MES-Kosten 2026: Was ein Manufacturing Execution System wirklich kostet
Ein Fertigungsunternehmen im DACH-Raum mit 50 bis 200 Mitarbeitenden zahlt für die Ersteinführung eines Manufacturing Execution System typischerweise 60.000 bis 200.000 Euro, dazu 12.000 bis 40.000 Euro pro Jahr im laufenden Betrieb. Kein MES-Anbieter im DACH-Markt veröffentlicht Listenpreise, weil der Preis vom Modulumfang, der Nutzerzahl und dem Zustand der Maschinensteuerungen abhängt. Alle Spannen auf dieser Seite sind Erfahrungswerte von Sectorlens aus MES-Auswahlprojekten seit 2022 und ausdrücklich keine Herstellerangaben. Wo eine Zahl von einem Hersteller stammt, ist sie als solche gekennzeichnet.
Was ein MES kostet,
gestaffelt nach Unternehmensgröße
Die entscheidende Kostengröße im MES-Markt ist nicht der Listenpreis, sondern der Umfang. Zwei Fertigungsunternehmen mit je 150 Mitarbeitenden können um den Faktor drei auseinanderliegen, wenn eines zwölf Anlagen mit moderner Steuerung anbindet und das andere 45 Maschinen aus vier Jahrzehnten. Die folgende Staffelung ordnet nach Mitarbeiterzahl, weil das die Frage ist, mit der die meisten Leser starten. Wie sich der tatsächliche Umfang systematisch ermitteln lässt, steht unter MES auswählen.
| Größenklasse | Ersteinführung gesamt | Laufende Kosten pro Jahr | Was in dieser Klasse üblicherweise im Umfang ist |
|---|---|---|---|
| Unter 50 Mitarbeitende | 25.000 – 80.000 € | 5.000 – 15.000 € | Betriebs- und Maschinendatenerfassung, OEE-Auswertung, fünf bis 15 Anlagen, eine Standardschnittstelle zum ERP, Konfiguration ohne Individualentwicklung, zwei bis fünf Shopfloor-Terminals. Einstieg fast immer als Cloud- oder Subscription-Modell. |
| 50 bis 200 Mitarbeitende | 60.000 – 200.000 € | 12.000 – 40.000 € | BDE und MDE, OEE, Feinplanung in Grundzügen, erste Qualitätsfunktionen, 15 bis 50 Anlagen, bidirektionale ERP-Schnittstelle mit Auftrags- und Rückmeldedaten, Werkerführung an fünf bis 20 Terminals, Rollenkonzept für zwei bis drei Schichten. |
| 200 bis 500 Mitarbeitende | 150.000 – 500.000 € | 30.000 – 90.000 € | Vollständige MES-Suite mit APS-Feinplanung, Qualitätsmanagement inklusive SPC, Rückverfolgbarkeit auf Charge oder Seriennummer, 50 bis 150 Anlagen, mehrere Fertigungslinien, Instandhaltungsmodul, differenziertes Berechtigungskonzept, Testsystem neben der Produktivumgebung. |
| Über 500 Mitarbeitende | 400.000 – 1.500.000 € | 80.000 – 250.000 € | Mehrstandortbetrieb mit zentralem Template und lokalen Ausprägungen, tiefe ERP-Integration, Energie- und Instandhaltungsmodule, Individualentwicklungen, Rollout in Wellen über mehrere Geschäftsjahre. In regulierten Branchen zusätzlich Validierung als eigener Aufwandsblock. |
Methodik dieser Zahlen. Alle vier Zeilen sind Erfahrungswerte von Sectorlens aus MES-Auswahl- und Ausschreibungsprojekten seit 2022 im DACH-Raum. Grundlage sind ausgewertete Anbieterangebote und Projektbudgets, nicht Herstellerangaben und keine externe Studie. Kein MES-Hersteller veröffentlicht Listenpreise, deshalb gibt es zu diesen Spannen keine öffentliche Quelle, auf die wir verweisen könnten. Die Streuung innerhalb einer Größenklasse ist erheblich: Modulumfang, Anzahl und Alter der Maschinen sowie der Anteil an Individualentwicklung verschieben das Ergebnis stärker als die Mitarbeiterzahl. Verstehen Sie die Spannen als Rahmen für die eigene Budgetplanung und als Prüfmaßstab für ein vorliegendes Angebot, nicht als Preisliste. Was Sectorlens selbst für Auswahlbegleitung berechnet, steht transparent unter Preise und Modelle.
Ein MES-Budget besteht aus neun Teilen,
nicht aus einer Lizenzsumme
Wer nur die Lizenz vergleicht, vergleicht rund ein Viertel der Gesamtkosten. Die folgenden neun Blöcke tauchen in jedem MES-Projekt auf, das Sectorlens seit 2022 begleitet hat, wenn auch in stark unterschiedlicher Gewichtung. Der neunte Block, der interne Personalaufwand, steht in kaum einem Angebot und ist trotzdem in vielen Projekten der zweitgrößte Posten. Begriffe wie BDE, MDE, OEE oder APS sind im MES-Glossar mit 93 Einträgen erklärt.
| Kostenblock | Spanne | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|
| 1. Lizenz oder Subscription | Kauf 500 – 2.500 € je Named User Subscription 40 – 180 € je Nutzer und Monat |
Klären Sie zuerst, wer als Nutzer zählt. In manchen Modellen zählt jeder angelegte Werker, in anderen nur die gleichzeitig angemeldete Sitzung. Bei 120 Werkern im Dreischichtbetrieb entscheidet diese Definition über einen Unterschied im sechsstelligen Bereich. Ebenfalls prüfen: Zählen Auswertungsnutzer aus Arbeitsvorbereitung, Qualität und Geschäftsführung mit. |
| 2. Implementierung und Konfiguration | 0,8 bis 2,0-facher Lizenzwert Tagessatz 1.100 – 1.700 € |
Prüfen Sie, ob Festpreis oder Abrechnung nach Aufwand vereinbart ist. Bei Aufwandsabrechnung gehören die Annahmen ins Angebot: Anzahl Workshops, Anzahl Fertigungsbereiche, Anzahl abzubildender Auftragsarten. Ein Deckelungsverfahren mit Eskalationsstufe schützt beide Seiten besser als ein optimistischer Festpreis, der später über Nachträge korrigiert wird. |
| 3. Maschinenanbindung je Anlage | 800 – 4.500 € je Anlage bei Nachrüstung 2.000 – 8.000 € |
Nie pauschal kalkulieren. Eine Anlage mit OPC-UA-Server ist in Stunden angebunden. Eine 20 Jahre alte Presse mit potentialfreien Kontakten braucht Signalwandler, Verkabelung, Schaltschrankarbeit und Elektrikerstunden. Erstellen Sie vor der Angebotseinholung eine Liste je Anlage mit Steuerungstyp, Baujahr und vorhandener Schnittstelle. Grundlagen dazu unter MDE und BDE. |
| 4. ERP-Schnittstelle | 8.000 – 45.000 € | Ein zertifizierter Standardkonnektor kostet in der Anschaffung mehr und im Betrieb weniger als eine individuell programmierte Schnittstelle. Bei SAP-Landschaften liegt die Spanne im oberen Bereich, weil Feldmappings, Berechtigungen und Testzyklen aufwendiger sind. Details unter MES-SAP-Integration und zur Rollenverteilung unter MES vs. ERP. |
| 5. Shopfloor-Hardware | 900 – 3.500 € je Terminal 300 – 900 € je Handscanner |
Industrietaugliche Schutzart, Netzwerkanbindung, unterbrechungsfreie Stromversorgung, Montagearme und Elektroinstallation gehören in diesen Block und fehlen in Angeboten regelmäßig. Prüfen Sie außerdem, ob Etikettendrucker, Waagen oder Prüfmittel angebunden werden sollen, und ob deren Treiber im Lieferumfang enthalten sind. |
| 6. Schulung und Change | 4.000 – 25.000 € | Der Betrag skaliert mit der Anzahl der Schichten, nicht mit der Anzahl der Mitarbeitenden. Wer im Dreischichtbetrieb schult, braucht denselben Termin dreimal. Rechnen Sie zusätzlich die Produktionszeit ein, die während der Schulung ausfällt. Ein Multiplikatorenkonzept mit Key-Usern je Bereich senkt die externen Schulungstage deutlich. |
| 7. Wartung und Support jährlich | 16 – 22 % des Lizenzwerts | Gilt für das Kaufmodell. Bei Subscription ist Wartung in der Rate enthalten. Prüfen Sie, ob sich der Satz auf den Listenpreis oder den verhandelten Preis bezieht, ab welchem Zeitpunkt er fällig wird und ob Updates auf neue Hauptversionen enthalten sind oder als Migrationsprojekt separat berechnet werden. |
| 8. Validierung in regulierten Branchen | Aufschlag 15 – 40 % auf das Projektvolumen | Betrifft Pharma, Medizintechnik und Teile der Lebensmittelproduktion. Risikoanalyse, Spezifikationen, IQ, OQ und PQ sowie die Testdokumentation sind eigene Arbeitspakete mit eigenem Zeitbedarf. Auch jedes spätere Update löst einen Revalidierungsaufwand aus, der in die laufenden Kosten gehört. Einordnung unter MES für Pharma und Medizintechnik. |
| 9. Interner Personalaufwand | 80 – 400 Personentage über die Projektlaufzeit | Der am häufigsten vergessene Block. Projektleitung mit 30 bis 50 Prozent Kapazität über die gesamte Laufzeit, Key-User aus jedem betroffenen Fertigungsbereich, IT für Infrastruktur und Schnittstellen, Instandhaltung für die Maschinenanbindung. Wer diesen Aufwand nicht budgetiert, bezahlt ihn in Überstunden, in Verzug oder in schlechterer Konfigurationsqualität. Welche Rollen wann gebraucht werden, steht unter MES einführen. |
Herkunft der Spannen. Alle neun Spannen sind Sectorlens-Erfahrungswerte aus MES-Auswahlprojekten und Angebotsprüfungen seit 2022 im DACH-Raum. Sie stammen nicht von Herstellern und nicht aus einer veröffentlichten Marktstudie. Sie dienen der Plausibilisierung eines vorliegenden Angebots: Liegt ein Block deutlich außerhalb der Spanne, ist das kein Fehler, aber eine Frage wert. Häufigste Ursachen für Abweichungen nach oben sind ein hoher Anteil nachzurüstender Altanlagen, eine gewachsene ERP-Landschaft mit Individualentwicklungen oder ein Validierungsbedarf. Ursachen für Abweichungen nach unten sind meist ein reduzierter Modulumfang oder Leistungen, die stillschweigend beim Kunden liegen.
Sechs Kostenfallen,
die erst nach Vertragsabschluss auftauchen
Diese sechs Punkte sind Sectorlens in Auswahl- und Angebotsprüfungsprojekten seit 2022 am häufigsten begegnet. Keiner davon entsteht durch Unredlichkeit auf Anbieterseite. Sie entstehen, weil die Frage im Angebotsprozess nicht gestellt wurde und der Vertrag deshalb schweigt. Zu jeder Falle steht daher die Klausel oder die Frage, die sie im Vorfeld entschärft.
Das Lizenzmodell skaliert anders als erwartet
Der Preis wurde für den heutigen Stand verhandelt. Zwei Jahre später sind eine Schicht, zwölf Maschinen und 30 Werker dazugekommen, und der Lizenzblock wächst überproportional, weil der Staffelrabatt nur für die Erstbestellung galt oder eine höhere Preisstufe greift.
Entsteht, weil im Erstvertrag nur der Ist-Zustand bepreist ist und Nachbestellungen zum jeweils gültigen Listenpreis erfolgen.
Klausel: Preisbindung für Nachlizenzierung- Nachbestellpreise für Nutzer, Maschinen und Module für mindestens 36 Monate festschreiben
- Staffelrabatte ausdrücklich auf kumulierte Menge beziehen, nicht auf die Einzelbestellung
- Ein Rechenbeispiel mit plus 50 Prozent Nutzern und Maschinen ins Angebot aufnehmen lassen
Die Schnittstellenpflege bei Updates ist nicht geregelt
Das ERP bekommt ein Release-Update, die MES-Schnittstelle bricht. Beide Anbieter verweisen auf den jeweils anderen, der Aufwand landet als Zusatzrechnung beim Kunden. Bei einer individuell programmierten Schnittstelle wiederholt sich das mit jedem Hauptrelease.
Entsteht, weil Wartungsverträge in der Regel nur das eigene Produkt abdecken und die Schnittstelle als Kundenanpassung gilt.
Klausel: Kompatibilitätszusage je Release- Schriftlich festhalten, für welche ERP-Versionen die Schnittstelle im Wartungsumfang gepflegt wird
- Reaktionszeit und Kostenträgerschaft für den Fall eines Schnittstellenbruchs definieren
- Zertifizierten Standardkonnektor gegen Individualprogrammierung auf Fünfjahressicht rechnen
Maschinenanbindung pauschal statt je Anlage kalkuliert
Im Angebot steht ein Pauschalbetrag für die Anbindung von 30 Maschinen. In der Umsetzung zeigt sich, dass zwölf Anlagen keine digitale Schnittstelle haben und Signalwandler, Verkabelung und Schaltschrankarbeit brauchen. Der Nachtrag übersteigt die ursprüngliche Position deutlich.
Entsteht, weil der Anbieter den Maschinenpark bei Angebotsabgabe nicht kennt und der Kunde die Pauschale als vollständig liest.
Klausel: Anlagenliste als Vertragsanlage- Liste je Anlage mit Steuerungstyp, Baujahr, Protokoll und vorhandener Schnittstelle vor Angebotsabgabe erstellen
- Preis je Anlagenkategorie ausweisen lassen statt einer Gesamtpauschale
- Festlegen, wer Elektroinstallation und Schaltschrankarbeit beauftragt und bezahlt
Zusatzmodule, die in der Demo gezeigt, aber nicht angeboten waren
In der Systemvorführung war die Instandhaltungsplanung oder das Energiemonitoring zu sehen und hat die Entscheidung mitgeprägt. Im Angebot ist es nicht enthalten, weil es ein separat lizenziertes Modul ist. Die Nachlizenzierung erfolgt ohne Wettbewerbsdruck.
Entsteht, weil Demoumgebungen üblicherweise den vollen Funktionsumfang zeigen und die Zuordnung Funktion zu Modul im Termin nicht mitprotokolliert wird.
Frage: Welches Modul zeigt diese Funktion- Während der Demo jede gezeigte Funktion protokollieren und dem Modul zuordnen lassen
- Vollständige Modulliste mit Preisen anfordern, auch für nicht angebotene Module
- Demoprotokoll als Anlage zum Angebot vom Anbieter gegenzeichnen lassen
Der Wartungssatz steigt nach der Erstlaufzeit
Im ersten Jahr war Wartung reduziert oder ganz enthalten. Ab Jahr zwei oder nach Ablauf der Erstlaufzeit greift der reguläre Satz, teilweise mit einer jährlichen Anpassungsklausel obendrauf. Über fünf Jahre verschiebt das die Gesamtkosten spürbar.
Entsteht, weil Einstiegskonditionen und Regelkonditionen in getrennten Vertragsteilen stehen und die Fünfjahresrechnung mit der Einstiegskondition gerechnet wird.
Klausel: Obergrenze für Preisanpassung- Wartungssatz und Bezugsgröße für die ersten fünf Jahre festschreiben
- Preisanpassungsklausel an einen veröffentlichten Index koppeln und mit einer Obergrenze versehen
- Die Fünfjahresrechnung mit dem Regelsatz aufstellen, nicht mit der Einstiegskondition
Anpassungen nach dem Go-Live sind nicht budgetiert
Nach den ersten Wochen im Echtbetrieb zeigen sich Anpassungsbedarfe: zusätzliche Störgründe, andere Schichtmodelle, veränderte Auswertungen, Rückmeldelogik je Fertigungsbereich. Das Projektbudget ist zu diesem Zeitpunkt aufgebraucht.
Entsteht, weil Projektbudgets bis zur Abnahme geplant werden und die Stabilisierungsphase als Nacharbeit gilt statt als eingeplante Phase.
Klausel: Kontingent für die Hypercare-Phase- Zehn bis 15 Prozent des Implementierungsbudgets für die ersten zwölf Monate nach Go-Live reservieren
- Ein Tagekontingent zu Projektkonditionen vertraglich sichern statt später zum Listentagessatz zu buchen
- Verantwortlichkeit und Prozess für Änderungsanforderungen vor dem Go-Live festlegen
Sechs Lizenzmodelle,
und wann welches teuer wird
Das Lizenzmodell entscheidet über die Kostenentwicklung der nächsten fünf Jahre stärker als der verhandelte Einstiegspreis. Zwei Angebote mit identischer Erstsumme können sich nach drei Jahren Wachstum um den Faktor zwei unterscheiden. Die folgende Übersicht beschreibt die sechs Modelle, die Sectorlens in Angeboten seit 2022 am häufigsten gesehen hat, jeweils mit der Abrechnungslogik und der Vertragsklausel, die den Unterschied macht. Wie die Anbieterlandschaft im DACH-Raum insgesamt aufgestellt ist, steht im MES-Anbietervergleich DACH.
| Modell | Abrechnungslogik | Günstig, wenn | Teuer, wenn | Im Vertrag prüfen |
|---|---|---|---|---|
| Named User | Jede angelegte Person bekommt eine eigene Lizenz, unabhängig davon, wie oft sie das System nutzt. Preis je Nutzer meist gestaffelt nach Rollentyp, etwa Werker, Meister, Auswerter. | Wenige, klar zugeordnete Nutzer arbeiten intensiv mit dem System. Typisch in Arbeitsvorbereitung, Qualität und Planung. Auch sinnvoll, wenn Nachvollziehbarkeit je Person gefordert ist. | Viele Werker im Schichtbetrieb sollen an gemeinsamen Terminals rückmelden. 120 Werker in drei Schichten ergeben 120 Lizenzen, obwohl nie mehr als 40 gleichzeitig arbeiten. | Ob Terminalnutzer als Named User zählen oder als kostenfreie Erfassungsrolle. Ob Lizenzen bei Personalwechsel übertragbar sind. Ob Auswertungszugriffe eine eigene Lizenzklasse haben. |
| Concurrent User | Abgerechnet wird die Zahl der gleichzeitig aktiven Sitzungen. Die Zahl der angelegten Personen ist unbegrenzt oder deutlich höher als die Lizenzzahl. | Schichtbetrieb mit vielen Personen und begrenzter Gleichzeitigkeit. Bei drei Schichten mit gleicher Besetzung ist das rechnerisch ein Drittel der Named-User-Kosten. | Schichtübergaben, Wochenendbetrieb oder Kampagnenfertigung erzeugen Lastspitzen. Wird die Lizenzzahl überschritten, sperrt das System Anmeldungen oder lizenziert automatisch nach. | Wie eine Sitzung definiert und wann sie beendet wird. Ein Terminal mit offener Sitzung über die ganze Schicht bindet dauerhaft eine Lizenz. Ob Überschreitungen blockieren oder automatisch kostenpflichtig nachlizenzieren. |
| Je Maschine oder Anlage | Abgerechnet wird je angebundener Anlage, oft mit Klassen nach Datenumfang. Nutzerzahl spielt keine oder eine untergeordnete Rolle. | Wenige, große Anlagen bei hoher Personalzahl. Typisch in kapitalintensiver Fertigung mit automatisierten Linien und geringer Personaldichte je Anlage. | Viele kleine Arbeitsplätze und manuelle Stationen angebunden werden sollen. Jeder Handarbeitsplatz, jede Prüfstation und jede Verpackungslinie kann eine eigene Lizenz auslösen. | Was als Anlage zählt. Eine Linie mit acht Stationen kann eine Lizenz oder acht Lizenzen bedeuten. Ob abgeschaltete oder saisonal stillstehende Anlagen weiter lizenziert werden. |
| Je Modul | Grundsystem plus einzeln lizenzierte Funktionsbausteine wie Feinplanung, Qualitätsmanagement, Instandhaltung, Rückverfolgbarkeit, Energiemanagement. | Modularer Einstieg mit klarer Ausbaustufenplanung. Sie zahlen nur für das, was Sie in Stufe eins tatsächlich betreiben, und verschieben Investitionen in spätere Geschäftsjahre. | Sich im Betrieb zeigt, dass eine Kernfunktion in einem separaten Modul liegt. Die Nachlizenzierung erfolgt ohne Wettbewerb, weil ein Systemwechsel keine reale Option mehr ist. | Preisbindung für alle nicht bestellten Module über mindestens 36 Monate. Vollständige Modulliste mit Preisen als Vertragsanlage. Welcher Implementierungsaufwand bei späterer Aktivierung anfällt. |
| Je Standort | Pauschale je Werk oder Betriebsstätte, meist gestaffelt nach Größe. Innerhalb des Standorts sind Nutzer und Anlagen oft unbegrenzt oder großzügig bemessen. | Ein großer Standort mit vielen Nutzern und Anlagen. Auch günstig bei geplanter Verdichtung, weil zusätzliche Nutzer und Maschinen am bestehenden Standort nichts kosten. | Mehrere kleine Werke oder Satellitenstandorte betrieben werden. Ein Zweigwerk mit acht Mitarbeitenden kann dieselbe Standortpauschale auslösen wie das Hauptwerk. | Definition des Standorts bei benachbarten Betriebsstätten. Preis für einen Zweitstandort vorab festschreiben. Ob ein zentrales Template mehrfach ausgerollt werden darf oder je Standort neu konfiguriert wird. |
| Subscription gesamt | Eine monatliche oder jährliche Rate deckt Nutzung, Wartung, Support, Updates und bei Cloud-Betrieb auch Hosting ab. Meist mit Mindestlaufzeit von 24 bis 60 Monaten. | Kein Investitionsbudget verfügbar ist, die Zielarchitektur noch nicht feststeht oder das Unternehmen stark wächst. Kein Kapitaleinsatz zum Start, kalkulierbare Betriebskosten. | Die Fertigung stabil ist und das System zehn Jahre laufen soll. Nach Sectorlens-Rechnungen liegt der Break-even gegenüber dem Kauf häufig zwischen Jahr drei und Jahr fünf. | Preisanpassungsklausel mit Index und Obergrenze. Kündigungsfristen und Konditionen bei vorzeitiger Beendigung. Datenexportformat und Kosten der Datenherausgabe am Vertragsende. |
Einordnung. Die beschriebenen Modelle und die Angaben zu ihrer Wirtschaftlichkeit beruhen auf der Auswertung von MES-Angeboten durch Sectorlens seit 2022. Sie sind keine Herstellerangaben. In der Praxis kombinieren viele Anbieter zwei oder drei dieser Logiken, etwa Named User für Bürorollen plus Maschinenlizenz für die Anbindung. Lassen Sie sich deshalb nicht nur den Gesamtpreis nennen, sondern die Preisformel: Welche Größe wird mit welchem Faktor multipliziert. Erst damit lässt sich rechnen, was in drei Jahren passiert. Zwei konkrete Anbieteransätze im direkten Vergleich stehen unter MPDV vs. FORCAM.
Fünf Jahre gerechnet:
wann sich Kauf lohnt und wann die Rate
Die Frage Kauf oder Subscription wird meist mit dem Preis im ersten Jahr beantwortet. Das ist der falsche Zeitpunkt. Das folgende Rechenbeispiel stellt beide Modelle über fünf Jahre für ein Fertigungsunternehmen mit 120 Mitarbeitenden, 25 Anlagen und 40 lizenzierten Nutzern gegenüber. Alle Werte sind Sectorlens-Erfahrungswerte aus Auswahlprojekten seit 2022, keine Herstellerangaben und kein Angebot eines konkreten Anbieters.
| Zeitraum | Kaufmodell kumuliert | Subscription kumuliert | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Jahr 1 | 155.000 € | 112.000 € | Kauf: Lizenz 70.000 € plus Implementierung inklusive Maschinenanbindung, ERP-Schnittstelle, Terminals und Schulung 85.000 €. Subscription: Implementierung 70.000 €, weil Serveraufbau und Datenbanklizenzen entfallen, plus Jahresrate 42.000 €. Vorteil Subscription: 43.000 €. |
| Jahr 2 | 173.600 € | 155.300 € | Kauf: Wartung 18 Prozent auf den Lizenzwert, also 12.600 €, plus 6.000 € Serverbetrieb und interne IT. Subscription: Rate 42.000 € mit 3 Prozent Preisanpassung. Der Abstand schmilzt von 43.000 € auf 18.300 €. |
| Jahr 3 | 192.200 € | 199.800 € | Break-even. Ab hier ist das Kaufmodell in dieser Konstellation kumuliert günstiger. Der genaue Zeitpunkt verschiebt sich mit dem Wartungssatz und der Preisanpassungsklausel: 22 Prozent Wartung statt 18 Prozent verschieben den Break-even um rund ein Jahr nach hinten. |
| Jahr 4 | 210.800 € | 245.700 € | Der Kostenvorteil des Kaufmodells beträgt 34.900 €. Voraussetzung ist, dass Nutzerzahl und Maschinenpark stabil bleiben. Jede Nachlizenzierung im Kaufmodell erhöht zusätzlich die Wartungsbasis für alle Folgejahre. |
| Jahr 5 | 229.400 € | 293.000 € | Differenz 63.600 € zugunsten des Kaufmodells. Nicht enthalten ist ein möglicher Versionswechsel auf ein neues Hauptrelease, der beim Kauf ein eigenes Migrationsprojekt sein kann und bei Subscription in der Regel in der Rate enthalten ist. |
| Ergebnis nach 5 Jahren | 229.400 € | 293.000 € | Wer das System länger als drei Jahre unverändert betreibt und über Investitionsbudget verfügt, fährt mit dem Kauf günstiger. Wer wächst, die Zielarchitektur noch nicht kennt oder kein Investitionsbudget hat, zahlt mit der Subscription einen Aufpreis für Flexibilität. Bei plus 50 Prozent Nutzern ab Jahr drei dreht sich das Ergebnis in vielen Angeboten wieder um. |
Annahmen des Rechenbeispiels. 40 lizenzierte Nutzer, 25 angebundene Anlagen, Modulumfang BDE, MDE, OEE und Feinplanung, eine bidirektionale ERP-Schnittstelle, Zweischichtbetrieb, keine Validierungspflicht. Kaufmodell mit 18 Prozent Wartungssatz und eigenem Serverbetrieb, Subscription mit 3 Prozent jährlicher Preisanpassung und Cloud-Hosting. Interner Personalaufwand ist in beiden Spalten nicht enthalten, weil er sich zwischen den Modellen nur wenig unterscheidet. Alle Beträge sind Sectorlens-Erfahrungswerte aus Auswahlprojekten seit 2022 und keine Herstellerangaben. Ändern Sie eine Annahme, ändert sich das Ergebnis: Das Beispiel ersetzt keine eigene Rechnung, sondern zeigt, welche Größen sie enthalten muss.
Die drei nicht-finanziellen Faktoren. Erstens Bilanzierung: Eine Kauflizenz ist in der Regel aktivierbar und wird über die Nutzungsdauer abgeschrieben, eine Subscription ist laufender Aufwand. Das verändert EBITDA und Bilanzsumme unterschiedlich und ist in inhabergeführten Unternehmen häufig das eigentliche Entscheidungskriterium. Sprechen Sie das früh mit der Buchhaltung oder dem Steuerberater ab. Zweitens Budgetart: Investitionsbudgets brauchen oft Gesellschafter- oder Beiratsbeschlüsse und existieren nur in bestimmten Zeitfenstern, Betriebskostenbudgets sind schneller freigegeben, aber jährlich begründungspflichtig. Drittens Exit-Fähigkeit: Beim Kauf bleibt das System auch nach Kündigung des Wartungsvertrags nutzbar, wenn auch ohne Updates. Bei Subscription endet die Nutzung mit der Zahlung. Deshalb gehören Datenexportformat, Herausgabefrist und die Kosten der Datenherausgabe bei Subscription-Verträgen in den Erstvertrag und nicht in die Kündigungsdiskussion.
Zwölf Fragen,
die vor Vertragsunterschrift geklärt sein müssen
Diese zwölf Fragen sind aus Angebotsprüfungen entstanden, die Sectorlens seit 2022 für Fertigungsunternehmen im DACH-Raum durchgeführt hat. Jede davon hat in mindestens einem Projekt einen fünf- oder sechsstelligen Unterschied gemacht. Stellen Sie die Fragen schriftlich und lassen Sie die Antworten als Anlage zum Angebot bestätigen, nicht im Gespräch abnicken. Wenn Sie zwei Anbieter vergleichen, stellen Sie allen dieselben zwölf Fragen im selben Wortlaut. Wie Anbieter darauf typischerweise antworten, zeigen die Profile zu MPDV HYDRA X und FORCAM ENISCO.
Wie entwickelt sich der Preis bei 50 Prozent mehr Nutzern oder Maschinen?
Lassen Sie sich das als Zahl ausrechnen, nicht als Zusage beschreiben. Eine gute Antwort enthält den Preis je zusätzlicher Einheit, die Gültigkeitsdauer dieses Preises und die Angabe, ob Staffelrabatte auf die kumulierte Menge oder nur auf die Einzelbestellung wirken. Wer hier ausweicht, verhandelt später ohne Ihre Alternative.
Was kostet eine zusätzliche Maschinenanbindung nach dem Go-Live?
Nach Sectorlens-Erfahrung liegt der Aufwand nach Projektabschluss regelmäßig über dem Preis, der während des Projekts gilt, weil Rüstzeit und Reisekosten nicht mehr auf viele Anlagen verteilt werden. Fragen Sie nach einem Preis je Anlagenkategorie mit Preisbindung über mindestens 36 Monate und nach der Möglichkeit, Anbindungen zu bündeln.
Wer trägt den Aufwand, wenn ein ERP-Update die Schnittstelle bricht?
Das ist der teuerste ungeklärte Punkt in MES-Verträgen. Eine belastbare Antwort benennt die unterstützten ERP-Versionen, den Zeitraum, in dem neue Versionen nachgezogen werden, die Reaktionszeit bei Ausfall und die Kostenträgerschaft. Bei individuell programmierten Schnittstellen gehört zusätzlich geregelt, wer den Quellcode besitzt.
Wie hoch ist der Wartungssatz und wann kann er steigen?
Fragen Sie nach dem Prozentsatz, der Bezugsgröße und dem Zeitpunkt der ersten Fälligkeit. Prüfen Sie, ob der Satz auf den Listenpreis oder den verhandelten Preis berechnet wird, das kann bei 30 Prozent Rabatt einen erheblichen Unterschied machen. Verlangen Sie eine Preisanpassungsklausel mit veröffentlichtem Index und Obergrenze statt einer freien Anpassungsmöglichkeit.
Welche Module sind im Angebot enthalten und welche nicht?
Verlangen Sie die vollständige Modulliste mit Preisen, auch für Module, die Sie heute nicht bestellen. Ordnen Sie jede in der Demo gezeigte Funktion einem Modul zu und lassen Sie das Demoprotokoll gegenzeichnen. Sichern Sie die Preise der nicht bestellten Module für mindestens 36 Monate ab, sonst verhandeln Sie die Erweiterung später ohne Wettbewerb.
Was kostet ein Zweitstandort?
Auch wenn heute nur ein Werk geplant ist: Die Frage kostet nichts und der Preis ist heute günstiger als nach dem Go-Live. Klären Sie, ob die vorhandene Konfiguration als Template ausgerollt werden darf, welcher Implementierungsaufwand je Standort anfällt und ob Lizenzen zwischen Standorten verschoben werden können. Bei Standortlizenzen zählt außerdem die Definition benachbarter Betriebsstätten.
Welche Leistungen sind im Support enthalten und welche werden nach Aufwand berechnet?
Die Grenze verläuft meist zwischen Störungsbehebung und Änderungswunsch, und diese Grenze ist auslegungsfähig. Lassen Sie sich Beispiele geben: Ist das Anlegen eines neuen Störgrunds Support oder Beratung. Ist eine zusätzliche Auswertung enthalten. Ist die Anpassung eines Schichtmodells eine Konfigurationsleistung oder ein Projekt.
Welche Reaktionszeiten und Verfügbarkeitszusagen gelten?
Ein MES, das steht, stoppt in vielen Fertigungen die Rückmeldung und damit die Auftragssteuerung. Vereinbaren Sie Reaktionszeiten nach Störungsklasse, Servicezeiten passend zu Ihrem Schichtmodell inklusive Wochenende, und bei Cloud-Betrieb eine Verfügbarkeitszusage mit definiertem Messverfahren. Ohne Rechtsfolge bei Nichteinhaltung ist eine Zusage nur eine Absichtserklärung.
Was kostet die Datenmigration bei einem späteren Anbieterwechsel?
Stellen Sie diese Frage in der Erstverhandlung, nicht beim Wechsel. Klären Sie das Exportformat, ob Stammdaten, Bewegungsdaten und Historie vollständig exportierbar sind, in welcher Frist der Anbieter die Daten herausgibt und was das kostet. Ein dokumentiertes, offenes Exportformat senkt nach Sectorlens-Erfahrung die späteren Wechselkosten erheblich.
Wie lautet die Preisanpassungsklausel im Wortlaut?
Eine Klausel, die auf die allgemeine Preisentwicklung des Anbieters verweist, ist keine Klausel, sondern ein Blankoscheck. Belastbar ist die Kopplung an einen veröffentlichten Index mit einer prozentualen Obergrenze pro Jahr und einer Mindestlaufzeit ohne Anpassung. Rechnen Sie die Fünfjahressumme einmal mit der Obergrenze durch, bevor Sie unterschreiben.
Was kosten ein Testsystem und eine Schulungsumgebung?
Ohne Testsystem können Sie Updates, neue Konfigurationen und Schnittstellenänderungen nicht prüfen, ohne den Produktivbetrieb zu gefährden. Manche Anbieter stellen es kostenfrei, andere lizenzieren es als eigene Instanz. Klären Sie zusätzlich, ob Produktivdaten in das Testsystem kopiert werden dürfen und wer die Kopie durchführt. In regulierten Branchen ist ein getrenntes Testsystem ohnehin Pflicht.
Welche Konditionen gelten bei vorzeitiger Kündigung?
Relevant vor allem bei Subscription-Verträgen mit Mindestlaufzeit. Klären Sie Kündigungsfrist, ob eine Restlaufzeit sofort fällig wird, ob eine Reduzierung der Nutzerzahl während der Laufzeit möglich ist und was mit den Daten passiert. Eine Kündigungsklausel ohne Regelung zur Datenherausgabe bedeutet, dass Sie im Zweifel weiterzahlen, um an Ihre eigenen Produktionsdaten zu kommen.
So setzen Sie die Liste ein. Schicken Sie die zwölf Fragen als eigenes Dokument an alle Anbieter der Shortlist, mit der Bitte um schriftliche Beantwortung vor dem Preisgespräch. Das verschiebt zwei Dinge: Sie vergleichen Angebote mit identischem Informationsstand, und Sie führen die Preisverhandlung mit den Antworten in der Hand. Die Erfahrung aus Sectorlens-Projekten seit 2022 zeigt, dass Anbieter auf schriftliche Fragen präziser antworten als im Termin, und dass die Antwortqualität selbst ein Auswahlkriterium ist. Ein systematisches Vorgehen für den gesamten Auswahlprozess steht unter MES auswählen.
Fördermittel für Digitalisierung:
die Mechanik, nicht die Programmnamen
Ein MES-Projekt ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz grundsätzlich förderfähig, weil es unter Digitalisierung von Produktionsprozessen fällt. Konkrete Programmnamen, Fördersätze und Fristen nennen wir hier bewusst nicht: Sie ändern sich mehrmals pro Jahr, Programme laufen aus, Budgets sind ausgeschöpft, und eine veraltete Angabe auf einer Ratgeberseite kostet Sie im schlechtesten Fall den Anspruch. Was sich dagegen kaum ändert, ist die Mechanik. Wer sie kennt, stellt die richtigen Fragen bei der zuständigen Stelle. Der Nutzen, den ein gefördertes Projekt liefern soll, lässt sich vorab über OEE-Kennzahlen und über den Wegfall manueller Erfassung beim Ablösen von Excel in der Fertigung quantifizieren.
Die Reihenfolge entscheidet über den Anspruch
In vielen Förderprogrammen im DACH-Raum gilt ein Vorhabenbeginnverbot: Der Antrag muss gestellt und in der Regel bewilligt sein, bevor Sie den Auftrag vergeben oder den Vertrag unterschreiben. Wer erst bestellt und dann den Antrag stellt, verliert den Anspruch, unabhängig davon, wie förderfähig das Vorhaben inhaltlich wäre.
Praktisch heißt das: Auswahlprozess und Antragsvorbereitung laufen parallel. Angebot einholen, Antrag stellen, Bewilligung abwarten, dann unterschreiben. Rechnen Sie in der Projektplanung mehrere Wochen bis Monate für Antrag und Bescheid ein.
- Klären Sie früh, was in Ihrem Programm als Vorhabenbeginn gilt, teilweise zählt schon eine verbindliche Bestellung
- Ein unverbindliches Angebot mit Preisbindung überbrückt die Wartezeit bis zum Bescheid
- Manche Programme kennen einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn auf Antrag, das ist aber die Ausnahme und muss beantragt werden
Zuschuss, zinsvergünstigter Kredit oder Beratungsförderung
Es gibt drei Grundformen. Der Zuschuss ist ein nicht rückzahlbarer Anteil an den förderfähigen Kosten und wirtschaftlich am attraktivsten, aber am stärksten nachgefragt und am aufwendigsten im Nachweis. Der zinsvergünstigte Kredit senkt die Finanzierungskosten über die Laufzeit, ist leichter zu bekommen und läuft meist über die Hausbank. Die Beratungsförderung bezuschusst nicht die Software, sondern die externe Begleitung von Analyse und Auswahl.
Zuschussquoten für Digitalisierungsvorhaben kleiner und mittlerer Unternehmen bewegen sich als Größenordnung meist im niedrigen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich der förderfähigen Kosten, mit Deckelung auf einen absoluten Höchstbetrag. Das ist eine Orientierung, kein zugesagter Satz.
- Förderfähig sind oft nicht alle Kostenblöcke, interne Personalkosten und laufende Lizenzraten sind häufig ausgenommen
- Prüfen Sie, ob Hardware, Implementierung und Schulung im förderfähigen Umfang liegen
- Zuschuss und Kredit lassen sich in manchen Konstellationen kombinieren, in anderen schließen sie sich aus
Wer den aktuellen Stand für Sie prüft
In Deutschland liegen Programme auf Bundes- und auf Landesebene nebeneinander, mit unterschiedlichen Zuständigkeiten und Antragswegen. Erste Anlaufstellen sind die Wirtschaftsförderung Ihres Landkreises oder Ihrer Stadt, die Industrie- und Handelskammer sowie Ihre Hausbank, weil Kreditprogramme in der Regel über die Hausbank durchgeleitet werden.
In Österreich bündeln nationale Förderagenturen und die Wirtschaftskammer die Beratung, ergänzt um Landesförderungen. In der Schweiz liegt der Schwerpunkt bei kantonalen Stellen der Wirtschaftsförderung und bei nationalen Innovationsagenturen, wobei die Förderlogik stärker auf Innovations- und Kooperationsprojekte ausgerichtet ist als auf reine Softwarebeschaffung.
- Fragen Sie schriftlich nach dem aktuell offenen Programm, dem Budgetstand und der nächsten Antragsfrist
- Lassen Sie sich bestätigen, welche Kostenblöcke Ihres konkreten Angebots förderfähig sind
- Klären Sie Nachweispflichten und Zweckbindungsfristen vor der Antragstellung, nicht nach der Bewilligung
Bitte den aktuellen Stand selbst prüfen. Diese Seite nennt bewusst keine Programmnamen, keine Fördersätze und keine Fristen. Förderlandschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändern sich laufend, Budgets werden unterjährig ausgeschöpft und Programme werden ersetzt. Verbindliche Auskunft geben ausschließlich die zuständige Förderstelle auf Bundes-, Landes- oder Kantonsebene, Ihre Industrie- und Handelskammer beziehungsweise Wirtschaftskammer und Ihre Hausbank. Sectorlens erbringt keine Förderberatung und übernimmt keine Gewähr für Förderfähigkeit. Was wir beitragen können, ist die belastbare Kostenaufstellung und der dokumentierte Auswahlprozess, den viele Programme als Anlage zum Antrag verlangen.
Zwölf Fragen zu MES-Preisen,
direkt beantwortet
Die folgenden Antworten enthalten Zahlen. Alle stammen aus Sectorlens-Erfahrungswerten aus MES-Auswahlprojekten im DACH-Raum seit 2022, sofern nicht anders gekennzeichnet, und sind keine Herstellerangaben.
Was kostet ein MES für 100 Mitarbeiter?
Für ein Fertigungsunternehmen mit rund 100 Mitarbeitenden liegt die Ersteinführung nach Sectorlens-Erfahrungswerten aus Auswahlprojekten seit 2022 typischerweise zwischen 60.000 und 200.000 Euro. Darin enthalten sind Lizenz oder erste Subscription-Periode, Implementierung, die Anbindung von etwa 15 bis 50 Maschinen, eine bidirektionale ERP-Schnittstelle und Schulung. Die laufenden Kosten liegen danach bei 12.000 bis 40.000 Euro pro Jahr. Der Hauptunterschied zwischen dem unteren und dem oberen Ende ist nicht der Anbieter, sondern der Modulumfang und der Zustand der Maschinensteuerungen. Diese Werte stammen aus eigenen Projekten und sind keine Herstellerangaben.
Was kostet ein MES für 500 Mitarbeiter?
Ab etwa 500 Mitarbeitenden bewegt sich die Ersteinführung nach Sectorlens-Erfahrungswerten aus Auswahlprojekten seit 2022 zwischen 400.000 und 1.500.000 Euro, die laufenden Kosten zwischen 80.000 und 250.000 Euro pro Jahr. Der Sprung gegenüber der Klasse darunter entsteht selten durch die Lizenz, sondern durch Mehrstandortbetrieb, tiefe ERP-Integration, Individualentwicklungen und ein aufwendigeres Rollen- und Berechtigungskonzept. In regulierten Branchen kommt die Validierung als eigener Aufwandsblock hinzu. Unternehmen dieser Größe rollen häufig in Wellen aus, was die Kosten über mehrere Geschäftsjahre verteilt. Auch hier handelt es sich um eigene Erhebungen, nicht um Listenpreise.
Warum veröffentlichen MES-Anbieter keine Preise?
MES-Projekte sind Konfigurationsprojekte, keine Produktkäufe. Der Preis hängt von der Zahl der Nutzer, der Zahl und dem Alter der Maschinen, dem Modulumfang, der ERP-Landschaft und dem Anteil an Individualentwicklung ab, und diese Faktoren streuen zwischen zwei Unternehmen derselben Größe erheblich. Hinzu kommt ein vertrieblicher Grund: Ein veröffentlichter Listenpreis schränkt den Verhandlungsspielraum ein und lädt zum reinen Preisvergleich ohne Leistungsbezug ein. Für Käufer bedeutet das, dass Preistransparenz nur über strukturierte Anfragen mit identischem Leistungsumfang an mehrere Anbieter entsteht. Genau dafür ist ein Lastenheft das entscheidende Werkzeug.
Ist ein Cloud-MES günstiger als On-Premise?
In den ersten zwei bis drei Jahren ist die Cloud-Variante fast immer günstiger, weil Serverhardware, Datenbanklizenzen und ein Teil des Betriebsaufwands entfallen. Über fünf Jahre gerechnet kippt das Verhältnis nach Sectorlens-Erfahrungswerten häufig zugunsten des Kaufmodells, sofern die Nutzerzahl stabil bleibt. Entscheidend sind zwei Faktoren neben dem reinen Preis: die Latenz zur Maschinenebene, die bei zeitkritischen Funktionen einen lokalen Edge-Anteil erzwingen kann, und die Preisanpassungsklausel im Subscription-Vertrag. Wer stark wächst oder unsicher über die Zielarchitektur ist, fährt mit der Subscription meist besser. Wer eine stabile Fertigung und eigene IT-Kapazität hat, spart mit dem Kauf.
Was kostet die Maschinenanbindung im MES?
Nach Sectorlens-Erfahrungswerten aus Auswahlprojekten seit 2022 liegt die Anbindung einer Anlage zwischen 800 und 4.500 Euro. Anlagen mit einem offenen Schnittstellenstandard wie OPC UA oder MTConnect liegen am unteren Ende, weil nur konfiguriert und getestet werden muss. Ältere Anlagen ohne digitale Schnittstelle brauchen zusätzliche Hardware, Verkabelung und Elektrikerstunden, hier sind 2.000 bis 8.000 Euro pro Anlage realistisch. Der häufigste Kalkulationsfehler ist ein Pauschalpreis über den gesamten Maschinenpark. Sinnvoll ist eine Bestandsaufnahme je Anlage vor Angebotseinholung, mit Steuerungstyp, Baujahr und vorhandener Schnittstelle.
Wie hoch sind die laufenden Kosten eines MES?
Die laufenden Kosten setzen sich aus Wartung und Support, Hosting oder Serverbetrieb, Anpassungen nach dem Go-Live und internem Betreuungsaufwand zusammen. Beim Kaufmodell liegt der Wartungssatz nach Sectorlens-Erfahrungswerten zwischen 16 und 22 Prozent des Lizenzwerts pro Jahr. Bei Subscription-Modellen ist Wartung in der Rate enthalten, dafür ist die Rate entsprechend höher. Als Faustwert über alle Größenklassen liegen die jährlichen Gesamtkosten bei rund 15 bis 25 Prozent der Ersteinführungssumme. Der interne Betreuungsaufwand von in der Regel 0,2 bis 1,0 Vollzeitstellen wird dabei häufig nicht mitgerechnet.
Was kostet ein MES im Mittelstand?
Für den klassischen DACH-Mittelstand mit 50 bis 500 Mitarbeitenden reicht die Spanne der Ersteinführung nach Sectorlens-Erfahrungswerten von 60.000 bis 500.000 Euro. Die Streuung ist so groß, weil in dieser Gruppe sowohl reine BDE- und MDE-Einführungen als auch vollständige MES-Suiten mit Feinplanung und Qualitätsmanagement vorkommen. Wer den Einstieg auf Betriebsdatenerfassung und OEE begrenzt, bleibt meist unter 120.000 Euro. Wer Planung, Qualität, Rückverfolgbarkeit und Instandhaltung gleichzeitig einführt, landet schnell im dreifachen Bereich. Ein modularer Einstieg mit klarer Ausbaustufenplanung ist in dieser Größenklasse der wirtschaftlichste Weg.
Lohnt sich ein MES bei 20 Maschinen?
Ja, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Die Maschinen laufen in relevantem Umfang und es gibt heute keine belastbare Datenbasis über Stillstände und Rüstzeiten. Bei 20 Maschinen liegt die Investition nach Sectorlens-Erfahrungswerten typischerweise zwischen 45.000 und 130.000 Euro je nach Modulumfang und Steuerungsalter. Der Nutzen entsteht überwiegend aus erkannten und beseitigten Stillstandsursachen sowie aus dem Wegfall manueller Rückmeldung und Excel-Auswertung. Rechnerisch reicht in der Regel eine Verbesserung der Gesamtanlageneffektivität um zwei bis vier Prozentpunkte, um die Investition innerhalb von zwei bis drei Jahren zu tragen. Entscheidend ist, dass die gemessenen Daten anschließend auch zu Maßnahmen führen.
Wie berechnet man den ROI eines MES?
Der belastbarste Weg ist eine Nutzenrechnung über drei bis vier klar messbare Hebel statt über einen pauschalen Prozentsatz. Üblich sind: gewonnene Produktionszeit durch reduzierte Stillstände, eingesparte Erfassungs- und Auswertungszeit, reduzierter Ausschuss und Nacharbeit sowie geringere Bestände durch bessere Planungsqualität. Jeder Hebel wird mit dem eigenen Ist-Wert und einem konservativ geschätzten Verbesserungsziel hinterlegt und mit dem betrieblichen Stundensatz oder Materialwert bewertet. Diesem Nutzen wird die Gesamtkostenrechnung über fünf Jahre gegenübergestellt, inklusive internem Personalaufwand. Amortisationszeiten von 18 bis 36 Monaten sind nach Sectorlens-Erfahrung typisch, kürzere Angaben sollten kritisch hinterfragt werden.
Was kostet ein Wechsel des MES-Anbieters?
Ein Anbieterwechsel kostet nach Sectorlens-Erfahrungswerten aus Auswahlprojekten seit 2022 zwischen 60 und 110 Prozent einer Neueinführung. Der Aufschlag gegenüber einer Erstimplementierung entsteht durch Datenmigration, Parallelbetrieb, erneute Maschinenanbindung und durch den Umstand, dass historische Auswertungen in beiden Systemen verfügbar bleiben müssen. Günstiger wird der Wechsel, wenn Maschinenanbindungen über eine herstellerunabhängige Zwischenschicht laufen und nicht direkt an das Altsystem gekoppelt sind. Deshalb gehört die Frage nach Datenexportformaten und Migrationskosten schon in die Erstverhandlung. Wer sie erst beim Wechsel stellt, verhandelt ohne Alternative.
Welche MES-Kosten werden am häufigsten vergessen?
An erster Stelle steht der interne Personalaufwand. Projektleitung, Key-User aus der Fertigung, IT und Instandhaltung binden nach Sectorlens-Erfahrungswerten je nach Projektgröße 80 bis 400 Personentage, die selten in der Investitionsrechnung auftauchen. An zweiter Stelle steht die Pflege der ERP-Schnittstelle bei Updates auf einer der beiden Seiten. Weiter regelmäßig unterschätzt werden Schulungskosten im Mehrschichtbetrieb, die Elektroinstallation für Shopfloor-Terminals, ein Testsystem neben der Produktivumgebung und die Anpassungen in den ersten zwölf Monaten nach dem Go-Live. Zusammengenommen können diese Blöcke 20 bis 35 Prozent des sichtbaren Angebotsvolumens ausmachen.
Kann man ein MES modular starten und später ausbauen?
Ja, und für die meisten mittelständischen Fertigungsunternehmen ist das der wirtschaftlichste Weg. Üblich ist ein Einstieg mit Betriebs- und Maschinendatenerfassung sowie OEE-Auswertung, weil dort die Datenbasis für alles Weitere entsteht. Danach folgen typischerweise Feinplanung, Qualitätsmanagement, Rückverfolgbarkeit und Instandhaltung. Wichtig ist, die Preise der späteren Module bereits im Erstvertrag zu fixieren oder mit einer Preisbindungsfrist zu versehen, weil die Verhandlungsposition nach dem Go-Live deutlich schlechter ist. Ebenso sollte vertraglich geregelt sein, welcher Implementierungsaufwand für eine spätere Modulaktivierung anfällt.
Sie kennen jetzt die Spannen.
Unsicher, was Ihr Fall konkret kostet?
Spannen ersetzen keine Kalkulation. Was Ihr MES kostet, hängt an Ihrem Maschinenpark, Ihrem Modulbedarf und Ihrer ERP-Landschaft, und diese drei Größen kennt niemand besser als Sie. Wir helfen dabei, sie in eine Zahl zu überführen, mit der Sie in die Angebotsphase gehen können, und prüfen anschließend, ob das vorliegende Angebot marktüblich kalkuliert ist.
Kostenrahmen und Shortlist in einem Durchgang
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Lastenheft als Grundlage vergleichbarer Preise
Im MES Selection Portal entsteht aus einem Anforderungs-Workshop ein Lastenheft mit über 150 Anforderungen. Weil alle Anbieter denselben Leistungsumfang bepreisen, werden die Angebote erstmals wirklich vergleichbar.
- Anforderungs-Workshop mit Fertigung, IT, Qualität und Arbeitsvorbereitung
- Moderierter Anbieter-Dialog mit einheitlichem Fragenkatalog, inklusive der zwölf Vertragsfragen dieser Seite
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Angebotsprüfung und Verhandlungsvorbereitung
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