MES auswählen · Von der Longlist zur Shortlist

MES-Shortlist.
Per RFI von der Longlist zu drei bis fünf Anbietern.

Eine MES-Shortlist ist die engere Auswahl von drei bis fünf Anbietern eines Manufacturing Execution Systems (MES, Software zur Steuerung und Erfassung der Produktion), die ein verbindliches Angebot abgeben und ihr System an Ihren eigenen Testfällen vorführen. Sie entsteht aus der Longlist über einen Request for Information (RFI, standardisierter Fragebogen an mehrere Anbieter) und führt in den Request for Proposal (RFP, verbindliche Angebotsanfrage auf Basis des Lastenhefts). Diese Seite richtet sich an Fertigungsunternehmen im DACH-Raum und zeigt, wie Sie den RFI aufbauen, Fristen setzen, Antworten mit Gewichtung und Punkteskala bewerten, K.o.-Kriterien anwenden und Referenzen prüfen, bevor die Demos beginnen.

RFI-AufbauBewertungsraster 0 bis 3K.o.-KriterienNDA und VertraulichkeitBeispiel-Shortlists
3 bis 5
Anbieter auf der Shortlist, darunter fehlt die Vergleichsbasis (Erfahrungswert von Find-Your-MES)
2 bis 3
Wochen Antwortfrist für einen RFI mit 40 bis 50 Fragen (Erfahrungswert von Find-Your-MES)
50
Fragen in acht Kategorien im RFI-Fragebogen von Find-Your-MES
Einordnung

Warum die Shortlist
über einen RFI entsteht.

Die Shortlist entscheidet, welche Anbieter Sie in den aufwendigen Teil der Auswahl mitnehmen: Lastenheft, Angebot, Demo und Referenzen. Jeder Anbieter auf der Shortlist kostet Sie einen halben bis ganzen Demo-Tag, eine vollständige Punktvergabe und mindestens ein Referenzgespräch. Der RFI sorgt dafür, dass diese Plätze nach belegten Antworten vergeben werden und nicht nach Bekanntheit.

Shortlist ohne RFI

  • Auswahl nach Messebesuch, Empfehlung oder Bekanntheit des Namens
  • Jeder Anbieter präsentiert in seinem eigenen Format, Antworten sind nicht vergleichbar
  • K.o.-Kriterien fallen erst in der Demo oder im Vertrag auf
  • Gewichtung entsteht nachträglich und folgt dem Favoriten
  • Entscheidung ist gegenüber Geschäftsführung und Betriebsrat schwer begründbar

Shortlist mit RFI und Bewertungsraster

  • Identische Fragen an alle Anbieter der Longlist, identische Frist
  • Antworten nebeneinander bewertet, Lücken und Ausweichantworten sichtbar
  • K.o.-Kriterien vor dem Versand festgelegt und offen kommuniziert
  • Gewichtung und Punkteskala mit Datum freigegeben, bevor die erste Antwort eintrifft
  • Dokumentierte Begründung je Anbieter für Aufnahme oder Ausschluss

Aufwand je Shortlist-Anbieter laut MES-Lastenheft erstellen (Stand August 2026). Das gesamte Auswahlvorgehen beschreibt MES auswählen: Vorgehen, Kriterien und typische Fehler.

RFI-Aufbau

Was in den RFI gehört
und was er belegen muss.

Ein RFI fragt breit und vergleichbar, nicht tief. Die folgenden sechs Blöcke tragen die Shortlist-Entscheidung. Den vollständigen Fragebogen mit 50 Fragen im Wortlaut finden Sie im RFI-Fragebogen für MES-Anbieter, dort ergänzt um Datenschutz, IT-Sicherheit und Skalierbarkeit.

01 · Unternehmensdaten

Wer hinter dem Produkt steht

Gründungsjahr, Eigentümer, Finanzierung und vor allem die Zahl der Mitarbeitenden, die tatsächlich am MES arbeiten. Bei einer Bindung über viele Jahre ist die Stabilität des Anbieters ein eigenes Kriterium.

  • Mitarbeitende im MES-Geschäft getrennt vom Gesamtunternehmen
  • Support-Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Roadmap für die nächsten 12 bis 24 Monate
02 · Funktionsabdeckung

Elf Kernfunktionen nach MESA-11

Der Funktionsblock folgt den elf MES-Kernfunktionen nach MESA-11, von Feinplanung über Datenerfassung bis Genealogie und Leistungsanalyse. Entscheidend ist nicht das Häkchen, sondern die Art der Abdeckung.

  • Je Funktion angeben lassen: Standard, Konfiguration, Entwicklung oder Partner
  • Separat lizenzierte Module ausdrücklich kennzeichnen lassen
  • Antworten mit Dokumentation oder Referenz belegen lassen
03 · Architektur und Betrieb

Cloud, On-Premise oder Hybrid

Das Betriebsmodell bestimmt IT-Aufwand, Investitionsstruktur und Reaktion im Störfall. Fragen Sie nach dem empfohlenen Modell für Ihre Fertigung und nach dem Verhalten bei Netzausfall.

  • Rechenzentrumsstandort und Subunternehmer
  • Vertragliche Verfügbarkeit und Wartungsfenster relativ zu Ihren Schichten
  • Abwägung im Detail: Cloud-MES oder On-Premise
04 · Integration

ERP und Maschinenpark

Ein MES tauscht Daten mit dem ERP und mit Maschinen, Steuerungen und SCADA aus. Gefragt sind produktiv genutzte Schnittstellen, nicht theoretisch mögliche.

  • Standardschnittstelle zu Ihrem ERP-Release mit Referenzkunde
  • OPC UA (IEC 62541) und weitere Protokolle für Ihre Steuerungsgenerationen
  • Offene APIs und Datenexport, siehe MES-API, Exit und Datenhoheit
05 · Referenzen

Erreichbare Kunden statt Logo-Wand

Verlangen Sie drei Referenzkunden mit vergleichbarer Fertigungsart und Größe, mit denen ein Gespräch möglich ist. Eine Kundenliste ohne Kontakt sagt wenig über Ihre Projektchancen.

  • Fertigungsart, Mengengerüst und ERP-Stand der Referenz
  • Tatsächliche Projektdauer von Vertrag bis Go-Live
  • Ausführendes Team: Hersteller, Partner oder Subunternehmer
06 · Preismodell und Support

Lizenzlogik und Betreuung nach Go-Live

Im RFI geht es um die Preislogik, nicht um verbindliche Preise. Wer Metrik, Bestandteile und Indexierung offenlegt, ist später leichter vergleichbar. Beim Support zählt, was in Ihrer Nachtschicht passiert.

  • Lizenzmetrik, Wartungssatz, Preisanpassung und Exit-Kosten
  • Supportzeiten und Reaktionszeit je Störungsklasse
  • Fünfjahressicht später im TCO-Rechner für MES

Blöcke und Fragen nach dem RFI-Fragebogen für MES (Stand 2026). MESA-11 ist ein Funktionsmodell des Verbands MESA International, die Norm IEC 62264 gliedert die Fertigungsbetriebsführung anders.

Ablauf und Fristen

Von der Longlist zur Shortlist
in sechs Schritten.

Von der geprüften Longlist bis zur beschlossenen Shortlist vergehen nach unseren Erfahrungswerten rund vier bis sechs Wochen. Der größte Block ist die Antwortfrist der Anbieter.

01

Longlist prüfen, K.o.-Kriterien festlegen

Prüfen Sie die MES-Longlist gegen Fertigungsart, Branche und Betriebsmodell. Den RFI erhalten typischerweise fünf bis acht Anbieter, bei noch unklarem Markt auch zehn bis fünfzehn. Leiten Sie die K.o.-Kriterien aus Ihren Muss-Anforderungen ab. Dauer: ein bis zwei Wochen.

02

Gewichtung und Raster freigeben

Kategorien, Gewichte und Punkteskala werden vor dem Versand festgelegt, mit Datum dokumentiert und vom Entscheidungsgremium freigegeben. Wer die Gewichte nach Eingang der Antworten setzt, passt sie unbewusst dem Favoriten an.

03

RFI-Paket versenden

Alle Anbieter erhalten zur selben Zeit dasselbe Paket: Kurzprofil Ihrer Fertigung, Fragebogen, Antwortformat, K.o.-Kriterien, Ansprechpartner und ein festes Rückgabedatum. Für einen RFI mit 40 bis 50 Fragen sind zwei bis drei Wochen Antwortfrist angemessen.

04

Rückfragen gesammelt beantworten

Setzen Sie eine Frist für Rückfragen in der ersten Woche und beantworten Sie alle Fragen gesammelt an alle Anbieter gleichzeitig, ohne Nennung des Fragenden. So bleibt die Chancengleichheit gewahrt und niemand erhält Zusatzwissen.

05

Antworten bewerten und nachfragen

Bewerten Sie jede Antwort auf der Skala von 0 bis 3, prüfen Sie die K.o.-Kriterien und markieren Sie vage Antworten. Eine kurze Klärungsrunde mit gezielten Fragen ist fairer als ein sofortiger Ausschluss. Dauer: etwa eine Woche.

06

Shortlist beschließen und absichern

Das Gremium beschließt drei bis fünf Anbieter und dokumentiert die Begründung je Anbieter. Sagen Sie ausgeschiedenen Longlist-Anbietern erst ab, wenn alle Shortlist-Anbieter die Teilnahme am RFP bestätigt haben, damit Sie bei einer Absage nachziehen können.

Fristen sind Erfahrungswerte von Find-Your-MES aus begleiteten Auswahlprojekten, keine Zusage einzelner Anbieter. Grundlage: RFI-Fragebogen (Longlist ein bis zwei Wochen, RFI-Frist zwei bis drei Wochen, Auswertung eine Woche) und MES-Lastenheft erstellen (Gewichtung vor Angebotssichtung, Nachziehen aus der Longlist).

Bewertungsraster

RFI-Antworten bewerten:
Gewichtung und Punkteskala.

Bewertet wird je Kategorie auf einer Skala von 0 bis 3: 0 = nicht vorhanden, 1 = nur über kundenspezifische Entwicklung, 2 = über Konfiguration, 3 = im Standard und belegt. Der Gesamtwert ist die Summe aus Gewicht mal Punkten, das Maximum liegt bei 300. Die Gewichte unten sind ein Beispiel und müssen zu Ihrer Ausgangslage passen.

RFI-KategorieGewicht (Beispiel)3 Punkte, wenn0 Punkte, wenn
Funktionsumfang11 Fragen nach MESA-1130 %Kernfunktion im Standard, mit Dokumentation oder Referenz belegtFunktion fehlt oder bleibt Absichtserklärung
Integrationsfähigkeit6 Fragen15 %Produktiv genutzte Standardschnittstelle zu Ihrem ERP-Release, OPC UA nativNur Individualentwicklung ohne Referenz
Implementierung und Support6 Fragen15 %Benanntes Team, Referenzprojekt mit realer Dauer, Support in Ihren SchichtzeitenSupport nur zu Bürozeiten, keine Projektdauer genannt
Unternehmen und Anbieter6 Fragen10 %Erreichbare Referenzen vergleichbarer Fertigung, Roadmap offengelegtKeine Referenz mit Kontakt, keine Angaben zur Stabilität
Architektur und Deployment5 Fragen10 %Gewünschtes Betriebsmodell dokumentiert, Verfügbarkeit beziffertBetriebsmodell nur auf Nachfrage oder unklar
Lizenzmodell und Preistransparenz6 Fragen10 %Metrik, Bestandteile, Indexierung und Exit-Kosten offen benanntNur Gesamtpreis auf Anfrage ohne Metrik
Datenschutz und IT-Sicherheit6 Fragen5 %AVV nach Art. 28 DSGVO, ISO 27001 mit passendem GeltungsbereichKein AVV, kein Zertifikat, kein Meldeprozess
Skalierbarkeit4 Fragen5 %Mehrere Werke in einer Instanz, Lizenzentwicklung bei Wachstum beziffertJeder Standort eigene Installation ohne Preisangabe

Skala und Gewichtungslogik wie in MES-Lastenheft erstellen, dort mit acht Kriteriengruppen für die RFP-Bewertung. Die Gewichte sind eine Beispielverteilung von Find-Your-MES, keine Norm. RFI-Punkte sind vorläufig: Die volle Punktzahl gilt erst, wenn die Funktion in der Demo an Ihren Testfällen gezeigt wurde. Liegen zwei Anbieter weniger als 5 Prozent des Maximums auseinander, entscheidet nicht die Matrix, sondern die Klärungsrunde.

Mehr als eine Engine

Hinter dem Matching steht ein ganzes Portal

Für ein belastbares RFI brauchen Sie priorisierte Anforderungen. Im Portal entstehen sie aus Vorlagen, KI Vorschlägen und Ihren eigenen Ergänzungen.

Die Matching Engine liefert die erste Orientierung, das Selection Portal begleitet Sie danach durch das gesamte Auswahlprojekt. Bei Unsicherheit über Ihre Anforderungen starten Sie mit dem Anforderungsmanager und den Vorlagen. Find-Your-MES erhält keine Zahlung für Platzierungen, Matching und Ranking sind rein inhaltlich.

K.o.-Kriterien und Recht

Ausschlussgründe, Vertraulichkeit
und rechtliche Leitplanken.

K.o.-Kriterien erzeugen keine Punkte, sie entscheiden über die Teilnahme. Rechtlich ist der RFI eine unverbindliche Informationsanfrage, trotzdem gelten bereits Regeln für Vertraulichkeit und fairen Umgang.

01 · Fachliche K.o.-Kriterien

Aus Muss-Anforderungen abgeleitet

Ein Anbieter, der ein Muss-Kriterium nicht erfüllt, wird vor der Punktvergabe ausgeschlossen, mit Datum, Kriterium und Fundstelle in der Antwort dokumentiert.

  • Gefordertes Betriebsmodell, etwa On-Premise-Pflicht
  • Produktiv genutzte Schnittstelle zu Ihrem ERP
  • Rückmeldung am Terminal auch bei Netzausfall
  • Deutschsprachiger Support in Ihren Schichtzeiten
02 · Formale K.o.-Gründe

Frist, Format, Vollständigkeit

Ein ausbleibender oder unvollständiger RFI ist selbst eine Information über Vertriebskapazität und Prozessreife. Nach einer Erinnerung mit kurzer Nachfrist ist der Ausschluss in der Regel fairer als ein verzögerter Prozess für alle.

  • Frist trotz Erinnerung versäumt
  • Eigenes Format statt vorgegebener Antworttabelle
  • Kategorien ganz oder überwiegend unbeantwortet
03 · Vertraulichkeit und NDA

Geschäftsgeheimnisse aktiv schützen

Nach § 2 Nr. 1 GeschGehG ist eine Information nur dann als Geschäftsgeheimnis geschützt, wenn ihr Inhaber angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen getroffen hat. Eine Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) ist eine solche Maßnahme.

  • Allgemeiner RFI mit Kurzprofil: NDA meist entbehrlich
  • Vor Mengengerüst, Maschinenliste, Layouts und Prozessdetails: NDA abschließen
  • Gegenseitig formulieren, Anbieter teilen Roadmaps und Preislogik
  • Laufzeit, Rückgabe und Löschung der Unterlagen regeln
04 · Verbindlichkeit

Unverbindlich, aber nicht folgenlos

Der RFI ist kein Angebot und keine Vertragsanbahnung im engeren Sinn. Schon die Anbahnung eines Vertrags begründet aber nach § 311 Abs. 2 BGB ein Schuldverhältnis mit Rücksichtnahmepflichten nach § 241 Abs. 2 BGB.

  • Unterlagen der Anbieter vertraulich behandeln und nicht weiterreichen
  • Zentrale RFI-Antworten archivieren
  • Im RFP festlegen, welche Angaben Vertragsbestandteil werden
05 · Datenschutz und Betriebsrat

Keine Personendaten im RFI

Ein RFI braucht keine personenbezogenen Daten. Spätestens wenn Sie für Demos echte Daten mit Personenbezug bereitstellen, müssen Sie den Personenbezug entfernen oder einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO abschließen.

06 · Öffentliche Auftraggeber

RFI als Markterkundung

Öffentliche Auftraggeber dürfen nach § 28 Abs. 1 VgV vor einem Vergabeverfahren den Markt erkunden. Ein Vergabeverfahren nur zur Markterkundung oder Preisermittlung ist nach § 28 Abs. 2 VgV unzulässig.

  • EU-Schwellenwert für Liefer- und Dienstleistungen seit 1. Januar 2026: 216.000 Euro netto
  • Sektorenauftraggeber: 432.000 Euro netto
  • Oberhalb gilt das förmliche Vergaberecht mit produktneutraler Leistungsbeschreibung

Quellen: § 2 GeschGehG, § 311 BGB, § 28 VgV, IHK Hannover zu den EU-Schwellenwerten 2026 und 2027 (Stand Oktober 2026). Keine Rechtsberatung, im Einzelfall Rechtsabteilung oder Anwalt einbinden.

Beispiel-Shortlists

Vier Anforderungsprofile,
vier mögliche Shortlists.

Die Tabelle zeigt, wie unterschiedlich Shortlists je nach Ausgangslage aussehen können und was Sie sich vom jeweiligen Anbieter im RFI belegen lassen sollten. Sie ist eine Illustration, keine Empfehlung und keine Rangfolge. Ihre reale Shortlist entsteht aus Ihrem K.o.-Abgleich und Ihrem Bewertungsraster, alle Anbieter finden Sie unter MES-Anbieter im DACH-Raum.

AnbieterSegmentPreis abBeispielprofilBetrieb laut HerstellerIm RFI belegen lassenProfil
MPDV HYDRA XMES-Spezialist, Mosbach 1977Mittelstandauf AnfrageA · Diskrete Fertigung, MittelstandOn-Premise oder Smart Factory Cloud ServicesPreismetrik und Wartungssatz getrennt für HYDRA X und FEDRAZum Portal →
PROXIA MESForstinning bei München, seit 2022 bei ShoplogixMittelstandauf AnfrageA · Einzel-, Varianten- und LohnfertigungOn-Premise mit hybrider Cloud-OptionRoadmap und Wartungspreis unter dem Eigentümer ConstellationZum Portal →
cronetworkIndustrie Informatik, Linz 1991Mittelstandauf AnfrageA · Automobilzulieferer, MaschinenbauOn-Premise, virtualisiert oder CloudGeltungsbereich der ISO 27001 für Ihren BetriebsfallZum Portal →
SAP Digital ManufacturingCloud-MES auf SAP BTPEnterpriseauf Anfrage (Abo)B · SAP S/4HANA, mehrere WerkeSaaS auf SAP BTP, Edge-Variante optionalVerhalten am Terminal bei Netzausfall und Edge-Bedarf je WerkZum Portal →
FORCAM ENISCOHauptsitz BöblingenEnterpriseauf AnfrageB · Maschinenanbindung und KennzahlenOn-Premise, Cloud über eine SAP-DM-ImplementierungWelche MES-Linie angeboten wird: MES LITE, MES FLEX oder E-MESZum Portal →
Siemens OpcenterMOM-Portfolio der Siemens AGEnterpriseauf AnfrageB · Konzern mit PLM-LandschaftOn-Premise sowie Cloud und SaaS mit Opcenter XWelche der neun Produktlinien im Angebot enthalten sindZum Portal →
SYMESTICCloud-MES, DossenheimKMUauf AnfrageC · Schneller Cloud-EinstiegCloud-nativ auf Microsoft AzureFunktionstiefe jenseits OEE und Datenexport bei KündigungZum Portal →
TulipNo-Code-Plattform, gegründet 2014Mittelstandab 100 $ je Interface/MoC · Werker-Apps, schrittweiser AusbauCloud-PlattformMindestabnahme von 10 Interfaces und MES-Abdeckung ohne EigenbauZum Portal →
Körber Werum PAS-XKörber Pharma Software, LüneburgEnterpriseauf AnfrageD · Pharma und Biotech, GxPOn-Premise, Private Cloud oder SaaSValidierungsumfang und Content-Vorkonfiguration im AngebotZum Portal →
FASTEC 4 PROFASTEC GmbH, Paderborn 1995Mittelstandauf AnfrageD · Lebensmittel, Pharma, KosmetikCloud oder On-PremiseModulumfang und Lizenz je Anlage und auswertendem UserZum Portal →

Betriebsmodelle laut Herstellerangaben in unseren Anbieterprofilen (Stand August 2026). Preise laut Herstellern auf Anfrage, Tulip Essentials laut tulip.co/plans bei jährlicher Abrechnung und mindestens 10 Interfaces (Stand Oktober 2026). Profile: A diskrete Fertigung im Mittelstand, B SAP-Landschaft oder Konzern, C schneller Cloud-Einstieg, D regulierte Prozessfertigung. Bewertungen und Schätzungen von Vergleichsportalen nutzen wir nicht.

Referenzen

Referenzgespräche und Referenzbesuche
richtig einsetzen.

Referenzen prüfen, was kein Fragebogen zeigen kann: wie das Projekt wirklich lief und wie das System im Schichtalltag arbeitet. In der Shortlist-Phase prüfen Sie die Verfügbarkeit, den Besuch vor Ort heben Sie sich für die Finalisten auf.

Auswahl

Die passende Referenz verlangen

  • Vergleichbare Fertigungsart, vergleichbares Mengengerüst, gleicher ERP-Stand
  • Ansprechpartner aus Produktion oder Werksleitung, nicht nur aus der IT
  • Projekt mit dem Team, das auch bei Ihnen umsetzen würde
Zeitpunkt

Telefonat vor der Shortlist, Besuch danach

  • Kein erreichbarer Kontakt innerhalb weniger Tage ist ein Warnsignal
  • Zwei Referenzkunden je Anbieter der Endauswahl
  • Termine mit Produktionsleitungen brauchen etwa zwei Wochen Vorlauf
Vor Ort

Was Sie beim Besuch sehen sollten

  • Terminals im laufenden Betrieb, nicht im Besprechungsraum
  • Gespräch mit Werkern und Schichtleitung ohne Anbieter im Raum
  • Erfahrungen mit Störungen, Netzausfall und Releasewechseln
Auswertung

Ergebnis in die Matrix übernehmen

  • Alle Referenzen mit demselben Fragenkatalog führen und protokollieren
  • Ergebnis fließt in die Kriteriengruppe Implementierungspartner und Referenzen
  • Berücksichtigen, dass der Anbieter seine Referenzen selbst auswählt

Zeitpunkt und Zahl der Referenzgespräche nach MES-Lastenheft erstellen (zwei Referenzkunden je Anbieter der Endauswahl, Stand August 2026) und der Checkliste im RFI-Fragebogen.

Typische Fehler

Sechs Fehler bei der Shortlist
und wie Sie sie vermeiden.

01 · Bekanntheit

Der bekannteste Name kommt automatisch weiter

Marktpräsenz ersetzt keine Passung. Ein breites System ohne Erfahrung in Ihrer Fertigungsart scheitert eher als ein spezialisiertes mit passenden Referenzen.

  • Fertigungsart vor Funktionsbreite bewerten
  • Jeden Platz auf der Shortlist mit Punkten begründen
02 · Nachträgliche Gewichtung

Gewichte nach dem Lesen der Antworten

Wer die Gewichte erst setzt, wenn die Antworten vorliegen, schreibt die Begründung für eine bereits gefallene Entscheidung.

  • Raster vor Versand mit Datum freigeben
  • Spätere Änderungen protokollieren und begründen
03 · Angepasste Fragebögen

Jeder Anbieter bekommt eigene Fragen

Ein für einzelne Anbieter abgeänderter RFI zerstört die Vergleichbarkeit. Unternehmensspezifische Detailfragen gehören ins Lastenheft und damit in den RFP.

  • Identische Fragen in identischer Reihenfolge
  • Detailtiefe erst im RFP an die Shortlist
04 · Selbstauskunft als Beweis

Erfüllt heißt oft mit Aufwand machbar

Anbieter kreuzen erfüllt an und meinen machbar. Ohne Beleg ist eine Antwort eine Absichtserklärung, keine Funktion.

  • Standard, Konfiguration oder Entwicklung abfragen
  • Volle Punktzahl erst nach Demo an eigenen Testfällen
05 · Zu viele Anbieter

Sieben Anbieter in die Demophase

Jeder weitere Anbieter kostet Demo-Tag, Bewertung und Referenzgespräch. Über fünf Anbietern steigt der Aufwand stark, ohne dass die Entscheidung besser wird.

  • Bei Gleichstand gezielt nachfragen statt alle mitnehmen
  • Mindestens drei Anbieter für echten Wettbewerb
06 · Keine Reserve

Zu früh abgesagt

Springt ein Shortlist-Anbieter nach dem RFP-Versand ab, fehlt ohne Reserve die Vergleichsbasis. Mit einem Nachrücker aus der Longlist halten Sie den Zeitplan.

  • Absagen erst nach Teilnahmebestätigung der Shortlist
  • Bestplatzierten Nachrücker informell vormerken

Fehlerbilder aus MES auswählen: Vorgehen, Kriterien und typische Fehler, MES-Lastenheft erstellen und dem RFI-Fragebogen, ergänzt um Erfahrungswerte von Find-Your-MES aus über 50 begleiteten MES-Auswahlprojekten.

Nächste Schritte

Nach der Shortlist:
RFP, Demos und Entscheidung.

Mit der Shortlist endet die Vorauswahl. Ab hier vertiefen Sie mit drei bis fünf Anbietern, bis eine begründete Entscheidung steht.

01 · RFP

Lastenheft und Angebotsanfrage

Verbindliche Angebote auf gemeinsamer Basis

Der RFP geht mit Lastenheft, Mengengerüst, Preisblatt und Bewertungskriterien an die Shortlist. Für privatwirtschaftliche Unternehmen ist er nicht vorgeschrieben, praktisch aber die Voraussetzung für vergleichbare Angebote.

  • Angebotsfrist vier bis sechs Wochen
  • Rückfragen mit Sammelantwort an alle
  • Muss-Abgleich vor der Punktvergabe

Weiter: MES-Lastenheft erstellen

02 · Demo

Demos an eigenen Testfällen

Belegen, was im RFI behauptet wurde

Jeder Anbieter zeigt dieselben Szenarien aus Ihrer Fertigung, die Testfälle gehen vorher schriftlich an alle. Bewertet wird am selben Tag mit dem Raster, das auch für den RFI galt.

  • Halber bis ganzer Demo-Tag je Anbieter
  • Werker und Betriebsrat einbinden
  • Vage RFI-Antworten gezielt vorführen lassen

Weiter: MES-Demos bewerten

03 · Entscheidung

Nutzwertanalyse und Vertrag

Punkte, Kosten und Risiko zusammenführen

Die Nutzwertanalyse verdichtet Demo, Angebot und Referenzen zu einer Rangfolge mit Sensitivitätsprüfung. Danach folgen Vertrag, Service Level Agreement und Exit-Regelung mit dem gewählten Anbieter.

  • Gewichte testweise verschieben und Rangfolge prüfen
  • Fünfjahreskosten statt Einstiegspreis
  • Vertrag und SLA vor dem Zuschlag verhandeln

Weiter: Nutzwertanalyse für die MES-Auswahl

Fristen und Ablauf des RFP laut MES-Lastenheft erstellen (Stand August 2026). Vertragsthemen vertieft MES-Vertrag und SLA.

FAQ

Häufige Fragen
direkt beantwortet.

Was ist eine MES-Shortlist?

Eine MES-Shortlist ist die engere Auswahl von drei bis fünf MES-Anbietern, die nach der Vorauswahl ein verbindliches Angebot abgeben und ihr System vorführen. Sie entsteht aus der breiteren Longlist, meist über einen RFI mit identischen Fragen an alle Anbieter. Grundlage der Entscheidung sind K.o.-Kriterien und ein vorher freigegebenes Bewertungsraster. Die Shortlist ist der Übergang von der Marktsondierung zur eigentlichen Ausschreibung.

Wie viele Anbieter gehören auf die MES-Shortlist?

Drei bis fünf Anbieter sind der Bereich, in dem der Aufwand beherrschbar bleibt und der Wettbewerb wirkt. Unter drei Anbietern fehlt die Vergleichsbasis, und der verbleibende Anbieter weiß das in der Verhandlung. Über fünf Anbietern steigt der Aufwand stark, weil jeder einen Demo-Tag, eine vollständige Bewertung und Referenzgespräche nach sich zieht. Wichtiger als die Zahl ist die Passung zur Fertigungsart.

Brauche ich neben dem RFI auch einen RFP?

Ja, wenn Sie verbindliche und vergleichbare Angebote wollen. Der RFI ist eine unverbindliche Informationsanfrage für die Vorauswahl, der RFP fragt auf Basis Ihres Lastenhefts konkrete Angebote mit einheitlichem Preisblatt ab. Für privatwirtschaftliche Unternehmen ist der RFP rechtlich nicht vorgeschrieben, ohne ihn kalkuliert aber jeder Anbieter mit eigenen Annahmen. Wie Sie das Lastenheft dafür aufbauen, zeigt die Seite MES-Lastenheft erstellen.

Wie gewichte ich die Antworten aus dem RFI?

Legen Sie Gewichte je Kategorie fest, die zusammen 100 Prozent ergeben, und bewerten Sie jede Kategorie auf einer Skala von 0 bis 3. In vielen Projekten trägt der Funktionsumfang das größte Gewicht, gefolgt von Integration sowie Implementierung und Support. Das Raster wird vor dem Versand freigegeben und mit Datum dokumentiert. RFI-Punkte sind vorläufig, die volle Punktzahl gilt erst nach dem Nachweis in der Demo.

Welche K.o.-Kriterien sind bei der MES-Shortlist sinnvoll?

Sinnvoll sind wenige harte Kriterien, die direkt aus Ihren Muss-Anforderungen folgen. Typisch sind ein gefordertes Betriebsmodell, eine produktiv genutzte Schnittstelle zu Ihrem ERP-Release, die Rückmeldung am Terminal bei Netzausfall und deutschsprachiger Support in Ihren Schichtzeiten. Hinzu kommen formale Gründe wie eine trotz Erinnerung versäumte Frist. K.o.-Kriterien erzeugen keine Punkte, sie entscheiden nur über die Teilnahme.

Brauche ich ein NDA, bevor ich den RFI verschicke?

Für einen allgemeinen RFI mit Kurzprofil Ihrer Fertigung ist ein NDA meist entbehrlich. Sobald Sie Mengengerüst, Maschinenliste, Layouts oder Prozessdetails weitergeben, sollten Sie eine Vertraulichkeitsvereinbarung abschließen. Nach § 2 Nr. 1 GeschGehG sind Informationen nur geschützt, wenn ihr Inhaber angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen getroffen hat. Formulieren Sie das NDA gegenseitig, weil auch Anbieter Roadmaps und Preislogik offenlegen.

Wie lange dauert der Weg von der Longlist zur Shortlist?

Nach unseren Erfahrungswerten dauert der Weg von der geprüften Longlist zur beschlossenen Shortlist rund vier bis sechs Wochen. Davon entfallen ein bis zwei Wochen auf die Prüfung der Longlist, zwei bis drei Wochen auf die Antwortfrist der Anbieter und etwa eine Woche auf Auswertung und Beschluss. Sommerferien und Jahresende verlängern den Zeitraum regelmäßig. Danach beginnt der RFP mit eigenen Fristen.

Wann sind Referenzbesuche sinnvoll?

Referenzbesuche lohnen sich für die zwei bis drei Finalisten nach den Demos, nicht für die gesamte Shortlist. In der Shortlist-Phase genügt die Prüfung, ob der Anbieter erreichbare Referenzkunden mit vergleichbarer Fertigungsart benennt. Beim Besuch zählen Terminals im laufenden Betrieb und Gespräche mit Werkern ohne den Anbieter im Raum. Planen Sie für Termine mit Produktionsleitungen etwa zwei Wochen Vorlauf ein.

Was tun, wenn zwei Anbieter im Raster fast gleichauf liegen?

Liegen zwei Anbieter weniger als 5 Prozent des Maximums auseinander, hat das Raster nicht entschieden. Nehmen Sie im Zweifel beide auf die Shortlist, solange die Obergrenze von fünf Anbietern hält. Alternativ klärt eine kurze Nachfragerunde zu den vagen Antworten, wer seine Angaben belegen kann. Verschieben Sie in dieser Lage keine Gewichte, sonst entsteht eine nachträgliche Begründung.

Wie unterstützt Find-Your-MES bei der Shortlist?

Das kostenlose Matching von Find-Your-MES gleicht Ihre Fertigung auf Basis von über 80 Merkmalen mit über 110 MES-Systemen ab und liefert in rund 6 Minuten eine erste Auswahl. Im MES Selection Portal bilden Sie Ihre IT-Systemlandschaft ab, erfassen Anforderungen im Anforderungsmanagement und treten direkt mit Anbietern in Kontakt. Find-Your-MES wird von der Sectorlens GmbH betrieben, die 2024 in Potsdam gegründet wurde und über 50 MES-Auswahlprojekte begleitet hat. Bewertungen und Schätzungen von Vergleichsportalen nutzen wir nicht.

Weitere Vergleiche

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Funktion gegen Funktion.

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