MES Verpackungsindustrie.
Packmittel, Druck und Linien im System.
Ein MES für die Verpackungsindustrie (Manufacturing Execution System, die Software zwischen ERP und Maschine, die Aufträge in der Halle steuert und dokumentiert) verbindet bei Herstellern von Wellpappe, Faltschachteln, Folien, Etiketten und Kunststoffverpackungen Auftragswechsel, Druckfreigabe, Inline-Inspektion und Rückverfolgung. Es richtet sich an Fertiger im DACH-Raum und trennt das Packmittelwerk vom Verpacken in der Abfüllung.
Warum die Verpackungsindustrie
ein eigenes MES-Profil braucht.
Packmittelwerke fertigen große Mengen auf teuren Maschinen mit häufigen Auftragswechseln. Der Verband der Wellpappen-Industrie (VDW) meldet für seine Mitglieder 2025 rund 7.403 Millionen Quadratmeter Absatz, ein Minus von 0,1 Prozent, bei einem Umsatzplus von einem Prozent. Der Wellpappenrohpapierpreis lag im Jahresmittel 4,2 Prozent über 2024. Wenn der Preis kaum steigt und das Material teurer wird, entscheiden Rüstzeit, Ausschuss und Maschinenauslastung über die Marge. Ein MES macht diese Größen je Auftrag messbar. Hinzu kommt die Verpackungsverordnung (EU) 2025/40, kurz PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation), die seit dem 12.08.2026 gilt.
Ohne MES: Zettel, Pauschalen und Insellösungen
- Rüstzeiten stehen als Pauschale im Auftrag, die echte Dauer zeigt erst die Nachkalkulation.
- Die Druckfreigabe liegt als Papierbogen am Pult, wer wann freigab, lässt sich später kaum belegen.
- Rolle, Farbcharge und Palette sind nur über Zettel verbunden, bei einer Reklamation beginnt die Suche im Lager.
- Ausschuss wird am Schichtende geschätzt, Anfahrausschuss und Störung sind nicht zu trennen.
Mit einem MES für Verpackung und Druck
- Der Auftragswechsel läuft als gebuchter Ablauf: Rüstbeginn, Freigabe und erste Gutmenge liegen je Auftrag vor.
- Die Freigabe ist ein Schritt im Auftrag mit Person, Zeitpunkt und Referenzmuster, der Serienstart hängt an ihr.
- Rohstoffrolle, Farbe, Klebstoff und Fertigpalette sind über den Auftrag verknüpft, für Reklamation und Lebensmittelrecht.
- Gutmenge, Anfahr- und Dauerausschuss laufen getrennt auf und fließen mit den Zeiten in die Nachkalkulation.
Quellen: VDW-Zahlen 2025 laut Logistik Heute, 21.05.2026, Verordnung (EU) 2025/40 im Amtsblatt, Geltungsbeginn laut Europäischer Kommission, Stand 10/2026. Einschätzung von Find-Your-MES. Grundlagen: Was ist ein MES.
Was unterscheidet ein MES für Packmittel
von einem MES für das Verpacken?
Der Begriff Verpackung meint zwei Fertigungswelten. Packmittelhersteller erzeugen die Verpackung, etwa durch MES Wellpappe, MES Folienherstellung oder MES Druckerei für Etiketten. Abfüller verpacken ein Produkt in fertige Packmittel.
Wellpappe und Faltschachtel
Bahn, Bogen, Stanzen und Falten
Im Wellpappenwerk geht es um die Kombination von Aufträgen auf der Bahnbreite, um Sorten- und Rollenwechsel und um Druck, Stanzen und Kleben. Bei der Faltschachtel kommen Veredelung und Stanzwerkzeug hinzu.
- Verschnitt, Rüstfolge und Stanzwerkzeug als Planungsgrößen
- Datenpunkt: AGiONE führt Verschnittoptimierung für Wellpappenhersteller, Sistrade plant die Wellpappenanlage mit automatischer Sequenzierung
- Vertiefung: Werkzeugverwaltung im MES
Folie, Flexible Packaging und Etiketten
Rolle zu Rolle, Laminat und Druck
Folienextrusion, Kaschierung, Druck und Konfektionierung laufen von Rolle zu Rolle. Das Material ist ein Laminat aus mehreren Lagen, die Rückverfolgung muss jede Lage und Farbcharge erreichen.
- Datenpunkt: Sistrade führt für Flexible Packaging Laminate von einfach bis vierlagig und die Verfahren Tiefdruck, Flexodruck und Digitaldruck
Kunststoffverpackung
Spritzguss, Blasformen und Thermoformen
Becher, Flaschen und Schalen entstehen im Spritzguss, Blasformen oder Thermoformen. Es gilt weitgehend das Profil der Kunststoffverarbeitung, ergänzt um Hygiene und Lebensmittelkontakt.
- Vertiefung: MES für Kunststoff und Spritzguss
- Maschinenanbindung: EUROMAP im MES
Linien-OEE, PackML und Weihenstephan
Füller, Etikettierer, Kartonierer, Palettierer
Wer Getränke, Lebensmittel oder Konsumgüter abfüllt, verpackt in fertige Packmittel. Der Schwerpunkt liegt auf dem Wirkungsgrad der Linie, auf Maschinenzuständen und auf Chargenführung.
- Vertiefung: MES für Lebensmittel und Getränke
- Mischformen: MES für hybride Fertigung
Datenpunkte laut Herstellerseiten: AGiONE, Sistrade Flexible Packaging und Sistrade Wellpappe, Stand 10/2026. Einordnung von Find-Your-MES. Alle Branchen: MES nach Branche und Fertigungsart.
Auftragswechsel, Druckfreigabe, Inspektion:
Was ein Packmittel-MES leisten muss.
Die Funktionsliste für MES Packmittel ist kürzer als in der Montage, aber tiefer an der Maschine. Kiwiplan nennt auf der Herstellerseite unter anderem Wellpappenanlagen-Planung, Produktionssteuerung und Qualitätsmanagement, HiFlow bezeichnet sein Modul zur Shop-Floor-Datenerfassung auch als MES.
Rüsten messen statt pauschal kalkulieren
Bei Druck, Kaschieren, Stanzen und Falzen entscheidet der Wechsel zwischen Aufträgen über die Kapazität. Das MES bucht Rüstbeginn, Freigabe und erste Gutmenge je Auftrag und trennt Rüsten von Störung.
- Demo: Rüstzeit je Wechsel nach Rüstart (Farbe, Format, Material)
- Rüstfolge als Planungsregel, siehe Feinplanung in der Produktion
Erstmuster als Schritt im Auftrag
Die Freigabe des ersten Musters gegen Referenz (Farbe, Register, Stanzbild) ist ein Qualitätsnachweis. Im MES sperrt sie den Serienstart und hält Person, Zeit und Messwert fest.
- Demo: Die Serie startet ohne Freigabe nicht
Kamera, Farbmessung und Gewicht im Auftragskontext
Inline-Inspektionssysteme melden Fehler je Bahn oder Bogen. Das MES ordnet sie Auftrag und Rolle zu, zählt Ausschuss nach Ursache und kann bei Grenzwertverletzung stoppen oder sperren.
- Vertiefung: SPC Regelkarten im MES und Qualitätsmanagement im MES
Von der Rolle bis zur Palette
Papier- und Folienrolle, Granulat, Farbe und Klebstoff werden dem Auftrag zugeordnet, Fertigrollen und Paletten erhalten eine Kennung. Das stützt die Pflicht nach Artikel 17 der VO (EG) 1935/2004 und verkürzt Reklamationen.
Soll und Ist je Auftrag
Verschnitt auf der Bahnbreite, Anfahrausschuss und Rüstzeit sind die großen Variablen der Nachkalkulation. Das MES liefert die Ist-Werte je Auftrag an MIS oder ERP zurück.
- Vertiefung: Nachkalkulation im MES
Druckmaschine, Wellpappenanlage, Extruder
Maschinen aus mehreren Jahrzehnten liefern Zustände und Zähler über OPC UA, Klemmen oder Zählerkarten.
Quellen: Kiwiplan und HiFlow Shop Floor Data Collection, Stand 10/2026. Einschätzung von Find-Your-MES. Demo-Punkte geben Sie vorab mit eigenen Aufträgen, Verfahren: MES Demos bewerten.
Was unterscheidet MES und MIS
in der Druckerei?
Ein MIS (Management-Informationssystem) ist in Druckerei und Packmittelwerk das kaufmännische und planerische Rückgrat: Kalkulation, Angebot, Auftrag, Disposition und Rechnung. Ein MES führt aus und erfasst. Die Anbieter ziehen die Grenze unterschiedlich: AGiONE listet BDE Software (Betriebsdatenerfassung) als Baustein seiner ERP/PPS-Lösung, PrimaV Verpackung führt Betriebsdatenerfassung am Maschinenterminal als Grundmodul, Tharstern beschreibt sich als MIS für Akzidenz-, Mailing- und Schilderdruck. Ob ein Produkt MES heißt, sagt wenig; entscheidend ist, was es am Terminal bucht.
| Aufgabe | Meist im MIS oder ERP | Meist im MES | Prüffrage an den Anbieter |
|---|---|---|---|
| Kalkulation und Angebot | Vorkalkulation mit Standardrüstzeit, Material und Maschinenstundensatz | Liefert Ist-Werte aus abgeschlossenen Aufträgen zurück | Welche Ist-Werte fließen automatisch in die Kalkulationsbasis? |
| Planung | Grobterminierung auf Maschinengruppen, Liefertermin | Feinplanung nach Rüstfolge oder Anbindung eines Leitstands | Wer plant die Rüstreihenfolge, und in welchem System? Siehe MES oder Leitstand |
| Rüsten | Planwert je Auftrag | Gemessene Rüstzeit nach Rüstart, Freigabe | Wem gehört die Sollzeit? |
| Druckfreigabe | Meist nicht abgebildet | Schritt im Auftrag mit Person, Zeit und Messwert | Sperrt die Freigabe den Serienstart? |
| Rückverfolgung | Chargen im Lager, Wareneingang | Verbrauch am Auftrag, Fertigrolle, Palette | Wie weit reicht die Kette: Rolle, Farbe, Klebstoff? |
| Betriebsdatenerfassung | Zeitbuchung am Terminal, je nach Anbieter ein Modul des ERP | Zustände, Zähler, Stillstandsgründe, OEE | Ist die BDE ein Standardmodul oder ein Zusatz? Ohne Maschinenzähler bleibt sie Handeingabe. |
Quellen: AGiONE, PrimaV Verpackung, Tharstern, Stand 10/2026. Die Zuordnung ist eine Einschätzung von Find-Your-MES. Abgrenzung: MES und ERP und Systemgrenzen und Abgrenzung.
Aus Auswahlprojekten:
Die Sollzeit braucht einen Besitzer.
Ein Hinweis aus den von Find-Your-MES begleiteten Auswahlprojekten, bewusst ohne Zahlen: Streit zwischen MIS und MES entsteht selten bei den Funktionen, sondern bei den Stammdaten.
Die Sollzeit hat einen Besitzer
- Legen Sie fest, ob die Standardrüstzeit im MIS oder im MES gepflegt wird. Zwei Pflegeorte erzeugen zwei Wahrheiten.
- Verlangen Sie, dass die gemessene Rüstzeit nach Rüstart (Farbe, Format, Material) in die Kalkulationsbasis zurückgeht, sonst bleibt die Kalkulation bei der Pauschale.
Der Fertigungsauftrag wandert in beide Richtungen
- Prüfen Sie, ob Auftrag, Stückliste und Rüstangaben aus dem MIS kommen und Gutmenge, Ausschuss und Zeiten je Arbeitsgang zurückgehen.
- Fragen Sie nach Änderungen während der Produktion: Mengenänderung, Terminverschiebung, Materialtausch.
Ein Terminal, eine Buchung
- Hat das MIS eine eigene Betriebsdatenerfassung, entscheiden Sie, welches System am Terminal gilt. Sonst bucht der Bediener doppelt.
Die Hinweise sind Erfahrungen von Find-Your-MES aus begleiteten Auswahlprojekten, keine Herstellerangaben.
Sechs Auftragswechsel am Tag:
Was sechs Minuten Rüstzeit kosten.
Angenommen, eine Druckmaschine für Faltschachteln läuft in zwei Schichten zu je 8 Stunden an 220 Tagen im Jahr, das sind 3.520 Stunden Betriebszeit. Sie fährt im Mittel sechs Aufträge pro Tag. Die mittlere Rüstzeit beträgt 42 Minuten, der Maschinenstundensatz 150 €. Szenario B ordnet die Rüstfolge nach Farbe und Format, Szenario C standardisiert zusätzlich den Wechsel. Alle Werte sind Annahmen von Find-Your-MES.
| Szenario | Rüstzeit je Wechsel | Rüststunden im Jahr | Anteil an der Betriebszeit | Kosten bei 150 € je Stunde |
|---|---|---|---|---|
| A · Ist-ZustandRüstzeit nur als Pauschale bekannt | 42 Minuten | 924 h | 26,3 % | 138.600 € |
| B · Rüstfolge geplantReihenfolge nach Farbe und Format | 36 Minuten | 792 h | 22,5 % | 118.800 € |
| C · Wechsel standardisiertzusätzlich Rüstliste und Freigabeablauf | 30 Minuten | 660 h | 18,8 % | 99.000 € |
| Unterschied A zu Bsechs Minuten je Wechsel | 6 Minuten | 132 h | 3,8 Prozentpunkte | 19.800 € |
| Unterschied A zu Czwölf Minuten je Wechsel | 12 Minuten | 264 h | 7,5 Prozentpunkte | 39.600 € |
Rechnung: 6 Wechsel × 42 Minuten × 220 Tage = 55.440 Minuten = 924 Stunden, mal 150 € = 138.600 €. B und C rechnen analog mit 36 und 30 Minuten. Grenzen: Die Ersparnis wird nur dann zum Ergebnis, wenn die gewonnene Maschinenzeit verkauft oder Überstunden vermieden werden. Sie setzt voraus, dass das MES die Rüstzeit je Wechsel misst und die Planung die Reihenfolge nutzt. Nicht enthalten sind Anfahrausschuss, Lizenz und Projektkosten. Rahmen: Der Wellpappenrohpapierpreis lag 2025 laut VDW 4,2 Prozent über dem Vorjahr. Beispielrechnung von Find-Your-MES, 2026. Eigene Zahlen rechnen Sie mit dem ROI Rechner und dem TCO Rechner.
Was muss das MES bei Lebensmittelkontakt
und PPWR leisten?
Packmittel für Lebensmittel unterliegen EU-Recht für Materialien mit Lebensmittelkontakt. Das MES erfüllt keine Norm, es liefert die Nachweise: wer, was, womit, wann. Stand der Texte: Oktober 2026.
VO (EG) 1935/2004: Rückverfolgbarkeit
Artikel 17 verlangt Rückverfolgbarkeit auf sämtlichen Stufen. Unternehmer müssen feststellen können, von wem sie Materialien bezogen und an wen sie geliefert haben, und der Behörde auf Anfrage Auskunft geben.
- Demo: Fertigpalette zeigt Auftrag, Rohstoffrolle und Lieferant
- Chargenführung für Papier, Folie, Granulat, Farbe
VO (EG) 2023/2006: GMP für Materialien
GMP (Good Manufacturing Practice) verlangt ein dokumentiertes Qualitätssicherungssystem (Artikel 5), ein wirksames Qualitätskontrollsystem (Artikel 6) und Aufzeichnungen zu Spezifikationen, Produktionsschritten und Prüfergebnissen (Artikel 7), die der Behörde auf Verlangen vorzulegen sind.
- Aufzeichnung je Auftrag: Rohstoff, Parameter, Prüfergebnis
Abklatsch und Durchdringung vermeiden
Der Anhang der VO (EG) 2023/2006 verlangt für Druckfarben auf der Seite ohne Lebensmittelkontakt, dass keine Stoffe durch Abklatsch im Stapel oder auf der Rolle oder durch das Trägermaterial übergehen. Bedruckte Flächen dürfen Lebensmittel nicht direkt berühren.
- Farb- und Lackcharge je Auftrag erfassen
- Wartezeit zwischen Druck und Weiterverarbeitung als Regel anlegen (Einschätzung von Find-Your-MES)
VO (EU) 10/2011: Konformitätserklärung
Für Kunststoffmaterialien verlangt Artikel 15 auf allen Handelsstufen außer dem Einzelhandel eine schriftliche Konformitätserklärung mit den Angaben aus Anhang IV. Das BVL erläutert sie in einer Informationsschrift.
- Erklärung je Rohstoff und Artikel ablegen und dem Auftrag zuordnen
- Lieferantenwechsel löst eine Prüfung aus
VO (EU) 2025/40, die PPWR
Die PPWR trat am 11.02.2025 in Kraft und gilt seit dem 12.08.2026. Laut Europäischer Kommission sollen bis 2030 alle Verpackungen wirtschaftlich recycelbar sein, die Verordnung begrenzt PFAS in lebensmittelberührenden Verpackungen und regelt unter anderem Rezyklatanteil. Einzelne Pflichten gelten später oder nach delegierten Rechtsakten.
- Material, Schichtaufbau und Lieferantenangaben je Auftrag als Stammdaten, siehe Digitaler Produktpass im MES
Das MES ersetzt keine Konformitätsarbeit
Das MES belegt, dass der Prozess so lief wie freigegeben. Ob ein Material konform ist, entscheiden Migrationsprüfung und Lieferantenerklärung, nicht die Software. Daten- und Cyberpflichten bündelt MES Datenpflichten.
Quellen: VO (EG) 1935/2004, VO (EG) 2023/2006, VO (EU) 10/2011, BVL zur Konformitätserklärung, VO (EU) 2025/40, Europäische Kommission zur PPWR, Stand 10/2026. Dies ist keine Rechtsberatung.
Welches MES eignet sich
für Verpackungshersteller?
Der Auszug zeigt acht Anbieter, die auf eigenen Seiten einen Bezug zu Verpackung oder Druck nennen, alphabetisch und ohne Wertung. Auswahlprinzip: belegter Verpackungsbezug und Abdeckung unterschiedlicher Klassen, nämlich Branchensoftware mit Betriebsdatenerfassung für Packmittelwerke, Plattform-MES und MES für Konsumgüter und Verpacken. Die Herstellerseiten nennen keine Listenpreise.
| Anbieter | Segment | Preis ab | Verpackungsbezug laut Hersteller | Belegte Funktionen | Zuerst in der Demo prüfen | Profil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| AGiONE V3ERP/PPS mit BDE, AGiONE GmbH, Feldkirchen | KMU | auf Anfrage | Nennt Wellpappenhersteller, Kartonagen, Etiketten und Druck, nach eigener Angabe rund 40 Kunden und über 25 Jahre Branchenerfahrung | Vor- und Nachkalkulation, Produktionsplanung, Verschnittoptimierung, BDE Software | Tiefe der BDE: Rüstzeit je Wechsel, Maschinenzähler, Rückverfolgung bis Palette | |
| FactoryTalk CPGSuiteMES für Konsumgüter, Rockwell Automation | Enterprise | auf Anfrage | Beschreibt das Produkt als MES für Konsumgüter (Consumer Packaged Goods) mit Fokus auf Food and Beverage, Packmittelhersteller sind nicht Zielgruppe | Qualitätsdurchsetzung, Rückverfolgung und Rückruf, Produktionstransparenz, Betrieb über mehrere Werke | Linien-OEE, Umstellung und PackML-Zustände, die die Produktseite nicht nennt | Zum Profil → |
| HiFlowERP/MIS mit Shop-Floor-Datenerfassung, HiFlow Solutions | Mittelstand | auf Anfrage | Nennt Produktions- und Managementsoftware für die Verpackungsindustrie mit Seiten für Faltschachtel, Flexible Packaging, Etiketten, Wellpappe und Akzidenzdruck, über 70 Module | Kalkulation mit Formbibliotheken nach FEFCO (Wellpappe) und ECMA (Faltschachtel), Planung, Shop-Floor-Datenerfassung (laut Hersteller auch MES genannt), Lager | MES-Tiefe des Moduls (Rüsten, Freigabe, Rückverfolgung). Standorte: Miami, Warschau, Mexiko-Stadt, DACH-Support klären | Zum Profil → |
| KiwiplanERP und MES für Verpackungshersteller, Advantive | Enterprise | auf Anfrage | Nennt Wellpappe, Faltschachtel, Kunststoff und Spezialverpackung, laut Hersteller seit über 30 Jahren Software für die Branche, über 500 Produktionsinstallationen | Wellpappenanlagen-Planung, Produktionssteuerung, Qualitätsmanagement, Rollenlager, Palettenverfolgung | Betreuung und Referenzen im DACH-Raum, die Produktseite nennt keinen deutschsprachigen Markt | |
| PrimaV VerpackungERP/PPS für die Verpackungsindustrie, SSH, Schwarzach | Mittelstand | auf Anfrage | Bildet Well- und Vollpappe, Faltschachteln, Displays und Druck ab, der Baustein PrimaV OPAL plant Wellpappenanlage (WPA) und Weiterverarbeitung | Angebotskalkulation, Arbeitsvorbereitung, Fertigungsleitstand, Betriebsdatenerfassung am Maschinenterminal, Qualitätsmanagement als Zusatzmodul | Maschinenanbindung der BDE und Rüstzeiten je Wechsel, Umfang im Standard oder als Zusatz | |
| PSIpenta/MESMES und ERP, PSI Software, Berlin | Mittelstand | auf Anfrage | Referenz in der Folienverpackung: Folplast in Kościan (Polen), laut Pressemitteilung vom 12.05.2025 über 38.000 Tonnen im Jahr, führte PSIpenta/MES Scheduling ein | Planung mit Ressourcen und Kapazitäten, Anbindung an das bestehende ERP, Echtzeitinformationen, Analyse und Reporting | Umfang jenseits der Planung (Datenerfassung, Rückverfolgung, Qualität), die Meldung nennt nur Scheduling | Zum Profil → |
| Siemens Opcenter Execution ProcessMES für Prozessindustrie und Konsumgüter, Siemens | Enterprise | auf Anfrage | Nennt Konsumgüter, Food and Beverage und Chemie, Sekundärfertigung wie Verpacken, Etikettieren und Palettieren im selben MES wie Rezeptur- und Chargenführung | Material-, Rezept- und Chargenverwaltung, Rückverfolgbarkeit, Auftragsmanagement, LIMS-Anbindung (Laborinformationssystem) | Packmittelherstellung ist nicht Zielgruppe der Seite. Linien-OEE und Zustände nach PackML oder Weihenstephan in der Demo prüfen | Zum Profil → |
| SistradeMIS, ERP und MES für Druck und Verpackung, SISTRADE, Porto | Mittelstand | auf Anfrage | Nennt eigene Marktseiten für Wellpappe, Verpackungsdruck, Flexible Packaging, Kunststoffextrusion und Etikettendruck, feierte 2025 das 25-jährige Bestehen | MES mit Fertigungsauftrag, Datenerfassung über IoT, Touch-Terminal oder Mobilgerät, OEE, Rückverfolgbarkeit, Qualitätskontrolle | Betreuung und Referenzen im DACH-Raum, die Herstellerseite bietet Deutsch als Sprachoption |
Quellen, Stand 10/2026: AGiONE, Rockwell Automation, HiFlow, Kiwiplan, SSH, PSI, Siemens, Sistrade. Die Spalten geben wieder, was die Hersteller nennen, und sind keine Prüfung. Weitere Systeme: MES Software Katalog und MES Matching. Einordnung: MES Anbieter, MES Anbieter für den Mittelstand.
Linien-OEE in der Abfüllung:
PackML und Weihenstephaner Standards.
In der Abfüllung wird nach Wirkungsgrad der Linie gesteuert, nicht nach Kalkulation je Auftrag. OEE (Overall Equipment Effectiveness, Gesamtanlageneffektivität) hängt dort an sauber getrennten Maschinenzuständen. Zwei Standards helfen, sie herstellerunabhängig zu beschreiben. Die Abfüllung selbst beschreibt MES für Lebensmittel und Getränke.
Zustandsmodell nach ISA-TR88.00.02
- PackML (Packaging Machine Language, Maschinensprache der Verpackungsmaschinen) definiert laut OPC Foundation ein standardisiertes zustandsbasiertes Modell für automatisierte Maschinen
- OPC 30050 bildet das PackML-Objektmodell der ISA-TR88.00.02-2015 als OPC-UA-Informationsmodell ab
- Demo: Der Maschinenzustand der Linie kommt ohne eigene Zuordnungstabelle ins MES
Maschinendaten für Verpacken und Abfüllen
- Eine Arbeitsgruppe von Maschinenbauern, Anlagenlieferanten und IT-Anbietern entwickelte die Standards unter Leitung des Lehrstuhls für Lebensmittelverpackungstechnik der TU München
- Teilbereiche: WS Pack für Verpackungs- und Abfüllanlagen, WS Food, WS Bake, WS Brew
Kennzahl nur so gut wie die Zustände
- Geplanter Stillstand, Rüsten, Störung und Materialmangel müssen getrennt gebucht werden, sonst verfälscht die Linien-OEE
- OEE berechnen nach ISO 22400
- OEE messen und steigern mit einem MES
Engpass statt Einzelmaschine
- Füller, Etikettierer, Kartonierer und Palettierer bilden eine Kette, der langsamste Teil bestimmt den Durchsatz
- Weitere Verknüpfung: MES für diskrete Fertigung
Quellen: OPC 30050 PackML, OPC Foundation zu den Weihenstephan Standards, Stand 10/2026. Die Ableitung für die Demo ist eine Einschätzung von Find-Your-MES.
Auswahl mit dem Selection Portal:
Vom Rüstablauf zum Vertrag.
Die Matching Engine liefert in rund 6 Minuten eine erste Shortlist, das Selection Portal begleitet danach das ganze Auswahlprojekt. KI-Funktionen laufen mit eigenen, lokal betriebenen Modellen, Ihre Daten bleiben bei Find-Your-Software. Das Vorgehen allgemein steht unter MES auswählen.
Anforderungen anlegen
Im Anforderungsmanager legen Sie Anforderungen wie Rüstzeit je Wechsel, Druckfreigabe als Sperre und Palettenrückverfolgung an, priorisieren mit A, B und C und kennzeichnen Ausschlusskriterien.
Vorlagen übernehmen
Der Anforderungsassistent bietet Vorlagen nach Themen, einzeln oder als Paket. So starten Sie nicht mit einer leeren Liste.
Lücken aufdecken
Requirement Intelligence schlägt Anforderungen auf Basis einer KI-Analyse Ihres Unternehmens vor, der Deep Check deckt Lücken auf.
Systemlandschaft erfassen
Im Landscape Designer halten Sie MIS oder ERP, Druckvorstufe, Inspektionssysteme und Maschinen fest, damit Schnittstellen von Anfang an Teil der Anfrage sind.
Ranken und Demos bewerten
Das Ranking vergleicht Anbieter anhand Ihrer Anforderungen. Im Szenario Manager hinterlegen Sie Ihre Auftragswechsel und bewerten Präsentationen live.
Vertrag prüfen
Der Contract Manager prüft Angebote und Verträge mit Checkliste und KI-Vertragsanalyse. Amatus beantwortet Fragen im Projekt. Vertragsthemen vertieft MES Vertrag und SLA.
Neutralität: Anbieterneutralität und Methodik. Find-Your-MES erhält keine Zahlung für Platzierungen, Matching und Ranking sind rein inhaltlich ohne gekaufte Positionen. Anbieter können qualifizierte Anfragen im Lead-Marktplatz erwerben, das beeinflusst das Ergebnis nicht.
Häufige Fragen
direkt beantwortet.
Was ist ein MES für die Verpackungsindustrie?
Ein MES für die Verpackungsindustrie steuert und dokumentiert Aufträge in Werken für Wellpappe, Faltschachtel, Folie, Etiketten und Kunststoffverpackung und verbindet dabei Auftragswechsel, Druckfreigabe, Inspektion, Rückverfolgung und Nachkalkulation. Es sitzt zwischen MIS oder ERP und Maschine und übernimmt, was die Kalkulation zu grob und die Steuerung zu kurzfristig sieht. Für das Verpacken in der Abfüllung gilt ein eigenes Profil mit Linien-OEE, beschrieben unter MES für Lebensmittel und Getränke, für Folienwerke ergänzt MES für Kunststoff und Spritzguss die Maschinenseite.
Welches MES eignet sich für Verpackungshersteller?
Es gibt kein einzelnes bestes MES für Verpackungshersteller, die Eignung hängt von Fertigungsart und Systemlandschaft ab. Im Auszug dieser Seite stehen Branchensoftware mit Betriebsdatenerfassung wie AGiONE, HiFlow, Kiwiplan, PrimaV Verpackung und Sistrade neben Plattform-MES wie PSIpenta/MES und MES für Konsumgüter wie Siemens Opcenter oder FactoryTalk CPGSuite. Prüfen Sie Rüsten, Freigabe und Rückverfolgung mit eigenen Aufträgen in der Demo. Die Auswahl bleibt eine Frage der Maschinenlandschaft. Eine Shortlist erzeugt das MES Matching, die Anbieterlage zeigt MES Anbieter.
Was unterscheidet MES und MIS in der Druckerei?
Das MIS (Management-Informationssystem) ist das kaufmännische und planerische System mit Kalkulation, Auftrag und Rechnung, das MES erfasst und steuert die Ausführung an der Maschine. Das MIS plant mit Standardwerten, das MES liefert gemessene Rüstzeiten, Ausschuss und Zustände zurück. Viele Branchenprodukte vereinen beides, etwa mit einem BDE-Modul (Betriebsdatenerfassung). Klären Sie vor der Anbieterrunde, welches System die Sollzeit besitzt und wer am Terminal bucht. Das vermeidet Doppelpflege und widersprüchliche Sollwerte. Die allgemeine Abgrenzung erklärt MES und ERP.
Braucht eine Wellpappenfabrik ein MES oder reicht das ERP?
Das ERP reicht, solange Kalkulation, Disposition und Rechnung die Engpässe sind. Ein MES lohnt sich, wenn Rüstzeit, Anfahrausschuss und Stillstände je Auftrag gemessen werden müssen, weil die Nachkalkulation sonst auf Pauschalen beruht. Branchen-ERP wie AGiONE oder PrimaV Verpackung bringen eine eigene Betriebsdatenerfassung mit. Prüfen Sie, ob diese Rüstzeit je Wechsel und Maschinenzähler abdeckt, bevor Sie ein zweites System einführen. Das vermeidet ein zweites System mit doppelter Pflege. Orientierung gibt Wann reicht ERP nicht.
Was muss ein MES für Folie und Flexible Packaging können?
Ein MES für Folie und Flexible Packaging muss Rollen als Einheit führen: Eingang, Teilrolle, Restrolle und Ausschuss, dazu Laminataufbau, Farbchargen und Druckverfahren. Sistrade nennt auf seiner Seite Laminate von einfach bis vierlagig und die Verfahren Tiefdruck, Flexodruck und Digitaldruck. Entscheidend sind die Rückverfolgung durch alle Lagen und die gebuchte Rüstzeit beim Motivwechsel. Das gilt ebenso für Etiketten mit kurzen Auflagen und häufigem Motivwechsel, wo Wechselzeiten dominieren. Zur Chargenlogik siehe Chargenrückverfolgung und Genealogie.
Wie unterstützt ein MES die Druckfreigabe?
Das MES bildet die Freigabe des Erstmusters als Schritt im Auftrag ab, mit Person, Zeitpunkt, Referenzmuster und Messwert, und sperrt bis dahin den Serienstart. Dadurch ist belegbar, wer wann freigab, und eine Reklamation lässt sich dem Zustand bei Freigabe zuordnen. Ob ein Foto oder ein Farbmesswert hinterlegt werden kann, unterscheidet sich je Anbieter und gehört in die Demo. Das ist für Reklamationen und Audits wichtig. Das Verfahren zur Bewertung beschreibt MES Demos bewerten.
Was verlangt das Lebensmittelrecht von Packmittelherstellern?
Packmittel mit Lebensmittelkontakt unterliegen der VO (EG) 1935/2004, die in Artikel 17 Rückverfolgbarkeit auf allen Stufen verlangt, und der VO (EG) 2023/2006 zur guten Herstellungspraxis mit dokumentiertem Qualitätssicherungssystem und Aufzeichnungen. Für Kunststoffe kommt die VO (EU) 10/2011 mit Konformitätserklärung hinzu. Das MES liefert Nachweise zu Charge, Parametern und Prüfung, die Konformität selbst belegen Prüfungen und Lieferantenerklärungen. Nehmen Sie diese Nachweise als Testfall in die Demo auf. Vertiefung unter MES und Compliance.
Was ändert die PPWR für Packmittelhersteller?
Die Verordnung (EU) 2025/40, kurz PPWR, trat am 11.02.2025 in Kraft und gilt seit dem 12.08.2026. Sie ersetzt die Richtlinie 94/62/EG grundsätzlich, begrenzt PFAS in lebensmittelberührenden Verpackungen und verlangt laut Europäischer Kommission bis 2030 wirtschaftlich recycelbare Verpackungen. Einzelne Pflichten gelten später oder nach delegierten Rechtsakten. Für das MES heißt das: Material- und Lieferantendaten je Auftrag sauber führen. Prüfen Sie außerdem mit Ihrer Rechtsabteilung, welche Pflichten Ihr Produkt konkret betreffen. Maßgeblich bleibt der Verordnungstext, verwandt ist der Digitale Produktpass im MES.
Was sind PackML und die Weihenstephaner Standards?
PackML ist ein standardisiertes Zustandsmodell für Verpackungsmaschinen nach ISA-TR88.00.02, das die OPC Foundation in OPC 30050 als Informationsmodell für OPC UA beschreibt. Die Weihenstephaner Standards definieren Maschinendaten für Verpackungs- und Abfüllanlagen und entstanden unter Leitung der TU München. Beide erleichtern es, Maschinenzustände herstellerunabhängig ins MES zu holen und Linien-OEE vergleichbar zu berechnen. Das gilt auch für Linien, die verschiedene Hersteller mischen. Fragen Sie Anbieter, welchen der beiden Standards ihre Maschinenanbindung unterstützt, siehe OPC UA im MES.
Wie rechnet sich ein MES beim Auftragswechsel?
Im Rechenbeispiel von Find-Your-MES kostet eine Druckmaschine mit sechs Wechseln am Tag bei 42 Minuten Rüstzeit und 150 € Maschinenstundensatz 138.600 € im Jahr. Sinkt die Rüstzeit um sechs Minuten, sind es 19.800 € weniger, bei zwölf Minuten 39.600 €. Alle Werte sind Annahmen, der Effekt wird nur wirksam, wenn die gewonnene Maschinenzeit verkauft wird. Diese Annahmen ersetzen keine Messung an Ihrer Maschine, sie zeigen nur die Größenordnung. Eigene Zahlen rechnen Sie mit dem ROI Rechner.
Was kostet ein MES für die Verpackungsindustrie?
Die Herstellerseiten der acht Anbieter im Auszug nennen keine Listenpreise, die Kosten gibt es nur auf Anfrage. Sie hängen von Zahl der Maschinen, Umfang der Maschinenanbindung, Lizenz- oder Abomodell und der Schnittstelle zum MIS oder ERP ab. Planen Sie neben der Lizenz auch Projektkosten, Schulung und Betrieb ein. Fragen Sie die Anbieter zudem nach Preismodell, Supportzeiten und Kosten für jede weitere Maschine. Eine Methode zur Kalkulation beschreiben MES Kosten und der TCO Rechner.
Wie wählen Sie ein MES für Ihre Packmittelfertigung aus?
Beginnen Sie mit den Auftragswechseln Ihrer wichtigsten Maschine: Wie lange dauert ein Wechsel, wer gibt frei, wohin geht der Ausschuss. Daraus entstehen Anforderungen und Demo-Fälle. So bewerten Sie die Anbieter nach Ihren Fällen und nicht nach Folien. Das MES Matching liefert in rund 6 Minuten eine begründete Shortlist aus über 110 Systemen, das Selection Portal führt Anforderungen, Demos und Vertrag zusammen. Wer Unterstützung wünscht, findet sie bei der MES Beratung und im Überblick MES auswählen.
Das passende MES
für Ihre Verpackungsfertigung.
Aus über 110 MES-Systemen im Katalog und über 80 Merkmalen entsteht in rund 6 Minuten eine begründete Shortlist. Im Selection Portal legen Sie danach Anforderungen wie Rüstzeit, Druckfreigabe und Rückverfolgung an, halten die Demo-Fälle als Szenarien fest und führen IT-Systemlandschaft, Vertragsphase und direkten Anbieterkontakt an einem Ort.