Cobots MES Anbindung.
Roboterzellen mit Zustand, Programm und Störung im MES.
Cobots MES Anbindung heißt: Das Manufacturing Execution System (MES, die Software zwischen ERP und Anlage) führt eine Roboterzelle als Betriebsmittel, gibt Auftrag und Programm vor und erhält Zustand, Störung, Stückzahl und Qualitätsdaten zurück. Cobots (kollaborierende Roboter) und Industrieroboter hängen dafür an OPC UA mit der Robotics-Companion-Spezifikation, an MQTT, an Herstellerschnittstellen oder an der SPS. Die Wahl hängt am Controller, nicht an der Bauart.
- Für wen: Produktions- und Automatisierungsleitung und Fertigungs-IT bei Fertigern mit Robotern, Cobots oder geplanter Robotik.
- Inhalt: Datenpunkte, Anbindungswege, Herstellerdokumentation von ABB, FANUC, KUKA und Universal Robots, SPS oder direkt, Sicherheit, neun Testfälle, acht Prüffragen.
- Abgrenzung: Kein Ranking, keine Sicherheitsberatung. Stand der Angaben: 02.11.2026.
- Weiter: OPC UA für MES, MQTT und Sparkplug im MES, Maschinenanbindung und Retrofit, Maschinenverordnung und MES.
Was muss ein Roboter oder Cobot dem MES melden
und was empfängt er?
Für das MES ist eine Roboterzelle eine Maschine mit eigener Steuerung. Ein Cobot (Roboter für die Arbeit neben Menschen im gemeinsamen Arbeitsraum) liefert dieselben Daten wie ein Industrieroboter hinter dem Schutzzaun, nur die Sicherheitsauflagen der Zelle unterscheiden sich. Entscheidend ist, welcher Datenpunkt in welche Richtung läuft. Einordnung in die Entwicklung: MES Technologie und Trends und MES Trends 2027.
Die Roboterzelle meldet an das MES
- Zustand: Betriebsart, Motoren an oder aus, Not-Halt, Schutzstopp. OPC 40010-1 führt dafür OperationalMode, EmergencyStop und ProtectiveStop.
- Störung: Alarme und Ereignisse mit Schweregrad. ABB übersetzt das Ereignisprotokoll in OPC-UA-Ereignisse mit den Stufen 100 (Zustandswechsel), 300 (Warnung) und 600 (Fehler).
- Programmzustand: welches Programm geladen ist und ob es läuft, in OPC 40010-1 über die Aufgabensteuerung (TaskControl).
- Stückzahl und Zykluszeit: kommen aus dem Roboterprogramm über Signale, Register oder Variablen. Unter den von der OPC Foundation gelisteten Objekttypen gibt es dafür keinen eigenen.
- Qualitätsdaten: Messwerte, Kraft- oder Kameraergebnisse. Standardmodelle wie OPC 40001-101 (Result Transfer) und OPC 40100-1 (Machine Vision) gibt es, ob die Zelle sie umsetzt, steht in ihrer Dokumentation.
Das MES gibt an die Roboterzelle
- Auftrag: Auftragsnummer, Los, Menge, Variante. Standardmodell für Aufträge an Maschinen ist OPC 40001-3 (Job Management), ob ein Roboter es umsetzt, nennt der Hersteller.
- Programm oder Rezept: Programmname, Parametersatz, Werkstückvariante. OPC 40010-1 sieht Fernbedienung vor (Laden, Starten, Stoppen von Programmen), Variablen sind aber lesend, bis der Hersteller sie freigibt.
- Freigabe: Start nur, wenn Material, Werkzeug und Prüfmittel freigegeben sind. Die Bewegung bleibt Sache der Robotersteuerung.
- Sicherheitseinstellungen: nein. Schutzfelder, Sicherheitsgeschwindigkeit und Betriebsart ändert das MES nicht, das bleibt in der Sicherheitssteuerung (siehe Maschinenverordnung und MES).
Quellen: OPC 40010-1, Version 1.02; ABB Embedded OPC UA Server, Revision J. Stand 02.11.2026. Einordnung der Richtungen von Find-Your-MES.
Sechs Datenpunkte einer Roboterzelle:
Wer liefert, wer empfängt?
Die Spalte Nutzen im MES ist eine Einschätzung von Find-Your-MES. Kennzahlen wie die Verfügbarkeit folgen ISO 22400 Kennzahlen im MES, Qualitätsdaten laufen in Qualitätsmanagement im MES zusammen.
| Datenpunkt | Richtung | Wo er dokumentiert ist | Nutzen im MES |
|---|---|---|---|
| AuftragNummer, Los, Menge | MES zur Zelle | Modell OPC 40001-3 Job Management für Maschinen, bei Robotern nur mit Hersteller-Nachweis | Auftragsbezug für Zeiten, Gutteile und Ausschuss |
| Programm oder RezeptProgrammname, Parameter | MES zur Zelle | OPC 40010-1: Aufgabensteuerung und Programmverzeichnis; Universal Robots: Dashboard Server; ABB: persistente RAPID-Variablen und I/O-Signale, je nach Konfiguration beschreibbar | Richtiges Programm je Variante, Nachweis, welches Programm lief |
| Stückzahl und ZykluszeitGutteile, Takt | Zelle zum MES | Kein eigener Typ in OPC 40010-1; Universal Robots: allgemeine Register über RTDE; ABB: Signale und Variablen | Gutteile und Takt für OEE und Auftragsfortschritt |
| ZustandBetriebsart, Motoren, Stopp | Zelle zum MES | OPC 40010-1: SafetyState; ABB: ControllerState, OperatingMode; Universal Robots: Roboter-, Gelenk- und Sicherheitsstatus über RTDE | Laufen, Stillstand und Betriebsart für Verfügbarkeit; nur als Information, nicht als Sicherheitssignal |
| StörungAlarm, Warnung, Fehler | Zelle zum MES | ABB: OPC-UA-Ereignisse mit Schweregrad und Nummer; bei anderen Steuerungen Alarmnummern über Variablen oder Register, je Modell prüfen | Stillstandsgrund und Dauer für die Störungsanalyse |
| QualitätsdatenMesswert, Prüfergebnis | Zelle zum MES | Modelle OPC 40001-101 Result Transfer und OPC 40100-1 Machine Vision; sonst herstellerspezifisch oder über die Prüfstation der Zelle | Ergebnis je Teil oder Charge für die Rückverfolgung, siehe Traceability im MES |
Quellen: OPC 40010-1; ABB Embedded OPC UA Server; Universal Robots RTDE. Stand 02.11.2026, Angaben laut Hersteller, ohne Gewähr.
Über welche Wege wird ein Roboter
ans MES angebunden?
Sechs Wege, aufgenommen sind nur Wege mit Beleg in Spezifikation oder Herstellerdokumentation, ohne Wertung. Hintergrund: OPC UA für MES, MQTT und Sparkplug im MES, Unified Namespace im MES. Roboter an Spritzgießmaschinen regelt EUROMAP 79, siehe EUROMAP und MES.
| Weg | Zweck | Protokoll | Was das MES erhält | Beleg und Grenze |
|---|---|---|---|---|
| OPC UA mit Robotics-Companion-SpezifikationOPC 40010-1, Version 1.02 | Zustand, Sicherheitsstatus, Aufgabensteuerung und Asset-Daten für übergeordnete Systeme | OPC UA (IEC 62541), Client-Server | Controller, Achsen, Sicherheitszustand und Aufgabensteuerung des Bewegungssystems | Variablen sind lesend, bis der Hersteller sie freigibt. Welche optionalen Teile ein Roboter umsetzt, steht in dessen Dokumentation. |
| OPC UA mit HerstellermodellBeispiele ABB OmniCore und FANUC | Zugriff auf Signale, Variablen und Controller-Zustand im Modell des Herstellers | OPC UA TCP, binär; ABB nur mit Sign oder Sign and encrypt und Benutzername und Passwort | ABB: I/O-Signale, RAPID-Variablen, Controller- und Aufgabenzustand, Ereignisse. FANUC: Informationen, I/O, Data IDs | Mapping je Hersteller nötig. ABB: höchstens 10 Sitzungen, Intervall ab 200 ms. FANUC: bis zu 10 Clients im selben Netz. |
| MQTT mit BrokerBeispiel FANUC | Ereignisgesteuerte Verteilung an mehrere Empfänger, Baustein eines Unified Namespace | MQTT 5.0, Zustellstufen QoS 0, 1 oder 2, optional TLS 1.2 | Topics und Nutzdaten, die das Roboterprogramm veröffentlicht oder abonniert | FANUC: Controller ist MQTT-Client, kein Broker. Option MQTT und KAREL erforderlich, TLS nur mit zusätzlicher Option und einer Verbindung gleichzeitig. |
| Herstellerschnittstelle im NetzwerkBeispiel Universal Robots | Status lesen, Ein- und Ausgänge und Register austauschen, Programme steuern | TCP/IP: RTDE (Port 30004), Dashboard Server (Port 29999) | Status von Roboter, Gelenken, Werkzeug und Sicherheit, E/A und Register; über Dashboard Programme laden, starten, pausieren, stoppen | RTDE liefert 1 bis 500 Hz; Felder hängen an Software- und Controller-Version. Ein MES braucht dafür Treiber oder Gateway (Einschätzung von Find-Your-MES). |
| Feldbus über die SPSModbus, EtherNet/IP, PROFINET | Zustände und Zähler als Prozessabbild, die SPS vermittelt zum MES | Universal Robots: Modbus, EtherNet/IP (Roboter als Server), PROFINET. FANUC: EtherNet/IP, PROFINET, EtherCAT, Modbus und weitere | Die Signale, die das SPS-Projekt abbildet | Die Bedeutung der Signale legt das SPS-Projekt fest. FANUC führt Modbus und OPC UA als nicht sicherheitsgerichtete Optionen. |
| Gateway am RoboterBeispiel ABB IoT Gateway | Übersetzung von Steuerungsdaten in OPC UA, Absicherung und Entkopplung vom MES | OPC UA zum MES, zur Roboterseite herstellerspezifisch | ABB: OPC-UA-Server für OmniCore auch über das IoT Gateway; der eingebettete Server braucht keine Zusatzhardware, aber die Option 3154-1 | Ein Gateway erzeugt eine Schnittstelle, keine Bedeutung, siehe Maschinenanbindung und Retrofit und Edge Computing im MES. |
Quellen: OPC 40010-1; ABB Embedded OPC UA Server; FANUC OPC UA, MQTT, Protokolle; Universal Robots Interfaces, RTDE, Fieldbus. Stand 02.11.2026, Angaben laut Hersteller, ohne Gewähr.
Welche Wege dokumentieren
Roboterhersteller selbst?
Vier Roboterhersteller in alphabetischer Reihenfolge, ohne Wertung. Aufgenommen sind nur Aussagen, die die Dokumentation des Herstellers belegt. Fehlt eine Aussage, ist der Weg hier nicht belegt, nicht unbedingt nicht vorhanden.
| Hersteller | OPC UA | Weitere Wege | Voraussetzungen und Grenzen laut Hersteller |
|---|---|---|---|
| ABBOmniCore, Embedded OPC UA Server | ✓ Eingebauter OPC-UA-Server. Laut ABB alle verpflichtenden und einige optionale Teile von OPC 40010-1, dazu ein eigenes ABB-Modell. | IoT Gateway mit OPC-UA-Server für OmniCore (Zusatzhardware); Ereignisse über OPC UA Alarms and Events | RobotWare ab 7.8 und Option 3154-1 IoT Data Gateway; Port 4840; nur Sign oder Sign and encrypt; anonymer Zugriff nur nach Freigabe; 10 Sitzungen. Einige Werte der Spezifikation liefert der Server laut ABB nicht, etwa Motortemperatur und Achsgeschwindigkeit. |
| FANUCR-30iB Plus, R-50iA | ✓ OPC-UA-Server als Option mit Informationen, I/O und Data IDs; bis zu 10 Clients lesen, schreiben und abonnieren. Für die R-50iA ist das Informationsmodell per XML anpassbar. | MQTT-Option (Controller als MQTT-5.0-Client); EtherNet/IP mit Fernzugriff über OPC UA (R-30iB Plus); PROFINET, EtherCAT, Modbus und weitere Feldbusse | OPC UA und Modbus sind laut FANUC nicht sicherheitsgerichtet. MQTT braucht KAREL, TLS eine eigene Option. Die Kommunikationsdokumentation gilt für Software V9.40P. OPC 40010-1 nennt FANUC dort nicht, im Angebot abfragen. |
| KUKAKUKA.DeviceConnector, iiQoT | ≈ KUKA nennt für die Anbindung an iiQoT über ein Edge-Gateway die Ports 8883 (MQTTS), 4840 (OPC UA) und 443 (HTTPS). Ein OPC-UA-Modell für das MES nennt die Quelle nicht. | Vorinstalliertes Paket KUKA.DeviceConnector ab Version 2.1.10; Netzzugang über KLI oder KONI | Voraussetzung für iiQoT laut KUKA: KSS 8.3 oder höher. Die Quelle beschreibt die Cloud-Anbindung, nicht die MES-Anbindung. Welche OPC-UA-Option Ihr Controller bietet, gehört in die Anfrage an KUKA. |
| Universal RobotsPolyScope 5, e-Series | ≈ Die Fieldbus-Liste von PolyScope 5.26 nennt Modbus, EtherNet/IP, PROFINET, PROFIsafe und UR Connect, keinen OPC-UA-Server. OPC UA gibt es als URCap von Rocketfarm im Marktplatz von Universal Robots. | RTDE (Port 30004), Dashboard Server (Port 29999), XML-RPC, Modbus TCP, EtherNet/IP, PROFINET | Die URCap benötigt für e-Series PolyScope 5.2 oder neuer. Ob sie OPC 40010-1 abbildet, nennt die Marktplatz-Quelle nicht. |
Quellen: ABB Embedded OPC UA Server; FANUC OPC UA, MQTT; KUKA iiQoT; Universal Robots Fieldbus, URCap. Stand 02.11.2026, Angaben laut Hersteller, ohne Gewähr.
Wann direkt ans MES,
wann über die SPS?
Vier Muster, eingeordnet als Einschätzung von Find-Your-MES auf Grundlage der Herstellerangaben. Sie ersetzen kein Architekturkonzept. Zur Rollenverteilung der Systeme siehe MES, ERP, SCADA und MOM.
Direkt an die Robotersteuerung
Sinnvoll, wenn die Steuerung OPC UA oder MQTT mitbringt, wenige Zellen angebunden werden und das MES vor allem Zustand und Zähler liest.
- ABB erlaubt 10 Sitzungen, FANUC bis zu 10 Clients. MES, Instandhaltung und Energiemonitoring teilen sich diese Plätze.
- ABB erlaubt 200 RAPID-Variablen und 1000 I/O-Signale als Abonnement; mehr als etwa 500 sich je Sekunde ändernde Variablen können laut ABB die Leistung mindern.
Über die SPS der Zelle
Sinnvoll, wenn eine SPS die Zelle ohnehin führt. Das MES spricht dann mit einem Server statt mit jedem Gerät.
- Die SPS-Variablen legen die Bedeutung fest: Nummern, Einheiten und Zustandscodes dokumentieren. Status und Zähler laufen über Feldbus.
- Befehle des MES an die Zelle sollten durch die SPS-Freigabe laufen, nicht am Roboter vorbei.
Über ein Edge-Gateway
Sinnvoll bei gemischten Roboterparks, älteren Steuerungen oder mehreren Verbrauchern derselben Daten.
- ABB beschreibt den IoT Gateway als Alternative zum eingebetteten Server, mit Zusatzhardware.
- Die zusätzliche Ebene braucht Betrieb und Härtung. Nachweise zu Sicherheitsupdates gehören in den RFI, siehe Cyber Resilience Act im MES.
OPC UA an der Zelle, MQTT als Verteilschicht
Viele Fertiger kombinieren beides: OPC UA oder Feldbus an der Zelle, MQTT zur werksweiten Verteilung, der Roboter als Gerät im Namensraum.
- Details auf MQTT und Sparkplug im MES.
- Befehle wie Programm laden oder Start gehören nach Einschätzung von Find-Your-MES auf einen Weg mit Quittung und Protokoll.
- Fahrerlose Systeme und mobile Roboter folgen demselben Muster, siehe AMR und FTS am MES.
Einschätzung von Find-Your-MES. Grenzwerte: ABB Embedded OPC UA Server, FANUC OPC UA. Stand 02.11.2026.
Was gilt für Sicherheit und Konformität
bei Roboterzelle und MES?
Sicherheitsfunktionen gehören in die Robotersteuerung und die Sicherheitssteuerung der Zelle, nicht ins MES. Berührungspunkte entstehen, wenn das MES schreibt oder Programme verteilt. Die Spalte Bezug zur MES-Anbindung ist eine Einschätzung von Find-Your-MES. Ersetzt keine Rechtsberatung, Risikobeurteilung und CE-Konformität klärt die Fachkraft für Maschinensicherheit. Alle Regelwerke bündelt MES und Compliance, Zugangsrechte zu Daten vernetzter Produkte behandelt MES und Datenpflichten.
| Regelwerk | Was es regelt | Bezug zur MES-Anbindung | Fundstelle |
|---|---|---|---|
| Maschinenverordnung (EU) 2023/1230gilt ab 20.01.2027 | Ersetzt die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Vor dem 20.01.2027 nach der Richtlinie in Verkehr gebrachte Produkte dürfen weiter bereitgestellt werden. | Neue Zellen und Umbauten ab 2027 laufen unter der Verordnung, Lastenheft und Vertrag sollten das nennen, siehe Maschinenverordnung und MES. | Art. 54, Art. 51 Abs. 2, Art. 52 Abs. 1 |
| Gesamtheit von MaschinenRoboterzelle als Gesamtheit | Die Verordnung kennt die Gesamtheit von Maschinen. Hersteller ist auch, wer für den Eigengebrauch herstellt. | Wer Roboter, Greifer, Förderer und Schutztechnik zu einer Zelle verbindet, klärt die Herstellerrolle vor der Inbetriebnahme: Roboterhersteller, Integrator oder Fertiger. | Art. 3 Nr. 1 Buchst. d, Nr. 18 Buchst. b, Art. 10 |
| Wesentliche Veränderungphysisch oder digital | Eine vom Hersteller nicht vorgesehene physische oder digitale Veränderung mit neuer Gefährdung oder höherem Risiko kann zum Hersteller machen. Bei einer Gesamtheit gilt das nach Risikobeurteilung für die betroffene Maschine. | Sollwerte, Geschwindigkeiten, Betriebsarten oder Schutzfelder per MES-Schreibzugriff gehören in die Risikobeurteilung. Auftrag oder Programmnamen zu übergeben ist es nach Einschätzung von Find-Your-MES in der Regel nicht. | Art. 3 Nr. 16, Art. 18, Erwägungsgrund 26 |
| Schutz gegen KorrumpierungAnhang III | Der Anschluss einer anderen Einrichtung, auch per Fernzugriff, darf nicht zu einer gefährlichen Situation führen. Eingriffe und Versionen der Sicherheitssoftware bleiben bis zu fünf Jahre nachvollziehbar. | Ein MES, das schreibt, ist eine solche Einrichtung. Fragen Sie nach Schreibrechten, Authentifizierung und Protokoll. | Anhang III Nr. 1.1.9, Nr. 1.2.1 Buchst. f |
| ISO 10218-1 und ISO 10218-2Ausgaben 2025 | Sicherheit von Industrierobotern (Teil 1) sowie von Roboteranwendungen und Roboterzellen (Teil 2), laut ISO jeweils in der Ausgabe 2025. | Betrifft Roboterhersteller und Integrator. Für das MES zählen die definierten Betriebsarten, auf die OPC 40010-1 verweist. | ISO 10218-1:2025, ISO 10218-2:2025 |
| ISO/TS 15066Ausgabe 2016, kollaborierende Roboter | Technische Spezifikation zur Zusammenarbeit von Mensch und Roboter. Laut ISO flossen große Teile in ISO 10218-2:2025 ein. Welche Fassung gilt, nennt die Konformitätserklärung der Zelle. | Mittelbar: In Cobot-Zellen kann der Personenschutz Geschwindigkeit und Takt begrenzen, Taktzeiten sind nicht beliebig steigerbar (Einschätzung von Find-Your-MES). | ISO/TS 15066:2016 |
Quellen: Verordnung (EU) 2023/1230 (EUR-Lex), konsolidierte Fassung vom 27.07.2026; ISO 10218-1, 10218-2, Robotik bei ISO. Stand 02.11.2026. Ersetzt keine Rechtsberatung.
Wie prüfen Sie in der Demo, ob ein MES
eine Roboterzelle wirklich abbildet?
Praktischer Hinweis von Find-Your-MES aus über 50 begleiteten MES-Auswahlprojekten: Demos zeigen eine Roboterzelle oft als Kachel mit grünem Status. Verlangen Sie stattdessen Testfälle an Ihrer Zelle oder einem virtuellen Controller des Herstellers. Das Verfahren steht unter MES Demos bewerten. Schicken Sie die Testfälle vor der Demo an die MES Anbieter Ihrer Shortlist.
| Testfall | Erwartetes Verhalten | Nachweis |
|---|---|---|
| 01 · Zelle als Betriebsmittel | Die Zelle erscheint mit Hersteller, Modell, Seriennummer und Controller, nicht nur als Signalliste. | Stammdatenmaske oder Adressraum der Zelle im Vergleich |
| 02 · Betriebsartwechsel | Der Wechsel von Automatik auf manuell und zurück erscheint mit Zeitstempel der Quelle in der vereinbarten Zeit. | Zeitstempel im MES gegen Protokoll der Robotersteuerung, Abweichung notiert |
| 03 · Not-Halt und Schutzstopp | Beide Zustände erscheinen als Stillstand mit Grund, nicht als Gutteil, und nur als Information. | Auslösung an der Zelle durch die Fachkraft, Eintrag im MES |
| 04 · Warnung und Fehler | Eine Warnung und ein Fehler erscheinen getrennt mit Nummer und Text, die Dauer läuft bis zur Quittierung. | Ereignisprotokoll der Steuerung und Störmeldung im MES nebeneinander |
| 05 · Auftrag starten, Programm laden | Das MES übergibt Auftrag und Programmnamen. Die Zelle meldet das geladene Programm zurück und lehnt ein unbekanntes ab. | Rückmeldung der Zelle, abgelehnter Versuch im Protokoll |
| 06 · Stückzahl und Zykluszeit | Gutteile, Ausschuss und Zykluszeit stimmen nach einer vereinbarten Stückzahl mit dem Zähler der Zelle überein. | Zählerstand der Robotersteuerung gegen MES |
| 07 · Verbindungsabriss | Nach Trennung des Zellnetzes zeigt das MES die Zelle als nicht erreichbar, markiert die Datenlücke und zählt danach nichts doppelt. | Netzwerkkabel ziehen oder Port sperren, Zählerstände vor und nach dem Test |
| 08 · Rechte und Schreibzugriff | Ohne Recht startet kein Programm. Jeder Schreibzugriff steht mit Benutzer und Zeit im Protokoll. | Versuch mit zwei Rollen, Auszug aus dem Auditprotokoll |
| 09 · Qualitätsdaten | Ein Mess- oder Prüfergebnis der Zelle wird Auftrag und Teil oder Charge zugeordnet. | Rückverfolgung eines Teils vom Ergebnis zum Auftrag |
Testfälle von Find-Your-MES auf Grundlage von OPC 40010-1 und ABB Embedded OPC UA Server. Stand 02.11.2026.
Acht Fragen an MES-Anbieter und Roboterhersteller,
die Sie vor der Demo stellen.
Senden Sie die Fragen mit dem RFI und bewerten Sie, was schriftlich belegt wird. Vorlagen: RFI-Fragebogen MES und MES-Lastenheft erstellen. Systeme finden Sie im MES-Katalog, die Auswahl begleitet das MES Matching.
| Frage | Warum sie zählt | Nachweis |
|---|---|---|
| 01 · Welche Roboter binden Sie an? | Die Aussage unterstützt Roboter nennt weder Hersteller noch Controller-Generation oder Weg. | Konfigurationsbeschreibung je Hersteller und Weg |
| 02 · OPC 40010-1 als Client? | ABB setzt laut Handbuch die verpflichtenden und einige optionale Teile um. Das MES muss genau diese Teile lesen. | Schriftliche Liste mit Version und optionalen Teilen, Test an Roboter oder Simulation |
| 03 · Zelle ohne Companion Specification? | Herstellermodelle wie bei ABB und FANUC brauchen ein Mapping je Hersteller, wer pflegt es? | Mapping-Dokument, Aufwand je Zelle auf Anfrage |
| 04 · Programm oder Rezept schreiben? | Schreibzugriff berührt Anhang III Nr. 1.1.9 der Maschinenverordnung. | Testfälle 05 und 08 in der Demo |
| 05 · Umgang mit Sitzungsgrenzen? | ABB erlaubt 10 Sitzungen, FANUC bis zu 10 Clients. Mehrere Verbraucher teilen sie sich. | Architekturbild mit allen Verbrauchern je Zelle |
| 06 · Security an der Roboterschnittstelle? | ABB erlaubt nur Sign und Sign and encrypt und Benutzername und Passwort, Zertifikate werden manuell vertraut. | Konfigurationsbeispiel, Ablauf der Zertifikatsverwaltung |
| 07 · Datenlücken? | Nach einem Abriss dürfen Stückzahlen weder fehlen noch doppelt zählen. | Testfall 07 |
| 08 · Wer ist zuständig? | Zwischen Roboter, SPS und MES endet Verantwortung oft an der Schnittstelle, Rollen und Reaktionszeiten gehören in den Vertrag. | Rollenbeschreibung im Vertrag, siehe MES-Vertrag, SLA und Haftung |
Fragenvorschläge von Find-Your-MES. Quellen: Anbieter- und Referenzdatenbank von Find-Your-MES (Katalog mit über 110 MES-Systemen), OPC 40010-1 und ABB Embedded OPC UA Server. Angaben laut Anbieter, ohne Gewähr. Stand 02.11.2026.
Häufige Fragen
direkt beantwortet.
Was ist eine Cobots MES Anbindung?
Eine Cobots MES Anbindung verbindet die Steuerung einer Cobot- oder Roboterzelle mit dem Manufacturing Execution System. Das MES gibt Auftrag und Programm vor und erhält Zustand, Störung, Stückzahl und Qualitätsdaten zurück. Für die Datenanbindung zählt der Controller, nicht die Bauart: OPC 40010-1 beschreibt jedes Bewegungssystem, ob Industrieroboter oder mobiler Roboter. Der Unterschied beim Cobot liegt in der Sicherheit der Zelle, nicht in den Daten, und die klärt die Fachkraft für Maschinensicherheit. Wege und Grenzen zeigt die Schnittstellenmatrix weiter oben, Grundlagen zur Maschinenseite finden Sie unter Maschinenanbindung und Retrofit.
Was ist OPC 40010-1?
OPC 40010-1 ist Teil 1 der OPC-UA-Companion-Specification für Robotik, Untertitel Vertical Integration, aktuell in Version 1.02 vom 08.09.2025. Sie beschreibt ein Informationsmodell für ein vollständiges Bewegungssystem als Schnittstelle zu übergeordneten Systemen und nennt vier Anwendungsfälle: Überwachung, Zustandsüberwachung, Asset Management und Fernbedienung. Erarbeitet hat sie die VDMA OPC Robotics Initiative mit der OPC Foundation, die erste Fassung erschien im Juni 2018 auf der Automatica. Variablen sind lesend, bis ein Hersteller sie freigibt. Grundlagen zum Protokoll: OPC UA für MES.
Unterstützen ABB, FANUC, KUKA und Universal Robots OPC UA?
ABB und FANUC dokumentieren einen OPC-UA-Server, bei KUKA und Universal Robots ist der Weg anders belegt. ABB bietet bei OmniCore einen eingebetteten Server mit Option 3154-1 und nennt Unterstützung für OPC 40010-1. FANUC führt einen OPC-UA-Server als Option. Universal Robots listet in PolyScope 5.26 keinen OPC-UA-Server, OPC UA gibt es als URCap von Rocketfarm. KUKA beschreibt den Port 4840 im Zusammenhang mit iiQoT. Stand 02.11.2026, bitte je Modell und Softwarestand prüfen.
Kann ein MES einen Cobot direkt steuern?
Ein MES gibt Auftrag, Programmnamen und Freigabe vor, die Bewegung bleibt bei der Robotersteuerung. Technisch erlauben Schnittstellen mehr: Der Dashboard Server von Universal Robots lädt, startet, pausiert und stoppt Programme, OPC 40010-1 sieht Fernbedienung vor. Sicherheitsfunktionen, Schutzfelder und Betriebsart gehören nicht ins MES, sie bleiben in der Sicherheitssteuerung. Jeder Schreibzugriff berührt die Risikobeurteilung der Zelle und Anhang III Nr. 1.1.9 der Maschinenverordnung, deshalb braucht er Rechteprüfung und Protokoll. Ersetzt keine Rechtsberatung.
Brauche ich eine SPS zwischen Roboter und MES?
Nein, nicht zwingend. Bringt die Robotersteuerung einen OPC-UA-Server oder MQTT-Client mit und lesen nur wenige Verbraucher, geht die Anbindung direkt. Eine SPS lohnt sich, wenn sie die Zelle ohnehin führt, denn dann spricht das MES mit einem Server statt mit jedem Gerät. Beachten Sie die Sitzungsgrenzen: ABB erlaubt 10 Sitzungen, FANUC bis zu 10 Clients, die sich MES, Instandhaltung und Energiemonitoring teilen. Wer mehr Verbraucher hat, plant ein Gateway ein. Die Rollen der Systemebenen erklärt MES, ERP, SCADA und MOM.
Welche Daten liefert ein Roboter an das MES?
Ein Roboter liefert Zustand, Betriebsart, Störungen und den Programmzustand direkt, Stückzahl und Qualitätsdaten nur über zusätzliche Signale. In OPC 40010-1 gibt es Objekte für Controller, Achsen, Sicherheitszustand und Aufgabensteuerung, aber keinen Typ für Stückzahl oder Messwerte. Zähler kommen aus Variablen, Registern oder Signalen, Qualitätsdaten aus Modellen wie OPC 40001-101 oder von der Prüfstation. Das MES bildet daraus Verfügbarkeit und Auftragsfortschritt. Die Datenpunkte und ihre Richtung stehen in der Tabelle zu den sechs Datenpunkten, die Protokolle in der Schnittstellenmatrix.
Wie sicher ist die Verbindung zwischen Roboter und MES?
Die Sicherheit hängt an der Konfiguration, nicht am Protokoll allein. ABB erlaubt am eingebetteten Server nur Sign oder Sign and encrypt, deaktiviert den Modus None und nimmt anonyme Verbindungen nur nach Freigabe an. Client-Zertifikate müssen manuell als vertrauenswürdig eingestuft werden, bei ABB über den Dateiaustausch mit RobotStudio. FANUC führt OPC UA als nicht sicherheitsgerichtete Option, Modbus ebenfalls. Anonyme Verbindungen sind bei ABB standardmäßig ausgeschaltet. Planen Sie Härtung, Zertifikate und Netzsegmente mit der IT-Sicherheit ein, siehe IT-OT-Konvergenz.
Gilt die Maschinenverordnung für die MES-Anbindung von Roboterzellen?
Die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 gilt ab dem 20.01.2027 (Artikel 54) für Maschinen und Gesamtheiten von Maschinen, ein MES selbst ist meist keine Maschine. Berührt wird sie, wenn die Anbindung eine Zelle wesentlich verändert, etwa durch neue Sollwerte, Betriebsarten oder Schutzfelder per Schreibzugriff. Dann kann der Fertiger nach Artikel 18 zum Hersteller werden und zusätzlich Konformitätsbewertung, Unterlagen und CE-Kennzeichnung für die Zelle übernehmen müssen. Einzelheiten unter Maschinenverordnung und MES. Ersetzt keine Rechtsberatung.
Was sagen ISO 10218 und ISO/TS 15066 zur MES-Anbindung?
Beide Regelwerke regeln Sicherheit, nicht die Datenanbindung, und sie richten sich an Roboterhersteller und Integratoren. ISO 10218-1 und ISO 10218-2 liegen laut ISO in der Ausgabe 2025 vor und behandeln Industrieroboter sowie Roboterzellen, ISO/TS 15066 aus dem Jahr 2016 die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter, große Teile davon sind laut ISO in die Ausgabe 2025 von Teil 2 eingeflossen. Für das MES zählen Betriebsarten und Stoppzustände als Information, die Zelle selbst bleibt Aufgabe von Hersteller und Integrator. Sicherheitssignale gehören in die Sicherheitssteuerung, OPC 40010-1 schließt die Nutzung des Sicherheitszustands für funktionale Sicherheit nach IEC 61508 ausdrücklich aus.
Wie bilde ich die OEE einer Roboterzelle im MES ab?
Sie brauchen Zustand, Zähler und Störung der Zelle, daraus entstehen Verfügbarkeit, Leistung und Qualität. Der Zustand mit Betriebsart liefert die Laufzeit, der Zähler die Gutteile und die Zykluszeit, die Störung den Stillstandsgrund. Die Rechenwege folgen ISO 22400, siehe ISO 22400 Kennzahlen im MES und OEE berechnen nach ISO 22400. Bei Cobots mit Wartezeiten auf Menschen legen Sie vorab fest, wie diese Zeit gebucht wird, sonst streuen die Kennzahlen von Zelle zu Zelle und Schicht zu Schicht.
Was kostet die Anbindung einer Roboterzelle?
Belegte Preise für die Anbindung einer Roboterzelle an das MES gibt es nicht, sie hängen an Controller, Optionen und Anzahl der Zellen. ABB nennt als Voraussetzung die Option 3154-1 IoT Data Gateway, Preise nennen die Hersteller und MES-Anbieter auf Anfrage. Für Altanlagen nennt Maschinenanbindung und Retrofit Erfahrungswerte von Find-Your-MES von 500 bis 10.000 € je Maschine. Für Roboterzellen mit moderner Steuerung liegt keine belegte Spanne vor, fragen Sie den Aufwand je Zelle im RFI ab.
Wie prüfe ich in der Demo, ob das MES meine Roboterzelle abbildet?
Prüfen Sie Ihre Roboterzelle mit Testfällen an der Zelle oder einem virtuellen Controller des Herstellers, nicht an einer Kachel mit grünem Status. Die Testfälle in der Tabelle reichen vom Anlegen der Zelle über Betriebsartwechsel, Not-Halt, Störung und Programmstart bis zu Stückzahl, Verbindungsabriss, Rechten und Qualitätsdaten. Verlangen Sie je Testfall einen Nachweis, lassen Sie die Demo mitschneiden und notieren Sie Abweichungen schriftlich. Das Verfahren zeigt MES Demos bewerten, die Testfälle sind für jedes System gleich.
Welche MES-Anbieter binden Roboter an?
Ein belegtes Ranking nach Roboteranbindung gibt es nicht, weil es keine Herstellerangabe gibt, die sich vergleichen lässt. Welcher MES-Anbieter eine Zelle abbildet, hängt an Hersteller, Controller und Weg, und das belegt nur der Test an Ihrer Zelle. Im Katalog von Find-Your-MES stehen über 110 MES-Systeme mit über 80 Merkmalen, das Matching liefert in rund 6 Minuten eine begründete Shortlist. Stellen Sie danach die acht Prüffragen und verlangen Sie die neun Testfälle. Die Übersicht der Systeme steht unter MES Anbieter, fahrerlose Systeme unter AMR und FTS am MES.
Das passende MES
für Ihre Roboterzellen.
Aus über 110 MES-Systemen im Katalog und über 80 Merkmalen entsteht in rund 6 Minuten eine begründete Shortlist. Das Selection Portal ist ein Werkzeug für die Softwareauswahl: Anforderungen sammeln, begründete Shortlist, Demos, Vertrag, alles nachvollziehbar dokumentiert. Dort halten Sie auch Schnittstellen zu Robotern, die neun Testfälle und die Prüffragen fest, Hintergrund unter MES Auswahl. Bei Fragen hilft die MES Beratung. Keine Rechtsberatung und keine Sicherheitsberatung: Klären Sie den Einzelfall mit der Fachkraft für Maschinensicherheit.