MES-Berater und Systemintegratoren:
Ihr Arbeitsrahmen für Kundenprojekte

Find-Your-MES ist ein neutrales Recherche- und Orientierungstool für den DACH-MES-Markt, betrieben seit 2022. Berater und Systemintegratoren setzen es in der MES-Beratung ein, um Kundenprojekte strukturiert vorzubereiten, ohne Anbieterabhängigkeit.

120+
MES-Systeme im DACH-Referenzdatensatz
64
Matching-Kriterien (technisch, funktional, branchenspezifisch)
6 Min.
Zeit für eine erste Anbieter-Orientierung
0
Provision. Keine Anbieter finanzieren das Tool.
Auswahlprozess Lastenheft OEE-Benchmarks Betriebsrat SAP-Integration Kick-Off-Fragen Projektphasen
Einsatzmöglichkeiten

Ein neutrales Referenz-Tool
für die erste Kundenorientierung

In der frühen Projektphase ist der Marktüberblick entscheidend: Welche Systeme kommen überhaupt in Frage, bevor das Lastenheft steht? Find-Your-MES gibt Ihnen dafür eine strukturierte, provisionsfreie Orientierung auf Basis öffentlicher Daten.

MES-Berater und Systemintegratoren arbeiten mit diesem Tool auf zwei Weisen. Erstens als Screening-Instrument: Sie geben die URL Ihres Fertigungskunden ein, das System analysiert öffentlich zugängliche Unternehmensdaten und liefert ein anonymisiertes Profil als Gesprächsgrundlage für das Kick-Off. Das Profil zeigt Branchenzugehörigkeit, Fertigungsart, wahrscheinliche ERP-Systeme und Standardanforderungscluster. Es ersetzt keine Anforderungsaufnahme, aber es beschleunigt den Einstieg ins Gespräch erheblich.

Zweitens als Marktübersicht: Der DACH-MES-Markt umfasst über 120 aktive Systeme mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten in Fertigungsart, Branche, Integrationsfähigkeit und Betriebsmodell. Find-Your-MES hält diese Datenbasis aktuell und macht sie durch strukturiertes Matching zugänglich. Wenn Sie einem Kunden erklären müssen, warum drei Anbieter auf der Longlist stehen und acht nicht, bietet das Tool eine sachliche Argumentationsgrundlage.

Was das Tool nicht ist: eine Einkaufsempfehlung, ein Lizenzvergleich oder eine Bewertungsplattform im Stil kommerzieller Marktplätze. Kein Anbieter zahlt für Listung oder Platzierung. Die Ranking-Logik basiert ausschließlich auf Strukturmerkmalen des angefragten Fertigungsprofils und den erfassten Systemdaten. Mehr zur Methodik lesen Sie unter Wie das Matching funktioniert.

Für Berater, die einen vollständig begleiteten Auswahlprozess suchen, steht das MES Selection Portal als eigenständige Plattform zur Verfügung. Es umfasst 27 Werkzeuge in fünf Auswahlphasen, von der Anforderungsaufnahme bis zur Vertragsverhandlung, und lässt sich auch für parallele Kundenprojekte lizenzieren.

Methodik

Was hinter dem Matching steckt:
64 Kriterien, öffentliche Daten, keine Provision

Für Berater ist die Frage nach der Methodik zentral: Auf welcher Datenbasis arbeitet das Tool, wie werden Ergebnisse gewichtet, und wer finanziert den Betrieb? Die Antworten sind für den Einsatz im Kundengespräch relevant.

Datenbasis

120+ Systeme, quartalsweise aktualisiert

Sectorlens betreibt Find-Your-MES seit 2022 auf Basis eigener Projektdaten und öffentlich verfügbarer Herstellerinformationen. Der Datensatz umfasst 120+ MES-Systeme im DACH-Raum.

  • Keine Anbieterprovisionen, keine Listungsgebühren
  • Stand-Datum auf jeder Ergebnisseite ausgewiesen
  • Grundlage: ISA-95 / IEC 62264, ISO 22400
Sechs Dimensionen

64 Kriterien strukturiert gewichtet

Das Matching bewertet Fertigungsart-Passung, Branchenerfahrung, technische Architektur, Integrationstiefe (OPC UA nach IEC 62541, ERP-Konnektivität), Betriebsmodell sowie Anbieterreife.

  • Gewichtungslogik dokumentiert und abrufbar
  • Kein maschinelles Lernen auf kommerziell verzerrtem Nutzerfeedback
  • Branchenunabhängige Einordnung nach ISA-95-Schichtenlogik
Finanzierung

Ausschließlich Beratungsmandate und Portal

Sectorlens erhält keine Provision von Anbietern, keine Listungsgebühren und keine Affiliate-Vergütungen. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über Beratungsmandate und das kostenpflichtige Selection Portal.

  • Vollständige Methodikseite referenzierbar
  • Als unabhängige Drittquelle im Kundengespräch einsetzbar
  • Über Sectorlens: Methodik
Auswahlprozess

Projektphasen und
wo Find-Your-MES eingreift

Der typische MES-Auswahlprozess läuft in fünf Phasen ab. Find-Your-MES ist primär in Phase 1 und 2 einsetzbar. Die weiteren Phasen erfordern tiefere Kundeninteraktion.

01

Anforderungsaufnahme

Produktionsprozesse, Ist-Systemlandschaft und Zielzustände erfassen. Regulatorische Anforderungen (FDA 21 CFR Part 11, IATF 16949) klären. Das anonymisierte Unternehmensprofil von Find-Your-MES deckt Standardcluster ab und zeigt, welche Dimensionen der Kunde noch nicht durchdacht hat.

4 bis 8 Wochen
02

Lastenheft und Longlist

Das Lastenheft beschreibt, was das System leisten soll, nicht wie. Empfehlenswert: 60 bis 100 prüfbare Anforderungen, davon 15 bis 20 als Muss-Kriterien (Sectorlens-Erfahrungswert). Zur Struktur: MES-Lastenheft erstellen. Für die Longlist liefert Find-Your-MES eine vorfilterierte Ausgangsmenge aus dem DACH-Datensatz.

6 bis 10 Wochen
03

Shortlist und Demo

4 bis 6 Anbieter für strukturierte Demos auswählen. Demos mit echten Kundendaten oder realistischen Testdaten durchführen, keine Show-Case-Präsentationen. Jede Demo deckt denselben Use Case ab, damit Anbieter vergleichbar bleiben.

4 bis 8 Wochen
04

Tiefenevaluierung und Referenzbesuche

2 bis 3 Finalisten präsentieren Lösungskonzepte für die konkreten Kundenanforderungen. Referenzbesuche bei Bestandskunden mit ähnlichem Fertigungsprofil sind in dieser Phase obligatorisch.

4 bis 6 Wochen
05

Vertragsverhandlung

Pilotverträge mit definierten Ausstiegsszenarien statt Rahmenverträge über die gesamte Laufzeit. TCO über 5 Jahre vor Vertragsabschluss vollständig kalkulieren. Eine vollständige Vorlage bietet das MES Selection Portal.

4 bis 8 Wochen
26–40

Gesamtlaufzeit (strukturiert)

Gesamtlaufzeit bei klarer Vorbereitung: 26 bis 40 Wochen. Ohne strukturierten Rahmen dehnt sich der Prozess häufig auf 12 bis 18 Monate aus (Sectorlens-Erfahrungswert seit 2022). Zur weiteren Orientierung: MES auswählen: Vorgehen, Kriterien und typische Fehler.

Wochen bei klarer Vorbereitung
Fallstricke

Was MES-Projekte häufig
verzögert oder scheitern lässt

Die folgenden Punkte stammen aus Sectorlens-Projekterfahrung seit 2022. Sie ergänzen die Perspektive des Endkunden um die Berater-Sicht auf strukturelle Projektschwächen.

Fallstrick 01

Fehlende Stammdatenqualität

Kein MES kann mit unvollständigen Materialstammdaten, fehlenden Arbeitsplänen oder inkonsistenten Stücklistenversionen arbeiten. Stammdatenbereinigung gehört in den Projektplan und in die Ressourcenschätzung, nicht in die Nachtragsphase.

Häufige Unterschätzung: Kunden gehen davon aus, dass das bestehende ERP die Stammdaten liefert, aber Arbeitspläne sind oft nicht digital vorhanden.

Fallstrick 02

Unrealistische Zeitplanung

"Go-Live in drei Monaten" bei 80 Maschinen und SAP-Integration ist in der Praxis nicht realisierbar. Die Betriebsrat-Abstimmung allein braucht 4 bis 7 Monate.

Betriebsrat-Prozess, Stammdatenmigration und Schulungsaufwand müssen explizit in den Zeitplan. Mehr zu den Phasen unter MES einführen: Phasen und Rollen.

Fallstrick 03

Fehlende Betriebsrats-Einbindung

§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG gilt für nahezu jedes MES: Das System ist geeignet, Verhalten und Leistung von Arbeitnehmern zu überwachen, auch wenn das nicht Projektabsicht ist.

Fehlende oder zu späte Einbindung des Betriebsrats blockiert Projekte, nicht selten in der Implementierungsphase. Grundlagen unter Betriebsrat und MES.

Fallstrick 04

Zu enger Scope in Phase 1

MES-Projekte, die in Phase 1 nur MDE und BDE umfassen, werden häufig in Phase 2 um Qualitätsmanagement, Traceability und Schichtplanung erweitert. Das treibt Kosten und Laufzeit.

Besser: Scope von Beginn an für 3 bis 5 Jahre denken, aber in Tranchen implementieren. Zur Abgrenzung MDE und BDE im MES.

Fallstrick 05

Unterschätzter Schulungsaufwand

Systemkonfiguration und Schulung konkurrieren um dieselben Ressourcen. Werker-Schulungen finden häufig zu spät statt, was die Akzeptanz in den ersten Betriebswochen senkt.

Empfehlenswert: Schulungskonzept als eigenes Workpaket im Projektplan, nicht als Anhang zu Phase 4.

Fallstrick 06

Auswahl nach Preis statt TCO

Der günstigste Lizenzdeal ist selten der günstigste MES-Betrieb über fünf Jahre. Implementierungskosten liegen typischerweise beim 1- bis 3-fachen der Jahreslizenz.

Ein Anbieter mit niedrigem Lizenzpreis aber hohem Customizing-Bedarf übersteigt TCO-Werte standardnaher Systeme regelmäßig. Kostenstrukturen unter MES-Kosten.

Fallstrick 07: Keine Exitklausel im Vertrag. Kunden unterschreiben Lizenzverträge ohne definierte Migrationspfade für den Fall eines Systemwechsels. Das wird nach 5 bis 8 Jahren relevant. Datenhoheit, Exportformate und Support-Laufzeiten nach Vertragsende gehören in jeden MES-Vertrag. Zur Migration: MES wechseln.

Grenzen des Tools

Ehrlich: In diesen Projektsituationen
hilft Find-Your-MES weniger

Kein Tool passt auf jeden Projekttyp. Die folgenden fünf Konstellationen zeigen, wann Find-Your-MES weniger geeignet ist und was stattdessen sinnvoller ist.

Situation 01

Sehr spezialisierte Nischenbranchen

Der DACH-Datensatz deckt Hauptbranchen wie Automotive, Maschinenbau, Elektronik, Nahrungsmittel, Pharma und Medizintechnik gut ab. In sehr engen Nischensegmenten, zum Beispiel bei spezialisierten Sondermaschinenbauern mit ausschließlich kundeneindeutigen Steuerungsarchitekturen, ist die Vergleichsbasis im Datensatz dünn. In diesen Fällen ist eine direkte Anbieterrecherche über einschlägige Branchenfachverbände sinnvoller.

Situation 02

Reine Customizing-Projekte ohne Systemauswahl

Wenn ein Anbieter bereits fest steht und das Projekt ausschließlich Konfiguration, Erweiterung oder Schnittstellenentwicklung umfasst, ist kein Matching erforderlich. Find-Your-MES hilft bei der Systemauswahl, nicht bei der Implementierungsbegleitung eines feststehenden Systems.

Situation 03

Konzernvorgaben mit globalem MES-Standard

Wenn ein Mutterkonzern einen globalen MES-Standard vorgeschrieben hat und lokale Auswahlfreiheit ausgeschlossen ist, hat eine Longlist-Erstellung keinen Mehrwert. Der Beratungsfokus liegt auf Implementierung, Rollout-Koordination und lokalem Change Management. Das MES Selection Portal kann für die Dokumentation des Rollout-Prozesses genutzt werden.

Situation 04

Projekte außerhalb des DACH-Raums

Die Datenbasis und Methodik sind auf den deutschsprachigen Markt ausgerichtet. Für Projekte in anderen europäischen Märkten oder international fehlt der Vergleichsdatensatz. Andere Marktübersichten sind heranzuziehen.

Situation 05

Kunden ohne stabile Basisprozesse

Wenn die Produktionsprozesse des Kunden noch nicht ausreichend standardisiert sind, ist die Systemauswahl verfrüht. Ein MES schafft Transparenz über instabile Prozesse, macht sie aber nicht stabil. In solchen Projekten empfiehlt sich zunächst eine Prozessreife-Bewertung. Mehr unter MES einführen: Phasen, Rollen und Erfolgsfaktoren.

Zusammenarbeit

Sachliche Kooperation, kein Partnerprogramm

Sectorlens ist bei gemeinsamen Projekten grundsätzlich offen für Kontakt und prüft Anfragen zu inhaltlicher Zusammenarbeit sachlich. Es gibt aktuell kein formales Partnerprogramm mit Provision oder Co-Branding. Anfragen richten Sie über das Kontaktformular auf Über Sectorlens an das Team.

Beratungsworkflow

Find-Your-MES im Kundenprojekt:
konkrete Schrittfolge

Für Berater, die das Tool zum ersten Mal in einen Kundentermin integrieren, beschreibt die folgende Schrittfolge den empfohlenen Ablauf. Sie deckt den Zeitraum von Erstkontakt bis Longlist-Erstellung ab und zeigt, wo Find-Your-MES spart und wo nicht.

01

Vorbereitungsrecherche vor dem Kick-Off

URL des Fertigungsunternehmens unter MES finden in 6 Minuten eingeben. Das System analysiert öffentlich zugängliche Unternehmensdaten und liefert ein Profil mit Branchenzugehörigkeit, Fertigungsart und wahrscheinlichen Anforderungsclustern. Nutzen Sie das Profil als Hypothese, nicht als Faktum.

30 bis 45 Minuten
02

Kick-Off mit Kundenvalidierung

Arbeiten Sie die 10-Fragen-Checkliste aus dem Abschnitt unten durch. Ergänzen Sie das Profil aus Schritt 1 mit den tatsächlichen Kundeneingaben. Klären Sie regulatorische Anforderungen (§ 87 BetrVG, branchenspezifische Normen) und die Stammdatensituation, bevor Sie über konkrete Anbieter sprechen.

Halbtägig bis ganztägig
03

Anforderungsprofil verfeinern

Nach dem Kick-Off verfeinern Sie das Matching-Profil mit den tatsächlichen Kundeneingaben: Fertigungsart, ERP-System, Maschinenanzahl, regulatorische Anforderungen, Betriebsmodell. Das Tool ermöglicht manuelle Profilauswahl ohne URL-Eingabe. Wenn das Projekt in die strukturierte Ausschreibungsphase geht, ist dies der Übergabepunkt zum MES Selection Portal.

1 bis 2 Stunden
04

Longlist generieren und begründen

Das Matching liefert eine vorfilterierte Ausgangsmenge aus dem DACH-Datensatz. Reduzieren Sie auf 15 bis 25 Kandidaten für die Longlist. Die 64 Kriterien der Sectorlens-Methodik liefern die Argumentationsgrundlage für Ausschlüsse. Die dokumentierte Gewichtungslogik ist über Über Sectorlens: Methodik abrufbar.

2 bis 4 Stunden
05

Kundenpräsentation mit Methodikreferenz

Die Sectorlens-Methodik ist als unabhängige Drittquelle referenzierbar. Wenn Sie die Longlist-Begründung auf eine dokumentierte, provisionsfreie Methodik stützen, stärken Sie Ihre eigene Unabhängigkeitsposition gegenüber dem Kunden. Das schützt Sie auch vor dem häufigen Einwand, die Longlist sei durch Anbieterbeziehungen gefärbt.

1 bis 2 Stunden
5–8 h

Gesamtaufwand Longlist-Phase

Gesamtaufwand für die Longlist-Phase mit diesem Ablauf: 5 bis 8 Stunden pro Kundenprojekt. Das entspricht schätzungsweise der Hälfte des typischen Aufwands ohne strukturiertes Matching-Tool (Sectorlens-Erfahrungswert seit 2022).

Pro Kundenprojekt
Kick-Off-Checkliste

10 Fragen für das
erste Kundengespräch

Diese Fragen stellen Sie im ersten Gespräch mit dem Fertigungskunden, bevor Sie Empfehlungen aussprechen. Sie decken die relevanten Dimensionen für eine belastbare Systemempfehlung ab.

01

Fertigungsart und Losgrößen

"Produzieren Sie in Losgröße 1, kleinen Serien, mittleren Serien oder Großserien? Wie stark variiert das zwischen Produktlinien?" Die Antwort bestimmt maßgeblich, welche MES-Architektur passt. Auftrags- und variantenreiche Fertigung stellt andere Anforderungen an Auftragssteuerung und Rückverfolgung als Großserienfertigung.

02

ERP-System und Integrationstiefe

"Welches ERP-System ist im Einsatz, welche Version, und wie tief ist die aktuelle Produktionsintegration?" SAP, Oracle, Microsoft Dynamics, proAlpha und infor haben jeweils eigene Integrationspfade. Zur Abgrenzung: MES vs. ERP.

03

Maschinenpark und Anbindbarkeit

"Wie viele Maschinen haben Sie, welche Steuerungstypen sind im Einsatz (Siemens S7, Beckhoff, Fanuc, proprietär), und welche davon haben bereits OPC UA?" Die Maschinenanbindung ist häufig der teuerste Projektposten. Mehr zu OPC UA im MES.

04

Aktuelle OEE und Verbesserungsziel

"Messen Sie aktuell OEE? Wenn ja: Wie? Was ist Ihr aktueller Wert und Ihr Zielwert für welchen Zeitraum?" Kunden ohne OEE-Messung haben typischerweise größere Hebel, aber auch höheren Aufwand für Datenqualität. Zur Berechnung nach ISO 22400: OEE berechnen.

05

Betriebsrat und Mitbestimmung

"Gibt es einen Betriebsrat? Ist er bereits informiert, dass ein MES-Projekt geplant wird?" Diese Frage muss im Kick-Off gestellt werden. Eine fehlende Betriebsvereinbarung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG kann das Projekt in der Implementierungsphase vollständig stoppen.

06

Regulatorische Anforderungen

"Welche branchenspezifischen Normen und Auflagen gelten: FDA 21 CFR Part 11 (Pharma), IATF 16949 (Automotive), EN 9100 (Aerospace), DIN EN ISO 13485 (Medizintechnik)?" Regulatorische Anforderungen schränken die Anbieterliste erheblich ein.

07

Stammdatensituation

"Liegen Arbeitspläne, Stücklisten und Materialstammdaten vollständig und aktuell digital vor? In welchem System?" Die häufigste Unterschätzung im MES-Projekt. Bereinigung und Migration von Stammdaten kostet Zeit und Geld, die im Erstangebot fehlen.

08

Interne Kapazität und Entscheidungsstruktur

"Wer ist Projektsponsor (Geschäftsführung oder Werksleitung), wer ist Projektleitung? Und: Wie viel interne Kapazität steht für das Projekt zur Verfügung?" Ein MES-Projekt ohne dedizierte interne Projektleitung mit mindestens 80-prozentigem Zeitanteil scheitert regelmäßig.

09

Budget und Erwartungshorizont

"Was ist der geplante Investitionsrahmen, und welchen Return erwarten Sie in welchem Zeitraum? Ist das Budget für Implementierung und Hardware enthalten oder nur für Lizenz?" Der häufigste Fehler: Kunden budgetieren Lizenz, vergessen Implementierung (1-3x Lizenz), Hardware und interne Aufwände.

10

Vorhandene MES-Erfahrung

"Haben Sie schon ein MES im Einsatz? Falls ja: Warum soll es abgelöst werden? Falls nein: Was hat Sie bisher davon abgehalten?" Die Antwort zeigt, ob es ein Greenfield-Projekt oder eine Migration ist. Zur Migration: MES wechseln.

FAQ

Häufige Fragen von
Beratern und Systemintegratoren

18 Fragen aus der Praxis, die MES-Berater und Systemintegratoren regelmäßig stellen, wenn sie Find-Your-MES in Kundenprojekte integrieren.

Ist Find-Your-MES speziell für Berater konzipiert oder eher für Fertigungsunternehmen als Endkunden?

Find-Your-MES richtet sich primär an Fertigungsunternehmen, die eine MES-Entscheidung vorbereiten. Berater und Systemintegratoren nutzen das Tool ergänzend als provisionsfreie Marktübersicht und als strukturierte Ausgangsbasis für Kundenorientierungen. Für vollständig begleitete Auswahlprojekte steht das MES Selection Portal mit eigener Lizenzstruktur für parallele Projekte zur Verfügung. Das kostenlose Matching-Tool eignet sich besonders für eine erste Einschätzung, bevor das Lastenheft steht.

Wie aktuell ist der DACH-MES-Datensatz, und wie kann ich als Berater auf Datenfehler hinweisen?

Der Datensatz umfasst 120+ MES-Systeme und wird mindestens quartalsweise aktualisiert. Grundlage sind öffentlich zugängliche Herstellerinformationen mit Stand-Datum. Rückmeldungen zu offensichtlichen Datenfehlern können über das Kontaktformular auf der Methodikseite eingereicht werden. Sectorlens prüft Hinweise und aktualisiert den Datensatz, wenn die Abweichung durch Primärquellen belegbar ist.

Welche Norm bildet die funktionale Grundlage für das MES-Matching?

Das Matching orientiert sich an ISA-95 (international als IEC 62264 normiert), dem Standard für die Integration von Unternehmensführungs- und Leitsystemen. ISA-95 definiert Hierarchieebenen, Funktionsmodelle und Datenaustauschformate zwischen ERP-Ebene (Level 4) und Fertigungsebene (Level 3). Die Schichtenlogik nach ISA-95 ermöglicht eine branchenunabhängige Einordnung von Systemfunktionen ohne proprietäre Kategorisierung. Kennzahlen werden ergänzend nach ISO 22400 erfasst.

Kann ich Find-Your-MES direkt im Kundengespräch zeigen, ohne dass Kundendaten gespeichert werden?

Das kostenlose Matching-Tool unter https://find-your-mes.de/ erfordert keine Nutzerregistrierung. Die Eingabe einer Unternehmens-URL führt zu einem anonymisierten Profil, das keine personenbezogenen Daten des Endkunden speichert. Für sensible Mandatssituationen empfiehlt sich die Nutzung ohne Unternehmens-URL, das heißt mit manueller Profilauswahl über Branche, Fertigungsart und Unternehmensgröße.

Was versteht Sectorlens unter "64 Kriterien" im Matching?

Die 64 Kriterien verteilen sich auf sechs Dimensionen: Fertigungsart-Passung (zum Beispiel Einzel-, Serien-, Prozessfertigung), Branchenerfahrung des Anbieters, technische Architektur (On-Premises, Cloud, Hybrid), Integrationstiefe mit ERP und Maschinen (OPC UA nach IEC 62541, REST, MQTT), Betriebsmodell sowie Anbieterreife (Firmengröße, Referenzen, Roadmap-Stabilität). Die Gewichtung ist dokumentiert und auf der Methodikseite abrufbar.

Wie lange dauert ein typischer MES-Auswahlprozess, und womit rechne ich meinen Kunden ab?

Ein strukturierter MES-Auswahlprozess dauert 26 bis 40 Wochen bei klarer Vorbereitung, verteilt auf Anforderungsaufnahme (4 bis 8 Wochen), Lastenheft und Longlist (6 bis 10 Wochen), Demo-Phase (4 bis 8 Wochen), Tiefenevaluierung (4 bis 6 Wochen) und Vertragsverhandlung (4 bis 8 Wochen). Ohne strukturierten Rahmen dehnt sich der Prozess häufig auf 12 bis 18 Monate aus (Sectorlens-Erfahrungswert seit 2022). Beratungsmandate für Auswahlprojekte werden üblicherweise nach Phase oder tagesweise abgerechnet.

Was kostet ein MES-Projekt typischerweise, und wie erkläre ich das meinem Kunden?

Als Orientierungsrahmen gilt: TCO über 5 Jahre für ca. 50 Maschinen liegt zwischen 350.000 und 1,5 Millionen EUR, aufgeteilt in drei annähernd gleiche Drittel: Lizenz, Implementierung sowie Hardware, Schnittstellen und Schulung (Sectorlens-Erfahrungswert seit 2022). Implementierungskosten betragen typischerweise das 1- bis 3-fache der Jahreslizenz. Der häufigste Kalkulationsfehler: Kunden budgetieren nur Lizenz. Detailliertere Kostenstrukturen unter https://find-your-mes.de/mes-kosten/.

Welchen OEE-Verbesserungseffekt kann ich meinem Kunden realistisch versprechen?

Eine MES-Einführung verbessert die OEE in der Praxis um 5 bis 15 Prozentpunkte im ersten Betriebsjahr (Sectorlens-Erfahrungswert seit 2022). Der Haupthebel liegt in der Transparenz über Stillstandsgründe und in der beschleunigten Reaktion auf Störereignisse. Der Effekt hängt stark vom Ausgangsniveau ab: Bei einer Ausgangs-OEE von 55 Prozent ist ein größerer Hebel realistisch als bei 78 Prozent. Versprechen Sie keine konkreten Prozentpunkte, ohne die Ausgangssituation des Kunden zu kennen.

Welche Rolle spielt der Betriebsrat im MES-Projekt, und wann muss ich ihn einbinden?

Der Betriebsrat ist nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG zwingend zu beteiligen, sobald ein System eingesetzt wird, das geeignet ist, Verhalten oder Leistung von Arbeitnehmern zu überwachen. Das trifft auf nahezu jedes MES zu, unabhängig von der Absicht. Die strukturierte Abstimmung dauert 4 bis 7 Monate und sollte parallel zum Lastenheft-Prozess beginnen, nicht danach. Späte Einbindung führt regelmäßig zu Nachverhandlungen über bereits konfigurierte Systemfunktionen.

Was ist das MES Selection Portal, und wann ist es für Berater relevant?

Das MES Selection Portal ist eine strukturierte Arbeitsplattform für vollständige MES-Auswahlprojekte. Es umfasst 27 Werkzeuge in fünf Phasen (Profil, Bedarf, Markt, Auswahl, Vertrag), darunter Anforderungskatalog mit 150+ Punkten, RFP-Builder, TCO-Kalkulator und Anbieter-Dialog. Es ist für Berater interessant, die Auswahlprojekte strukturiert dokumentieren und mehrere parallele Projekte begleiten. Das monatliche Modell startet ab 200 EUR/Monat, das einmalige Projektlizenz-Modell bei 1.000 EUR.

Wie unterscheide ich MES, SCADA und ERP im Kundengespräch klar voneinander?

MES (Level 3 nach ISA-95) koordiniert die Ausführung von Fertigungsaufträgen in Echtzeit: Auftragssteuerung, Ressourcenverwaltung, Qualitätssicherung, Rückverfolgbarkeit und Kennzahlenerfassung. SCADA (Level 2) überwacht und steuert einzelne Maschinen und Anlagen in Echtzeit, ohne Auftragskontext. ERP (Level 4) plant und disponiert Ressourcen über längere Zeiträume. MES ist die Integrationsschicht zwischen ERP-Planung und Maschinensteuerung. Zur Abgrenzung: https://find-your-mes.de/mes-vs-scada-unterschied/ und https://find-your-mes.de/mes-vs-erp-abgrenzung-und-zusammenspiel/.

Wann ist ein MES für einen mittelständischen Kunden noch nicht sinnvoll?

Ein MES ist noch nicht sinnvoll, wenn die Basisprozesse in der Fertigung nicht stabil sind (Einführung schafft Transparenz über Chaos, löst ihn aber nicht), wenn weniger als 15 Maschinen betroffen sind und Excel-Lösungen ausreichen, oder wenn eine konzernweit vorgegebene Systementscheidung besteht, die lokale Auswahlfreiheit ausschließt. Empfehlenswert ist in solchen Fällen zunächst eine MES-Reifegrad-Bewertung. Mehr dazu unter https://find-your-mes.de/mes-reifegrad/.

Welche Schnittstellen werden im MES-Projekt am häufigsten unterschätzt?

Die häufigsten Unterschätzungen betreffen drei Bereiche: erstens die SAP-Anbindung (Datenmapping für Materialstamm, Arbeitspläne und Rückmeldungen ist komplex, auch wenn Standard-Adapter existieren), zweitens ältere Maschinen ohne Netzwerkschnittstelle (Nachrüstung mit IoT-Gateways kostet Zeit und Budget), und drittens Qualitätssysteme (CAQ-Integration, wenn separate Systeme im Einsatz). Zur SAP-Integration: https://find-your-mes.de/mes-sap-integration/. Zur OPC UA-Anbindung: https://find-your-mes.de/opc-ua-mes/.

Gibt es eine Partnerschaftsmöglichkeit zwischen Beratern und Sectorlens?

Sectorlens ist bei gemeinsamen Projekten grundsätzlich offen für Kontakt und prüft Anfragen zu inhaltlicher Zusammenarbeit sachlich. Es gibt aktuell kein formales Partnerprogramm mit Provision oder Co-Branding. Anfragen richten Sie über das Kontaktformular auf https://find-your-mes.de/ueber-sectorlens-fundierte-methodik-fuer-mes-auswahl/ an das Team.

Was ist der Unterschied zwischen dem kostenlosen Matching und dem MES Selection Portal?

Das kostenlose Matching unter https://find-your-mes.de/ liefert in 6 Minuten eine erste Anbieter-Orientierung auf Basis öffentlicher Unternehmensdaten und 64 Matching-Kriterien. Es ist für die initiale Kundenorientierung geeignet. Das MES Selection Portal ist eine vollständige Projektarbeitsplattform mit 27 Werkzeugen, darunter Lastenheft-Builder, TCO-Rechner und strukturiertem Anbieter-Dialog. Der Portal-Einsatz beginnt, wo das Matching endet: wenn das Projekt in die strukturierte Ausschreibungsphase geht.

Welche Branchen sind im DACH-MES-Markt besonders gut von Systemintegratoren bedient?

Im DACH-Raum sind Automotive, Maschinenbau, Elektronik/Elektrotechnik und Nahrungsmittelverarbeitung am stärksten von spezialisierten MES-Systemintegratoren bedient. In regulierten Branchen wie Pharma (FDA 21 CFR Part 11, EU GMP Annex 11) und Medizintechnik (ISO 13485) ist die Zahl qualifizierter Integratoren kleiner, was den Auswahlprozess für Anbieter und Berater aufwendiger macht. Der VDMA-Arbeitskreis MES ist eine sachliche Informationsquelle für Anbieterübersichten nach Branche.

Wie binde ich Find-Your-MES konkret in meinen Beratungsworkflow ein?

Der empfohlene Ablauf umfasst fünf Schritte: Vorbereitungsrecherche vor dem Kick-Off mit URL-Analyse des Kundenprofils (30 bis 45 Minuten), Kick-Off-Gespräch mit der 10-Fragen-Checkliste zur Validierung der Profil-Hypothesen, manuelle Profilverfeinerung nach dem Kick-Off mit den tatsächlichen Kundeneingaben, Longlist-Generierung und Ausschluss-Begründung auf Basis der 64 Sectorlens-Kriterien, und Kundenpräsentation mit Referenz auf die dokumentierte Methodik als unabhängige Drittquelle. Der Gesamtaufwand für die Longlist-Phase beträgt erfahrungsgemäß 5 bis 8 Stunden pro Projekt (Sectorlens-Erfahrungswert seit 2022).

In welchen Projektsituationen ist Find-Your-MES nicht geeignet?

Find-Your-MES ist nicht das richtige Tool bei Projekten in sehr engen Nischenbranchen, die im DACH-Datensatz unterrepräsentiert sind, bei reinen Customizing-Projekten ohne Systemauswahl, bei Konzernvorgaben mit vordefinierten globalen MES-Standards sowie bei Projekten außerhalb des DACH-Raums. Auch wenn die Produktionsprozesse des Kunden noch nicht ausreichend stabil sind, sollte die Systemauswahl zurückgestellt werden. In diesen Fällen liegt der Beratungsschwerpunkt auf Prozessstabilisierung, Implementierungsbegleitung oder Rollout-Koordination, nicht auf Systemauswahl.

Was wir konkret für Sie tun

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Find-Your-MES bietet Beratern und Systemintegratoren einen provisionsfreien Einstieg in den DACH-MES-Markt und eine vollständige Projektarbeitsplattform für strukturierte Auswahlprojekte. Das kostenlose Tool für die erste Orientierung, das Selection Portal für vollständige Projekte.

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