-Gesetz umgesetzt, in Kraft seit 6. Dezember 2025. Betriebe der Anlage 2 sind nach § 28 BSIG ab 50 Mitarbeitenden oder über 10 Mio. Euro Umsatz und Bilanzsumme wichtige Einrichtungen. Österreichs NISG 2026 gilt seit 1. Oktober 2026, Registrierung bis 31. Dezember 2026; die Schweiz kennt seit 1. April 2025 eine 24-Stunden-Meldepflicht für kritische Infrastrukturen.
- Zehn Mindestmaßnahmen nach § 30 BSIG, darunter Lieferkette, Schwachstellenmanagement, Backup und Multi-Faktor-Authentifizierung
- Meldungen nach § 32 BSIG binnen 24 Stunden, 72 Stunden und einem Monat
- Zonen und Conduits sowie Security Levels nach IEC 62443-3-3
- Vertiefung: IT-OT-Konvergenz und NIS2
Cyber Resilience Act, Verordnung (EU) 2024/2847
Der CRA gilt für Produkte mit digitalen Elementen, ausdrücklich auch für B2B-Software. In Kraft seit 10. Dezember 2024, Meldepflichten für aktiv ausgenutzte Schwachstellen seit 11. September 2026, volle Anwendung ab 11. Dezember 2027. Als Käufer prüfen Sie, ob Ihr MES-Anbieter die Herstellerpflichten erfüllen kann.
- Software-Stückliste (SBOM), die nicht veröffentlicht werden muss
- Support-Zeitraum mit Sicherheitsupdates, laut BSI in der Regel fünf Jahre
- Hersteller-Entwicklungsprozess nach IEC 62443-4-1 als Nachweis
Quellen: eCFR, Annex 11, EU-Konsultation, ISPE, TÜV NORD, FDA, TÜV SÜD, IATF, DQS, BRCGS, § 28 BSIG, Anlage 2, § 30 BSIG, WKO, BACS, ISA, EU-Kommission, BSI, Stand Oktober 2026. Rechtliche Einordnung ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.
Daten, KI, Nachhaltigkeit, Mitbestimmung:
was zusätzlich auf das MES zukommt.
Diese Regelwerke sind keine Branchenregeln, sie treffen fast jedes Fertigungsunternehmen. Das MES ist dabei selten Pflichtadressat, aber häufig die Datenquelle, aus der Nachweise, Berichte und Pässe entstehen.
Verordnung (EU) 2023/2854
Anwendbar seit 12. September 2025. Vernetzte Produkte, die ab 12. September 2026 in Verkehr kommen, brauchen nach Artikel 3 Datenzugang ab Werk; für Cloud-Dienste entfallen Wechselentgelte ab 12. Januar 2027.
- Maschinendaten über dokumentierte Schnittstellen beziehen
- Cloud-MES: Exportformat, 30 Tage Übergang, mindestens 30 Tage Datenabruf
- Vertiefung: API, Exit-Strategie und Datenhoheit
Verordnung (EU) 2024/1689
Verbote nach Artikel 5 gelten seit 2. Februar 2025, darunter Emotionserkennung am Arbeitsplatz. Der Digital Omnibus zur KI, in Kraft seit 27. Juli 2026, verschiebt Hochrisikopflichten nach Anhang III auf 2. Dezember 2027 und für Produkte nach Anhang I auf 2. August 2028.
- KI zur Leistungsbewertung von Beschäftigten ist Hochrisiko nach Anhang III Nummer 4
- Protokollierung nach Artikel 12 einplanen
- Vertiefung: KI im MES
Omnibus-Richtlinie (EU) 2026/470
Seit 18. März 2026 in Kraft: berichtspflichtig sind künftig Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und über 450 Mio. Euro Umsatz, die zweite Welle ab Geschäftsjahr 2027. Umsetzungsfrist ist der 19. März 2027, die ESRS werden vereinfacht. In Deutschland liegt seit 3. September 2025 ein Regierungsentwurf vor.
- Energie je Auftrag und Anlage als Grundlage für ESRS E1
- Zulieferer liefern Daten an berichtspflichtige Kunden
- Vertiefung: CO2-Bilanzierung in der Fertigung und Energiemanagement im MES
Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781
In Kraft seit 18. Juli 2024, Grundlage des Digitalen Produktpasses. Der Arbeitsplan der Kommission vom 16. April 2025 priorisiert Textilien, Möbel, Matratzen, Reifen, Stahl und Aluminium; Pflichtdaten legt jeweils ein delegierter Rechtsakt fest.
- Material, Charge und Fertigungsschritt je Produkt erfassen
- Kennung nach GS1 oder ISO/IEC 15459 vorbereiten
- Vertiefung: Digitaler Produktpass im MES
Verordnung (EU) 2023/1542
Ab 18. Februar 2027 verlangt Artikel 77 einen Batteriepass für Batterien leichter Verkehrsmittel, Industriebatterien über 2 kWh und Elektrofahrzeugbatterien. Der Datenträger ist nach Artikel 13 ein QR-Code mit individueller Kennung.
- Serialisierung je Batterie statt je Los
- Zellchargen, Modulaufbau und Prüfwerte genealogisch verknüpfen
- Vertiefung: Traceability im MES
DSGVO, BetrVG, ArbVG
Erfasst das MES Bediener, Schichten oder Ausweise, gilt die DSGVO mit Artikel 88 für den Beschäftigtenkontext. In Deutschland ist das MES nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG mitbestimmungspflichtig, maßgeblich ist die objektive Eignung zur Überwachung. In Österreich sind Kontrollsysteme, die die Menschenwürde berühren, nach § 96 Abs. 1 Z 3 ArbVG zustimmungspflichtig.
- Betriebsrat und MES als Einstieg
- Betriebsvereinbarung MES und Checkliste
- Leistungskontrolle im MES über Aggregationsebenen begrenzen
Quellen: Data Act, BIPT, AI Act, Lewis Silkin, Richtlinie (EU) 2026/470, Rödl, PwC,EU-Kommission, SGS, Batterieverordnung, § 96 ArbVG, Stand Oktober 2026.
Sechs MES-Funktionen,
die fast jedes Regelwerk verlangt.
Die Regelwerke unterscheiden sich in Sprache und Geltungsbereich, landen technisch aber bei denselben sechs Funktionen. Wer diese sechs in der Demo belastbar prüft, deckt den Großteil der Anforderungen ab. Zu jeder Funktion steht die Frage, die Sie dem Anbieter stellen sollten.
Unveränderbares Änderungsprotokoll
Gefordert von 21 CFR Part 11 § 11.10(e), Annex 11 Abschnitt 9 und sinngemäß von IFS und IATF. Jede Änderung braucht alten und neuen Wert, Person, Zeitpunkt und bei GxP einen Grund.
- Prüffrage: Lässt sich der Audit Trail technisch abschalten oder nur per Berechtigung?
- Ist der Audit Trail feldgenau filterbar oder nur als Gesamtliste lesbar?
Signatur mit Bedeutung und Bindung
Part 11 verlangt Name, Zeitpunkt und Bedeutung der Signatur (§ 11.50), die feste Verknüpfung mit dem Datensatz (§ 11.70) und bei nicht biometrischen Verfahren zwei Komponenten (§ 11.200). Annex 11 Abschnitt 14 fordert dieselbe Wirkung wie eine handschriftliche Unterschrift.
- Prüffrage: Wird bei Folgesignaturen einer Sitzung wieder ein Passwort verlangt?
- Sind Vier-Augen-Freigaben konfigurierbar?
Genealogie von Rohstoff bis Kunde
Gefordert von VO 178/2002 Art. 18, MDR Art. 27, IATF 16949 Abschnitt 8.5.2.1 und künftig von Produkt- und Batteriepass. Die geforderte Tiefe reicht von der Charge bis zur Einzelseriennummer.
- Prüffrage: Wie lange dauert eine Vorwärts- und Rückwärtsverfolgung über drei Stufen?
- Werden Teilmengen, Umpackungen und Nacharbeit korrekt abgebildet?
- Vertiefung: Traceability im MES
Zugriff nach Funktion, nicht nach Person
Part 11 § 11.10(d), Annex 11 Abschnitt 12, § 30 BSIG mit Multi-Faktor-Authentifizierung und die DSGVO mit Datenminimierung treffen sich im Rollenkonzept. Es entscheidet auch, wer Personenbezug sieht.
- Prüffrage: Unterstützt das MES Single Sign-on und Multi-Faktor-Authentifizierung?
- Lassen sich personenbezogene Felder je Rolle ausblenden?
ALCOA+ und versionierte Stammdaten
ALCOA+ steht für zurechenbar, lesbar, zeitnah, original, korrekt sowie vollständig, konsistent, dauerhaft und verfügbar, definiert in der MHRA-Leitlinie von 2018. Dazu gehören versionierte Arbeitspläne, Rezepturen und Prüfpläne mit Freigabestatus.
- Prüffrage: Welche Rezeptur- oder Arbeitsplanversion war bei Charge X aktiv?
- Vertiefung: Qualitätsmanagement im MES mit Audit Trail
Vollständige, lesbare Kopien über Jahre
Annex 11 verlangt lesbare Kopien (Abschnitt 8.1) und geprüfte Archive (Abschnitt 17), die MDR Aufbewahrung über mindestens 10 Jahre, der Data Act Exportwege für Cloud-Dienste.
- Prüffrage: In welchem Format exportieren Sie Daten samt Audit Trail?
- Bleiben Archivdaten nach einem Release-Wechsel lesbar?
- Vertiefung: MES-Datenmigration
Vertiefung: Chargenrückverfolgung und Genealogie im MES und Allergenmanagement und Hygiene im MES.
Quellen: 21 CFR Part 11, eCFR, EU-GMP Annex 11, § 30 BSIG, DQS zu IFS Food 8, FDA 21 CFR Part 11 und GMP Annex 11 im MES, Stand Oktober 2026.
Regelwerk, Branche, MES-Funktion:
die Compliance-Matrix.
Je Regelwerk eine Zeile. Markieren Sie, was für Ihr Werk gilt, und übernehmen Sie die Spalte MES-Funktion als Kapitel in Ihr Lastenheft.
| Regelwerk | Branche und Geltung | Frist und Stand | MES-Funktion im Fokus |
|---|---|---|---|
| FDA 21 CFR Part 11USA, elektronische Aufzeichnungen | Pharma und Medizintechnik mit US-Bezug | wirksam seit 20.08.1997 | Audit Trail, Signatur, Zugriff |
| EU-GMP Annex 11mit GAMP 5, 2. Auflage | Arzneimittel- und Wirkstoffhersteller in der EU | Rev. 1 seit 30.06.2011, Entwurf 2025 konsultiert | Validierung, Audit Trail, Archiv |
| MDR (EU) 2017/745UDI und EUDAMED | Medizinproduktehersteller | Klasse I seit 26.05.2025, EUDAMED seit 28.05.2026 | UDI je Einheit, Herstellungsakte |
| FDA QMSR21 CFR Part 820 neu | Medizintechnik mit US-Export | wirksam seit 02.02.2026 | Produktionsaufzeichnungen nach ISO 13485 |
| ISO 9001:2026Qualitätsmanagement | Alle zertifizierten Fertiger | erschienen 16.09.2026, 36 Monate Übergang | Dokumentenlenkung, Kennzeichnung |
| IATF 16949Automotive | Serienzulieferer der Automobilindustrie | Ausgabe 2016, 2. Ausgabe Mitte 2027 geplant | Rückverfolgbarkeitsplan, SPC |
| VO (EG) 178/2002Artikel 18 | Lebensmittel und Futtermittel | seit 01.01.2005 | Lieferant und Abnehmer je Stufe |
| IFS Food 8 und BRCGSHandelsstandards | Lebensmittelhersteller mit Handelskunden | IFS 8 Pflicht seit 01.01.2024, BRCGS Issue 9 | Rückverfolgbarkeitstest, Zugriffsschutz |
| NIS2 und BSIGDeutschland | Anlage 1 und 2, ab 50 Beschäftigten oder über 10 Mio. Euro | in Kraft seit 06.12.2025, Registrierung binnen 3 Monaten | MFA, Logging, Backup, Lieferkette |
| NISG 2026 und ISGÖsterreich und Schweiz | Mittlere und große Einrichtungen; in der Schweiz kritische Infrastrukturen | AT seit 01.10.2026, CH Meldepflicht seit 01.04.2025 | Meldewege, Risikomanagement |
| IEC 62443Normenreihe | OT-Betreiber, Integratoren, Hersteller | freiwillig, anerkannte Nachweisbasis | Zonen, Conduits, Security Levels |
| Cyber Resilience ActVerordnung (EU) 2024/2847 | Hersteller von Software und Hardware | Meldepflicht seit 11.09.2026, voll ab 11.12.2027 | SBOM, Updates, Support-Zeitraum |
| Data ActVerordnung (EU) 2023/2854 | Vernetzte Produkte und Cloud-Dienste | seit 12.09.2025, Wechselentgelte entfallen 12.01.2027 | Datenexport, Wechsel |
| AI ActVerordnung (EU) 2024/1689 | KI-Funktionen im MES | Verbote seit 02.02.2025, Hochrisiko ab 02.12.2027 | Protokollierung, menschliche Aufsicht |
| CSRD und ESRSRichtlinie (EU) 2026/470 | Über 1.000 Beschäftigte und über 450 Mio. Euro Umsatz | zweite Welle ab Geschäftsjahr 2027 | Energie und Emissionen je Auftrag |
| ESPR und Batteriepass(EU) 2024/1781 und (EU) 2023/1542 | Produktgruppen per delegiertem Rechtsakt, Batterien | ESPR seit 18.07.2024, Batteriepass ab 18.02.2027 | Seriennummer, Material, Charge |
| DSGVO und BetrVG§ 87 Abs. 1 Nr. 6 | Jedes MES mit Personenbezug, Betriebe mit Betriebsrat | gilt laufend | Rollen, Aggregation, Löschfristen |
Zusammenstellung von Find-Your-MES aus den in den Abschnitten oben verlinkten Primärquellen, Stand Oktober 2026. Ob ein Regelwerk für Ihr Unternehmen gilt, hängt vom Einzelfall ab; für NIS2 bietet das BSI eine Betroffenheitsprüfung. Für Österreich und die Schweiz vertiefen die Seiten MES in Österreich und MES in der Schweiz.
Vier Ausgangslagen
und die passende Vertiefung.
Dieser Hub erklärt die Regelwerke im Überblick. Die Detailarbeit steckt in den Clusterseiten. Wählen Sie die Ausgangslage, die Ihrem Werk am nächsten kommt.
GxP-Pflicht und Validierung
- FDA 21 CFR Part 11 und GMP Annex 11: Geltungsbereich, zwölf Anforderungen paragrafengenau und der Validierungsablauf.
- MES für Pharma und Medizintechnik: Branchenmerkmale, Standards und typische Anbieterprofile.
- MES für die Chemie: Rezeptur und Batch für die Prozessindustrie.
Rückverfolgung und Handelsaudits
- MES für Lebensmittel und Getränke: HACCP, IFS, BRCGS und Chargenführung in hybriden Linien.
- Traceability im MES: vier Verfolgungstiefen, ihre Kosten und ein durchgerechneter Rückruf.
- Papierlose Fertigung: wie Prüf- und Chargendaten ohne Medienbruch entstehen.
Qualitätsnormen und Kundenvorgaben
- MES für Automotive: IATF 16949, PPAP und Serientraceability.
- MES für Qualitätsmanagement: was Qualitätsleitungen vom MES verlangen sollten.
- CAQ im MES und SPC-Regelkarten: Prüfplanung und Prozessregelung am Arbeitsplatz.
- MES für Elektronik: Bauteilrückverfolgung bis zur Leiterplatte.
Sicherheit, Datenhoheit, Mitbestimmung
- IT-OT-Konvergenz: Purdue-Modell, IEC 62443 und NIS2-Dokumentation für Produktionsnetze.
- Cloud-MES oder On-Premise: vier Betriebsmodelle mit DSGVO, Exit und Sicherheitsverantwortung.
- API, Exit und Datenhoheit: Exportklauseln und Data Act in der Vertragspraxis.
- Betriebsrat einbinden: Zeitplan und Beteiligung von der Anforderung bis zur Unterschrift.
Weitere Grundlagen im MES-Wissensbereich, Stand Oktober 2026.
Compliance in der MES-Auswahl
in sechs Schritten prüfen.
Der Check fügt sich in den üblichen Auswahlprozess ein und kostet nach Erfahrungswerten von Find-Your-MES zwei bis vier zusätzliche Projekttage. Er verhindert die teuerste Situation: eine Nachvalidierung oder Nachverhandlung nach Vertragsschluss.
Regelwerksinventur
Branche, Absatzmärkte, Kundenvorgaben und Unternehmensgröße mit der Matrix abgleichen. Die NIS2-Betroffenheit klärt die Prüfung des BSI, Kundenanforderungen stehen in Qualitätssicherungsvereinbarungen.
Datensätze klassifizieren
Festlegen, welche MES-Daten GxP-relevant, personenbezogen oder sicherheitskritisch sind. Daraus folgen Systemgrenze, Validierungsumfang und Aufbewahrungsfristen im MES-Lastenheft.
Nachweise im RFI anfordern
ERES-Dokument zu Part 11 und Annex 11, Validierungspaket mit GAMP-Kategorie, ISO-27001-Zertifikat, SBOM-Fähigkeit, Support-Zeitraum und Patch-Prozess abfragen. Vorlage: RFI-Fragebogen MES.
Demo mit Prüfszenario
Eine echte Charge mit nachträglicher Korrektur, Signatur, Rückwärtsverfolgung und Export vorführen lassen und die Zeit messen. Bewertung mit der Methode aus MES-Demos bewerten.
Betriebsrat und Datenschutz
Rollen, Aggregationsebenen und Löschfristen vor der Konfiguration abstimmen, bei Bedarf eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen. Leitfaden: Betriebsrat einbinden.
Vertrag absichern
Exportformat, Testexport, Validierung bei Releases, Patch-Fristen und Mitwirkung bei 24-Stunden-Meldungen festschreiben. Details:MES-Vertrag und SLA.
Quellen: BSI NIS-2-Betroffenheitsprüfung, § 32 BSIG, MES auswählen: Vorgehen und Kriterien, Erfahrungswerte von Find-Your-MES.
Häufige Fragen
direkt beantwortet.
Was bedeutet MES Compliance?
MES Compliance heißt, dass ein Manufacturing Execution System die Nachweise, die Gesetze, Normen und Kundenstandards verlangen, vollständig, unverändert und abrufbar erzeugt. Dazu gehören Audit Trail, elektronische Signatur, Rückverfolgbarkeit, Rollen und Rechte, Datenintegrität nach ALCOA+ und ein belastbarer Datenexport. Welche Regelwerke gelten, hängt von Branche, Absatzmärkten und Unternehmensgröße ab.
Macht ein konformes MES mein Werk automatisch compliant?
Nein, das MES liefert nur die technischen Voraussetzungen. Validierung, Verfahrensanweisungen, Schulungen und Rollenzuweisung bleiben Aufgabe des Betreibers. Prüfen Sie deshalb in der Auswahl, welchen Teil der Validierungsdokumentation der Anbieter liefert und welchen Sie selbst erstellen.
Brauche ich 21 CFR Part 11, wenn ich nicht in die USA liefere?
Formal nein, Part 11 gilt für Aufzeichnungen, die US-Vorschriften verlangen. In der EU gilt für Arzneimittel EU-GMP Annex 11 mit sehr ähnlichen Anforderungen an Audit Trail, Signatur und Validierung. Viele Kunden aus Pharma und Medizintechnik schreiben Part 11 zudem vertraglich vor.
Ist mein Fertigungsunternehmen von NIS2 betroffen?
Wahrscheinlich ja, wenn Ihr Sektor in Anlage 1 oder 2 des BSI-Gesetzes steht, etwa Maschinenbau, Elektrotechnik, Kraftwagen, Medizinprodukte, Chemie oder Lebensmittel, und Sie mindestens 50 Beschäftigte oder mehr als 10 Mio. Euro Umsatz und Bilanzsumme haben. Die Registrierungsfrist ist laut BSI abgelaufen, Nachzügler registrieren sich umgehend. Das MES fällt unter die Risikomanagementpflichten nach § 30 BSIG.
Was ändert der Cyber Resilience Act für MES-Käufer?
Pflichtadressat des CRA ist der Hersteller, als Käufer profitieren Sie aber davon. Ab 11. Dezember 2027 muss neu in Verkehr gebrachte Software Sicherheitsanforderungen erfüllen, einen Support-Zeitraum nennen und über eine SBOM verfügen, Schwachstellenmeldungen binnen 24 Stunden gelten schon seit 11. September 2026. Fragen Sie im RFI, wie der Anbieter diese Pflichten organisiert und wie lange er Sicherheitsupdates zusagt.
Gilt der AI Act für KI-Funktionen in meinem MES?
Ja, aber meist mit geringen Pflichten, denn Ausschussprognose oder Anomalieerkennung fallen typischerweise nicht unter die Hochrisikoklassen. KI, die Arbeitsleistung oder Verhalten von Beschäftigten bewertet, ist dagegen Hochrisiko nach Anhang III Nummer 4 mit Pflichten ab 2. Dezember 2027. Emotionserkennung am Arbeitsplatz ist seit 2. Februar 2025 verboten.
Welche Rolle spielt das MES für die CSRD nach dem Omnibus?
Das MES bleibt die genaueste Quelle für Energie je Auftrag und Anlage, auch wenn weniger Unternehmen direkt berichten. Nach der Richtlinie (EU) 2026/470 sind künftig nur Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und über 450 Mio. Euro Umsatz pflichtig. Viele Mittelständler liefern aber als Zulieferer Emissionsdaten an berichtspflichtige Kunden. Für die Bilanz braucht es zusätzlich Material- und Lieferantendaten.
Ab wann brauche ich einen Digitalen Produktpass oder Batteriepass?
Der Batteriepass ist ab 18. Februar 2027 Pflicht, für andere Produktgruppen legt jeweils ein delegierter Rechtsakt zur Ökodesign-Verordnung Datenumfang und Stichtag fest. Ein MES erzeugt den Pass nicht selbst, liefert aber Seriennummern, Chargen und Fertigungsdaten. Wer diese Daten heute sauber führt, spart später den teuersten Teil der Umsetzung.
Wie prüfe ich Compliance-Aussagen eines Anbieters in der Demo?
Mit einem eigenen Prüfszenario statt einer vorbereiteten Musterakte. Lassen Sie eine Charge mit nachträglicher Korrektur durchspielen, prüfen Sie den Audit Trail feldgenau, signieren Sie zweimal hintereinander und starten Sie eine Rückwärtsverfolgung mit Zeitmessung. Fordern Sie zum Schluss einen Export samt Audit Trail an und bewerten Sie alles mit einer gewichteten Nutzwertanalyse.
Warum muss der Betriebsrat bei MES Compliance mitreden?
Weil ein MES mit Bediener- oder Schichtbezug objektiv geeignet ist, Verhalten oder Leistung zu überwachen, und damit nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG mitbestimmungspflichtig ist. Compliance-Funktionen wie personenbezogener Audit Trail oder Signatur verstärken diesen Bezug. Ein abgestimmtes Rollen- und Aggregationskonzept löst den scheinbaren Konflikt zwischen Nachweispflicht und Beschäftigtenschutz.
Was verlangt der Data Act von einem Cloud-MES?
Der Data Act regelt für Cloud-Dienste den Anbieterwechsel: höchstens zwei Monate Kündigungsfrist, 30 Tage Übergang und mindestens 30 Tage Datenabruf nach Artikel 25. Ab 12. Januar 2027 dürfen keine Wechselentgelte mehr verlangt werden. Vereinbaren Sie trotzdem Exportformat und Testexport vertraglich, denn das Gesetz nennt kein konkretes Format.
Wie lange müssen MES-Daten aufbewahrt werden?
Das hängt vom Regelwerk ab, nicht vom MES. Medizinprodukte verlangen nach Artikel 10 Absatz 8 MDR mindestens 10 Jahre nach dem letzten Inverkehrbringen, implantierbare Produkte 15 Jahre. Für Arzneimittel-Chargenunterlagen gilt nach Richtlinie (EU) 2017/1572 mindestens ein Jahr über das Verfallsdatum oder fünf Jahre über die Chargenzertifizierung hinaus, je nachdem, was länger ist. Archivierung und Lesbarkeit über Release-Wechsel gehören deshalb ins Lastenheft.
Gelten in Österreich und der Schweiz andere Regeln?
Teilweise. EU-Verordnungen wie MDR, Data Act, CRA und AI Act gelten in Österreich unmittelbar, NIS2 ist dort mit dem NISG 2026 umgesetzt, und Kontrollsysteme brauchen nach § 96 Abs. 1 Z 3 ArbVG die Zustimmung des Betriebsrats. Die Schweiz übernimmt EU-Recht nicht automatisch: Es gelten das revidierte Datenschutzgesetz seit 1. September 2023 und für kritische Infrastrukturen eine 24-Stunden-Meldepflicht für Cyberangriffe. Schweizer Exporteure in die EU müssen die EU-Produktregeln trotzdem erfüllen.
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