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MES Technologie · KI am Arbeitsplatz

KI Assistent Fertigung.
Copilot für Werker und Schichtleiter im MES.

KI Assistent Fertigung bezeichnet einen Chat- oder Sprachassistenten, der Werkern und Schichtleitern Fragen zu Aufträgen, Störungen, Arbeitsanweisungen und zur letzten Schicht beantwortet, mit Daten aus dem MES (Manufacturing Execution System, die Software zwischen ERP und Anlage). Er liest, fasst zusammen und erklärt, die Entscheidung bleibt beim Menschen. Für Produktionsleitung, Fertigungs-IT und Betriebsrat entscheiden Datenquelle, Rechtekonzept und Mitbestimmung über den Nutzen.

Zur Anbieter Tabelle ↓

§ 87 Abs. 1 Nr. 6
BetrVG: Mitbestimmung bei technischen Einrichtungen zur Überwachung von Verhalten oder Leistung (gesetze-im-internet.de)
02.08.2026
Geltungsbeginn der Verordnung (EU) 2024/1689, darunter Art. 50 zur Kennzeichnung von KI-Interaktion (EUR-Lex)
8 % + 17 %
der Unternehmen: Beschäftigte nutzen private KI-Werkzeuge verbreitet (8 %) oder in Einzelfällen (17 %) (Bitkom, 21.10.2025)
Einsatzbereich

Was kann ein KI-Assistent im Werk,
und was bleibt beim Menschen?

Der Nutzen hängt weniger vom Sprachmodell ab als davon, woher die Antworten stammen: aus dem MES-Datenmodell, aus freigegebenen Arbeitsanweisungen oder aus beidem. Sechs Hersteller beschreiben solche Assistenten in eigenen Meldungen, die Tabelle weiter unten zeigt Stand und Grenzen. Ein praktischer Einstieg: Beginnen Sie mit Fragen, deren richtige Antwort Ihre Schichtleitung kennt, und lassen Sie sich zu jeder Antwort die Quelle anzeigen.

Was ein Assistent übernimmt

  • Fragen an MES-Daten in natürlicher Sprache: Wo steht Auftrag 4711, welche Aufträge sind überfällig, was hat die Linie in der Nachtschicht gestoppt?
  • Schichtübergabe zusammenfassen: aus Störmeldungen, Rückmeldungen und Notizen einen Übergabevorschlag bilden.
  • Störungshilfe: einen Fehlercode erklären und mögliche Schritte aus Handbuch und früheren Störungen nennen.
  • Arbeitsanweisungen finden und erklären: die gültige Version zeigen und einen Schritt in einfacher Sprache oder Muttersprache erläutern.

Was beim Menschen und im MES bleibt

  • Freigaben, Prüfentscheidungen und Chargenfreigabe: Dafür braucht es Rolle, Unterschrift und Nachweis im MES, keine Chatantwort.
  • Sicherheitsrelevante Entscheidungen an der Maschine. Hier gilt die Anweisung des Herstellers, rechtlicher Rahmen in Maschinenverordnung und MES.
  • Schreibende Eingriffe in Aufträge, Stammdaten oder Bestellungen. Das ist die Aufgabe eines Agenten mit Freigabe, Abgrenzung in KI-Agenten auf dem Shopfloor.
  • Die Bewertung einzelner Beschäftigter. Sie löst Mitbestimmung aus und kann nach dem AI Act in eine höhere Risikoklasse fallen.

Die technische Einordnung von KI-Verfahren im MES und ihr Reifegrad stehen auf KI im MES, weitere Entwicklungen auf MES Trends 2027.

Vier Aufgaben im Schichtalltag

Datenquelle, Nutzen, Grenze:
Was jede Aufgabe voraussetzt.

Je näher eine Antwort an Freigaben und Sicherheit liegt, desto strenger muss die Quelle belegt sein.

01 · Fragen an MES-Daten

Wo steht der Auftrag, wie lief die Nachtschicht?

Das Sprachmodell übersetzt die Frage in eine Abfrage gegen das MES. Die Zahlen sollen aus der Datenbank kommen und nicht aus dem Modell, sonst entsteht die plausibel klingende Falschantwort. Das Report-Ticket an die IT entfällt. Voraussetzung sind verbindlich definierte Kennzahlen, allen voran eine einheitliche OEE-Definition.

  • Gut geeignet: Auftragsstand, Rückmeldungen, Stillstandsgründe, Ausschuss je Schicht
  • Voraussetzung: dokumentiertes Datenmodell und die Rollenrechte des MES
  • Grenze: Auswertungen je Person, falls Sie diese mit dem Betriebsrat ausgeschlossen haben
02 · Schichtübergabe

Was war in der Schicht wichtig?

Der Assistent verdichtet Störmeldungen, Rückmeldungen, offene Aufgaben und Notizen zu einem Übergabevorschlag. Die abgebende Schichtleitung prüft ihn und gibt ihn frei, erst dann ersetzt er die handschriftliche Notiz. Pflichtfelder, Nachweis und Eskalation regelt das digitale Schichtbuch. Der Assistent liefert die Zusammenfassung darüber, er ersetzt das Buch nicht.

  • Gut geeignet: Zusammenfassung langer Meldungsketten, Hinweise auf offene Punkte
  • Voraussetzung: strukturierte Meldungen statt loser Freitexte
  • Grenze: Der Vorschlag ist erst nach Freigabe durch den Menschen gültig
03 · Störungshilfe

Was bedeutet der Fehlercode, was hilft?

Der Assistent erklärt den Fehlercode und nennt Schritte aus Handbüchern und früheren Störungen, bevor die Instandhaltung eintrifft. Meldung und Eskalationskette bleiben im Andon und Shopfloor Management, der Assistent verkürzt den ersten Schritt.

  • Gut geeignet: Fehlercodes, bekannte Störungsmuster, Verweis auf die richtige Stelle im Handbuch
  • Voraussetzung: gepflegte, versionierte Handbücher und Störhistorie
  • Grenze: Bei Sicherheitsfragen zählt nur die Anweisung des Herstellers
04 · Arbeitsanweisungen

Welche Anweisung gilt, und was heißt Schritt 7?

Der Assistent zeigt die gültige Version zum Auftrag und erklärt einen Schritt in einfacher Sprache oder in der Muttersprache. Wie Anweisungen im MES geführt werden, steht unter papierlose Fertigung, Bedienung und Sprachumschaltung unter MES Usability.

  • Gut geeignet: Schritt erklären, Bild oder Video zur Anweisung finden, Übersetzung anbieten
  • Voraussetzung: freigegebene Fassung mit Revisionsstand als einzige Quelle
  • Grenze: Inhaltliche Änderungen an der Anweisung nur im Dokumentenprozess
Anbieterlandschaft · Auszug

Sechs Anbieter im Auszug:
Was Hersteller zu Assistenten dokumentieren.

Was dokumentieren Hersteller dazu? Der Auszug nennt Anbieter, zu denen eine datierte Herstellermeldung zu einem Assistenten für Beschäftigte in der Fertigung vorliegt. Er ist alphabetisch sortiert und keine Wertung. Weitere Anbieter finden Sie im Katalog und unter MES Anbieter.

Anbieter und FunktionWas der Assistent laut Hersteller tutDaten und Rechte laut HerstellerStand laut MeldungProfil
AVEVA CONNECT, Industrial AI AssistantAssistent auf der CONNECT PlattformBeschreibt in der Sitzung „AVEVA hybrid MES“ einen Assistenten (Gen AI), der MES-Daten auf CONNECT in natürlicher Sprache abfragt, zusammenfasst und als Grafik darstellt.In der Sitzungsbeschreibung nicht genannt. Betriebsart, Rechte und Datenweg in der Demo klären.≈ Sitzungsbeschreibung AVEVA World Mailand, 18. bis 21.05.2026. Pressemitteilung vom 20.05.2026: CONNECT Release für Q1 2027.Zum Profil →
Critical Manufacturing, AI Copilots und MES AgentChat im MESChat, der Fragen wie „wo ist das Los“ oder „was macht die Maschine“ beantwortet und laut Hersteller Gerätehandbücher für Wartungsarbeiten liest. Zur Hannover Messe 2026 mit Grafiken und Dashboards angekündigt.Laut Hersteller auf derselben Datenschicht und demselben Datenmodell wie das MES aufgebaut. Rechte, Modellanbieter und Betriebsart nennt die Beschreibung nicht.≈ Pressemitteilung vom 19.03.2026, Lieferdatum nicht genannt
Rockwell Automation, Plex Connected Worker und ReportingAgenten für Anweisungen und BerichteEin Authoring-Agent erzeugt digitale Arbeitsanweisungen aus CAD-Dateien und technischen Unterlagen. Ein Agent in Plex Reporting and Analytics beantwortet Fragen in natürlicher Sprache.In der Meldung nicht genannt.✓ laut Herstellermeldung vom 11.08.2026 eingeführtZum Profil →
SAP, Joule Manufacturing AssistantAssistent für Störungen im WerkSoll Teams helfen, auf Störungen auf dem Shopfloor zu reagieren, während sie auftreten.In der Meldung nicht genannt. Ein Bezug zu SAP Digital Manufacturing wird dort nicht hergestellt, prüfen Sie ihn in der Demo.≈ SAP News vom 08.10.2026, allgemeine Verfügbarkeit der neuen Funktionen laut SAP für Q4 2026 geplantZum Profil →
Siemens, Industrial Copilot for Operations und Opcenter CopilotCopilot für Maschine und MESÜbersetzt Fehlermeldungen von Maschinen in natürliche Sprache und greift laut Meldung vom 14.11.2023 auf Dokumentation und Handbücher zu. Im Werk Erlangen an Lötmaschinen eingeführt (12.11.2024).Laut Meldung vom 12.11.2024 war ein On-Premises-Paket geplant, das ohne Internetverbindung auskommt und Daten auf lokalen Geräten hält, damit sie die Halle nicht verlassen.✓ Erlangen laut Siemens eingeführt. p: Operations Copilot für Werker angekündigt (12.05.2025), neun Copilots, darunter für Opcenter, angekündigt (Januar 2026)Zum Profil →
Tulip, Composable AI AgentsKonfigurierbare AgentenKonfigurierbare Agenten für Fabrikaufgaben. Als Beispiel nennt Tulip einen Produktionsanalyse-Agenten, den Vorgesetzte fragen, welcher Mitarbeiter ein Produkt am besten beherrscht.Laut Tulip bleibt ein Betriebsprotokoll für die Qualitätssicherung durch Menschen erhalten (Human in the Loop). Rechte und Datenweg nicht genannt.≈ Pressemitteilung vom 06.10.2026, Authoring Agent im Kundentest, Status der Agenten dort nicht angegebenZum Profil →

Quellen: Anbieter- und Referenzdatenbank von Find-Your-MES; Angaben laut Anbieter, ohne Gewähr, Stand 02.11.2026. Meldungen: Siemens, 14.11.2023, Siemens, 12.11.2024, Siemens, 12.05.2025, Siemens, 06.01.2026, AVEVA, 20.05.2026, AVEVA World, Sitzung, SAP, 08.10.2026, Critical Manufacturing, 19.03.2026, Critical Manufacturing, AI Copilots, Tulip, 06.10.2026, Rockwell Automation, 11.08.2026. Ankündigungen sind keine Lieferzusage, Umfang und Termin gehören in die Demo (MES Demos bewerten).

Risiken

Was kann schiefgehen:
falsche Antworten, Zugriffsrechte, Datenabfluss?

Das BSI empfiehlt in „Generative KI-Modelle“ (Version 2.0 vom 17.01.2025), vor der Integration in Arbeitsabläufe eine individuelle Risikoanalyse durchzuführen. Sechs Punkte gehören dabei hinein.

01 · Falsche Antworten

Überzeugend formuliert, trotzdem falsch

Das BSI führt die fehlerhafte Reaktion auf Eingaben (R3) und den Automation Bias (R8) als eigene Risiken: Nutzende vertrauen überzeugenden Ausgaben zu stark. In der Halle klingt ein falscher Auftragsstand genauso sicher wie ein richtiger.

  • Zu jeder Zahl die Abfrage oder das Dokument mit Version anzeigen lassen
  • Bei Sicherheit, Qualität und Freigabe gilt die Antwort nur als Hinweis, entschieden wird im MES
  • Falsche Antworten per Rückmeldung melden und auswerten
02 · Zugriffsrechte

Der Assistent darf nicht mehr sehen als der Fragende

Arbeitet der Assistent mit einem gemeinsamen technischen Zugang, umgeht er das Rollenkonzept des MES: Der Werker fragt nach Kosten oder Personaldaten und bekommt sie. Das BSI nennt die Kontrolle von Zugriffsrechten als klassische Maßnahme.

  • Abfragen laufen mit den Rechten der fragenden Person
  • Kosten-, Personal- und Kundendaten aus dem Zugriff des Assistenten ausnehmen
  • Rollen im Pilot mit echten Konten testen
03 · Datenabfluss

Eingaben verlassen unbemerkt das Werk

Generative Modelle werden oft als Internetdienst angeboten. Das BSI beschreibt in R2, dass der Betreiber auf Ein- und Ausgaben zugreifen und sie für weiteres Training nutzen kann. Laut Bitkom (21.10.2025) nutzen in 8 % der Unternehmen Beschäftigte private KI-Werkzeuge verbreitet, in 17 % in Einzelfällen, und nur 23 % haben Regeln dafür.

  • Kein Training mit Ihren Daten, schriftlich im Vertrag
  • Auftragsverarbeitung und Verarbeitungsort klären
  • Einen freigegebenen Assistenten anbieten, damit niemand auf private Chatbots ausweicht
04 · Wissensbasis

Ein falsches Dokument beeinflusst jede Antwort

Durchsucht der Assistent Anweisungen und Handbücher, ist jedes Dokument eine mögliche Eingabe. Das BSI beschreibt die Vergiftung hinterlegter Wissensdaten (R18) und indirekte Prompt Injections (R28), bei denen versteckte Befehle die Ausgabe lenken.

  • Nur freigegebene, versionierte Dokumente als Quelle
  • Schreibrechte auf die Wissensbasis eng begrenzen
  • Revisionsstand in der Antwort mit anzeigen
05 · Cloud oder lokal

Datenweg, Verfügbarkeit und Betrieb

Cloud-Assistenten sind schnell eingerichtet, brauchen aber Datenweg, Vertrag und stabiles Netz. Lokale Modelle halten Daten im Werk und kosten Hardware und Pflege. Die Abwägung vertieft Cloud MES oder On-Premise, die Sicherheitspflichten NIS2 in der Fertigung.

  • Datenweg und Speicherort schriftlich festhalten
  • Klären, was ohne Netz oder bei Modellwechsel passiert
  • Assistent in das Sicherheitskonzept der Fertigungs-IT aufnehmen
06 · Verhaltensdaten

Fragen und Antworten verraten etwas über Menschen

Wer was fragt und wo er stockt, sind Verhaltensdaten. Tulip nennt am 06.10.2026 als Beispiel die Frage eines Vorgesetzten an einen Agenten, welcher Mitarbeiter ein Produkt am besten beherrscht. Solche Auswertungen sind mitbestimmungspflichtig.

  • Protokolle nur für Qualität und Fehlersuche, mit Löschfrist
  • Auswertungen je Person ausschließen oder gesondert vereinbaren
  • Regelung in der Betriebsvereinbarung festhalten, siehe Betriebsvereinbarung MES

Quellen: BSI, Generative KI-Modelle, Version 2.0, 17.01.2025, Bitkom, 21.10.2025.

Recht und Mitbestimmung

Was verlangen Recht
und Mitbestimmung?

Sobald ein Assistent Eingaben von Beschäftigten verarbeitet, greifen Betriebsverfassungsrecht, Datenschutz und der AI Act ineinander. Die Übersicht nennt jede Pflicht mit Rechtsgrundlage. Sie ersetzt keine Rechtsberatung: Die Einstufung Ihres Systems klären Rechtsabteilung, Datenschutzbeauftragte und Betriebsrat. Den Ablauf einer Einigung beschreibt Betriebsrat und MES-Einführung.

RegelungWas sie für einen Assistenten am Arbeitsplatz bedeutetStand und Quelle
Mitbestimmung bei Überwachung§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVGDer Betriebsrat bestimmt mit bei der „Einführung und Anwendung von technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen“. Nach ständiger Rechtsprechung genügt die objektive Eignung. Ein Assistent, der Fragen von Beschäftigten protokolliert, fällt in aller Regel darunter. Ohne Einigung entscheidet die Einigungsstelle (Abs. 2).BetrVG, gesetze-im-internet.de, abgerufen 02.11.2026
Unterrichtung und Beratung zu KI§ 90 Abs. 1 Nr. 3 und Abs. 2 BetrVGDer Arbeitgeber unterrichtet den Betriebsrat über die Planung von Arbeitsverfahren und Arbeitsabläufen „einschließlich des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz“ rechtzeitig unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen und berät mit ihm so rechtzeitig, dass Vorschläge und Bedenken bei der Planung berücksichtigt werden können.BetrVG, gesetze-im-internet.de, abgerufen 02.11.2026
Sachverständiger§ 80 Abs. 3 Satz 2 BetrVGMuss der Betriebsrat die Einführung oder Anwendung von Künstlicher Intelligenz beurteilen, gilt die Hinzuziehung eines Sachverständigen als erforderlich, nach näherer Vereinbarung mit dem Arbeitgeber.BetrVG, gesetze-im-internet.de, abgerufen 02.11.2026
DatenschutzDSGVO Art. 5, 6, 28, 35, 44 ff.; § 26 BDSGFragen und Protokolle von Beschäftigten sind personenbezogene Daten. Nötig sind Zweckbindung und Datenminimierung (Art. 5), eine Rechtsgrundlage (Art. 6, für Beschäftigte § 26 BDSG, nach Abs. 4 auch per Betriebsvereinbarung), bei Cloud-Anbietern ein Auftragsverarbeitungsvertrag (Art. 28) und für Übermittlungen außerhalb der EU die Art. 44 ff. Eine Datenschutz-Folgenabschätzung (Art. 35) klärt der Datenschutzbeauftragte.Verordnung (EU) 2016/679, EUR-Lex; BDSG, gesetze-im-internet.de
KI-KompetenzArt. 4 Verordnung (EU) 2024/1689Seit der Änderung durch Verordnung (EU) 2026/1744 ergreifen Anbieter und Betreiber „Maßnahmen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz ihres Personals und anderer Personen zu unterstützen, die in ihrem Auftrag mit dem Betrieb und der Nutzung von KI-Systemen befasst sind“. Ein bestimmtes Niveau müssen sie nicht garantieren. Praktisch: dokumentierte Kurzunterweisung für Werker und Schichtleiter.Art. 1 Nr. 5 VO (EU) 2026/1744, ABl. L vom 24.07.2026, in Kraft seit 27.07.2026, EUR-Lex
TransparenzArt. 50 Abs. 1 Verordnung (EU) 2024/1689Anbieter stellen sicher, dass KI-Systeme, die für die direkte Interaktion mit natürlichen Personen bestimmt sind, die Menschen darüber informieren, dass sie es mit einem KI-System zu tun haben, außer es ist nach den Umständen offensichtlich. Die Pflicht trifft den Anbieter, als Betreiber entfernen Sie den Hinweis nicht.Geltung ab 02.08.2026 (Art. 113, Erwägungsgrund 40 der VO 2026/1744), EUR-Lex
Höhere RisikoklasseArt. 6 Abs. 2, Anhang III Nr. 4, Art. 26 Abs. 7, Art. 5 Abs. 1 Buchst. fBewertet oder überwacht ein System Leistung und Verhalten einzelner Beschäftigter, kann es nach Anhang III Nr. 4 als Hochrisiko-System gelten. Die Pflichten dafür gelten ab 02.12.2027. Arbeitgeber informieren dann Arbeitnehmervertretung und Beschäftigte vor der Inbetriebnahme (Art. 26 Abs. 7). Emotionserkennung am Arbeitsplatz ist außer zu medizinischen und Sicherheitszwecken verboten (Art. 5).Art. 113 Abs. 3 Buchst. c Ziff. i in der Fassung der VO (EU) 2026/1744, EUR-Lex

Rechtsstand 02.11.2026, ersetzt keine Rechtsberatung. Quellen: BetrVG § 87, § 90, § 80, BDSG § 26, Verordnung (EU) 2026/1744, Verordnung (EU) 2024/1689, Verordnung (EU) 2016/679. Weitere Pflichten rund um MES-Daten: MES und Compliance und MES Datenpflichten.

Praxis · Pilot-Rezept

Wie starten Sie einen Pilot
ohne Risiko?

Das Pilot-Rezept von Find-Your-MES hält den Schaden bei einem Fehlschlag klein: lesender Zugriff, eine Linie, vorab vereinbarte Abbruchkriterien.

01

Einen Anwendungsfall und eine Linie wählen

Starten Sie mit Fragen an MES-Daten oder mit Störungshilfe, für eine Linie und eine Schicht, rein lesend. Keine Freigaben, keine Schreibrechte, keine Auswertung einzelner Personen.

02

Betriebsrat und Datenschutz vorab einbinden

Halten Sie Testzeitraum, Teilnehmerkreis, Protokollierung, Löschfrist und Abbruchrecht schriftlich fest, bevor der erste Werker den Assistenten sieht. Dazu gehören die Unterrichtung nach § 90 BetrVG, bei Bedarf ein Sachverständiger nach § 80 Abs. 3 und die Klärung mit dem Datenschutzbeauftragten.

03

Wissensbasis und Rechte begrenzen

Geben Sie nur freigegebene Arbeitsanweisungen und Handbücher mit Revisionsstand frei, nutzen Sie die Rollenrechte des MES und lassen Sie Rezeptur-, Kosten- und Personaldaten außen vor.

04

Testkatalog mit bekannten Antworten aufbauen

Schichtleitung und Fertigungs-IT sammeln Fragen, deren Antwort sie kennen, darunter Fangfragen wie einen nicht existierenden Auftrag oder eine überholte Anweisung. Jede Antwort wird als richtig, unvollständig oder falsch gewertet, die Abbruchkriterien stehen vorher fest.

05

Auswerten, entscheiden, unterweisen

Werten Sie mit dem Betriebsrat Antwortqualität, Quellenanzeige und Akzeptanz aus. Erst danach weitere Linien freigeben und alle Nutzer kurz unterweisen, wie es Art. 4 des AI Act im Sinne der KI-Kompetenz verlangt.

Wie Sie den Anbieter für den Pilot finden, beschreibt MES auswählen, Fragebögen für den Anbieter liefert RFI Fragebogen MES.

Praxis · Prüffragen

Was fragen Sie Anbieter?
Zehn Prüffragen für den Termin.

Stellen Sie die Fragen wörtlich und lassen Sie sich die Antworten schriftlich bestätigen.

Frage an den AnbieterBelastbare AntwortWarnsignal
Woher stammt jede Antwort, und wo sehe ich die Quelle?Abfrage oder Dokument mit Version werden zu jeder Antwort angezeigt.Das Modell „weiß“ es, eine Quelle gibt es nicht.
Mit welchen Rechten läuft die Abfrage?Mit den Rechten der fragenden Person, Rollen aus dem MES.Ein gemeinsames technisches Konto für alle.
Wo werden Eingaben verarbeitet und gespeichert, und wer beim Anbieter kann sie sehen?Ort, Subunternehmer und Zugriffskreis sind benannt und im Vertrag festgehalten.Pauschal „sicher“, ohne Ortsangabe.
Werden unsere Daten zum Training verwendet?Nein, schriftlich zugesichert und im Vertrag.Regelung nur in Nutzungsbedingungen oder „anonymisiert“ ohne Beschreibung.
Welches Sprachmodell läuft, wer betreibt es, und was passiert bei einem Modellwechsel?Modell und Betreiber sind genannt, Wechsel werden angekündigt und getestet.Modell nicht nennbar oder Wechsel ohne Vorlauf.
Läuft der Assistent lokal und ohne Internet, und was geht dann verloren?Betriebsarten sind beschrieben, Unterschiede im Funktionsumfang benannt.„Lokal geplant“ ohne Termin.
Welche Protokolle entstehen, wer sieht sie, wie lange, und lässt sich der Personenbezug ausschließen?Protokollumfang, Löschfrist und Auswertung je Person sind konfigurierbar.Personenbezug nicht abschaltbar.
Wie ist der KI-Hinweis nach Art. 50 umgesetzt, und wie unterstützen Sie die Unterweisung nach Art. 4?Hinweis in der Oberfläche, Schulungsmaterial für Werker und Schichtleiter.Der Anbieter kennt die Artikel nicht oder verweist ausschließlich auf den Kunden.
Wie messen Sie die Antwortqualität, und können wir mit eigenem Testkatalog prüfen?Messmethode ist beschrieben, ein Test mit Ihren Fragen ist möglich.Nur vorbereitete Demo-Beispiele.
Was kostet der Assistent zusätzlich, und nach welcher Bemessung?Bemessung (Nutzer, Anfragen, Linien) und Staffeln sind genannt, Pilot getrennt bepreist.Preis „auf Anfrage“ ohne Angabe der Bemessungsgrundlage.

Diese Fragen ergänzen die Prüfsteine auf KI im MES um Fragen zu Rechten, Protokollen und Mitbestimmung.

Praxis · Typische Fehler

Sechs Fehler,
die Piloten scheitern lassen.

01 · Betriebsrat zu spät

Pilot ohne Vereinbarung gestartet

Wer Eingaben von Beschäftigten protokolliert, braucht den Betriebsrat. Wer erst nach dem Start fragt, verliert Wochen und Vertrauen.

02 · Alles hineinkippen

Die gesamte Dokumentenablage als Quelle

Veraltete Anweisungen erzeugen veraltete Antworten. Nur freigegebene Fassungen gehören in die Wissensbasis.

03 · Assistent und Agent vermischt

Schreibrechte durch die Hintertür

Aus einer Auskunft wird eine Buchung, ohne geregelte Freigabe. Trennen Sie Lesen und Handeln.

04 · Keine Messlatte

Gefühl statt Testkatalog

Ohne Fragen mit bekannten Antworten bleibt der Pilot eine Meinungsfrage.

05 · Schatten-KI ignoriert

Kein Angebot, also private Chatbots

Fehlt ein freigegebener Assistent, weichen Beschäftigte auf private Werkzeuge aus, laut Bitkom in 8 % der Unternehmen verbreitet.

06 · Unterweisung vergessen

Nutzer kennen die Grenzen nicht

Wer nicht weiß, dass Antworten falsch sein können, übernimmt sie ungeprüft. Eine kurze, dokumentierte Unterweisung hilft.

FAQ

Häufige Fragen
direkt beantwortet.

Was ist ein KI-Assistent in der Fertigung?

Ein KI-Assistent in der Fertigung ist ein Chat- oder Sprachsystem auf Basis eines Sprachmodells, das Werkern und Schichtleitern Fragen zu Aufträgen, Störungen, Arbeitsanweisungen und Schichtübergaben beantwortet. Er greift auf MES-Daten, Handbücher und freigegebene Anweisungen zu, liest und erklärt, ändert aber nichts. Siemens, AVEVA, Rockwell Automation, SAP, Critical Manufacturing und Tulip beschreiben solche Assistenten in eigenen Meldungen, mit unterschiedlichem Reifegrad und Lieferstand. Die Entscheidung bleibt beim Menschen, Freigaben laufen weiter im MES.

Worin unterscheidet sich ein KI-Assistent von einem KI-Agenten?

Ein Assistent liefert Auskunft, ein Agent handelt. Der Assistent liest MES-Daten, fasst zusammen und erklärt, der Mensch entscheidet und führt aus. Ein Agent legt dagegen Arbeitsaufträge an, ändert Stammdaten oder löst Bestellungen aus und braucht deshalb Schreibrechte, Freigabe und Protokoll. Für Werker ist der Assistent der risikoärmere Einstieg, weil ein Fehler zunächst nur eine falsche Auskunft bleibt. Die Stufen bis zum Agenten beschreibt der Beitrag zu KI-Agenten auf dem Shopfloor, die Reife einzelner Verfahren der Beitrag zu KI im MES.

Welche Fragen kann ein Werker an das MES stellen?

Ein Werker kann Fragen stellen, deren Antwort im MES oder in freigegebenen Dokumenten steht: den Stand eines Auftrags, die gültige Arbeitsanweisung, die Bedeutung eines Fehlercodes oder die Gründe für den letzten Stillstand. Der Assistent übersetzt die Frage in eine Abfrage und nennt im besten Fall die Quelle. Nicht geeignet sind Fragen, deren Antwort eine Freigabe, eine Prüfentscheidung oder eine Sicherheitsbewertung ist, denn dafür gelten Rolle, Unterschrift und Nachweis im MES, nicht der Chatverlauf.

Kann ein KI-Assistent die Schichtübergabe ersetzen?

Nein, er kann sie vorbereiten, aber nicht ersetzen. Der Assistent verdichtet Störmeldungen, Rückmeldungen und Notizen zu einem Vorschlag, den die abgebende Schichtleitung prüft und freigibt. Verbindlich bleibt das Schichtbuch mit Pflichtfeldern, Nachweis und Eskalation. Der Vorschlag spart Zeit beim Zusammensuchen, die Verantwortung für Vollständigkeit und Richtigkeit liegt weiter bei der Schichtleitung. Den Rahmen dafür, einschließlich Eskalation bei Störungen, beschreibt das digitale Schichtbuch, die Meldung und Eskalation von Störungen der Beitrag zu Andon. Der Assistent ergänzt beides.

Braucht ein KI-Assistent die Zustimmung des Betriebsrats?

In aller Regel ja. Nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG bestimmt der Betriebsrat mit bei technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen, und nach ständiger Rechtsprechung genügt die objektive Eignung. Ein Assistent, der Eingaben protokolliert, fällt darunter. Zusätzlich gelten die Unterrichtung nach § 90 BetrVG und das Recht auf einen Sachverständigen nach § 80 Abs. 3. Das ersetzt keine Rechtsberatung. Eine Betriebsvereinbarung schafft Klarheit für beide Seiten.

Muss ich Beschäftigte darüber informieren, dass sie mit einer KI sprechen?

Ja, Beschäftigte sollen erkennen können, dass sie mit einem KI-System interagieren. Nach Art. 50 Abs. 1 der Verordnung (EU) 2024/1689 stellt der Anbieter das sicher, außer es ist nach den Umständen offensichtlich. Die Vorschrift gilt seit dem 02.08.2026. Als Betreiber prüfen Sie den Hinweis in der Oberfläche, entfernen ihn nicht und sprechen ihn in der Unterweisung an. Für Ihren Einzelfall klären Rechtsabteilung und Datenschutz die Einstufung und die Formulierung des Hinweises, das ersetzt keine Rechtsberatung.

Was verlangt Art. 4 des AI Act an KI-Kompetenz?

Anbieter und Betreiber ergreifen nach Art. 4 Maßnahmen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz ihres Personals zu unterstützen. Seit der Änderung durch die Verordnung (EU) 2026/1744, in Kraft seit 27.07.2026, müssen sie kein bestimmtes Kompetenzniveau garantieren. Für Werker und Schichtleiter genügt praktisch eine kurze, dokumentierte Unterweisung zu Nutzen, Grenzen und Meldung falscher Antworten. Die frühere Fassung verlangte, Kompetenz nach besten Kräften sicherzustellen. Dokumentieren Sie Termin und Inhalt der Unterweisung. Das ersetzt keine Rechtsberatung.

Ist ein Cloud-Assistent in der Fertigung zulässig?

Er ist zulässig, wenn Datenschutz, Vertrag und Sicherheitskonzept stimmen. Nötig sind eine Rechtsgrundlage für die Verarbeitung, ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, ein geklärter Verarbeitungsort und die schriftliche Zusage, Ihre Daten nicht zum Training zu verwenden. Das BSI weist darauf hin, dass Betreiber Eingaben einsehen oder weiter nutzen können. Lokal betriebene Modelle vermeiden den Datenweg, brauchen aber Hardware, Betrieb und Pflege im eigenen Haus. Beides gehört in die Risikoabwägung mit Fertigungs-IT und Datenschutz.

Wie verhindere ich falsche Antworten?

Vollständig verhindern lassen sie sich nicht, begrenzen schon. Sorgen Sie dafür, dass der Assistent Zahlen per Abfrage aus dem MES holt und zu jeder Antwort die Quelle mit Version zeigt, und beschränken Sie die Wissensbasis auf freigegebene Dokumente. Prüfen Sie ihn mit einem Testkatalog aus Fragen mit bekannten Antworten, einschließlich Fangfragen. Bei Sicherheit, Qualität und Freigabe gilt die Antwort nur als Hinweis, entschieden wird im MES. Melden Sie falsche Antworten, damit der Anbieter nachbessern kann.

Was kostet ein KI-Assistent im MES?

Die genannten Herstellermeldungen von Siemens, AVEVA, Rockwell Automation, SAP, Critical Manufacturing und Tulip enthalten keinen Preis. Ob der Assistent im MES-Abonnement steckt oder zusätzlich berechnet wird, klären Sie im Angebot. Fragen Sie nach der Bemessung (Nutzer, Anfragen, Linien), nach getrennt ausgewiesenen Pilotkosten und nach den Kosten für Anbindung und Schulung. Die allgemeine Kostenstruktur eines MES beschreibt der Beitrag MES Kosten, Preise für Assistenten nennt der Anbieter im Angebot und nicht vorab.

Wie starte ich einen Pilot ohne Risiko?

Starten Sie mit einer Linie, einer Schicht und rein lesendem Zugriff. Binden Sie Betriebsrat und Datenschutz vorab ein und halten Sie Testzeitraum, Protokollierung, Löschfrist und Abbruchrecht schriftlich fest. Begrenzen Sie die Wissensbasis auf freigegebene Dokumente, prüfen Sie mit einem Testkatalog und werten Sie die Ergebnisse gemeinsam aus. Erst danach geben Sie weitere Linien frei. Das Pilot-Rezept in fünf Schritten steht weiter oben, die Prüffragen an Anbieter folgen darunter. Planen Sie für die Auswertung gemeinsame Termine mit dem Betriebsrat ein.

Welche MES-Anbieter haben einen KI-Assistenten?

Laut eigenen Meldungen beschreiben unter anderem AVEVA, Critical Manufacturing, Rockwell Automation, SAP, Siemens und Tulip Assistenten oder Copilots mit Bezug zur Fertigung. Der Lieferstand unterscheidet sich: Rockwell Automation nennt einen eingeführten Authoring-Agenten, SAP plant die Verfügbarkeit neuer Funktionen für Q4 2026, bei den übrigen sind Umfang und Termin zu prüfen. Angaben laut Anbieter, ohne Gewähr; klären Sie Umfang, Betriebsart und Termin in der Demo, bevor sie in die Bewertung eingehen. Angekündigte Funktionen zählen nicht wie ausgelieferte.

Dürfen Beschäftigte private Chatbots für die Arbeit nutzen?

Das regeln Sie im Betrieb, am besten mit einer klaren Richtlinie. Laut Bitkom (21.10.2025) nutzen in 8 % der Unternehmen Beschäftigte private KI-Werkzeuge verbreitet und in 17 % in Einzelfällen, während nur 23 % Regeln dafür haben. Fertigungsdaten, Rezepturen und Kundendaten gehören nicht in private Dienste. Ein freigegebener Assistent mit geklärtem Datenweg ist die wirksamste Alternative, weil er den Anlass für private Werkzeuge nimmt. Die Richtlinie regeln Betriebsleitung, Datenschutz und Betriebsrat gemeinsam.

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