Anbieterprofil · Stand August 2026

PROXIA MES im Profil
Einzel-, Varianten- und Lohnfertigung

Die PROXIA Software AG (MES-Hersteller mit Sitz in der Römerstraße 7 in 85661 Forstinning bei München, Amtsgericht München HRB 189776, gegründet 2011 durch Ausgliederung aus der COSCOM MES-Division, seit November 2022 Unternehmensbereich von Shoplogix innerhalb der Constellation Software Inc., Toronto) gehört 2026 zu den etablierten Anbietern von Manufacturing Execution Systems für Fertigungsunternehmen im DACH-Raum. Der Hersteller nennt über 30 Jahre MES-Erfahrung, 200 MES-Projekte und 12.000 vernetzte Anlagen und Arbeitsplätze. Dieses Profil ordnet das Portfolio aus MES-Planung, MES-Erfassung und MES-Auswertung nach dokumentiertem Funktionsumfang ein und zeigt, für welche Fertigungsart, Unternehmensgröße und Systemlandschaft es passt. Wenn Ihnen die Grundbegriffe fehlen, starten Sie bei Was ist ein MES oder im MES-Glossar mit 93 Begriffen.

2011
Gründung der PROXIA Software AG, ausgegliedert aus der COSCOM MES-Division (Herstellerangabe, Stand 2026)
30+
Jahre MES-Erfahrung, Wurzeln in der Maschinendatenerfassung seit 1985 (Herstellerangabe, Stand 2026)
200
MES-Projekte, vom Hersteller als erfolgreich abgeschlossen ausgewiesen (Herstellerangabe, Stand 2026)
12.000
vernetzte Anlagen und Arbeitsplätze (Herstellerangabe, Stand 2026)
Sitz Forstinning bei München Seit 2022 Constellation Software Schwerpunkt diskrete Fertigung OPC UA · MTConnect · Euromap 63 Hybrides Cloud-Konzept Kennzahlen nach VDMA 66412 Instandhaltung TPM.web integriert Pflegevertrag öffentlich dokumentiert
Unternehmensprofil

Wer hinter PROXIA MES steht
und was das für Ihr Projekt bedeutet

Die linke Spalte nennt das Merkmal, die mittlere den öffentlich dokumentierten Wert, die rechte unsere Einordnung: was diese Angabe für ein MES-Projekt praktisch heißt. Alle Werte stammen von proxia.com und sind zeilenweise gekennzeichnet.

MerkmalWertEinordnung
Rechtsform und SitzPROXIA Software AG, Römerstraße 7, 85661 ForstinningDeutsche Aktiengesellschaft, eingetragen beim Amtsgericht München unter HRB 189776, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer DE275193533. Der Standortwechsel nach Forstinning ist auf der Herstellerseite als Neuigkeit dokumentiert, ältere Quellen nennen noch Ebersberg. Prüfen Sie deshalb Anschriften in älteren Angeboten und Verträgen. Quelle: proxia.com/impressum, Stand 2026.
OrganeVorstand J. Carlos Midence, Aufsichtsratsvorsitzender Mark ThompsonAktiengesellschaft mit Aufsichtsrat statt inhabergeführter GmbH. Für ein MES mit fünf bis zehn Jahren Laufzeit ist die Frage nach Kontinuität in Vorstand und Produktverantwortung ein legitimer Punkt im Erstgespräch. Quelle: proxia.com/impressum, Stand 2026.
Gründung und Herkunft2011, Ausgliederung aus der COSCOM MES-DivisionDie Firmierung ist jung, die Produktlinie nicht. Die Historie beginnt 1985 mit DNC-Lösungen und 1989 mit BDE-Terminals. Wer Referenzen prüft, sollte klären, welche davon noch aus der COSCOM-Zeit stammen und auf welchem Releasestand sie laufen. Quelle: proxia.com/historie, Stand 2026.
EigentümerSeit November 2022 Unternehmensbereich von Shoplogix innerhalb der Constellation Software Inc., TorontoShoplogix ist ein IIoT-Anbieter mit Sitz in Oakville, Ontario, nach eigener Darstellung seit 2002 tätig und selbst ein Geschäftsbereich von Constellation Software. Constellation Software Inc. ist eine 1995 gegründete, seit 2006 börsennotierte Holding für Vertical-Market-Software mit über 24.000 Mitarbeitenden, mehr als 1.000 Übernahmen und über 125.000 Kunden in mehr als 100 Ländern. Was das für Roadmap, Investitionssicherheit und Preisentwicklung heißt, steht im Abschnitt Eigentümerstruktur weiter unten. Quelle: proxia.com/proxia-im-unternehmensbund und /historie, Stand 2026.
Projekterfahrungüber 30 Jahre, laut Hersteller 200 erfolgreiche MES-ProjekteEine überschaubare, gut dokumentierbare Projektzahl. Für Sie zählt nicht die Summe, sondern wie viele davon Ihre Fertigungsart, Ihre Größe und Ihre Branche haben. Lassen Sie sich drei Referenzen mit vergleichbarem Maschinenpark nennen. Quelle: proxia.com/proxia, Stand 2026.
Installierte Basis12.000 vernetzte Anlagen und ArbeitsplätzeRechnerisch rund 60 Anlagen und Arbeitsplätze je Projekt (Berechnung Sectorlens auf Basis der Herstellerangaben, Stand 2026). Das deutet auf einen Schwerpunkt bei mittelständischen Einzelwerken statt bei konzernweiten Rollouts hin. Quelle: proxia.com/proxia, Stand 2026.
Mitarbeitendenicht veröffentlichtAuf den Herstellerseiten findet sich keine Mitarbeiterzahl (Prüfung durch Sectorlens, Stand August 2026). Statt zu schätzen, fragen Sie im Erstgespräch nach der Zahl der Beratenden mit Branchenerfahrung, nach der Auslastung und nach der Vertretungsregelung für Ihren Projektleiter.
ProduktstrukturMES-Planung, MES-Erfassung, MES-Auswertung, dazu Erweiterungen und MES-IntelligenceModularer Aufbau auf einer gemeinsamen Plattform, dem PROXIA-Manager als Applikationsrack. Sie können mit BDE und MDE starten und Feinplanung, CAQ oder Instandhaltung später ergänzen. Legen Sie den Phasenschnitt vertraglich fest, damit Phase 2 nicht zum Neuprojekt wird. Quelle: proxia.com/mes-software, Stand 2026.
MaschinenanbindungOPC UA, MTConnect, Euromap 63, MQTT, XI-GatewayEuromap 63 ist der Schnittstellenstandard für Spritzgießmaschinen, seine Nennung ist ein konkreter Beleg für Kunststoffkompetenz. Das XI-Gateway kombiniert seit 2018 das MTConnect-Datenmodell mit der Übertragung über OPC UA (IEC 62541). Quelle: proxia.com/maschinendatenerfassung, Stand 2026.
BetriebsmodelleOn-Premise mit hybrider Cloud-Option über Distributed Data ArchitectureZeitkritische Daten bleiben in der lokalen Private-Core-Datenbank, unkritische Daten können in eine Cloud ausgelagert werden. Ein reines Multi-Tenant-SaaS ist auf den Produktseiten nicht dokumentiert. Quelle: proxia.com/cloud-technologien, Stand 2026.
ERP-AnbindungRealtime-Connector zu Infor, abas, SAP, PSI, sage bäurer, PRO ALPHA, Navision und weiterenBreite Abdeckung der im deutschen Mittelstand verbreiteten ERP-Systeme. Für SAP nennt die Historie zertifizierte Schnittstellen seit 2005 und eine erneute Zertifizierung 2021. Lassen Sie sich die Objektliste für Ihre ERP-Version zeigen. Quelle: proxia.com/erp-pps-kommunikation, Stand 2026.
KennzahlenstandardBerechnung nach VDMA- und DIN-Einheitsblatt 66412Der Hersteller bezieht sich auf das VDMA-Einheitsblatt 66412, nicht auf ISO 22400. Beide Regelwerke schneiden das Zeitmodell unter der OEE unterschiedlich. Für Werksvergleiche und Konzernberichtswesen ist das eine Klärungsfrage, keine Nebensache. Der Unterschied und der Prüftest stehen im Abschnitt Kennzahlengrundlage. Quelle: proxia.com/kennzahlen, Stand 2026.
InstandhaltungTPM.web als eigenes Modul im MESEin integriertes Instandhaltungsmodul ist im deutschen MES-Markt kein Standard. Ob es ein separates CMMS oder SAP PM ersetzt, entscheidet sich an Ersatzteilführung, Prüffristen und Anlagenstammbaum. Die Entscheidungsmatrix steht im Abschnitt Instandhaltung im MES. Quelle: proxia.com/wartung-instandhaltung, Stand 2026.
SoftwarepflegeKonditionen des Pflegevertrags öffentlich im VolltextPROXIA veröffentlicht Leistungsumfang und Bedingungen des Software-Pflegevertrags auf der eigenen Website. Enthalten sind Updates, Bugfixing bis maximal zwei Major-Release-Zyklen rückwärts, Hotline, Ticketsystem und Fernwartung, Servicezeiten werktags 8 bis 17 Uhr. Upgrades und neue Features sind ausdrücklich nicht enthalten. Quelle: proxia.com/wartungsvertragskonditionen, Stand 2026.
Zertifizierungenkeine ISO-Zertifizierung ausgewiesenAuf den öffentlich zugänglichen Seiten ist weder ISO 9001 noch ISO 27001 genannt (Prüfung durch Sectorlens, Stand August 2026). Das ist keine Aussage über Qualität, sondern eine Informationslücke. Fragen Sie den Nachweis aktiv ab, wenn Ihre IT-Sicherheit ihn verlangt.
StandorteForstinning, Holzwickede, Luzern, Tychy, dazu Shoplogix in OakvilleZwei deutsche Standorte in Bayern und Nordrhein-Westfalen, dazu Schweiz und Polen. Der Hersteller selbst spricht auf der Standortseite von drei Standorten in Ihrer Nähe, die Schweizer Adresse ist als PROXIA Switzerland AG c/o Xperts Finanz AG in Luzern geführt. Klären Sie für Schweizer Werke, wo das betreuende Team tatsächlich sitzt. Quelle: proxia.com/standorte, Stand 2026.
BranchenMaschinen- und Anlagenbau, Lohnfertigung, Automotive, Werkzeug- und Formenbau, Kunststoff, ChemieSechs Branchen, alle im Umfeld der diskreten Fertigung. Der Hersteller spricht selbst von passgenauen Lösungen für Unternehmen in der diskreten Fertigung. Quelle: proxia.com/branchenloesung, Stand 2026.
AuszeichnungenTOP-100-Award 2019 und 2021, BITMi-Gütesiegel 2020, German Business Award 2021 und 2022Der TOP-100-Award bezieht sich auf die Kategorie Open Innovation, das BITMi-Gütesiegel auf Software Made in Germany. Auszeichnungen belegen die Teilnahme an einem Verfahren, nicht die Passung zu Ihrem Anwendungsfall, und sie ersetzen kein zertifiziertes Managementsystem. Quelle: proxia.com/auszeichnungen, Stand 2026.

Stand August 2026, Herstellerangaben von proxia.com. Die Einordnung in der rechten Spalte ist eine Bewertung von Sectorlens aus eigener Projekterfahrung. Sectorlens erhält keine Provision von MES-Anbietern.

Eigentümerstruktur

Konzerntochter statt inhabergeführt
und was das für Ihr Projekt heißt

Wer ein MES beschafft, bindet sich für fünf bis zehn Jahre an einen Hersteller. Wem dieser Hersteller gehört, entscheidet mit darüber, wer über Roadmap, Wartungssätze und Standortpolitik bestimmt. Bei PROXIA hat sich diese Struktur im November 2022 geändert. Das ist weder ein Vorzug noch ein Nachteil, sondern ein Auswahlkriterium, das in Angebotsvergleichen regelmäßig fehlt. Die folgenden sechs Karten trennen belegten Stand, typische Folge und Ihre Prüffrage.

01 · Belegter Stand

Wem PROXIA seit 2022 gehört

Die Unternehmenshistorie datiert den Zusammenschluss auf November 2022 mit dem Eintrag, Shoplogix erwerbe PROXIA und baue damit sein Portfolio an Industrie-4.0-Lösungen aus. Seither ist PROXIA laut Hersteller ein Unternehmensbereich von Shoplogix innerhalb der Constellation Software Inc.

Vertragspartner in Deutschland bleibt die PROXIA Software AG, Römerstraße 7, 85661 Forstinning, Amtsgericht München HRB 189776, Vorstand J. Carlos Midence, Aufsichtsratsvorsitzender Mark Thompson.

Quelle: proxia.com/historie und /impressum, Stand 2026
02 · Belegter Stand

Wer Shoplogix ist

Shoplogix ist nach eigener Darstellung seit 2002 im Industrial Internet of Things tätig und sitzt in der 2115 South Service Road West in Oakville, Ontario, Kanada. Das Unternehmen ist selbst eine Abteilung von Constellation Software.

Genannt werden über fünf Milliarden Datentransaktionen pro Tag, Software-Einsätze in über 40 Ländern und Teammitglieder in über 15 Ländern. Der Produktschwerpunkt liegt auf IIoT- und cloudbasierten Dashboards zur Anlagenleistung, nicht auf Feinplanung oder Zeitwirtschaft.

Quelle: proxia.com/proxia-im-unternehmensbund und /standorte, Stand 2026
03 · Belegter Stand

Wer Constellation Software ist

Constellation Software Inc. ist eine Holding für Vertical-Market-Software mit Sitz in Toronto, gegründet 1995, seit 2006 börsennotiert. Der Hersteller nennt mehr als 1.000 Übernahmen seit Gründung, über 24.000 Mitarbeitende, mehr als 1.000 Niederlassungen, sechs operative Einheiten und über 125.000 Kunden in mehr als 100 Ländern.

Das erklärte Geschäftsmodell ist der Erwerb, das Halten und der Ausbau von Softwareunternehmen für spezielle Branchen und Märkte, ausdrücklich nicht das Geschäft mit Standardsoftware.

Quelle: proxia.com/proxia-im-unternehmensbund, Stand 2026
04 · Produktstrategie

Wer über die Roadmap entscheidet

PROXIA beschreibt sich im Verbund als autonomes Unternehmen mit Zugang zu Innovationen und Best Practices des Mutterkonzerns. Autonomie in der Produktentwicklung ist bei Buy-and-hold-Holdings der Regelfall, sie ist aber eine Selbstbeschreibung und keine vertragliche Zusage an Sie.

Relevant wird das dort, wo sich die Portfolios überschneiden: Shoplogix bringt eine eigene IIoT- und OEE-Plattform mit. Ob und wie deren Funktionen in PROXIA MES einfließen, ist öffentlich nicht dokumentiert.

  • Wer priorisiert die Entwicklungs-Backlogs, Forstinning oder Oakville?
  • Gibt es eine veröffentlichte Roadmap mit Releaseterminen für die nächsten 24 Monate?
  • Sind Shoplogix-Komponenten Bestandteil künftiger PROXIA-Releases oder ein Zusatzprodukt?
Prüffragen · Sectorlens
05 · Investitionssicherheit

Wie stabil die Konstellation ist

Eine Holding, die seit 1995 erwirbt und laut eigener Darstellung hält statt weiterverkauft, spricht gegen einen kurzfristigen erneuten Eigentümerwechsel. Das ist die Seite, die für Sie arbeitet: Der Anbieter verschwindet nicht durch eine Insolvenz kleiner Bauart, und die Kapitaldecke steht hinter der Wartung.

Die andere Seite: Eine börsennotierte Holding steuert ihre Einheiten über Kennzahlen. Was das für Ihr Werk bedeutet, entscheidet sich nicht an der Konzernstrategie, sondern an drei vertraglich fixierbaren Punkten.

  • Ist ein Quellcode-Hinterlegungsvertrag möglich, und zu welchen Auslösetatbeständen?
  • Welche Zusage gibt es zur Pflege Ihrer Hauptversion, gemessen in Jahren, nicht in Releasezyklen?
  • Bleibt der deutsche Standort im Vertrag Erfüllungsort für Support und Vor-Ort-Leistungen?
Prüffragen · Sectorlens
06 · Preisentwicklung

Wo der Wartungspreis wirklich steht

PROXIA veröffentlicht die Konditionen des Software-Pflegevertrags im Volltext. Der Jahrespreis selbst ergibt sich laut Vertragstext aus der Auftragsbestätigung, steht also nicht in den Konditionen. Genau dort gehört Ihre Verhandlungsarbeit hin.

Eine Preisanpassungsklausel ist im veröffentlichten Text nicht ausgewiesen. Klären Sie diesen Punkt gezielt für Ihren eigenen Vertrag, denn ohne festgelegte Obergrenze ist die jährliche Erhöhung Verhandlungssache.

  • Welche Preisanpassungsklausel gilt, mit welchem Index und welcher Obergrenze?
  • Bezieht sich der Wartungssatz auf Listenpreis oder auf den verhandelten Preis?
  • Erhöht jede Nachlizenzierung dauerhaft die Wartungsbasis?
Quelle: proxia.com/wartungsvertragskonditionen, Stand 2026
Die drei Eigentümermodelle im DACH-MES-Markt

Im deutschsprachigen MES-Markt treffen Sie auf drei Grundformen. Keine ist der anderen überlegen, sie verschieben nur, wo Ihr Verhandlungshebel liegt und welche Risiken Sie vertraglich abfangen müssen.

Inhabergeführt

Beispiel MPDV Mikrolab GmbH, Mosbach, eigenfinanziertes Familienunternehmen, 530 Mitarbeitende, über 45 Jahre Projekterfahrung, 2.430 Installationen (Herstellerangaben, Stand 2026).

Entscheidungswege sind kurz, Sonderwünsche eher verhandelbar. Ihre Prüffrage betrifft die Nachfolge und die Kapitaldecke für große Entwicklungssprünge. Profil unter MPDV HYDRA X im Profil.

Software-Holding

Beispiel PROXIA über Shoplogix und Constellation Software, Toronto, börsennotiert seit 2006, über 1.000 Übernahmen (Herstellerangaben, Stand 2026).

Fortbestand und Wartungsfähigkeit sind kapitalseitig abgesichert. Ihre Prüffrage betrifft Preisanpassung, Roadmap-Hoheit und die Verbindlichkeit der zugesagten Autonomie der lokalen Einheit.

Bereich eines Industriekonzerns

Beispiel Siemens Opcenter innerhalb der Siemens Digital Industries Software.

Die Produktlinie folgt einer Konzernarchitektur von Automatisierung über PLM bis MES. Ihre Prüffrage betrifft Portfolio-Umbauten und die Rolle des Implementierungspartners. Profil unter Siemens Opcenter im Profil.

Stand August 2026, Herstellerangaben. Sectorlens erhält keine Provision von Anbietern.

Produktarchitektur

Drei Blöcke, ein Applikationsrack
und wie die Module zusammenspielen

PROXIA ordnet die MES-Module in die drei Blöcke Planung, Erfassung und Auswertung und setzt sie auf eine gemeinsame Plattform, den PROXIA-Manager. Der Hersteller beschreibt diesen als Applikationsrack, in das die Module bedarfsgerecht eingebaut werden (Herstellerangabe, Stand 2026). Praktisch heißt das: Sie können mit Betriebsdatenerfassung und Maschinendatenerfassung beginnen und Feinplanung, Qualitätsmanagement oder Instandhaltung in einer späteren Phase ergänzen, ohne die Datenbasis zu wechseln.

Block 01

MES-Planung

Verbindet das ERP mit der Fertigungssteuerung. Der Realtime-Connector tauscht Auftrags-, Arbeitsplan- und Rückmeldedaten bidirektional aus, die Leitstand-Feinplanung übernimmt die Maschinenbelegung.

Die elektronische Plantafel plant laut Hersteller mit begrenzten Kapazitäten und Multiressourcen, berücksichtigt Rüstoptimierung, Materialverfügbarkeit und mehrstufige Auftragsnetzwerke und erlaubt das Simulieren von Szenarien vor der Freigabe.

  • ERP- und PPS-Kommunikation über Realtime-Connector
  • Leitstand-Feinplanung mit Gantt-, Formular- und Tabellensicht
  • PROXIA-Manager als gemeinsame Systemplattform
  • PEP Personaleinsatzplanung

Wie sich Feinplanung und APS abgrenzen, steht unter Produktionsplanung und Feinsteuerung mit MES und APS.

Block 02

MES-Erfassung

Der Datenzulauf aus dem Shopfloor. Betriebsdatenerfassung für auftrags- und personenbezogene Meldungen, Maschinendatenerfassung für Zustände und Stückzahlen, Prozessdatenerfassung für Messwerte aus der Anlage.

Mischbetrieb aus manueller und automatischer Meldung ist laut Hersteller möglich, sodass Sie ältere Maschinen zunächst über BDE führen und später auf MDE umstellen können.

  • BDE, MDE und Prozessdatenerfassung auf einer Datenbasis
  • XI-Gateway: MTConnect-Datenmodell über OPC UA übertragen
  • Euromap 63 für Spritzgießmaschinen
  • Alarmierung über E-Mail, SMS oder RSS

Grundlagen dazu unter MDE und BDE im MES und OPC UA für MES.

Block 03

MES-Auswertung

Zustandsüberwachung und Kennzahlen. Das Modul KPI.web berechnet OEE und weitere Kennzahlen aus automatischen und manuellen Rückmeldungen und bietet eine Drill-down-Funktion bis auf die störende Einflussgröße.

Der Hersteller nennt als Grundlage eine standardisierte Berechnungsmathematik nach VDMA- und DIN-Einheitsblatt 66412. Regelwerke, Verknüpfungen und Darstellung sind konfigurierbar.

  • Zustandsüberwachung in Echtzeit, auch mobil
  • OEE und KPI nach VDMA-Einheitsblatt 66412
  • Drill-down auf Verlustursachen
  • Rollen- und Rechtesystem, Mehrsprachigkeit

Zur Normfrage siehe OEE berechnen nach ISO 22400.

Block 04

Erweiterungen und MES-Intelligence

Über die drei Kernblöcke hinaus dokumentiert PROXIA Personalzeiterfassung, CAQ-Qualitätsmanagement mit Prüfplanverwaltung und Revisionsstand, die Instandhaltungslösung TPM.web mit Gantt-Sicht, innerbetriebliche Transportlogistik, Hardware-Lösungen und Wissensmanagement.

MES-Intelligence ist ein KI-Assistent, der laut Hersteller Fragen in natürlicher Sprache gegen MES-Daten, Produktionsdaten und technische Dokumentation beantwortet und vollständig On-Premise läuft.

  • CAQ mit Prüfplänen, Merkmalen und Eingriffsgrenzen
  • TPM.web koppelt Instandhaltung an die Produktionsplanung
  • Wissensmanagement für Arbeitsanweisungen am Terminal
  • KI-Assistent ohne Cloud-Zwang

Einordnung der Reifegrade unter KI im MES.

Kennzahlengrundlage

PROXIA rechnet nach VDMA 66412
nicht nach ISO 22400

Das Kennzahlenmodul KPI.web nennt als Grundlage eine standardisierte Berechnungsmathematik und Definition nach VDMA- beziehungsweise DIN-Einheitsblatt 66412 (Herstellerangabe, Stand 2026). Die meisten internationalen MES-Anbieter referenzieren dagegen ISO 22400. Das klingt nach einer Fußnote, entscheidet aber darüber, ob Ihre OEE-Zahl mit der eines anderen Werks oder eines Konzernberichts vergleichbar ist. Dieser Abschnitt erklärt den Unterschied und nennt den Test, mit dem Sie ihn in Ihrem eigenen Angebot prüfen.

MerkmalVDMA-Einheitsblatt 66412ISO 22400
CharakterEinheitsblatt eines Fachverbands, herausgegeben vom VDMA, dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau. Ein Einheitsblatt ist ein Verbandsregelwerk, keine internationale Norm.Internationale Norm, geführt bei der ISO. Vollständiger Titel: Automation systems and integration, Key performance indicators (KPIs) for manufacturing operations management.
AufbauMehrteilige Reihe zu Manufacturing Execution Systems. Öffentlich nachweisbar sind unter anderem VDMA 66412-2 in der Fassung 2010-11 und VDMA 66412-11:2021-03 zur Rückverfolgbarkeit im Shopfloor-Bereich.Teil 1:2014 mit Übersicht, Konzepten und Terminologie, Teil 2:2014 mit Definitionen und Beschreibungen, dazu Amendment 1:2017 mit Kennzahlen für Energiemanagement und ISO/TR 22400-10:2018 zur Datenerfassung.
ReichweiteDeckt über Kennzahlen hinaus weitere MES-Themen ab, darunter Rückverfolgbarkeit. Im DACH-Maschinenbau breit eingeführt, international kaum verlangt.Ausschließlich Kennzahlen, dafür international anschlussfähig. Beschreibt jede Kennzahl über Formel, Elemente, Zeitverhalten, Einheit und weitere Merkmale. Eine Revision von Teil 2 läuft als ISO/DIS.
Was bei PROXIA belegt istKPI.web nennt VDMA und DIN 66412 als Berechnungsgrundlage. Regelwerke, Verknüpfungen, Abhängigkeiten und die Darstellung sind laut Hersteller frei konfigurierbar.Ein ISO-22400-Bezug ist auf den Produktseiten nicht ausgewiesen (Prüfung durch Sectorlens, Stand August 2026). Das ist eine Informationslücke, keine Aussage über den Funktionsumfang.
Praktische FolgeIhre Zahlen sind innerhalb der PROXIA-Welt und gegenüber anderen VDMA-orientierten Systemen im DACH-Raum gut vergleichbar.Wenn Ihr Konzern, ein Kunde oder ein Auditor ISO 22400 verlangt, brauchen Sie eine dokumentierte Abbildung, keine mündliche Zusicherung.

Wo der Unterschied wirklich sitzt. Die OEE ist in beiden Regelwerken dasselbe Produkt aus Verfügbarkeits-, Leistungs- und Qualitätsgrad. Der Unterschied entsteht eine Ebene tiefer, im Zeitmodell: Welche Zeit gilt als Bezugsgröße, wie werden Rüsten, geplante Wartung, Pausen, ungeplante Stillstände und Mikrostillstände einsortiert. Verschiebt ein System geplante Wartung aus der Bezugszeit heraus und ein anderes hinein, ergeben dieselbe Maschine und dieselbe Schicht zwei verschiedene OEE-Werte, ohne dass eines der Systeme falsch rechnet. Den vollständigen Rechenweg samt Verlustzeitkategorien finden Sie unter OEE berechnen nach ISO 22400.

Fall 01

Ein Werk, keine Konzernvorgabe

Sie messen gegen sich selbst und wollen den Trend sehen. Dann ist die Wahl des Regelwerks nachrangig, entscheidend ist die Konstanz der Definition über die Jahre.

  • Verlustzeitkatalog einmal verbindlich festschreiben
  • Änderungen an Definitionen mit Datum dokumentieren
  • Kein Regelwerkwechsel mitten in einer Messreihe
Fall 02

Mehrere Werke, verschiedene Systeme

Sie wollen Werk A gegen Werk B stellen, betreiben aber unterschiedliche MES. Dann brauchen Sie eine gemeinsame Referenz, sonst vergleichen Sie Definitionen statt Leistung.

  • Ein Regelwerk konzernweit vorgeben, meist ISO 22400
  • Abbildungstabelle je System verlangen, schriftlich
  • Eine Referenzmaschine in beiden Werken gegenrechnen
Fall 03

Berichtspflicht nach außen

Ein Konzernmutterhaus, ein OEM-Kunde oder ein Auditor verlangt Kennzahlen nach ISO 22400. Dann ist die Abbildungsfähigkeit ein Ausschreibungskriterium und gehört ins Lastenheft.

  • Beide Sichten parallel oder nur eine, verbindlich klären
  • Wer pflegt die Zuordnung bei Releasewechseln
  • Aufwand für die Abbildung im Angebot ausweisen lassen
T1

Der Zwei-Wege-Test im Erstgespräch

Nehmen Sie eine reale Maschine und eine reale Woche aus Ihrer bestehenden Erfassung. Lassen Sie den Anbieter die OEE einmal nach seiner VDMA-Konfiguration und einmal nach einer ISO-22400-Zuordnung rechnen. Die Differenz ist Ihre Antwort, nicht die Aussage, man könne beides.

T2

Den Verlustzeitkatalog als Dokument verlangen

Bitten Sie um die Liste der Verlustzeitkategorien im Auslieferungszustand, nicht um einen Screenshot des Dashboards. Prüfen Sie darin die vier Positionen, an denen sich Regelwerke unterscheiden: geplante Wartung, Rüsten, Pausen und Mikrostillstände unterhalb der Erfassungsschwelle.

T3

Die Erfassungsschwelle festnageln

Ab welcher Dauer zählt ein Stillstand als Stillstand, und wer darf diese Schwelle ändern. Eine Schwelle von 30 Sekunden statt 5 Minuten verändert die Verfügbarkeit spürbar, ohne dass sich an der Maschine etwas ändert. Lassen Sie den Wert im Konfigurationsprotokoll festhalten.

T4

Die Bezugszeit benennen lassen

Fragen Sie ausdrücklich, welche Zeit als Nenner der Verfügbarkeit dient: Kalenderzeit, Schichtzeit oder geplante Belegungszeit. Genau hier entstehen die OEE-Sprünge zwischen zwei Systemen, und genau hier wird in Angebotspräsentationen am seltensten nachgefragt.

Normangaben nach den Verzeichnissen von ISO und VDMA, Stand August 2026. Produktangaben von proxia.com, Stand 2026.

Fit-Analyse

Wo PROXIA nah dran ist
und wo andere näher liegen

Kein MES passt überall gleich gut. Die folgenden sechs Dimensionen ordnen PROXIA nach öffentlich dokumentiertem Funktionsumfang ein. Das ist eine Aussage über Passung zu einem Anwendungsfall, nicht über Produktqualität. Wo ein anderer Anbieter näher am Fall liegt, sagen wir es und nennen in der Alternativentabelle weiter unten konkrete Namen.

Dimension 01

Fertigungsart

Der Hersteller spricht ausdrücklich von passgenauen Lösungen für Unternehmen in der diskreten Fertigung. Die dokumentierten Planungsfunktionen für Rüstoptimierung, Multiressourcen, mehrstufige Auftragsnetzwerke und Eilaufträge sind auf Auftragsvielfalt bei kleinen Losgrößen zugeschnitten, bis hin zur Losgröße eins im Werkzeug- und Formenbau.

Für durchgängig rezeptur- und chargengeführte Herstellung, bei der der Master Batch Record den Kernprozess bildet, sind Anbieter mit ausschließlichem Prozessfokus näher am Anwendungsfall. Die Chemieseite von PROXIA beschreibt Maßnahmenmanagement, Prozessmonitoring und automatisierte Prozessdatenerfassung, nicht eine vollständige Rezeptursteuerung.

  • Sehr gute Passung: Einzel-, Varianten- und Kleinserienfertigung, Zerspanung, Montage
  • Gute Passung: Lohnfertigung mit wechselnden Kundenprodukten und kurzen Durchläufen
  • Genauer prüfen: durchgängige Chargenfertigung mit Rezeptursteuerung als Hauptprozess
Schwerpunkt diskrete Fertigung
Dimension 02

Unternehmensgröße

Aus 200 Projekten und 12.000 vernetzten Anlagen und Arbeitsplätzen ergeben sich rechnerisch rund 60 Anlagen und Arbeitsplätze je Projekt (Berechnung Sectorlens auf Basis der Herstellerangaben, Stand 2026). Diese Größenordnung entspricht einem Einzelwerk oder einem kleinen Werksverbund im industriellen Mittelstand.

Für konzernweite Rollouts über zwanzig Werke mit zentraler Vorlagenverwaltung und mehrsprachigem Betriebsmodell liegen Anbieter mit dokumentierter vierstelliger Installationsbasis näher am Anwendungsfall. Was der Mittelstand konkret braucht, steht unter MES für den Mittelstand.

  • Sehr gute Passung: 50 bis 500 Beschäftigte, ein bis drei Werke
  • Gute Passung: Werksverbund mit gemeinsamer ERP-Instanz und ähnlichem Maschinenpark
  • Genauer prüfen: konzernweiter Rollout über viele Länder mit zentralem Template
Industrieller Mittelstand
Dimension 03

Branche

PROXIA nennt sechs Branchenlösungen: Maschinen- und Anlagenbau, Lohnfertigung, Automotive, Werkzeug- und Formenbau, Kunststoffindustrie und Chemieindustrie (Herstellerangabe, Stand 2026). Die Nennung von Euromap 63 belegt konkrete Erfahrung mit Spritzgießmaschinen, die Referenz Saarschmiede die Anwendung in der Schmiedetechnik.

Für Elektronikfertigung mit Rückverfolgbarkeit bis auf Bauteilebene, für Halbleiter mit SEMI-Standards oder für Pharma mit GxP-Validierung sind Anbieter mit ausgewiesenem Branchenkern näher am Anwendungsfall. Passende Branchenseiten: MES für Maschinen- und Anlagenbau, MES für die Metallverarbeitung und MES für Kunststoff und Spritzguss.

  • Sehr gute Passung: Maschinenbau, Werkzeug- und Formenbau, Lohnfertigung, Metallverarbeitung
  • Gute Passung: Kunststoffverarbeitung mit Euromap-Maschinen, Automotive-Zulieferung
  • Genauer prüfen: Elektronik mit Bauteil-Traceability, Pharma mit GxP, Halbleiter mit SEMI
Sechs dokumentierte Branchen
Dimension 04

Systemlandschaft

Der Realtime-Connector deckt die im deutschen Mittelstand verbreiteten ERP-Systeme ab, von Infor und abas über PRO ALPHA und PSI bis SAP und Microsoft. Auf der Maschinenseite stehen OPC UA nach IEC 62541, MTConnect, MQTT und Euromap 63 zur Verfügung, ältere Steuerungen werden laut Hersteller über Gateways angebunden.

Wenn Ihre Konzern-IT bereits eine eigene Integrationsplattform oder einen zentralen Datenhub betreibt, prüfen Sie, wie viel der PROXIA-eigene Connector-Ansatz dann noch beiträgt. Zur Abgrenzung der Ebenen siehe MES, ERP, SCADA und MOM in der Systemlandschaft.

  • Sehr gute Passung: heterogener Maschinenpark mit Alt- und Neuanlagen, ein führendes ERP
  • Gute Passung: SAP-Landschaft mit separater Fertigungsebene, siehe MES-SAP-Integration
  • Genauer prüfen: vorhandene konzernweite Integrationsplattform mit eigenem Datenmodell
Breite ERP-Abdeckung im Mittelstand
Dimension 05

Compliance

Das CAQ-Modul stellt artikelbezogene Prüfplanverwaltung mit Revisionsverwaltung, quantitative und qualitative Merkmale sowie automatisch berechnete Warn- und Eingriffsgrenzen bereit. Prüfaufträge werden laut Hersteller automatisch aus ERP-Produktionsaufträgen erzeugt und diesen zugeordnet.

Eine ISO-Zertifizierung des Unternehmens ist auf den Herstellerseiten nicht ausgewiesen, ebenso wenig ein GxP-Validierungspaket mit elektronischer Signatur nach 21 CFR Part 11. Wo diese Nachweise gefordert sind, liegen Anbieter mit dokumentiertem Validierungspaket näher am Anwendungsfall. Details unter Qualitätsmanagement im MES.

  • Sehr gute Passung: fertigungsbegleitende Prüfung mit SPC-Grenzen in der Serienfertigung
  • Gute Passung: Bauteil- und Auftragsdokumentation im Werkzeug- und Formenbau
  • Genauer prüfen: GxP-Validierung, elektronische Signatur, Umfang des Audit-Trails, ISO 27001
CAQ integriert, ISO nicht ausgewiesen
Dimension 06

Internationalität

PROXIA unterhält eigene Standorte in Forstinning, Holzwickede, Luzern und Tychy, über den Mutterkonzern kommt Shoplogix in Oakville hinzu (Herstellerangabe, Stand 2026). Damit ist die DACH-Region mit Deutschland und Schweiz direkt abgedeckt, Polen bedient den mitteleuropäischen Raum. Die Software ist laut Hersteller mehrsprachfähig.

Für Werke in Nord- und Südamerika oder Asien ist zu klären, ob Betreuung und Support über Shoplogix laufen und ob dort dieselbe Produktlinie eingesetzt wird. Ein weltweites Netz eigener Tochtergesellschaften wie bei größeren Wettbewerbern ist nicht dokumentiert.

  • Sehr gute Passung: Werke in Deutschland, Österreich, Schweiz und Polen
  • Gute Passung: einzelnes Auslandswerk in Mitteleuropa mit deutschsprachiger Projektleitung
  • Genauer prüfen: Rollout nach Nordamerika oder Asien, Support in Landessprache und Zeitzone
DACH plus Polen, Kanada über Shoplogix
Integration und Betriebsmodell

Was dokumentiert ist
und was Sie im Projekt selbst festlegen

Anbieterseiten beschreiben Möglichkeiten, Verträge beschreiben Lieferumfang. Diese Tabelle trennt beides. Die mittlere Spalte gibt wieder, was PROXIA öffentlich dokumentiert, die rechte nennt die Entscheidung, die trotzdem bei Ihnen liegt und die in Angeboten regelmäßig offenbleibt. Wer diese acht Punkte vor der Unterschrift klärt, verhindert die typischen Nachträge in Monat vier.

EbeneDokumentierter Stand (Herstellerangabe, Stand 2026)Was Sie im Projekt festlegen
ERP-KopplungRealtime-Connector mit standardisierter Kommunikation zu Infor, abas, SAP, PSI, sage bäurer, PRO ALPHA, Navision und Microsoft Business Solutions, bidirektional auch zu weiteren IT-Systemen.Welche Objekte fließen in welche Richtung: Fertigungsauftrag, Arbeitsplan, Stückliste, Rückmeldung, Materialbewegung, Personalzeit. Wer besitzt die Stammdatenhoheit. Was passiert bei Verbindungsabbruch und wie werden Rückmeldungen nachgezogen.
SAP im BesonderenZertifizierte Schnittstellen seit 2005, erneute SAP-Zertifizierung 2021 laut Unternehmenshistorie.Auf welche SAP-Version und welchen Integrationsweg bezieht sich das Zertifikat. Wer betreibt die Middleware. Wie wirken sich S/4HANA-Umstellungen auf die Schnittstelle aus. Szenarien und Aufwände unter MES-SAP-Integration.
MaschinenebeneOPC UA nach IEC 62541, MTConnect, MQTT und Euromap 63. XI-Gateway als Datenprovider. Anbindung laut Hersteller unabhängig von Verfahren, Alter und Steuerungstyp, ohne Programmierung der Maschinenschnittstelle auf MES-Seite.Maschinenliste mit Steuerungstyp, Baujahr und vorhandener Schnittstelle. Preis je Anbindungsklasse. Wer liefert fehlende Hardware wie Signalboxen oder Terminals. Vorgehen unter OPC UA für MES.
DatenhaltungDistributed Data Architecture. Zeitkritische Bewegungsdaten in der lokalen Private-Core-Datenbank, unkritische Telemetrie- und Archivdaten optional über MQTT-Gateway in eine Cloud.Welche Datenklasse liegt wo. Betreiber und Rechenzentrumsstandort der Cloud. Auftragsverarbeitungsvertrag. Rückholbarkeit der Daten bei Vertragsende. Vergleich unter Cloud-MES gegen On-Premise.
KennzahlenKPI.web mit standardisierter Berechnungsmathematik nach VDMA- und DIN-Einheitsblatt 66412, frei konfigurierbare Regelwerke und Darstellung.Verbindliche Definition von geplanter Belegungszeit, Rüsten, Mikrostillstand und Ausschuss. Ob zusätzlich nach ISO 22400 berichtet wird. Wer die Verlustzeitkataloge pflegt. Rechenweg unter OEE berechnen nach ISO 22400.
QualitätCAQ-Modul mit artikelbezogener Prüfplanverwaltung, Revisionsverwaltung, quantitativen und qualitativen Merkmalen sowie automatisch berechneten Warn- und Eingriffsgrenzen. Prüfaufträge entstehen automatisch aus ERP-Produktionsaufträgen.Ob ein vorhandenes CAQ abgelöst oder angebunden wird. Umfang des Audit-Trails. Anbindung von Messmitteln. Erstmusterprüfberichte und Reklamationsprozess sind gesondert zu bewerten.
InstandhaltungTPM.web identifiziert Maßnahmen aus Maschinen- und Personalmeldungen, plant sie in einer Gantt-Ansicht und dokumentiert Tätigkeiten, Ersatzteile und Forecast-Kosten bis auf Baugruppenebene.Ob TPM.web ein vorhandenes IPS oder SAP PM ersetzt oder ergänzt. Wer pflegt Wartungspläne. Wie greifen Instandhaltungsfenster und Feinplanung ineinander, damit geplante Wartung nicht gegen Liefertermine läuft.
Betrieb und ReleaseModularer Aufbau auf dem PROXIA-Manager als Applikationsrack. Der Hersteller gibt an, projektbezogene Individualentwicklungen in den Standard zu überführen und so Releasefähigkeit zu erhalten.Releasezyklus und Wartungsfenster. Was passiert mit Ihren Anpassungen beim Versionswechsel. Testsystem im Lieferumfang. Reaktionszeiten der Hotline und Eskalationsstufen im Wartungsvertrag.

Reihenfolge im Projekt. In Auswahlprojekten von Sectorlens seit 2022 entstehen die meisten Nachträge nicht bei der Software, sondern bei der Maschinenanbindung und der ERP-Schnittstelle. Verlangen Sie deshalb die Maschinenliste mit Preis je Anbindungsklasse und die ERP-Objektliste als Anlage zum Angebot, nicht als Ergebnis eines späteren Workshops. Wie ein belastbares Lastenheft dazu aussieht, steht unter MES-Lastenheft erstellen.

Instandhaltung im MES

TPM.web bringt die Instandhaltung mit
wann das ein separates CMMS erspart

PROXIA liefert mit TPM.web ein eigenes Instandhaltungsmodul im MES. Das ist im deutschen MES-Markt kein Standard und einer der Punkte, an denen sich der Modulschnitt spürbar von einem reinen Shopfloor-Datensystem unterscheidet. Ob Sie damit ein separates CMMS oder SAP PM einsparen oder ob Sie beides brauchen, hängt an vier Fragen: wer Ihre Anlagen instand hält, wie eng Wartung und Fertigungsplanung verzahnt sind, ob Ersatzteile bestandsgeführt werden und ob eine gesetzliche Prüfpflicht daranhängt.

Dokumentiert

Was TPM.web laut Hersteller leistet

Instandhaltungsmaßnahmen werden aus Maschinen- und Personalmeldungen identifiziert und an die Produktionsplanung weitergegeben. Die Terminierung läuft über eine grafische Oberfläche, die geplanten Maßnahmen erscheinen in einer Gantt-Ansicht.

  • Verteilung der Tätigkeiten auf Instandhalter nach Qualifikation
  • Berücksichtigung produktionsbedingter Stillstandzeiten bei der Terminierung
  • Mobile, plattformunabhängige Erfassung der Tätigkeiten
  • Dokumentation von Einsatzzeiten, Ersatzteilen und Verbrauchsmaterial
  • Forecast-Kosten von der Kostenstelle bis zur Baugruppe
  • Mängelanzeige und Vorschlagswesen für Maschinenbediener

Quelle: proxia.com/wartung-instandhaltung, Stand 2026

Der eigentliche Vorteil

Eine Datenbasis für Stillstand und Wartung

Der Nutzen einer MES-integrierten Instandhaltung liegt nicht im Funktionsumfang, sondern in der gemeinsamen Datenbasis. Ein Stillstand, der in der Maschinendatenerfassung als Störung landet, ist derselbe Vorgang, der in der Instandhaltung als Auftrag entsteht.

  • Störgrund aus der MDE wird zur Wartungsmaßnahme, ohne Doppelerfassung
  • Wartungsfenster und Feinplanung liegen in einem Terminkalender
  • Der Stillstand taucht in OEE und Instandhaltungsstatistik mit derselben Dauer auf
  • Instandhaltungskosten lassen sich je Anlage gegen deren Verfügbarkeit stellen

Einordnung Sectorlens aus Auswahlprojekten seit 2022

Die Gegenposition

Was ein ausgewachsenes CMMS zusätzlich abdeckt

Ein spezialisiertes Instandhaltungssystem oder SAP PM deckt Bereiche ab, die in einem MES-Modul üblicherweise nicht der Produktkern sind. Ob Sie diese Bereiche brauchen, entscheidet Ihr Instandhaltungsleiter, nicht Ihr MES-Projektleiter.

  • Ersatzteilbestandsführung mit Mindestbestand, Reservierung und Bestellauslösung
  • Fremdfirmenabwicklung mit Bestellung, Leistungserfassung und Rechnungsprüfung
  • Prüffristenverwaltung für gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen und deren Nachweisführung
  • Anlagenstammbaum über Gebäude, Medien und Infrastruktur hinaus, nicht nur über Produktionsanlagen
  • Zustandsbasierte Strategien mit Schwingungs- und Sensorik-Auswertung

Einordnung Sectorlens, kein Befund zum PROXIA-Funktionsumfang

Wenn das auf Sie zutrifftDann liegt näherWarum
Die Instandhaltung arbeitet heute mit Excel, Wandplan oder Outlook-ErinnerungenMES-Modul TPM.webDer Sprung von Papier auf ein integriertes Modul bringt mehr als der Sprung auf ein zweites Fachsystem, das wieder eigene Stammdaten und eine eigene Schnittstelle braucht.
Ihr Engpass ist die Abstimmung zwischen Wartungsfenster und LieferterminMES-Modul TPM.webGenau diese Verzahnung ist der dokumentierte Zweck des Moduls. Zwei getrennte Systeme lösen das nur über eine Schnittstelle, die jemand pflegen muss.
Ein bis fünf Instandhalter, überwiegend eigene Leute, Ersatzteile werden nach Sicht bestelltMES-Modul TPM.webIn dieser Größenordnung ist ein eigenes CMMS meist überdimensioniert. Die Dokumentationspflicht lässt sich im MES-Modul erfüllen.
Sie betreiben SAP PM bereits produktiv mit Anlagenstammbaum, Meldungen und AufträgenBestand SAP PM behaltenEin zweites führendes Instandhaltungssystem erzeugt Doppelpflege. Sinnvoller ist eine definierte Übergabe von Störmeldungen aus der MDE an SAP PM.
Ersatzteile sind bestandsgeführt, wertmäßig relevant und werden disponiertSeparat CMMS oder ERPBestandsführung, Bewertung und Bestellwesen gehören zur Materialwirtschaft. Ein MES-Modul dokumentiert Verbrauch, es ersetzt keine Disposition.
Gesetzliche Prüffristen, wiederkehrende Prüfungen und behördliche Nachweise stehen im VordergrundSeparat FachsystemFristenverwaltung mit Nachweisführung und revisionssicherer Historie ist eine eigene Disziplin. Lassen Sie sich zeigen, was das Modul davon abdeckt, statt es anzunehmen.
Instandhaltung erstreckt sich auf Gebäude, Medien, Fuhrpark und InfrastrukturSeparat CMMSEin MES kennt Produktionsanlagen. Alles, was nicht am Fertigungsauftrag hängt, liegt außerhalb seiner Logik.
Sie wollen von planmäßiger auf zustandsbasierte Instandhaltung umstellenPrüfen beide WegeDie Prozessdatenerfassung liefert die Signale, die Reifegrade unterscheiden sich aber stark. Einordnung unter Predictive Maintenance im MES.

Die Frage, die den Ausschlag gibt. Klären Sie vor dem Modulkauf, wer Eigentümer des Anlagenstammbaums wird. Doppelte Anlagenstämme in MES und CMMS sind der häufigste Grund, warum eine integrierte Instandhaltung nach zwei Jahren wieder abgeschaltet wird: Sobald zwei Systeme dieselbe Maschine unterschiedlich benennen, stimmt keine Auswertung mehr. Legen Sie ein führendes System fest und definieren Sie die Übergaberichtung schriftlich. Wie sich die Ebenen im Gesamtbild verteilen, steht unter MES, ERP, SCADA und MOM in der Systemlandschaft, die Anbindung der Signale unter MDE und BDE im MES.

Größenordnung · Sectorlens-Erfahrungswerte

Was ein PROXIA-Projekt an Zeit und Leuten kostet
und was im Pflegevertrag schon feststeht

Anbieterseiten beschreiben Funktionen, nicht Aufwand. Die folgenden Werte stammen aus MES-Auswahl- und Begleitprojekten von Sectorlens seit 2022 und beziehen sich auf die Größenordnung, in der PROXIA nach eigener Zahlenlage typischerweise arbeitet: rechnerisch rund 60 vernetzte Anlagen und Arbeitsplätze je Projekt, also ein Einzelwerk oder ein kleiner Werksverbund mit 50 bis 500 Beschäftigten. Für kleinere und deutlich größere Vorhaben verschieben sich alle Zeilen.

01

Anforderungen und Maschinenliste

Fertigungsbereiche abgrenzen, Auftragsarten aufnehmen, Maschinenliste mit Steuerungstyp, Baujahr und vorhandener Schnittstelle erstellen. Diese Liste ist später die Grundlage jeder Preiszeile.

3 bis 6 Wochen · Projektleitung, ein Key-User je Bereich
02

Lastenheft und Anbieterauswahl

Anforderungen gewichten, drei bis vier Anbieter einladen, Angebote auf gleiche Struktur zwingen. Ohne diese Vereinheitlichung vergleichen Sie Paketschnitte statt Leistungen.

4 bis 8 Wochen · Projektleitung, IT, Einkauf
03

Vertrag und Phasenschnitt

Lieferumfang je Phase, Preise für Phase-2-Module als Option, Maschinenliste und ERP-Objektliste als Vertragsanlage. Hier entscheidet sich, ob spätere Erweiterungen kalkulierbar bleiben.

3 bis 6 Wochen · Projektleitung, Einkauf, Rechtsabteilung
04

Installation und Grundkonfiguration

Server oder hybride Datenhaltung aufsetzen, PROXIA-Manager und Kernmodule installieren, Stammdaten aus ERP übernehmen, Rollen- und Rechtekonzept abbilden.

4 bis 8 Wochen · IT, Projektleitung, Anbieterberatung
05

Maschinenanbindung und ERP-Schnittstelle

Der Block mit der größten Streuung. Anlagen mit OPC-UA-Server sind in Stunden angebunden, Altanlagen brauchen Signalabgriff, Schaltschrankarbeit und einen Elektriker. Parallel läuft der Objektabgleich mit dem ERP.

6 bis 16 Wochen · IT, Instandhaltung, Elektrik, ERP-Betreuung
06

Pilotbereich, Rollout, Stabilisierung

Erst eine Linie oder ein Bereich echt fahren, Rückmeldelogik und Verlustzeitkatalog nachschärfen, dann in Wellen ausrollen. Die Stabilisierung nach dem letzten Rollout wird fast immer zu kurz geplant.

8 bis 20 Wochen · Key-User, Schichtleitung, Projektleitung
AufwandsblockErfahrungswertWas ihn nach oben treibt
Gesamtdauer bis Produktivbetrieb Phase 17 bis 14 MonateMehrschichtbetrieb, mehrere Fertigungsbereiche parallel, offene ERP-Stammdatenqualität, Urlaubs- und Betriebsferienzeiten im Rolloutfenster.
Interner Personalaufwand gesamt80 bis 400 PTDer am häufigsten vergessene Block. Projektleitung mit 30 bis 50 Prozent Kapazität über die gesamte Laufzeit, dazu Key-User, IT, Instandhaltung und Elektrik.
Projektleitung intern30 bis 50 % StelleWird die Rolle nebenher vergeben, verlängert sich jede Phase. In Projekten ohne freigestellte Projektleitung verdoppelt sich Phase 05 regelmäßig.
Key-User je Fertigungsbereich15 bis 40 PTAnzahl der Auftragsarten, Zahl der abzubildenden Rückmeldevarianten, Umfang der Werkerführung an den Terminals.
Maschinenanbindung je Anlage800 bis 8.000 €Anlage mit OPC-UA-Server am unteren Ende, Altanlage mit potentialfreien Kontakten am oberen. Nie pauschal kalkulieren, immer je Anbindungsklasse.
ERP-Schnittstelle8.000 bis 45.000 €SAP-Landschaften liegen im oberen Bereich, weil Feldmappings, Berechtigungen und Testzyklen aufwendiger sind. Details unter MES-SAP-Integration.
Wartung und Support jährlich16 bis 22 %Marktüblicher Satz auf den Lizenzwert im Kaufmodell. Prüfen Sie, ob er sich auf Listenpreis oder Verhandlungspreis bezieht und ob Nachlizenzierungen die Basis erhöhen.
Schulung und Change4.000 bis 25.000 €Skaliert mit der Zahl der Schichten, nicht mit der Zahl der Mitarbeitenden. Wer im Dreischichtbetrieb schult, braucht denselben Termin dreimal.

Erfahrungswerte aus Sectorlens-Auswahlprojekten seit 2022, keine Listenpreise. Die vollständige Kostensystematik mit Lizenzmodellen und Fünfjahresrechnung steht unter MES-Kosten 2026, das Vorgehen unter MES einführen: Phasen, Rollen und Erfolgsfaktoren.

Pflegevertrag · öffentlich dokumentiert

Was PROXIA im Wartungsvertrag zusagt
und was ausdrücklich nicht enthalten ist

PROXIA veröffentlicht die Konditionen des Software-Pflegevertrags im Volltext auf der eigenen Website. Das ist im MES-Markt ungewöhnlich und für Sie ein Vorteil: Sie können den Leistungsumfang vor dem ersten Gespräch lesen, statt ihn zu erfragen. Die folgenden sechs Punkte sind die, die in Projekten später relevant werden.

01

Enthalten sind Updates, Bugfixing, Hotline, Ticketsystem und Fernwartung

Der Vertragstext nennt Updates mit Informationsdienst, Bugfixing, Telefonunterstützung, Nutzung des Ticketsystems, E-Mail-Service und Fernwartung als Leistungsumfang. Damit ist der laufende Betrieb abgedeckt, nicht die Weiterentwicklung.

02

Bugfixing reicht maximal zwei Major-Release-Zyklen zurück

Der Text begrenzt Bugfixing auf bis zu maximal zwei Major-Release-Zyklen rückwärts. Wer eine ältere Hauptversion betreibt, fällt aus der Fehlerbehebung heraus. Klären Sie deshalb im Angebot, wie oft ein Major-Release erscheint und was ein Versionswechsel bei Ihnen an Aufwand auslöst.

03

Upgrades und neue Features sind ausdrücklich nicht enthalten

Der Vertrag unterscheidet Update und Upgrade und schließt die Entwicklung von Features und Upgrades aus dem Pflegeumfang aus. Ein Funktionszuwachs ist damit eine gesonderte Vereinbarung. Rechnen Sie das nicht in die Wartungsrate hinein.

04

Servicezeiten sind werktags von 8 bis 17 Uhr

Sofern nicht anders vereinbart, erbringt PROXIA die Leistungen montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr. Wer im Dreischichtbetrieb oder am Wochenende produziert, braucht eine gesonderte Vereinbarung. Lassen Sie sich Reaktions- und Wiederherstellungszeiten getrennt zusagen, nicht nur die Erreichbarkeit.

05

Vor-Ort-Service zur Installation und Einweisung ist gesondert zu vergüten

Der Text nimmt Vor-Ort-Service für Installation und Einweisung aus dem Pflegeumfang heraus. Bei mehreren Standorten gehören Anfahrt und Reisezeit in die Jahreskalkulation, nicht in eine Rubrik Sonstiges.

06

Eine Kündigung mit späterer Reaktivierung wird nachberechnet

Wer die Softwarepflege beendet und später wieder aufnimmt, zahlt laut Vertragstext die zwischenzeitlich angefallenen Wartungskosten nach und zusätzlich eine Reaktivierungsgebühr. Aussetzen als Sparmaßnahme ist damit rechnerisch keine Option. Die Höhe der Gebühr steht nicht im Text und gehört ins Angebot.

Wann sich der Aufwand nicht rechnet. Unter etwa zehn anzubindenden Anlagen und ohne bidirektionale ERP-Kopplung steht der Projektaufwand einer vollständigen MES-Einführung in keinem guten Verhältnis zum Nutzen, unabhängig vom Anbieter. In dieser Lage bringt eine abgegrenzte MDE- und OEE-Lösung schneller Ergebnisse. Ebenso gilt: Wenn Ihre Stammdaten im ERP nicht gepflegt sind, verschiebt ein MES das Problem nur eine Ebene tiefer, weil Arbeitspläne und Vorgabezeiten die Grundlage jeder Feinplanung sind. Wo Ihre Fertigung heute steht, klären Sie unter MES-Reifegrad bestimmen, kleinere Konstellationen unter MES für kleine Betriebe.

Vertragsinhalte nach proxia.com/wartungsvertragskonditionen, Stand August 2026. Verbindlich ist allein Ihr Vertrag.

Praxis · Erstgespräch

Sechzehn Fragen, die Sie PROXIA
im Erstgespräch stellen sollten

Diese sechzehn Fragen ersetzen Meinungen durch Fakten. Sie sind so formuliert, dass eine gute Antwort prüfbar ist und eine ausweichende Antwort auffällt. Nehmen Sie die Liste in den Termin mit und lassen Sie sich die Antworten zu den Punkten 02, 03, 05, 12 und 13 schriftlich geben, denn dort entstehen erfahrungsgemäß die größten Abweichungen zwischen Angebot und Projektwirklichkeit.

01

Aus welchem Standort kommt mein Projektteam, und wer vertritt den Projektleiter?

PROXIA nennt Forstinning, Holzwickede, Luzern und Tychy. Eine Mitarbeiterzahl ist nicht veröffentlicht. Eine gute Antwort nennt Namen, Standort und eine konkrete Vertretungsregelung. Reisekosten in der Inbetriebnahmephase gehören in dieselbe Antwort.

02

Welche meiner Maschinen binden Sie über OPC UA an, welche über XI-Gateway, welche über Hardware?

Geben Sie Ihre Maschinenliste mit Steuerungstyp und Baujahr vor. Eine gute Antwort ordnet jede Maschine einer Anbindungsklasse zu, statt pauschal von Herstellerunabhängigkeit zu sprechen. Genau hier entsteht der größte Teil der ungeplanten Kosten.

03

Was kostet die Anbindung je Maschinentyp, inklusive Altanlagen ohne Steuerungsschnittstelle?

Verlangen Sie Preise je Klasse, nicht eine Gesamtsumme. Für Altanlagen, die nur über Signalabgriff oder Zählimpulse erfasst werden können, gehören Hardware, Montage und Elektroarbeiten in die Kalkulation. Größenordnungen finden Sie unter MES-Kosten 2026.

04

Nach welchem Regelwerk rechnen Sie OEE, VDMA 66412 oder ISO 22400?

PROXIA nennt für KPI.web das VDMA- und DIN-Einheitsblatt 66412. Wenn Ihr Konzern nach ISO 22400 berichtet, klären Sie, ob beide Sichten parallel möglich sind. Eine gute Antwort zeigt die Verlustzeitkategorien im System, nicht nur eine Formel auf einer Folie.

05

Welche ERP-Objekte tauscht der Realtime-Connector mit meiner konkreten ERP-Version aus?

Die Nennung von SAP, abas oder PRO ALPHA sagt noch nichts über Ihre Version und Ihren Customizing-Stand. Lassen Sie sich die Objektliste, die Übertragungsrichtung, die Taktung und die Fehlerbehandlung zeigen. Verweise auf zertifizierte Schnittstellen sollten mit Jahr und Zertifikatsstand belegt sein.

06

Welche Daten bleiben lokal, welche gehen in die Cloud, und wo steht diese Cloud?

Das hybride Konzept über die Distributed Data Architecture trägt nur, wenn die Aufteilung schriftlich definiert ist. Lassen Sie sich die Datenklassen benennen, dazu Betreiber und Standort des Rechenzentrums sowie den Auftragsverarbeitungsvertrag. Klären Sie im selben Zug, wie Sie Ihre Daten bei Vertragsende zurückerhalten.

07

Sind Sie nach ISO 9001 oder ISO 27001 zertifiziert, und wenn nein, welchen Nachweis liefern Sie meiner IT?

Auf den Herstellerseiten ist keine ISO-Zertifizierung ausgewiesen. Das ist kein Ausschlusskriterium, aber Ihre IT-Sicherheit wird einen Nachweis verlangen. Mögliche Ersatznachweise sind ein TISAX-Label, ein Pentest-Bericht oder ein ausgefüllter Fragebogen zur Informationssicherheit.

08

Wie viele Ihrer 200 Projekte haben meine Fertigungsart, meine Größe und meine Branche?

Die Gesamtzahl ist als Referenz wenig wert, die Teilmenge ist entscheidend. Bitten Sie um drei Referenzkunden mit vergleichbarem Maschinenpark und um ein Telefonat mit dem dortigen Produktionsleiter, nicht nur um einen Anwenderbericht als PDF.

09

Worauf beruhen die genannten Einsparungspotenziale, und wie wurden sie gemessen?

PROXIA nennt auf der Referenzseite Werte wie 55 Prozent schnellere Durchlaufzeiten oder 67 Prozent weniger Papierarbeit. Fragen Sie nach Messzeitraum, Ausgangswert, Stichprobe und Branche. Eine belastbare Antwort nennt einen konkreten Kundenfall, keine Durchschnittsangabe ohne Bezugsgröße.

10

Wie wirkt sich die Zugehörigkeit zu Shoplogix und Constellation Software auf Roadmap und Preismodell aus?

Seit November 2022 gehört PROXIA zu einem börsennotierten kanadischen Konzern. Fragen Sie, wer über die Produkt-Roadmap entscheidet, ob Preis- und Wartungsmodelle Konzernvorgaben folgen und ob Shoplogix-Funktionen künftig in PROXIA MES einfließen. Der Halteansatz von Constellation ist nach eigener Darstellung langfristig, das spricht gegen einen kurzfristigen erneuten Eigentümerwechsel.

11

Welche Module brauche ich in Phase 1, und was kostet der Nachkauf in Phase 2?

Der modulare Aufbau trägt nur dann, wenn die Preise für spätere Module heute bekannt sind. Lassen Sie sich Feinplanung, CAQ, TPM.web und Personalzeiterfassung mit Preis und Aufwand als Option ins Angebot schreiben, auch wenn Sie sie zunächst nicht beauftragen.

12

Wie läuft ein Releasewechsel, und was passiert dabei mit meinen Individualanpassungen?

Der Hersteller gibt an, projektbezogene Individualentwicklungen in den Standard zu überführen. Lassen Sie sich das an einem realen Beispiel zeigen: welche Anpassung wurde übernommen, welche blieb kundenspezifisch, wie lange dauerte der letzte Versionswechsel bei einem vergleichbaren Kunden und wer trug den Testaufwand.

13

Welche Preisanpassungsklausel gilt für die jährliche Softwarepflege, und mit welcher Obergrenze?

In den veröffentlichten Pflegevertragskonditionen steht, dass sich der Jahrespreis aus der Auftragsbestätigung ergibt. Eine Preisanpassungsklausel ist dort nicht ausgewiesen. Verlangen Sie deshalb eine benannte Klausel mit Index, Anpassungsrhythmus und Obergrenze und klären Sie, ob sich der Wartungssatz auf Listenpreis oder Verhandlungspreis bezieht.

14

Wie lange pflegen Sie meine Hauptversion, gemessen in Jahren statt in Releasezyklen?

Der Pflegevertrag begrenzt Bugfixing auf bis zu maximal zwei Major-Release-Zyklen rückwärts. Wie lange das in Jahren bedeutet, hängt an der Releasefrequenz, die im Text nicht steht. Fragen Sie nach der Frequenz der letzten fünf Hauptversionen und lassen Sie sich die Pflegedauer für Ihre Zielversion in Jahren zusagen.

15

Ersetzt TPM.web unser vorhandenes Instandhaltungssystem, und wer führt dann den Anlagenstammbaum?

Wenn Sie bereits SAP PM oder ein CMMS betreiben, ist die Frage nicht, ob TPM.web das auch kann, sondern welches System führend wird. Lassen Sie sich die Übergaberichtung für Störmeldungen zeigen und klären Sie Ersatzteilführung, Prüffristen und Fremdfirmenabwicklung einzeln ab.

16

Welche Service- und Reaktionszeiten gelten für meinen Schichtbetrieb?

Die veröffentlichten Konditionen nennen Servicezeiten werktags von 8 bis 17 Uhr, sofern nichts anderes vereinbart ist. Wer dreischichtig oder am Wochenende produziert, braucht eine gesonderte Vereinbarung. Lassen Sie Erreichbarkeit, Reaktionszeit und Wiederherstellungszeit getrennt zusagen und ordnen Sie ihnen Störungsklassen zu.

So nutzen Sie die Liste. Notieren Sie zu jeder Frage nur zwei Dinge: die Antwort und ob sie belegt oder behauptet war. Am Ende des Termins sehen Sie an der Verteilung, wie tief der Anbieter in Ihrem Fall steckt. Dasselbe Raster funktioniert bei MPDV, FORCAM ENISCO und Siemens Opcenter. Das methodische Vorgehen für die gesamte Auswahl steht unter MES auswählen: Vorgehen, Kriterien und typische Fehler, die Anforderungen dazu unter MES-Lastenheft erstellen.

Alternativen im DACH-Raum

Wenn Ihre Anforderung abweicht
liegt ein anderer Anbieter näher

PROXIA ist auf Einzel-, Varianten- und Lohnfertigung im industriellen Mittelstand zugeschnitten. Weicht Ihre Anforderung davon ab, ist ein anderer Anbieter nicht besser, sondern näher am Anwendungsfall. Die Tabelle nennt zehn typische Abweichungen und den jeweils naheliegenden Anbieter. Die Einordnung stammt von Sectorlens und beruht auf dem öffentlich dokumentierten Funktionsumfang der genannten Hersteller sowie auf Auswahlprojekten seit 2022. Budgetrahmen und Kostentreiber stehen unter MES-Kosten 2026, der Marktüberblick unter MES-Anbietervergleich DACH.

Abweichende AnforderungAnbieter, der dann näher liegtBegründung in einem Satz
Konzernweiter Rollout über viele Werke, dazu Feinplanung und Integrationsplattform aus einer HandMPDV MosbachNennt 530 Mitarbeitende, 2.430 Installationen und 135.000 Maschinenanbindungen sowie mit HYDRA X, FEDRA und der MIP eine abgestimmte Schichtung aus MES, APS und Plattform (Herstellerangaben, Stand 2026).
Shopfloor-Transparenz und OEE als eigenständiges Programm, ohne Planungs- und ZeitwirtschaftsmoduleFORCAM ENISCO BöblingenPositioniert sich laut Hersteller als modulares MES für Cloud und On-Premise mit ausgeprägtem Schwerpunkt auf Maschinendatenerfassung und Kennzahlen.
Feinplanung, Zeitwirtschaft und Fertigungssteuerung in einer eng verzahnten ProduktlinieIndustrie Informatik LinzDie Produktlinie cronetwork ist auf integrierte Feinplanung, Zeitwirtschaft und Fertigungssteuerung im industriellen Mittelstand ausgerichtet.
Schneller, klar begrenzter Einstieg mit BDE, MDE und OEE bei kleinem BudgetFASTEC PaderbornAdressiert vor allem Betriebs- und Maschinendatenerfassung sowie OEE als abgegrenzten Einstieg statt als vollständige Fertigungs-IT-Suite.
Personalzeitwirtschaft, Zutrittskontrolle und Schichtplanung sind gleichwertig zur FertigungssteuerungGFOS EssenKommt aus dem Workforce Management und verbindet MES-Funktionen eng mit Zeitwirtschaft, Zutritt und Personaleinsatzplanung.
Elektronikfertigung mit Rückverfolgbarkeit bis auf Bauteil- und ProzessparameterebeneiTAC Software MontabaurDer dokumentierte Schwerpunkt liegt auf Traceability und Qualitätsdaten in der Elektronik- und Automobilzulieferfertigung.
Konzernweite Standardisierung in einer bereits durchgängigen Siemens-Automatisierungs- und PLM-LandschaftSiemens Opcenter NürnbergFügt sich in eine geschlossene Kette von Automatisierung über PLM bis MES ein und reduziert die Zahl der Herstellerbeziehungen.
Konsequente SAP-Strategie ohne zweite Vertrags- und Wartungsbeziehung neben dem ERPSAP Digital Manufacturing WalldorfBleibt vollständig im SAP-Stack und vermeidet damit getrennte Schnittstellen- und Releasepflege zwischen zwei Herstellern.
Durchgängig rezepturbasierte Prozessfertigung mit Master Batch Record als KernprozessAnbieter mit reinem Prozessfokus ProzessRezeptur-, Chargen- und Spezifikationsführung ist dort der Produktkern und nicht eine Ergänzung zur diskreten Auftragslogik, siehe MES für Prozessfertigung.
GxP-pflichtiger Standort mit Validierungsunterlagen, elektronischer Signatur und vollem Audit-TrailAnbieter mit dokumentiertem GxP-Paket PharmaFür validierungspflichtige Fertigung entscheidet der Umfang mitgelieferter Qualifizierungsdokumente, nicht der Funktionsumfang allein, siehe MES für Pharma und Medizintechnik.

Kein Ausschluss, sondern eine Reihenfolge. Mehrere dieser Anbieter können denselben Fall bedienen. Die Tabelle sagt nur, wer bei der genannten Anforderung mit dem geringsten Anpassungsaufwand hinkommt. Wenn Sie bereits ein System betreiben und wechseln wollen, lesen Sie zuerst MES wechseln: Migration und Kosten.

Häufige Fragen zu PROXIA

PROXIA, Module und Eigentümer
siebzehn Fragen, siebzehn klare Antworten

Jede Antwort ist ohne den Rest der Seite verständlich und nennt die Quelle. Wo eine Angabe auf den Herstellerseiten fehlt, steht das ausdrücklich dort, statt durch eine Schätzung ersetzt zu werden.

Was ist PROXIA und wofür steht das Unternehmen?

Die PROXIA Software AG ist ein MES-Hersteller mit Sitz in der Römerstraße 7 in 85661 Forstinning bei München, eingetragen beim Amtsgericht München unter HRB 189776. Das Unternehmen entstand 2011 durch Ausgliederung aus der MES-Division der COSCOM und führt seine Wurzeln in der Fertigungsdatenerfassung bis 1985 zurück. PROXIA nennt über 30 Jahre MES-Erfahrung, 200 erfolgreiche MES-Projekte und 12.000 vernetzte Anlagen und Arbeitsplätze (Herstellerangaben, Stand 2026). Das Portfolio deckt MES-Planung, MES-Erfassung und MES-Auswertung ab, also Feinplanung, Betriebsdatenerfassung, Maschinendatenerfassung, Prozessdaten, Monitoring und Kennzahlen.

Wem gehört PROXIA?

PROXIA ist seit November 2022 ein Unternehmensbereich von Shoplogix innerhalb der Constellation Software Inc. mit Sitz in Toronto (Herstellerangabe, Stand 2026). Constellation Software wurde 1995 gegründet, ging 2006 an die Börse und beschreibt sich als Holding für Vertical-Market-Software mit über 24.000 Mitarbeitenden, mehr als 1.000 Übernahmen und über 125.000 Kunden in mehr als 100 Ländern. Shoplogix ist nach eigener Darstellung seit 2002 im IIoT-Umfeld tätig und sitzt in Oakville in Ontario. Die Unternehmenshistorie von PROXIA datiert den Zusammenschluss auf November 2022. Für Ihr Projekt heißt das: Vertragspartner in Deutschland ist eine deutsche Aktiengesellschaft, die Eigentümerstruktur ist ein börsennotierter kanadischer Konzern mit langfristigem Halteansatz.

Was bedeutet die Zugehörigkeit zu Constellation Software für Preise und Produktstrategie?

Öffentlich belegt ist die Struktur, nicht ihre Wirkung auf Ihr Angebot. PROXIA beschreibt sich im Verbund als autonomes Unternehmen mit Zugang zu Innovationen und Best Practices des Mutterkonzerns (Herstellerangabe, Stand 2026). Für die Investitionssicherheit spricht, dass Constellation Software seit 1995 Softwareunternehmen erwirbt und nach eigener Darstellung langfristig hält, ein kurzfristiger erneuter Eigentümerwechsel ist damit unwahrscheinlich. Offen bleibt, wer die Entwicklungs-Backlogs priorisiert und ob Funktionen der Schwestereinheit Shoplogix künftig in PROXIA MES einfließen, eine öffentliche Roadmap dazu gibt es nicht. Klären Sie deshalb im Vertrag die Preisanpassungsklausel mit Index und Obergrenze, die Pflegedauer Ihrer Hauptversion in Jahren und den Erfüllungsort für Support und Vor-Ort-Leistungen.

Welche Module hat PROXIA MES?

PROXIA gliedert das Portfolio in drei Blöcke. MES-Planung umfasst die ERP- und PPS-Kommunikation über den Realtime-Connector, die Leitstand-Feinplanung, den PROXIA-Manager als Applikationsplattform und die Personaleinsatzplanung PEP. MES-Erfassung umfasst Betriebsdatenerfassung, Maschinendatenerfassung und Prozessdatenerfassung. MES-Auswertung umfasst die Zustandsüberwachung und das Kennzahlenmodul KPI.web mit OEE. Ergänzend nennt der Hersteller Personalzeiterfassung, CAQ-Qualitätsmanagement, innerbetriebliche Transportlogistik, die Instandhaltungslösung TPM.web, Hardware-Lösungen und Wissensmanagement (Herstellerangaben, Stand 2026).

Für welche Fertigungsart ist PROXIA gedacht?

Der Hersteller nennt ausdrücklich passgenaue Lösungen für Unternehmen in der diskreten Fertigung und führt als Schwerpunkte Maschinen- und Anlagenbau, Lohnfertigung, Automotive, Werkzeug- und Formenbau sowie die Kunststoff- und Chemieindustrie auf (Herstellerangabe, Stand 2026). Die dokumentierten Funktionen für Rüstoptimierung, mehrstufige Auftragsnetzwerke und Multiressourcenplanung sprechen für Einzel-, Varianten- und Kleinserienfertigung mit hoher Auftragsvielfalt. Für durchgängig rezeptur- und chargengeführte Prozessfertigung, bei der der Master Batch Record der Kernprozess ist, sind Anbieter mit ausschließlichem Prozessfokus näher am Anwendungsfall. Die Kunststoff- und Chemieseiten von PROXIA beschreiben Datenerfassung, Qualitätskontrolle und Prozessmonitoring, nicht eine durchgängige Rezeptursteuerung.

Welche Maschinen kann PROXIA anbinden?

PROXIA gibt an, nahezu alle Maschinen und Anlagen unabhängig von Produktionsverfahren, Alter der Anlage und Steuerungstyp anbinden zu können. Unterstützt werden laut Hersteller internationale Standards wie OPC UA und Euromap 63, dazu MTConnect und MQTT (Herstellerangaben, Stand 2026). Das 2018 vorgestellte XI-Gateway kombiniert das MTConnect-Datenmodell mit der Übertragung über OPC UA und dient als zentraler Datenprovider für heterogene Maschinenparks. Ältere Steuerungen ohne eigenen OPC-UA-Server werden laut Hersteller über Gateway-Lösungen integriert, ohne dass die Maschinenschnittstelle auf MES-Seite programmiert werden muss.

Bietet PROXIA ein Cloud-MES?

PROXIA beschreibt ein hybrides Konzept auf Basis einer Distributed Data Architecture. Know-how-relevante und zeitkritische Daten wie Bewegungsdaten von Fertigungsaufträgen bleiben in der lokalen Private-Core-Datenbank, unkritische und kontextlose Daten wie Telemetriedaten von Anlagen können über ein MQTT-Gateway in eine Cloud geschrieben werden (Herstellerangabe, Stand 2026). Ein reines Multi-Tenant-SaaS-Angebot mit vollständiger Datenhaltung beim Anbieter ist auf den Produktseiten nicht dokumentiert. Wer eine Cloud-First-Strategie verfolgt, klärt deshalb schriftlich, welche Komponenten lokal bleiben, wo die Cloud betrieben wird und wer für Updates verantwortlich ist.

Nach welchem Standard rechnet PROXIA die OEE?

Das Kennzahlenmodul KPI.web nennt eine standardisierte Berechnungsmathematik und Definition nach VDMA- beziehungsweise DIN-Einheitsblatt 66412 (Herstellerangabe, Stand 2026). Verknüpfungen, Regelwerke und Abhängigkeiten sind laut Hersteller frei konfigurierbar, ebenso das Layout der Auswertungsdarstellung. Die Datenbasis bilden automatische Rückmeldungen aus der Maschinendatenerfassung und manuelle Rückmeldungen aus der Betriebsdatenerfassung. Wenn Sie werksübergreifend oder gegen Konzernvorgaben vergleichen wollen, klären Sie zusätzlich die Abbildung nach ISO 22400, denn die beiden Regelwerke schneiden Verlustzeiten unterschiedlich.

Worin unterscheidet sich VDMA 66412 von ISO 22400?

VDMA 66412 ist eine mehrteilige Einheitsblattreihe des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau zu Manufacturing Execution Systems, also ein Verbandsregelwerk und keine internationale Norm. ISO 22400 ist eine internationale Norm mit Teil 1 und Teil 2 aus dem Jahr 2014, einem Amendment von 2017 für Energiekennzahlen und einem technischen Bericht von 2018 zur Datenerfassung. Die OEE ist in beiden Regelwerken dasselbe Produkt aus Verfügbarkeits-, Leistungs- und Qualitätsgrad, der Unterschied liegt im Zeitmodell darunter: welche Zeit als Bezugsgröße dient und wie Rüsten, geplante Wartung, Pausen und Mikrostillstände einsortiert werden. Dieselbe Maschine in derselben Schicht kann deshalb zwei verschiedene OEE-Werte ergeben, ohne dass eines der Systeme falsch rechnet. Für ein einzelnes Werk ist das unkritisch, für Werksvergleiche und Konzernberichte legen Sie sich auf ein Regelwerk fest und verlangen die Abbildung schriftlich.

Welche ERP-Systeme lassen sich an PROXIA anbinden?

PROXIA nennt eine standardisierte Datenkommunikation mit Infor, abas, SAP, PSI, sage bäurer, PRO ALPHA, Navision und Microsoft Business Solutions sowie weiteren Systemen (Herstellerangabe, Stand 2026). Der Austausch läuft über den PROXIA Realtime-Connector, der laut Hersteller auch bidirektional mit anderen am Prozess beteiligten IT-Systemen kommuniziert. Für SAP verweist die Unternehmenshistorie auf zertifizierte Schnittstellen seit 2005 und eine erneute Zertifizierung im Jahr 2021. Lassen Sie sich für Ihre konkrete ERP-Version zeigen, welche Objekte übertragen werden, in welche Richtung und wie Fehlerfälle behandelt werden, denn dort entsteht in Projekten der meiste ungeplante Aufwand.

Ersetzt TPM.web ein separates CMMS oder SAP PM?

Das entscheidet sich an vier Punkten: Ersatzteilbestandsführung, gesetzliche Prüffristen, Fremdfirmenabwicklung und der Frage, ob Ihre Instandhaltung über Produktionsanlagen hinaus auch Gebäude, Medien und Infrastruktur betreut. TPM.web identifiziert laut Hersteller Maßnahmen aus Maschinen- und Personalmeldungen, terminiert sie in einer Gantt-Ansicht unter Berücksichtigung produktionsbedingter Stillstandzeiten und dokumentiert Tätigkeiten, Ersatzteile und Forecast-Kosten bis auf Baugruppenebene (Herstellerangabe, Stand 2026). Für einen Betrieb mit wenigen eigenen Instandhaltern, der heute mit Excel oder Wandplan arbeitet, deckt das den Bedarf meist ab und erspart eine zweite Schnittstelle. Wer SAP PM bereits produktiv mit Anlagenstammbaum und Aufträgen betreibt, lässt es besser führend und definiert stattdessen die Übergabe von Störmeldungen aus der Maschinendatenerfassung. Entscheidend ist in jedem Fall, dass nur ein System den Anlagenstammbaum führt, sonst weichen die Auswertungen nach kurzer Zeit voneinander ab.

Wie viele Mitarbeitende hat PROXIA?

Eine Mitarbeiterzahl veröffentlicht PROXIA auf den eigenen Seiten nicht (Prüfung der Herstellerseiten durch Sectorlens, Stand August 2026). Belegt sind über 30 Jahre MES-Erfahrung, 200 erfolgreiche MES-Projekte, 12.000 vernetzte Anlagen und Arbeitsplätze sowie Standorte in Forstinning, Holzwickede, Luzern, Tychy und über Shoplogix in Oakville. Für die Projektplanung ist die Gesamtzahl ohnehin weniger aussagekräftig als die Frage, wie viele Beraterinnen und Berater in Ihrer Branche und Ihrer Region tatsächlich verfügbar sind. Fragen Sie im Erstgespräch nach Teamgröße, Auslastung und Vertretungsregelung für Ihren Projektleiter.

Ist PROXIA nach ISO 9001 oder ISO 27001 zertifiziert?

Auf den öffentlich zugänglichen Herstellerseiten ist keine ISO-Zertifizierung ausgewiesen (Prüfung der Herstellerseiten durch Sectorlens, Stand August 2026). Belegt sind Auszeichnungen wie der TOP-100-Award für Open Innovation 2019 und 2021 sowie das BITMi-Gütesiegel Software Made in Germany. Auszeichnungen ersetzen kein zertifiziertes Managementsystem. Wenn Ihre Konzern-IT oder Ihr Einkauf ein Informationssicherheitszertifikat verlangt, fragen Sie es aktiv ab, statt es vorauszusetzen.

Was umfasst der Software-Pflegevertrag von PROXIA?

PROXIA veröffentlicht die Konditionen des Software-Pflegevertrags im Volltext auf der eigenen Website (Herstellerangabe, Stand 2026). Enthalten sind Updates mit Informationsdienst, Bugfixing für bis zu maximal zwei Major-Release-Zyklen rückwärts, die Nutzung von Telefonhotline, Ticketsystem und E-Mail-Service sowie Fernwartung. Die Servicezeiten liegen werktags von 8 bis 17 Uhr, sofern nichts anderes vereinbart ist. Ausdrücklich nicht enthalten sind die Entwicklung von Features und Upgrades sowie der Vor-Ort-Service für Installation und Einweisung, beides ist gesondert zu vereinbaren. Wer die Pflege kündigt und später reaktiviert, zahlt laut Vertragstext die zwischenzeitlich angefallenen Wartungskosten nach und zusätzlich eine Reaktivierungsgebühr.

Was kostet ein MES von PROXIA?

Listenpreise veröffentlicht PROXIA nicht, der Hersteller wirbt mit flexiblen Preis- und Bezugsmodellen (Herstellerangabe, Stand 2026). Die Gesamtkosten eines MES-Projekts im Mittelstand hängen weniger am Lizenzpreis als an der Zahl der anzubindenden Maschinen, der Zahl der Arbeitsplätze, dem Umfang der ERP-Kopplung und der Menge an Individualanpassungen. Kalkulieren Sie neben Lizenz und Einführung die jährliche Wartung, Hardware für Shopfloor-Terminals sowie internen Personalaufwand für Stammdatenpflege und Schulung. Eine belastbare Zahl entsteht erst nach einer Aufnahme Ihrer Maschinen und Schnittstellen, nicht aus einer Preisliste.

Wie lange dauert eine PROXIA-Einführung und welchen internen Aufwand muss ich einplanen?

In Auswahl- und Begleitprojekten von Sectorlens seit 2022 liegt die Zeit von der Anforderungsaufnahme bis zum Produktivbetrieb der ersten Phase bei sieben bis vierzehn Monaten, bezogen auf ein Einzelwerk mit 50 bis 500 Beschäftigten. Der interne Personalaufwand liegt über die Projektlaufzeit bei 80 bis 400 Personentagen, verteilt auf Projektleitung, Key-User je Fertigungsbereich, IT, Instandhaltung und Elektrik. Die Projektleitung sollte mit 30 bis 50 Prozent ihrer Kapazität freigestellt sein, andernfalls verlängert sich vor allem die Phase der Maschinenanbindung. Die größte Streuung liegt genau dort: Eine Anlage mit OPC-UA-Server ist in Stunden angebunden, eine Altanlage mit potentialfreien Kontakten braucht Signalwandler, Verkabelung, Schaltschrankarbeit und einen Elektriker. Diese Werte sind Erfahrungswerte aus Sectorlens-Projekten, keine Herstellerzusagen.

Wann liegt ein anderer Anbieter näher als PROXIA?

Wenn Ihre Fertigung durchgängig rezeptur- und chargengeführt ist und der Master Batch Record den Kernprozess bildet, liegen Anbieter mit reinem Prozessfokus näher am Anwendungsfall. Wenn Sie konzernweit in einer bereits durchgängigen Siemens- oder SAP-Landschaft standardisieren, sind Siemens Opcenter oder SAP Digital Manufacturing näher an dieser Strategie. Wenn Rückverfolgbarkeit bis auf Bauteil- und Prozessparameterebene in der Elektronikfertigung entscheidet, ist ein auf Traceability spezialisierter Anbieter näher dran. Unterhalb von etwa zehn anzubindenden Anlagen und ohne bidirektionale ERP-Kopplung steht der Aufwand einer vollständigen MES-Einführung ohnehin in keinem guten Verhältnis zum Nutzen, unabhängig vom Anbieter. Die Alternativentabelle auf dieser Seite ordnet zehn abweichende Anforderungen konkreten Anbietern im DACH-Raum zu.

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