KI Qualitätsprüfung im MES.
Vom Modellurteil zum Nachweis.
KI Qualitätsprüfung heißt: Trainierte Modelle werten Bilder und Prozessdaten aus, um Fehler zu erkennen oder vorherzusagen, als optische Prüfung, Anomalieerkennung oder Predictive Quality. Für Qualitätsleitung, Produktionsleitung und Fertigungs-IT im DACH-Raum entscheidet das Manufacturing Execution System (MES, die Software zwischen ERP und Anlage), ob aus einem Modellurteil ein rückverfolgbarer, freigegebener Prüfnachweis wird. Die Anbindung kostet häufig mehr Aufwand als das Modell.
- Für wen: Qualitätsleitung, Produktionsleitung und Fertigungs-IT im DACH-Raum.
- Weiter: Reifegrad aller KI-Anwendungen unter KI im MES, Anbieter unter MES Anbieter, Vorgehen unter MES Auswahl.
Was kann KI Qualitätsprüfung
und was kann sie nicht?
Hinter dem Begriff stehen drei Verfahren. Die optische Prüfung wertet Kamerabilder aus und liefert je Teil ein Urteil, etwa Gut, Schlecht oder Fehlerklasse mit Ort. Die Anomalieerkennung lernt aus Gutteilen oder störungsfreien Prozessdaten den Normalzustand und meldet Abweichungen ohne Fehlerbeispiele. Predictive Quality schätzt aus Prozessdaten, ob ein Teil die Spezifikation voraussichtlich verfehlt, bevor geprüft wird. Den Reifegrad ordnet KI im MES ein, den Rahmen geben MES Technologie und Trends und MES Trends 2027.
Was KI-Prüfung gut kann
- Oberflächen, Vollständigkeit und Lage prüfen, wo Licht, Optik und Bauteillage stabil bleiben.
- Fehlerbilder erkennen, die sich mit festen Regeln der klassischen Bildverarbeitung schlecht beschreiben lassen.
- Mit Anomalieerkennung auch seltene, unbekannte Fehler melden, weil das Modell nur den Gutzustand kennen muss.
- Aus Prozessdaten früh warnen, wenn mehrere Parameter gemeinsam driften.
Was sie nicht ersetzt
- Messen: Ein Klassifikationsmodell urteilt, es misst nicht. Maßhaltigkeit bleibt Aufgabe kalibrierter Messtechnik.
- Schlechte Aufnahmen retten: Wechselndes Licht oder Schmutz auf der Optik führen zu Fehlurteilen.
- Ursachen erklären: Warum ein Fehler entstand, klären Prozess, 8D und Mitarbeitende.
- Von allein gültig bleiben: Neue Varianten, Lieferanten oder Beleuchtung verlangen Prüfung und Freigabe.
Einordnung von Find-Your-MES. Als Testmetriken für Gut/Schlecht-Klassifikation nennt die Konsultationsfassung von Annex 22 des EU-GMP-Leitfadens (Abschnitt 4.1) Konfusionsmatrix, Sensitivität, Spezifität, Genauigkeit, Präzision und F1-Wert. Qualitätsfunktionen insgesamt: Qualitätsmanagement im MES, Prüfplanung und Reklamation: CAQ im MES, Systemgrenze: MES vs. CAQ. Wenn Modelle selbst Vorgänge auslösen: KI-Agenten auf dem Shopfloor.
Wie gelangen Prüfergebnisse
ins MES?
Ein Prüfergebnis besteht nicht nur aus Gut oder Schlecht. Das MES braucht Produktkennung, Auftrag, Messwerte, Bildverweis und die Version von Prüfprogramm und Modell, sonst bleibt das Urteil ein Zähler ohne Nachweiswert. Vier Wege kommen vor.
| Weg | Stärke | Grenze | Zuerst klären |
|---|---|---|---|
| OPC UA mit Machine-Vision-CompanionOPC 40100-1 | Genormte Verwaltung von Rezepten, Konfiguration und Ergebnissen. Die Spezifikation nennt MES, SCADA, ERP und Analysesysteme als Gegenstellen. | Der Inhalt eines Ergebnisses ist herstellerspezifisch, die Spezifikation legt sein Datenformat nicht fest (Abschnitt 5). | Unterstützte Teile, Version und Security-Modus des Prüfsystems. |
| REST-SchnittstelleHTTP und JSON | Leicht zu testen, passend zu Edge- und Cloud-Architekturen. | Kein gemeinsames Datenmodell: Feldnamen und Statuscodes legt jeder Hersteller fest. | Schnittstellenbeschreibung, Authentifizierung, Eindeutigkeit der Ergebnis-ID. |
| DateischnittstelleCSV, XML, JSON, Bilddatei | Läuft auch mit älteren Prüfsystemen ohne eigene Schnittstelle. | Kein Handshake: halb geschriebene Dateien, Dubletten und Zeitstempelversatz fangen Sie selbst ab. | Ablageort, Abschlussmarker, Aufräumregeln. |
| Über die SPSBits und Datenbausteine | Taktgenau, denn die Linie schleust ohnehin über die Steuerung aus. | Wenig Platz für Messwerte, Fehlerklassen und Bildverweis. | Wer die Zusatzdaten parallel liefert und wie beide Datensätze zusammenfinden. |
Quellen: OPC Foundation, OPC 40100-1, Version 1.0 vom 01.08.2019, OPC 40100-2, Version 1.00.0 vom 17.05.2024, Stand 11/2026. Entstanden in der VDMA OPC Vision Initiative, einer gemeinsamen Initiative von VDMA Machine Vision und OPC Foundation (OPC Foundation). Mehr zu OPC UA für MES und Maschinenanbindung und Retrofit.
Was das MES vom Prüfsystem braucht:
Elf Felder mit Bezug zu OPC 40100.
Die Matrix zeigt, welche Angaben ein Ergebnis tragen muss, damit das MES es zuordnen, sperren und nachweisen kann. Als Anlage ans Lastenheft eignet sie sich ergänzend zu MES Lastenheft erstellen.
| Datenfeld | Wozu das MES es braucht | Bezug in OPC 40100-1 | Zuerst in der Demo prüfen |
|---|---|---|---|
| ProduktkennungSeriennummer, Charge oder Teile-ID | Ordnet das Urteil einem Teil zu, Grundlage von Sperre und Genealogie. | ProductId, die beim Start des Jobs übergebene Kennung. MES oder SPS liefern sie also vor der Prüfung. | Ein Teil ohne lesbare Kennung durchlaufen lassen. |
| PrüfauftragJob, Fertigungsauftrag und Los | Verbindet mehrere Teile mit Auftrag und Los. | JobId, entsteht beim Übergang von Ready zu SingleExecution. | Auftragswechsel mitten im Betrieb. |
| Ergebnis-IDeindeutige Kennung je Ergebnis | Verhindert Dubletten bei erneut gesendeten Meldungen. | ResultId, systemweit eindeutig und vom System vergeben. | Dieselbe Meldung zweimal senden: ein Datensatz. |
| Prüfprogramm und VersionRezept | Zeigt, mit welchen Einstellungen geprüft wurde. | ExternalRecipeId und InternalRecipeId. | Falsches Programm für den Auftrag: Start gesperrt. |
| ErgebnisstatusGut, Schlecht, Unentschieden, Fehler | Steuert Sperre, Ausschleusen und Zweitprüfung. | ResultState beschreibt den Zustand des Ergebnisses. Gut oder Schlecht steht im herstellerspezifischen Inhalt. | Alle Werte durchspielen, auch Unentschieden. |
| Messwertemit Einheit und Grenzen | Speisen Regelkarten, siehe SPC im MES. | Herstellerspezifischer Inhalt. | Einheit und Grenzwerte je Wert im Datensatz. |
| Fehlerklasse und KonfidenzKlasse, Ort, Sicherheit des Modells | Grundlage für Pareto-Auswertung und für die Klasse Unentschieden. | Herstellerspezifischer Inhalt. | Schlüssel wie im Fehlerkatalog des MES, Schwelle einstellbar. |
| Bild-ReferenzLink, Pfad, Prüfsumme | Belegt das Urteil, ermöglicht Zweitprüfung und Training. | Herstellerspezifisch. MVTec nennt für MERLIC 5.6.2 die Bildtypen ImageJPG und ImagePNG im erweiterten Umfang. | Bild zu einem Ergebnis von vor Monaten aus dem MES aufrufen. |
| ModellversionModell und Konfigurationsstand | Belegt, welcher Stand entschieden hat. | Herstellerspezifischer Inhalt. | Modellwechsel: Version steht am nächsten Ergebnis. |
| Zeiten und TestlaufZeitstempel, Simulation | Ordnet Ergebnisse Takt, Schicht und Prozessdaten zu und trennt Tests von der Serie. | ProcessingTimes und IsSimulated. | Testlauf im Echtbetrieb, der in keiner Kennzahl auftauchen darf. |
| Teilergebnismehrere Kameras je Teil | Fasst Einzelurteile mehrerer Stationen zusammen. | IsPartial kennzeichnet ein Teilergebnis. | Gesamturteil erst, wenn alle Teilergebnisse vorliegen. |
Auszug. Feldnamen laut OPC 40100-1, Version 1.0 und ResultType, OPC Foundation, Stand 11/2026; Plug-in laut MVTec MERLIC 5.6.2. Architekturfragen: MES Architektur, Integration und Schnittstellen.
Warum ist die Integration
oft aufwändiger als das Modell?
Das Modell ist ein abgegrenztes Teilprojekt. Die Integration berührt Linie, SPS, Prüfsystem, MES und Qualitätsorganisation gleichzeitig, und an jeder Nahtstelle gehen Informationen verloren.
Ergebnis zum richtigen Teil
Das Prüfsystem sieht ein Bauteil, das MES kennt eine Seriennummer. Scanner vor der Kamera, Übergabe über die SPS oder Teileverfolgung entscheiden, ob beides zusammenfindet.
- Trigger und Kennung im selben Takt
- Verhalten ohne Kennung
Fehlerklassen vereinheitlichen
Jedes Prüfsystem benennt Fehler anders. Ohne gemeinsamen Schlüssel zählt das MES zwei Dinge, die der Mensch für dasselbe hält.
- Schlüsselliste pflegen
- Neue Klassen abstimmen
Zeitstempel und Reihenfolge
Kamera, SPS und MES haben eigene Uhren. Passen sie nicht zusammen, lassen sich Predictive-Quality-Modelle nicht trainieren und Ereignisse nicht rekonstruieren.
- Gemeinsame Zeitquelle
- Zeit der Aufnahme, nicht der Übertragung
Speicher und Aufbewahrung
Bilder sind der Beleg, liegen aber meist nicht im MES-Datensatz. Löschfristen müssen zur Aufbewahrung der Ergebnisse passen, siehe Traceability im MES.
- Referenz mit Prüfsumme
- Löschkonzept
Verhalten bei Unterbrechung
Bei Ausfall von Netz, MES oder Prüfsystem darf es weder Lücken noch Dubletten geben. Die Linie muss wissen, ob sie anhält.
- Pufferung am Prüfsystem
- Idempotente Meldung
Rezept, Modell, Freigabe
Das MES wählt Prüfprogramm und Modellversion je Auftrag und blockiert den Start bei einem nicht freigegebenen Stand. Das verlangt Schreibzugriff und Rechte.
- Rezeptwechsel durch das MES
- Sperre bei fremdem Stand
Einordnung von Find-Your-MES aus Auswahlprojekten. Zur Auswertung an der Linie: Edge Computing im MES, zur Zweitprüfung am Terminal: KI-Assistent für Werker im MES.
Welche Datenbasis und Pflege
braucht ein Prüfmodell?
Ein Prüfmodell hängt an Daten, die sich ändern: Licht, Optik, Material, Lieferanten, Varianten. Diese Drift lässt ein gutes Modell schlechter werden. Die Konsultationsfassung von Annex 22 des EU-GMP-Leitfadens gibt einen Rahmen vor, der als Checkliste für jede Fertigung taugt.
Zweckbestimmung festlegen
Welche Teile, Varianten und Aufnahmebedingungen deckt das Modell ab? Annex 22 (Abschnitt 3.1) verlangt, die Eingangsdaten mit häufigen und seltenen Variationen zu beschreiben und vor dem Abnahmetest freizugeben.
Daten etikettieren
Sie brauchen Gutteile, Schlechtteile je Fehlerklasse und Grenzfälle. Die Etiketten müssen sehr zuverlässig sein, etwa durch unabhängige Prüfung mehrerer Fachleute (Abschnitt 5.3). Das MES liefert die Verknüpfung von Bild, Teil und spätem Befund.
Testdaten trennen
Testdaten dürfen im Training nie vorkommen (Abschnitt 6.1). Erfassen Sie sie erst nach dem Training oder spalten Sie sie vorher ab, mit Zugriffsschutz und Protokoll.
Im Schattenbetrieb vergleichen
Das Modell läuft mit, ohne Teile zu sperren. Es soll mindestens so gut sein wie der ersetzte Prozess (Abschnitt 4.3), also müssen Sie die Leistung der bisherigen Sichtprüfung kennen.
Freigeben und überwachen
Nach der Freigabe mit Modellversion beobachten Sie Leistung und Eingangsdaten. Annex 22 nennt als Beispiel die Beleuchtung (Abschnitt 10.3) und verlangt Kennzahlen für Drift (10.4). Frühindikatoren im MES: Anteil Unentschieden, Fehlalarmquote, bestätigte Fehler je Schicht.
Änderungen kontrollieren
Neutrainieren, Kamera- oder Beleuchtungswechsel und neue Varianten sind Änderungen, die bewertet und gegebenenfalls erneut getestet werden (Abschnitt 10.1). Das Modell steht unter Konfigurationskontrolle (10.2), der alte Stand bleibt für den Rückfall.
Quelle: EU-Kommission, Annex 22 Künstliche Intelligenz, Konsultationsfassung, Konsultation vom 07.07.2025 bis 07.10.2025 (Konsultationsseite). Stand 02.11.2026 nicht verabschiedet, gilt nur für GMP-Betriebe. Der Schattenbetrieb ist eine Empfehlung von Find-Your-MES.
Wie bleibt die Prüfung
nachweisbar und validierbar?
Eine Prüfentscheidung ist erst ein Nachweis, wenn sich zeigen lässt, welches Teil, Bild, Prüfprogramm, welche Modellversion und welche Person beteiligt waren. Das MES liefert Rückverfolgbarkeit und Audit-Trail, die Regelwerke bestimmen den Umfang. Stand ist der 02.11.2026. Ersetzt keine Rechtsberatung.
| Regelwerk | Was der Text festlegt | Ableitung für die KI-Prüfung (Einschätzung) |
|---|---|---|
| AI ActVO (EU) 2024/1689, geändert durch VO (EU) 2026/1744 | Die Einstufung als Hochrisiko richtet sich nach der Zweckbestimmung: KI als Sicherheitsbauteil eines Produkts (Anhang I) oder Einsatz in Bereichen des Anhangs III wie Beschäftigung. Die Änderungsverordnung gilt seit 27.07.2026. Danach greifen die Hochrisiko-Regeln für Anhang III ab 02.12.2027, für KI in regulierten Produkten ab 02.08.2028. Leitlinien zur Einstufung lagen am 02.11.2026 nur als Konsultationsfassung vom 19.05.2026 vor. | Eine Bildprüfung, die Teile kontrolliert, ist nicht automatisch Hochrisiko. Sie kann es werden, wenn sie als Schutzeinrichtung arbeitet oder Beschäftigte bewertet. Einstufung je Anwendung mit Begründung festhalten, siehe Maschinenverordnung und AI Act. |
| EU-GMP Annex 11Computergestützte Systeme, gültig seit 30.06.2011 | Ersetzt ein System eine manuelle Tätigkeit, darf die Qualität nicht sinken und das Risiko nicht steigen (Grundsatz). Validierung (Nr. 4), unveränderter Wert und Bedeutung bei Datenübertragung (Nr. 4.8), kontrollierte Änderungen (Nr. 10), regelmäßige Bewertung (Nr. 11), Audit-Trail nach Risikobewertung (Nr. 9). | Die Schnittstelle zwischen Prüfsystem und MES gehört in die Validierung, nicht nur das Modell. Der Vergleich mit der bisherigen Prüfung belegt, dass die Qualität nicht sinkt. |
| EU-GMP Annex 22Künstliche Intelligenz, Konsultationsfassung vom 07.07.2025 | Gilt nach der Konsultationsfassung für statische Modelle mit deterministischer Ausgabe. Dynamisch lernende Modelle, generative KI und Sprachmodelle sollen in kritischen Anwendungen nicht eingesetzt werden. Vorgesehen: Zweckbestimmung, Abnahmekriterien, unabhängige Testdaten, Erklärbarkeit etwa durch Heatmaps, Konfidenz mit Schwelle, Überwachung. | Nicht in Kraft, aber ein Raster: Konfidenz, Modellversion und Bild gehören in den Ergebnisdatensatz. Der Text kann sich bis zur Verabschiedung ändern. |
| ISO 13485:2016Medizinprodukte, Abschnitte 4.1.6 und 7.6 | Software im Qualitätsmanagementsystem und zur Überwachung und Messung von Anforderungen ist vor dem ersten Einsatz und, soweit angemessen, nach Änderungen zu validieren, nach Risiko. | Ein Prüfmodell, das die Produktfreigabe mitentscheidet, fällt darunter. Jeder Modellwechsel ist ein Änderungsfall. Weiter: FDA 21 CFR Part 11 im MES und MES für Pharma und Medizintechnik. |
| BetrVG § 87 Abs. 1 Nr. 6Mitbestimmung | Technische Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen, sind mitbestimmungspflichtig. | Kameras im Arbeitsbereich und Auswertungen nach Bediener, etwa Overrides je Person, mit dem Betriebsrat regeln, siehe MES und Betriebsrat. |
Quellen: EU-Kommission, Fragen und Antworten zum AI Act, VO (EU) 2026/1744 und VO (EU) 2024/1689 (EUR-Lex), Leitlinien zur Einstufung, Konsultationsfassung, Annex 11, ISO 13485:2016, FDA, Computer Software Assurance, Februar 2026, BetrVG § 87. Weiter: Traceability im MES, MES Compliance, Produkthaftung und Software im MES.
Wie gehen Sie mit Pseudoausschuss
und Fehlalarmen um?
Pseudoausschuss sind Gutteile, die das Prüfsystem fälschlich als schlecht einstuft. Wie stark sie ins Gewicht fallen, hängt weniger von der Güte des Modells ab als davon, wie selten echte Fehler sind. Das Rechenbeispiel von Find-Your-MES nutzt frei gewählte Annahmen.
| Größe | Fall A | Fall B | Fall C |
|---|---|---|---|
| Teile pro Monat | 100.000 | 100.000 | 100.000 |
| Anteil fehlerhafter Teile | 0,2 % (200) | 0,2 % (200) | 0,05 % (50) |
| Sensitivitäterkannte Schlechtteile | 99 % | 99 % | 99 % |
| Spezifitätals gut erkannte Gutteile | 99,5 % | 99,9 % | 99,5 % |
| Echte Fehler ausgeschleust | 198 | 198 | rund 50 |
| Gutteile fälschlich ausgeschleust | 499 | rund 100 | rund 500 |
| Anteil Pseudoausschuss am Ausgeschleusten | 72 % | 34 % | 91 % |
Rechenbeispiel von Find-Your-MES, keine Messwerte eines Systems. Bei seltenen Fehlern besteht das meiste Ausgeschleuste aus Gutteilen. Statistik für Fehleranteile: SPC und Regelkarten im MES.
Fehlalarme steuern,
ohne echte Fehler durchzulassen.
Über Ausschleusen, Nacharbeit und Freigabe entscheidet der Qualitätsprozess aus CAQ im MES.
Ausgeschleustes bestätigen
- Jedes Teil mit dokumentierter Zweitprüfung
- Ergebnis mit Bild und Person im Datensatz
- So entsteht die echte Quote je Linie
Dritter Ausgang statt Zwang
- Niedrige Konfidenz geht zur manuellen Prüfung
- Annex 22 (Abschnitt 9.2) nennt die Kennzeichnung als undecided
Strenge nach Risiko
- Sicherheitsmerkmale streng, Kosmetik großzügiger
- Eigene Schwelle je Fehlerklasse, nur unter Änderungskontrolle
Fehlalarme ins Training
- Bestätigte Fehlalarme sind wertvolle Trainingsbilder
- Neutrainieren nur über die Freigabekette
Einordnung von Find-Your-MES. Die Zweitprüfung am Arbeitsplatz bildet das Werkerterminal ab, siehe Shopfloor MES.
Sechs Fehler,
die KI-Prüfprojekte teuer machen.
Modell gekauft, Anbindung offen
Wie das Ergebnis ins MES gelangt, klärt erst das Projekt. Dann entscheidet die Integration über Termin und Budget.
Test mit Trainingsbildern
Die Trefferquote glänzt, weil dieselben Teile im Training waren. Im Betrieb fällt sie ab.
Nur Gut oder Schlecht gespeichert
Ohne Bild, Konfidenz und Modellversion lässt sich ein Urteil später weder prüfen noch nachweisen.
Keine Zweitprüfung
Das Personal lernt, Alarme zu übergehen, oder schleust zu viel aus. Beides geht in der Qualitätszahl unter.
Beleuchtung ohne Prüfung getauscht
Die Instandhaltung ersetzt die Lampe, das Modell prüft plötzlich anders. Niemand sah es als Änderung am Prüfsystem.
Auswertung nach Person ohne Betriebsrat
Overrides oder Prüfzeiten je Bediener auszuwerten, bevor eine Vereinbarung steht, kann das Projekt stoppen.
Was fragen Sie MES-
und Prüfsystem-Anbieter?
Die Antworten fallen unterschiedlich aus. Der Bildverarbeitungs-Hersteller MVTec nennt für das OPC-UA-Plug-in von MERLIC 5.6.2 nur den Zugang ohne Benutzerkennung. Der Automatisierer Rockwell Automation meldet laut Pressemitteilung vom 11.08.2026 eine API-Integration von Plex QMS mit FactoryTalk Analytics VisionAI, bei der Ergebnisse, Serialisierung und Prüfhistorie in Plex liegen. Beides sind Herstellerangaben, über Ihren Fall sagen sie nichts.
| Thema | Frage | Wer | Das sollte die Demo zeigen |
|---|---|---|---|
| OPC UA | Welche Teile von OPC 40100-1, welche Version, welcher Security-Modus? Ist der Zugang ohne Benutzerkennung die einzige Option? | Prüfsystem | Verschlüsselte Verbindung des MES-Clients. |
| Ergebnisdatensatz | Welche Felder, Fehlerklassen und Status enthält ein Ergebnis? | Beide | Datensatz mit Seriennummer im MES. |
| Zuordnung | Wie erhält das Prüfsystem die Produktkennung, und was geschieht ohne sie? | Beide | Ein Teil ohne Kennung. |
| Bilder | Wo liegen die Bilder, wie greift das MES zu, wie lange bleiben sie? | Beide | Bildaufruf zu einem älteren Ergebnis. |
| Ausfall | Wie puffert das Prüfsystem, wie vermeidet die Schnittstelle Dubletten? | Prüfsystem | Netzabbruch, danach gleiche Stückzahlen. |
| Modellverwaltung | Wie werden Versionen freigegeben, gewechselt, zurückgenommen? Sieht das MES die Version je Ergebnis? | Beide | Wechsel und Rückfall. |
| Datenrechte | Wem gehören Bilder, Etiketten und trainiertes Modell? Fließen Ihre Daten in Modelle anderer Kunden? | Prüfsystem | Vertragsklausel, abgestimmt mit MES Datenpflichten. |
| Betrieb | Läuft die Auswertung lokal? Was passiert bei Ausfall von Lizenzserver oder Cloud? | Prüfsystem | Betrieb ohne Internet. |
| Validierung | Welche Unterlagen für die Validierung liefert der Hersteller, welche Audit-Informationen? | Beide | Unterlagenpaket und Rollen. |
| AI Act | Welche Einstufung nimmt der Hersteller vor, welche Dokumentation folgt daraus? | Beide | Schriftliche Aussage. |
| Pflege | Wer trainiert nach, testet und gibt frei? Was deckt der Wartungsvertrag? | Beide | Rollenbeschreibung. |
Quellen: Anbieter- und Referenzdatenbank von Find-Your-MES (über 110 MES-Systeme), MVTec, OPC UA Server Plug-in, Rockwell Automation, Pressemitteilung vom 11.08.2026. Angaben laut Anbieter, ohne Gewähr. Vorauswahl: RFI-Fragebogen MES.
Zehn Testfälle,
die Sie vor der Demo senden.
Lassen Sie sich jeden Fall mit Ihren Teilen zeigen, nicht mit Beispieldaten. Bewertung: MES Demos bewerten. Im Selection Portal halten Sie die Fälle als Szenarien fest.
| Testfall | Erwartetes Verhalten | Nachweis |
|---|---|---|
| 1 · Gutteil | Gut landet am richtigen Teil, Auftrag und Los. | Datensatz mit allen Pflichtfeldern, Bild abrufbar. |
| 2 · Schlechtteil | Das MES sperrt das Teil und leitet es in Nacharbeit oder Ausschuss. | Sperre mit Zeitstempel und Fehlerklasse. |
| 3 · Unentschieden | Das Teil geht zur manuellen Prüfung und gilt weder als Gut noch als Schlecht. | Eigener Status, Protokoll mit Person. |
| 4 · Override | Berechtigte Person ändert Schlecht in Gut, Begründung Pflicht, Original bleibt erhalten. | Audit-Trail mit beiden Ergebnissen. |
| 5 · Netzausfall | Das Prüfsystem puffert, danach kommen alle Ergebnisse in Reihenfolge ohne Dubletten an. | Stückzahl Prüfsystem gleich MES. |
| 6 · Doppelte Meldung | Dieselbe Ergebnis-ID zweimal gesendet ergibt einen Datensatz. | Zähler vor und nach dem Test. |
| 7 · Modellwechsel | Neue Version freigegeben, Version am nächsten Ergebnis, Rückfall möglich. | Freigabeprotokoll, Versionsstand im Datensatz. |
| 8 · Produktwechsel | Das MES wählt das Prüfprogramm je Auftrag. Bei falschem Programm startet der Auftrag nicht. | Verweigerter Start mit Meldung. |
| 9 · Teil ohne Kennung | Kein stilles Ablegen, sondern Fehlermeldung. | Fehlerstatus und Eintrag in der Störungsliste. |
| 10 · Auswertung | Fehlalarmquote, Anteil Unentschieden und bestätigte Fehler je Linie und Schicht. | Bericht mit Bezug auf die Zweitprüfungen. |
Einschätzung von Find-Your-MES, keine Validierung. Weitere Prüffragen: MES für Qualitätsmanagement.
Häufige Fragen
direkt beantwortet.
Was ist KI Qualitätsprüfung im MES?
KI Qualitätsprüfung im MES ist die Kopplung trainierter Prüfmodelle mit dem Manufacturing Execution System, das Ergebnis, Teil, Auftrag und Nachweis verbindet. Die Modelle prüfen Bilder (optische Prüfung), erkennen Abweichungen vom Normalzustand (Anomalieerkennung) oder schätzen aus Prozessdaten, ob ein Teil die Spezifikation verfehlt (Predictive Quality). Das MES speichert das Urteil mit Seriennummer, Bildverweis und Modellversion und löst Sperre, Nacharbeit oder Freigabe aus. Den Rahmen für KI insgesamt zeigt KI im MES.
Was unterscheidet optische Prüfung, Anomalieerkennung und Predictive Quality?
Die drei Verfahren unterscheiden sich in Eingang und Ergebnis. Die optische Prüfung klassifiziert Bilder anhand etikettierter Beispiele und liefert Gut, Schlecht und Fehlerklasse. Die Anomalieerkennung lernt nur den Gutzustand und meldet Abweichungen, auch bei unbekannten Fehlern, dafür mit mehr Fehlalarmen. Predictive Quality arbeitet mit Prozessdaten und sagt vor der Prüfung voraus, ob Qualitätsprobleme drohen. Wirksam ist sie nur, wenn im Prozess noch ein Eingriff möglich ist, zum Beispiel an der Anlage.
Ersetzt KI Qualitätsprüfung die Sichtprüfung vollständig?
In den meisten Fällen nicht, sie entlastet die Sichtprüfung und ersetzt sie nur in klar abgegrenzten Aufgaben. Gut geeignet sind Oberflächen, Vollständigkeit und Lage bei stabiler Aufnahme. Messen mit angegebener Genauigkeit, Grenzfälle und die Ursachenklärung bleiben bei Messtechnik und Menschen. Wer die Prüfung ersetzt, muss nachweisen, dass das Modell mindestens so gut ist wie die bisherige Prüfung. Annex 11 des EU-GMP-Leitfadens verlangt, dass die Qualität dabei nicht sinkt. Praktisch heißt das: erst im Schattenbetrieb vergleichen, dann den Prüfumfang schrittweise verlagern.
Welche Schnittstelle eignet sich für Prüfergebnisse im MES?
Es gibt keinen Standardweg. Geeignet sind OPC UA, REST, Dateien oder die SPS, je nach Prüfsystem und Linie. OPC UA mit der Machine-Vision-Spezifikation OPC 40100-1 bietet ein genormtes Gerüst für Rezepte, Konfiguration und Ergebnisse. REST ist flexibel, Dateien eignen sich für ältere Systeme, die SPS für taktgenaues Ausschleusen. Ausschlaggebend ist, welche Felder im MES ankommen: Kennung, Messwerte, Bildverweis, Modellversion. Die Datenmatrix im Abschnitt zur Schnittstelle führt die wichtigsten Felder auf.
Was ist OPC 40100 und was regelt es?
OPC 40100 ist die Companion-Spezifikation der OPC Foundation für Machine Vision, entstanden in der VDMA OPC Vision Initiative von VDMA Machine Vision und OPC Foundation. Teil 1 (Version 1.0 vom 01.08.2019) regelt Steuerung, Konfigurations-, Rezept- und Ergebnisverwaltung. Teil 2 (Version 1.00.0 vom 17.05.2024) behandelt Asset Management und Condition Monitoring. Der Inhalt eines Ergebnisses bleibt herstellerspezifisch, weil das Datenformat nicht festgelegt ist. Prüfsysteme setzen sie teilweise um, MVTec listet für MERLIC einzelne Conformance Units. Mehr zu OPC UA für MES.
Welche Daten muss das MES zu jedem Prüfergebnis speichern?
Mindestens Produktkennung, Auftrag, Ergebnis-ID, Prüfprogramm, Ergebnisstatus, Messwerte mit Einheit, Fehlerklasse, Bildverweis, Modellversion und Zeitstempel. Für KI-Urteile kommt die Konfidenz hinzu, damit sich wenig verlässliche Urteile erkennen lassen. Auch Zweitprüfung, Override und beteiligte Person gehören in den Datensatz, damit die Entscheidung später nachvollziehbar bleibt. Fehlt eines dieser Felder, lässt sich die Prüfung bei Reklamation oder Audit nicht rekonstruieren. Die Aufbewahrungsdauer folgt Branche und Kundenvertrag. Grundlagen der Rückverfolgbarkeit stehen unter Traceability im MES.
Warum ist die Integration oft aufwändiger als das Modell?
Die Integration berührt mehr Systeme und Zuständigkeiten als das Modell. Sie braucht die richtige Zuordnung von Ergebnis und Teil, einheitliche Fehlerklassen, abgestimmte Zeitstempel, Bildspeicher, definiertes Verhalten bei Ausfall und einen Rückkanal für Prüfprogramm und Modellversion. Jede Nahtstelle liegt bei einer anderen Abteilung oder einem anderen Hersteller. Das Modell lässt sich dagegen mit Daten und einer Kennzahl abgrenzen. Planen Sie Schnittstelle, Test und Abnahme deshalb gleichrangig mit dem Training und nehmen Sie die Datenmatrix schon vor der Bestellung ins Lastenheft.
Wie oft muss ein Prüfmodell neu trainiert werden?
Einen festen Takt gibt es nicht, Anlass sind Veränderungen. Neutrainiert wird, wenn die Überwachung sinkende Leistung oder abweichende Eingangsdaten zeigt oder wenn neue Varianten, Lieferanten oder Beleuchtung hinzukommen. Jede Änderung läuft unter Änderungskontrolle, gegebenenfalls mit neuem Test, bevor die Version freigegeben wird. Annex 22 verlangt in der Konsultationsfassung Änderungs- und Konfigurationskontrolle sowie die Überwachung von Leistung und Eingangsdaten (Abschnitte 10.1 bis 10.4). Legen Sie vorab fest, ab welchem Leistungsabfall geprüft wird und wer freigibt.
Ist KI Qualitätsprüfung nach dem AI Act ein Hochrisiko-System?
Nicht automatisch, die Einstufung hängt von der Zweckbestimmung ab. Hochrisiko sind KI-Systeme als Sicherheitsbauteil regulierter Produkte oder in den Bereichen des Anhangs III, etwa bei Beschäftigung. Die Hochrisiko-Regeln gelten nach der Verordnung (EU) 2026/1744 für Anhang III ab 02.12.2027 und für KI in regulierten Produkten ab 02.08.2028. Leitlinien der Kommission zur Einstufung lagen am 02.11.2026 nur als Konsultationsfassung vor. Eine begründete Einstufung je Anwendung gehört in die Dokumentation. Das ist keine Rechtsberatung. Mehr unter Maschinenverordnung und AI Act.
Muss ein KI-Prüfsystem in Pharma und Medizintechnik validiert werden?
Ja, wenn es über Qualität oder Freigabe mitentscheidet. Annex 11 des EU-GMP-Leitfadens verlangt die Validierung computergestützter Systeme, ISO 13485 die Validierung von Software im Qualitätsmanagementsystem und zur Überwachung und Messung, jeweils risikobasiert. Annex 22 für KI liegt als Konsultationsfassung vor und gilt noch nicht. Die Schnittstelle zwischen Prüfsystem und MES gehört zur Validierung, und bei Modelländerungen ist zu bewerten, ob erneut getestet werden muss. Details unter MES für Pharma und Medizintechnik.
Wie senken Sie Pseudoausschuss, ohne echte Fehler durchzulassen?
Pseudoausschuss sinkt durch dokumentierte Zweitprüfung, eine Klasse Unentschieden, Schwellen nach Risiko je Fehlerklasse und die Rückspeisung bestätigter Fehlalarme ins Training. Rechnen Sie vorab mit Ihren Zahlen: Bei 0,2 % fehlerhaften Teilen und 99,5 % Spezifität besteht im Rechenbeispiel von Find-Your-MES etwa 72 % des Ausgeschleusten aus Gutteilen. Messen Sie die Quote im Betrieb, statt sie zu schätzen, und verfolgen Sie sie je Linie, Schicht und Fehlerklasse. Zusammenhänge zur Reklamation zeigt CAQ im MES.
Muss der Betriebsrat bei KI-Prüfsystemen beteiligt werden?
Ja, sobald das System Verhalten oder Leistung von Beschäftigten überwachen kann. § 87 Absatz 1 Nummer 6 des Betriebsverfassungsgesetzes unterwirft solche technischen Einrichtungen der Mitbestimmung. Bei Kameras im Arbeitsbereich sind Aufnahmebereich, Löschung von Bildern mit Personen und Auswertungen nach Bediener zu regeln. Beschränken Sie Kennzahlen auf Linie und Schicht, wo es fachlich genügt, und binden Sie den Betriebsrat vor der Beschaffung ein, nicht erst bei der Einführung. Das ist keine Rechtsberatung. Praxis: MES und Betriebsrat.
Was sollten Sie MES- und Prüfsystem-Anbieter zuerst fragen?
Fragen Sie zuerst nach dem Ergebnisdatensatz und der Schnittstelle: Welche Felder kommen im MES an, mit welchen Schlüsseln für Fehlerklassen und Status, über welchen Weg? Danach folgen Zuordnung zur Seriennummer, Bildzugriff, Verhalten bei Ausfall, Modellverwaltung und Datenrechte. Lassen Sie sich alles mit Ihren Teilen zeigen, bevor Preise verhandelt werden. So prüfen Sie früh, ob beide Systeme zusammenpassen. Die Fragenliste und die zehn Demo-Testfälle geben die Reihenfolge vor. Passende Systeme finden Sie unter MES Anbieter.
Das passende MES
für Ihre KI-Prüfung.
Aus über 110 MES-Systemen im Katalog und über 80 Merkmalen entsteht in rund 6 Minuten eine begründete Shortlist. Im Selection Portal, dem Werkzeug für die Softwareauswahl, halten Sie Anforderungen wie Ergebnisdatensatz, Bildverweis und Modellversion fest, bewerten Demos anhand der zehn Testfälle und dokumentieren Entscheidung und Vertrag nachvollziehbar.