Anbieterprofil · Stand August 2026

MPDV im Profil
HYDRA X, FEDRA und MIP

MPDV Mikrolab GmbH (MES-Hersteller aus Mosbach in Baden-Württemberg, 530 Mitarbeitende, über 45 Jahre Projekterfahrung) gehört 2026 zu den meistgenannten Anbietern von Manufacturing Execution Systems für Fertigungsunternehmen im DACH-Raum. Laut Hersteller arbeiten täglich 1.485.000 Menschen an 2.430 Installationen mit MPDV-Software. Dieses Profil ordnet HYDRA X, FEDRA und die MIP nach dokumentiertem Funktionsumfang ein und zeigt, für welche Fertigungsart, Unternehmensgröße und Systemlandschaft das Portfolio passt. Wenn Ihnen die Grundbegriffe fehlen, starten Sie bei Was ist ein MES oder im MES-Glossar.

45+
Jahre Projekterfahrung in der Fertigungs-IT (Herstellerangabe, Stand 2026)
530
Mitarbeitende in der MPDV-Gruppe (Herstellerangabe, Stand 2026)
2.430
Installationen weltweit (Herstellerangabe, Stand 2026)
135.000
Maschinenanbindungen weltweit (Herstellerangabe, Stand 2026)
Sitz Mosbach Familienunternehmen Schwerpunkt diskrete Fertigung ISO 9001 · ISO 27001 Cloud und On-Premise Fünf Auslandsgesellschaften
Unternehmensprofil

Wer hinter HYDRA X steht
und was das für Ihr Projekt bedeutet

Die linke Spalte nennt das Merkmal, die mittlere den vom Hersteller veröffentlichten Wert, die rechte unsere Einordnung: was diese Zahl für ein MES-Projekt praktisch heißt. Alle Werte stammen von mpdv.com und sind entsprechend gekennzeichnet.

MerkmalWertEinordnung
Rechtsform und SitzMPDV Mikrolab GmbH, Römerring 1, 74821 MosbachEigenfinanziertes Familienunternehmen, eingetragen beim Amtsgericht Mannheim unter HRB 440684. Kein Private-Equity-Eigentümer, damit geringeres Risiko kurzfristiger Strategiewechsel. Herstellerangabe, Stand 2026.
GeschäftsführungProf. Dr.-Ing. Jürgen Kletti, Nathalie-Lorena Kletti, Thorsten StrebelGründerfamilie weiterhin operativ in der Führung. Für ein MES-Projekt mit fünf bis zehn Jahren Laufzeit ist Eigentümerkontinuität ein handfestes Kriterium. Herstellerangabe, Stand 2026.
Mitarbeitende530Genug Kapazität für mehrere parallele Rollouts, aber kein Konzern, der Projekte überwiegend an Partner vergibt. Fragen Sie, ob Ihr Projektteam aus dem Haus oder von einem Implementierungspartner kommt. Herstellerangabe, Stand 2026.
Projekterfahrungüber 45 JahreSehr lange Marktpräsenz. Kehrseite: eine große Bestandskundenbasis läuft noch auf der Vorgängergeneration HYDRA, wodurch Roadmap-Kapazität zwischen zwei Produktlinien geteilt wird. Herstellerangabe, Stand 2026.
Installationen2.430 weltweitBreite Referenzbasis. Für Sie zählt aber nicht die Gesamtzahl, sondern wie viele davon Ihre Fertigungsart, Größe und Standortstruktur haben. Herstellerangabe, Stand 2026.
Maschinenanbindungen135.000Substanzielle Erfahrung mit heterogenen Maschinenparks einschließlich Altanlagen ohne moderne Steuerungsschnittstelle. Lassen Sie sich die Anbindungskosten je Maschinentyp aufschlüsseln. Herstellerangabe, Stand 2026.
Tägliche Nutzer1.485.000Rechnerisch rund 610 Nutzer je Installation. Das deutet auf einen hohen Anteil größerer Anwender hin (Berechnung Sectorlens auf Basis der Herstellerangaben, Stand 2026).
ProdukteHYDRA X (MES), FEDRA (APS), MIP (Integrationsplattform), AI SuiteDrei aufeinander abgestimmte Schichten aus einer Hand statt Best-of-Breed-Zusammenstellung. Reduziert Schnittstellen, erhöht aber die Abhängigkeit von einem Anbieter. Herstellerangabe, Stand 2026.
ZertifizierungenISO 9001 und ISO 27001Zertifiziertes Qualitäts- und Informationssicherheitsmanagement auf Unternehmensebene. Das ersetzt keine produktbezogene Validierung eines GxP-Standorts. Herstellerangabe, Stand 2026.
BetriebsmodelleOn-Premise sowie Smart Factory Cloud Services (SaaS)Beide Wege sind dokumentiert. In jedem Fall bleiben Komponenten für die Maschinendatenerfassung lokal, ein reiner Cloud-Betrieb ohne Vor-Ort-Technik ist nicht realistisch. Herstellerangabe, Stand 2026.
Standorte DeutschlandMosbach (Zentrale), Hamm, Oftersheim, Aschheim, HeimsheimRegionale Präsenz von Nordrhein-Westfalen bis Bayern. Kurze Anfahrtswege senken die Reisekosten in der Inbetriebnahmephase spürbar. Herstellerangabe, Stand 2026.
Internationale GesellschaftenSchweiz (Frauenfeld), Luxemburg (Wecker), USA (Orland Park, IL), Singapur, China (Shanghai)Eigene Tochtergesellschaften statt reiner Partnerabdeckung. Relevant, sobald Werke außerhalb der DACH-Region in den Rollout kommen. Herstellerangabe, Stand 2026.
GruppenzugehörigkeitFelten Group als eigenständige TochtergesellschaftErweitert den Zugang zur Prozessfertigung. Prüfen Sie im Angebot, ob Sie HYDRA X, HYDRA X for Process oder eine Felten-Lösung erhalten, denn das sind unterschiedliche Produktwelten. Herstellerangabe, Stand 2026.
BranchenZehn Branchen von Anlagen- und Maschinenbau bis Nahrungs- und GenussmittelBreiter Querschnitt der deutschen Industrie mit klarem Schwerpunkt diskrete Fertigung. Herstellerangabe, Stand 2026.
AuszeichnungenFrost & Sullivan MES Best-Practice-Award, Global MES Award, TOP100Auszeichnungen belegen Marktpräsenz und Innovationskraft, nicht die Passung zu Ihrem konkreten Anwendungsfall. Behandeln Sie sie als Hintergrund, nicht als Auswahlkriterium. Herstellerangabe, Stand 2026.
Produktarchitektur

Drei Produkte, drei Aufgaben
und wie sie zusammenspielen

MPDV verkauft keine Einzellösung, sondern ein gestapeltes Portfolio: die MIP als Datenschicht, HYDRA X als ausführendes MES darüber, FEDRA als planende Ebene daneben. Wer nur ein Element beschafft, sollte wissen, welche Funktion die anderen beiden übernommen hätten. Die Abgrenzung zwischen Planung und Ausführung erklären wir ausführlich unter Produktionsplanung und Feinsteuerung mit MES und APS.

01 · Ausführungsebene

HYDRA X — das MES

Funktion: HYDRA X erfasst Betriebs-, Maschinen- und Personaldaten, steuert Fertigungsaufträge, dokumentiert Qualität und macht Kennzahlen wie OEE in Echtzeit sichtbar. MPDV ordnet den Funktionsumfang acht Kategorien zu: Order Management, Resource Management, Material Management, Assembly Management, Quality Management, HR Management, Information Management und AI Suite (Herstellerangabe, Stand 2026).

Typischer Einsatz: Ein Werk mit 40 bis 400 Maschinen löst Papierlaufkarten und Excel-Schichtberichte ab und braucht eine belastbare Datenbasis für Rüstzeit, Ausschuss und Termintreue.

  • Rolle im Zusammenspiel: ausführende Schicht zwischen ERP und Maschine
  • Erweiterung über einzelne mApps statt über ein festes Modulpaket
  • Variante HYDRA X for Process für rezepturnahe Fertigungsschritte
  • Setzt technisch auf der MIP auf, nicht auf einer eigenen Insel
02 · Planungsebene

FEDRA — das APS

Funktion: FEDRA ist das Advanced-Planning-and-Scheduling-System von MPDV und plant Arbeitsgänge gegen begrenzte Kapazitäten von Maschinen, Personal und Material. Für komplexe Szenarien setzt der Hersteller nach eigenen Angaben Reinforcement Learning ein, um eine Vielzahl von Arbeitsgängen auf verfügbare Ressourcen zu verteilen (Herstellerangabe, Stand 2026).

Typischer Einsatz: Fertigungen mit hoher Variantenzahl, Rüstfamilien und häufigen Eilaufträgen, bei denen die Grobplanung aus dem ERP regelmäßig an der Realität des Shopfloors scheitert.

  • Rolle im Zusammenspiel: FEDRA plant, HYDRA X meldet Ist-Daten zurück
  • Kategorien: Detailed Scheduling, Advanced Resource Planning, Workforce Planning
  • Ergänzt um Advanced Scheduling and Optimization sowie Advanced Process Modeling
  • Ohne rückgemeldete Ist-Daten aus einem MES bleibt jede Feinplanung Theorie
03 · Integrationsebene

MIP — die Integrationsplattform

Funktion: Die Manufacturing Integration Platform ist die technische Basis, auf der HYDRA X und FEDRA aufsetzen. Sie stellt ein gemeinsames, offenes Informationsmodell bereit, über das Anwendungen per Webservice kommunizieren, und trägt damit das digitale Abbild der Fertigung. MPDV nennt als ausdrückliches Ziel, den Vendor-Lock-in in der Fertigungs-IT aufzuheben.

Typischer Einsatz: Unternehmen, die eigene Anwendungen oder Fremdsysteme dauerhaft neben dem MES betreiben wollen, statt jede Sonderanforderung als Individualprogrammierung im MES abzubilden.

  • Rolle im Zusammenspiel: Daten- und Integrationsschicht unter beiden Produkten
  • mApps von MPDV, Partnern oder aus eigener Entwicklung lassen sich kombinieren
  • MIP Marketplace als Bezugsweg für Anwendungen aus dem Ökosystem
  • Prüfen Sie, welche Ihrer Anforderungen mApp und welche Individualcode sind

Praktische Konsequenz für die Beschaffung: Fordern Sie im Angebot eine getrennte Ausweisung von MIP, HYDRA X und FEDRA an, inklusive der jeweiligen Wartungssätze. Nur so erkennen Sie, welchen Anteil die Plattform am Gesamtpreis hat und was ein späterer Verzicht auf FEDRA tatsächlich sparen würde. Wie Sie ein solches Angebot systematisch zerlegen, beschreibt MES auswählen: Vorgehen, Kriterien und typische Fehler.

Fit-Analyse

Wo MPDV nah dran ist
und wo andere näher liegen

Kein Anbieter passt überall gleich gut. Die folgenden sechs Dimensionen ordnen MPDV nach öffentlich dokumentiertem Funktionsumfang ein. Das ist eine Aussage über Passung zu einem Anwendungsfall, nicht über Qualität. Wo ein anderer Anbieter näher am Fall liegt, sagen wir es und nennen in der Alternativentabelle weiter unten konkrete Namen.

Dimension 01

Fertigungsart

Der dokumentierte Schwerpunkt liegt auf diskreter Fertigung: Stückzahlen, Arbeitsgänge, Auftrags- und Maschinenbezug. Für die Prozessindustrie bietet MPDV die Variante HYDRA X for Process und hat mit der Felten Group einen auf Prozessfertigung spezialisierten Anbieter in die Gruppe aufgenommen.

Für durchgängig chargen- und rezepturgeführte Herstellung, bei der der Master Batch Record der Kernprozess ist, sind Anbieter mit ausschließlichem Prozessfokus näher am Anwendungsfall.

  • Sehr gute Passung: Serien- und Variantenfertigung, Montage, Zerspanung
  • Gute Passung: Hybridfertigung mit diskretem Kern und vorgelagerten Prozessschritten
  • Genauer prüfen: durchgängige Chargenfertigung mit Rezeptursteuerung als Hauptprozess
Schwerpunkt diskrete Fertigung
Dimension 02

Unternehmensgröße

MPDV gibt an, Unternehmen jeder Größe zu unterstützen. Aus 2.430 Installationen und 1.485.000 täglichen Nutzern ergibt sich rechnerisch ein Durchschnitt von rund 610 Nutzern je Installation (Berechnung Sectorlens auf Basis von Herstellerangaben, Stand 2026). Das deutet auf einen hohen Anteil größerer Anwender hin.

Für einen Einzelbetrieb mit wenigen Maschinen und ohne eigene IT-Rolle liegen schlanke Systeme mit engerem Funktionsumfang näher am Anwendungsfall, weil Konfigurationstiefe dort eher Aufwand als Nutzen erzeugt.

  • Sehr gute Passung: ab etwa 150 Beschäftigten in der Fertigung oder mehreren Werken
  • Gute Passung: 80 bis 150 Beschäftigte mit klarem Digitalisierungsprogramm
  • Genauer prüfen: Einzelbetrieb unter 50 Beschäftigten ohne interne IT-Ressource
Mittelstand bis Konzern
Dimension 03

Branche

MPDV nennt zehn Branchen, darunter Anlagen- und Maschinenbau, Automobilzulieferer, Elektrotechnik und Elektronik, Kunststoff und Gummi, Metallverarbeitung sowie Medizintechnik und Pharma (Herstellerangabe, Stand 2026). Das bildet einen breiten Querschnitt der deutschen Industrie ab.

Für Branchen außerhalb dieser Liste, etwa Halbleiterfertigung mit SEMI-Standards oder Chemie mit durchgängiger Rezeptursteuerung, sind Anbieter mit ausgewiesenem Branchenkern näher am Anwendungsfall.

  • Sehr gute Passung: Maschinenbau, Automobilzulieferung, Elektronik, Kunststoff, Metall
  • Gute Passung: Medizintechnik, Druck und Verpackung, Nahrungs- und Genussmittel
  • Genauer prüfen: Halbleiter mit SEMI-Standards, Chemie mit Rezepturführung
Zehn dokumentierte Branchen
Dimension 04

Systemlandschaft

Das Portfolio ist auf ein integriertes Zusammenspiel aus MES, APS und Integrationsplattform aus einer Hand ausgelegt. Wer Ausführung und Feinplanung ohnehin gemeinsam beschaffen will, reduziert damit Schnittstellen und Verantwortungsübergänge zwischen Lieferanten.

Wer bereits ein etabliertes APS eines anderen Herstellers betreibt und nur die Ausführungsebene ersetzen möchte, sollte prüfen, wie viel der Plattformansatz dann noch beiträgt, und Anbieter mit reinem MES-Fokus mitbewerten.

  • Sehr gute Passung: MES und APS werden gemeinsam neu aufgesetzt
  • Gute Passung: heterogener Maschinenpark mit Bedarf an OPC-UA- und Altanlagenanbindung
  • Genauer prüfen: bestehendes APS eines Drittanbieters soll dauerhaft bleiben
MES, APS und Plattform aus einer Hand
Dimension 05

Compliance

MPDV ist nach ISO 9001 und ISO 27001 zertifiziert und nennt Medizintechnik und Pharma als Anwenderbranche (Herstellerangabe, Stand 2026). Für Rückverfolgbarkeit, Prüfmittel und Qualitätsdokumentation stellt HYDRA X mit Quality Management eine eigene Funktionskategorie bereit.

Unternehmenszertifikate sagen nichts über die Validierbarkeit einer konkreten Installation aus. Für GxP-pflichtige Standorte entscheidet, welche Validierungsunterlagen mitgeliefert werden. Was dort verlangt wird, steht unter MES für Pharma und Medizintechnik.

  • Sehr gute Passung: Qualitätsdokumentation und Rückverfolgbarkeit in der Serienfertigung
  • Gute Passung: Automotive-Anforderungen an Traceability über Seriennummern
  • Genauer prüfen: GxP-Validierung, elektronische Signatur, Umfang des Audit-Trails
ISO 9001 und ISO 27001
Dimension 06

Internationalität

MPDV betreibt eigene Gesellschaften in der Schweiz, Luxemburg, den USA, Singapur und China sowie deutsche Niederlassungen in Hamm, Oftersheim, Aschheim und Heimsheim (Herstellerangabe, Stand 2026). Für einen Rollout über mehrere Kontinente steht damit eigene Präsenz statt reiner Partnerabdeckung bereit.

Für Werke in Regionen ohne eigene Gesellschaft, etwa Südamerika, Indien oder Osteuropa, liegen Anbieter mit dortiger eigener Organisation näher am Anwendungsfall. Klären Sie Betreuung, Second-Level-Support und Sprache vorab.

  • Sehr gute Passung: DACH-Standorte plus Werke in Nordamerika oder Südostasien
  • Gute Passung: europaweiter Rollout mit deutschsprachiger Projektleitung
  • Genauer prüfen: Standorte in Regionen ohne eigene MPDV-Gesellschaft
Fünf Auslandsgesellschaften

Hinweis zur Neutralität. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Herstellerinformationen, Stand August 2026. Die Einordnung nach Passung ist eine Bewertung von Sectorlens aus über 50 eigenen MES-Auswahlprojekten seit 2022. Sectorlens erhält keine Provision von MES-Anbietern.

Praxis · Erstgespräch

Zehn Fragen, die Sie MPDV
im Erstgespräch stellen sollten

Diese zehn Fragen decken die Punkte ab, die in MES-Projekten erfahrungsgemäß nachträglich Geld kosten. Nehmen Sie die Liste in den Termin mit und notieren Sie die Antworten schriftlich. Sie funktioniert genauso bei jedem anderen Anbieter, etwa im Gespräch mit FORCAM ENISCO.

01

Wie entwickelt sich der Lizenzpreis, wenn wir in drei Jahren von 120 auf 200 Nutzer und von zwei auf vier Werke wachsen?

Eine gute Antwort nennt die Preismetrik (Nutzer, Maschine, Standort oder mApp), die Staffelstufen und den Wartungssatz in Prozent des Lizenzwertes. Wer nur einen Gesamtpreis für den heutigen Stand nennt, verschiebt die Kostendiskussion in die Zeit nach der Unterschrift, wenn Sie keine Verhandlungsmacht mehr haben.

02

Welchen Migrationspfad haben Bestandskunden von HYDRA auf HYDRA X genommen und was hat das gekostet?

Auch als Neukunde erfahren Sie so, wie der Hersteller Generationswechsel handhabt. Eine gute Antwort nennt konkrete Projektdauern, ob Konfiguration und Historiendaten übernommen wurden und ob der Wechsel lizenzneutral war. Ausweichende Antworten deuten auf einen aufwendigen Pfad hin, den Sie in fünf bis acht Jahren selbst gehen werden.

03

Wie binden Sie unsere Maschinen aus den Baujahren vor 2005 ohne moderne Steuerungsschnittstelle an?

MPDV gibt 135.000 Maschinenanbindungen an. Eine gute Antwort übersetzt diese Zahl in Ihren Fall: welche Hardware je Maschine nötig ist, welche Signale abgegriffen werden, was ein Anbindungspunkt kostet und wer die Verkabelung verantwortet. Lassen Sie sich die Kalkulation je Maschinentyp geben, nicht als Pauschale über den ganzen Park.

04

Welche OPC-UA-Companion-Specifications unterstützen Sie und wie gehen Sie mit rein proprietären Servern um?

OPC UA ist in IEC 62541 spezifiziert und wird laut MPDV seit vielen Jahren unterstützt. Eine gute Antwort unterscheidet zwischen reiner OPC-UA-Konnektivität und der Nutzung standardisierter Informationsmodelle wie umati. Nur Letzteres senkt den Aufwand bei jeder neuen Maschine spürbar, statt jedes Mal ein individuelles Mapping zu erfordern.

05

Welche Objekte tauschen Sie mit unserem ERP in welcher Richtung und in welchem Takt aus?

Eine gute Antwort listet konkret Fertigungsauftrag, Arbeitsplan, Stückliste, Rückmeldung, Materialbewegung und Zeitwirtschaft mit Richtung und Frequenz. Pauschale Aussagen über eine zertifizierte SAP-Schnittstelle sagen nichts über die Tiefe. Die Abgrenzung der Zuständigkeiten erklärt MES vs. ERP.

06

Was ändert sich funktional und preislich, wenn wir statt On-Premise die Smart Factory Cloud Services nutzen?

Eine gute Antwort benennt, welche Komponenten trotzdem vor Ort bleiben müssen, in welchem Rechenzentrum die Daten liegen, wie Verfügbarkeit und Wiederanlaufzeit vertraglich zugesichert sind und ob ein späterer Wechsel des Betriebsmodells ohne Neuimplementierung möglich ist. Lassen Sie sich die Fünfjahreskosten beider Varianten gegenüberstellen.

07

Welche Validierungsunterlagen liefern Sie mit und welchen Teil müssen wir selbst erstellen?

Für GxP-pflichtige Standorte ist das häufig die teuerste Einzelposition im Projekt. Eine gute Antwort nennt konkrete Dokumente wie Risikoanalyse, IQ- und OQ-Vorlagen sowie Testprotokolle und sagt klar, was Standardlieferumfang ist und was als Dienstleistung berechnet wird. Zum Umfang siehe Qualitätsmanagement im MES.

08

Wie lang war bei den letzten drei Projekten unserer Größenordnung die Zeit von Vertrag bis Produktivbetrieb?

Fragen Sie nach echten Projekten, nicht nach Planwerten. Eine gute Antwort nennt Zeiträume, Abweichungen vom ursprünglichen Plan und deren Ursache. Wer nur eine Idealdauer nennt, hat die Nacharbeitsphase nicht eingerechnet, in der die meisten MES-Projekte tatsächlich Budget verbrauchen. Die Phasenlogik beschreibt MES einführen.

09

Wer trägt Aufwand und Risiko, wenn ein Update von HYDRA X oder unserem ERP eine Schnittstelle bricht?

Eine gute Antwort unterscheidet sauber zwischen Standardschnittstellen, die der Wartungsvertrag abdeckt, und kundenspezifischen Anpassungen außerhalb davon. Lassen Sie sich zeigen, wie viele Ihrer geplanten Schnittstellen in welche Kategorie fallen, und schriftlich zusichern, wie lange ältere Versionen gepflegt werden.

10

Nennen Sie uns zwei Referenzkunden mit gleicher Fertigungsart, ähnlicher Mitarbeiterzahl und vergleichbarem Maschinenpark.

Bei 2.430 Installationen sollte das ohne Weiteres möglich sein. Eine gute Antwort mündet in ein Telefonat ohne Beisein des Vertriebs. Referenzen aus anderen Branchen oder deutlich anderer Größenordnung beantworten Ihre eigentliche Frage nicht, nämlich wie das System unter Ihren Bedingungen läuft.

Alternativen im DACH-Raum

Wenn Ihre Anforderung abweicht
liegt ein anderer Anbieter näher

Die Tabelle beantwortet nur eine Frage: Bei welcher konkret abweichenden Anforderung lohnt ein zweiter Kandidat neben MPDV? Das ist keine Rangliste und keine Qualitätsaussage. Die vollständige Marktübersicht steht im MES-Anbieter-Vergleich DACH 2026/2027, ein direkter Zweikampf unter MPDV vs. FORCAM.

Abweichende AnforderungAnbieter, der dann näher liegtBegründung in einem Satz
Shopfloor-Transparenz und OEE stehen im Vordergrund, ein eigenes APS wird nicht beschafftFORCAM ENISCO RavensburgPositioniert sich laut Hersteller als modulares MES für Cloud und On-Premise mit ausgeprägtem Schwerpunkt auf Maschinendatenerfassung und Kennzahlen.
Enge Verzahnung von Fertigungssteuerung und Instandhaltung im Werkzeug- und MaschinenbauPROXIA EbersbergDer öffentlich dokumentierte Schwerpunkt liegt auf MDE, BDE und Instandhaltung in mittelständischer Einzel- und Kleinserienfertigung.
Feinplanung und Zeitwirtschaft sollen im selben Produkt liegen wie die BetriebsdatenerfassungIndustrie Informatik LinzDie Produktlinie cronetwork ist auf integrierte Feinplanung, Zeitwirtschaft und Fertigungssteuerung im industriellen Mittelstand ausgerichtet.
Schneller Einstieg mit klar begrenztem Funktionsumfang und kleinem BudgetFASTEC PaderbornAdressiert vor allem BDE, MDE und OEE als abgegrenzten Einstieg statt als vollständige Fertigungs-IT-Suite.
Personalzeitwirtschaft, Zutritt und Schichtplanung sind gleichwertig zur FertigungssteuerungGFOS EssenKommt aus dem Workforce Management und verbindet MES-Funktionen eng mit Zeitwirtschaft, Zutrittskontrolle und Personaleinsatzplanung.
Elektronikfertigung mit Rückverfolgbarkeit bis auf Bauteil- und ProzessparameterebeneiTAC Software MontabaurDer dokumentierte Schwerpunkt liegt auf Traceability und Qualitätsdaten in Elektronik- und Automobilzulieferfertigung.
Konzernweite Standardisierung in einer bereits durchgängigen Siemens-AutomatisierungslandschaftSiemens Opcenter NürnbergFügt sich in eine geschlossene Kette von Automatisierung über PLM bis MES ein und reduziert die Zahl der Herstellerbeziehungen.
Konsequente SAP-Strategie ohne zweite Vertrags- und Wartungsbeziehung neben dem ERPSAP Digital Manufacturing WalldorfBleibt vollständig im SAP-Stack und vermeidet damit eine getrennte Schnittstellen- und Releasepflege zwischen zwei Herstellern.
Ausschließlich rezepturbasierte Prozessfertigung mit Master Batch Record als KernprozessAnbieter mit reinem Prozessfokus, innerhalb der MPDV-Gruppe die Felten GroupDurchgängige Rezeptur- und Chargenführung stellt andere Kernanforderungen als die auftragsbezogene Steuerung diskreter Fertigung.

Zur Lesart dieser Tabelle. Die genannten Positionierungen beruhen auf öffentlich zugänglichen Herstellerangaben, Stand August 2026. Die Zuordnung von Anforderung zu Anbieter ist eine Einordnung von Sectorlens aus eigener Projekterfahrung und keine Aussage über Produktqualität. Welcher Anbieter im Einzelfall gewinnt, entscheidet sich am Lastenheft, nicht an einer Tabelle. Das systematische Vorgehen dazu beschreibt MES auswählen; wenn Sie noch bei der Fertigungsart unsicher sind, hilft MES für Prozessfertigung gegenüber MES für diskrete Fertigung.

Häufige Fragen zu MPDV

MPDV, HYDRA X und die MIP
zehn Fragen, zehn klare Antworten

Die Antworten beruhen auf Herstellerangaben von mpdv.com, Stand August 2026. Wo eine Aussage auf unserer eigenen Projekterfahrung beruht, ist sie ausdrücklich als Sectorlens-Einschätzung gekennzeichnet.

Was ist MPDV?

MPDV Mikrolab GmbH ist ein eigenfinanziertes Familienunternehmen mit Hauptsitz in Mosbach in Baden-Württemberg, das Software für Fertigungsunternehmen entwickelt. Der Hersteller gibt über 45 Jahre Projekterfahrung, 530 Mitarbeitende und 2.430 Installationen weltweit an (Herstellerangabe, Stand 2026). Das Portfolio besteht aus dem Manufacturing Execution System HYDRA X, dem Advanced-Planning-and-Scheduling-System FEDRA und der Manufacturing Integration Platform MIP. Geführt wird das Unternehmen von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti, Nathalie-Lorena Kletti und Thorsten Strebel.

Was ist HYDRA X?

HYDRA X ist das Manufacturing Execution System von MPDV, also die Software, die zwischen ERP und Maschinenebene die Fertigung steuert, erfasst und auswertet. Der Hersteller ordnet den Funktionsumfang acht Kategorien zu: Order Management, Resource Management, Material Management, Assembly Management, Quality Management, HR Management, Information Management und AI Suite. HYDRA X ist plattformbasiert aufgebaut und wird über einzelne Anwendungen erweitert, die MPDV mApps nennt. Damit lässt sich der Funktionsumfang schrittweise ausbauen, statt ihn vollständig zum Projektstart festzulegen.

Was ist der Unterschied zwischen HYDRA und HYDRA X?

HYDRA ist die klassische, über Jahrzehnte gewachsene MES-Produktlinie von MPDV, HYDRA X die plattformbasierte Nachfolgegeneration auf Basis der Manufacturing Integration Platform. Der wesentliche technische Unterschied liegt in der Architektur: HYDRA X besteht aus einzeln kombinierbaren mApps mit Web-Client-Technologie, während die Vorgängergeneration als geschlosseneres Modulpaket ausgeliefert wurde. Für Bestandskunden ist deshalb weniger die Funktionsfrage entscheidend als der Migrationspfad. Fragen Sie MPDV nach Aufwand, Zeitraum und Lizenzfolgen eines Wechsels von HYDRA auf HYDRA X.

Was kostet MPDV?

MPDV veröffentlicht keine Listenpreise, weder für HYDRA X noch für FEDRA oder die MIP. Nach Sectorlens-Einschätzung aus eigenen Auswahlprojekten liegt eine MES-Erstinstallation im deutschen Mittelstand je nach Funktionsumfang und Standortanzahl typischerweise im mittleren fünfstelligen bis niedrigen siebenstelligen Bereich für Lizenz und Einführung zusammen, zuzüglich jährlicher Wartung von üblicherweise 15 bis 22 Prozent des Lizenzwertes. Diese Spanne ist eine Orientierung von Sectorlens und ausdrücklich keine Herstellerangabe. Verbindlich wird der Preis erst über ein Angebot auf Basis eines Lastenhefts mit konkreter Nutzer-, Maschinen- und Standortzahl.

Für welche Unternehmensgröße eignet sich MPDV?

MPDV gibt an, Unternehmen jeder Größe zu unterstützen, und nennt als Anwender sowohl mittelständische Fertigungsunternehmen als auch international operierende Industriekonzerne. Aus den veröffentlichten Kennzahlen von 2.430 Installationen und 1.485.000 täglichen Nutzern ergibt sich rechnerisch ein Durchschnitt von rund 610 Nutzern je Installation, was auf einen hohen Anteil größerer Anwender hindeutet. Nach Sectorlens-Einschätzung ist die Passung am besten ab etwa 150 Beschäftigten in der Fertigung oder bei mehreren Werken. Für Einzelbetriebe mit wenigen Maschinen und ohne eigene IT-Rolle erzeugt die Konfigurationstiefe einer Plattformlösung eher Aufwand als Nutzen.

Welche Branchen deckt MPDV ab?

MPDV nennt zehn Branchen: Anlagen- und Maschinenbau, Automobilzulieferer, Druck und Verpackung, Elektrotechnik und Elektronik, Feinmechanik und Optik, Kunststoff und Gummi, Medizintechnik und Pharma, Metallverarbeitung, Möbel- und Holzverarbeitung sowie Nahrungs- und Genussmittel (Herstellerangabe, Stand 2026). Der historische Schwerpunkt liegt in der diskreten Fertigung. Für die Prozessindustrie bietet MPDV die Variante HYDRA X for Process an und hat zusätzlich die auf Prozessfertigung spezialisierte Felten Group in die Unternehmensgruppe aufgenommen. Prüfen Sie im Erstgespräch, wie viele Referenzen aus Ihrer konkreten Branche stammen.

Läuft HYDRA X in der Cloud oder On-Premise?

Beides ist möglich. MPDV bietet HYDRA X, FEDRA und die MIP klassisch im Rechenzentrum des Kunden an sowie als Software as a Service unter dem Namen Smart Factory Cloud Services, bei dem MPDV Betrieb, Wartung und Sicherheit der Serveranwendungen übernimmt. Auch im Cloud-Betrieb bleiben Komponenten vor Ort notwendig, insbesondere für die Maschinendatenerfassung und die Shopfloor-Clients. Klären Sie vor der Entscheidung, in welchem Rechenzentrum die Daten liegen, wie die Verfügbarkeit vertraglich zugesichert ist und ob sich das Betriebsmodell später ohne Neuimplementierung wechseln lässt.

Wie gut ist die SAP-Integration von MPDV?

MPDV dokumentiert Schnittstellen zu ERP-Systemen als Standardbestandteil der Fertigungs-IT und bietet dazu auch ABAP- und SAP-nahe Entwicklungsleistungen an. Die technische Anbindung ist damit ein etablierter Projektbaustein und kein Sonderfall. Entscheidend für Aufwand und Betriebskosten ist jedoch nicht die Existenz einer Schnittstelle, sondern ihre Tiefe: welche Objekte übertragen werden, in welche Richtung, in welchem Takt und wer das Mapping nach einem Release-Wechsel auf einer der beiden Seiten pflegt. Lassen Sie sich diese vier Punkte schriftlich beantworten, bevor Sie Angebote vergleichen.

Wie lange dauert die Einführung von MPDV?

MPDV veröffentlicht keine allgemeingültige Projektdauer, weil sie stark von Standortanzahl, Maschinenanbindung und Funktionsumfang abhängt. Nach Sectorlens-Erfahrung aus MES-Auswahlprojekten liegt ein Einwerkprojekt mit BDE, MDE und Auftragssteuerung typischerweise bei sechs bis zwölf Monaten bis zum Produktivbetrieb, ein Mehrwerkprojekt mit Qualitäts- und Personalmodulen bei achtzehn bis dreißig Monaten. Der größte Zeitfaktor ist selten die Software, sondern die Anbindung heterogener Altanlagen und die Bereinigung von Stammdaten. Planen Sie deshalb einen Pilotbereich ein, bevor Sie ein Datum für den unternehmensweiten Rollout festlegen.

Welche Alternativen zu MPDV gibt es im DACH-Raum?

Zu den etablierten MES-Anbietern im DACH-Raum zählen unter anderem FORCAM ENISCO, PROXIA, Industrie Informatik, FASTEC, GFOS, iTAC Software, Siemens mit Opcenter und SAP mit Digital Manufacturing. Welcher Anbieter näher am eigenen Fall liegt, hängt weniger vom Funktionskatalog ab als von Fertigungsart, Standortstruktur, ERP-Landschaft und regulatorischen Anforderungen. Ein Shopfloor-Transparenzfall mit vielen Altmaschinen führt zu anderen Kandidaten als ein validierungspflichtiger Pharmastandort. Eine strukturierte Gegenüberstellung finden Sie im Anbietervergleich DACH auf Find-Your-MES.

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