SAP ME Alternative gesucht:
SAP ME und SAP MII laufen aus
SAP Manufacturing Execution (SAP ME) und SAP Manufacturing Integration and Intelligence (SAP MII) sind laut SAP weiterhin verfügbar, für die letzten Releases SAP ME 15.5 und SAP MII 15.5 sind jedoch keine weiteren Releases geplant, und die Wartung läuft zum Ende des Jahres 2030 aus (SAP Enterprise Architecture Knowledge Base, community.sap.com, veröffentlicht am 12. Februar 2024, abgerufen am 23. August 2026). Für Fertigungsunternehmen im DACH-Raum bedeutet das eine erzwungene Entscheidung zwischen drei Grundrichtungen: im Bestand bleiben, solange es geht, innerhalb des SAP-Portfolios wechseln oder ein Manufacturing Execution System eines Drittanbieters einführen. Diese Seite ordnet die Sachlage, stellt den dokumentierten Funktionsumfang von SAP ME 15.5 dem von SAP Digital Manufacturing 2608 gegenüber, rechnet die Handlungsfenster rückwärts vom Wartungsende und behandelt SAP MII als eigenen Fall.
Zur Belastbarkeit der Fristen. Die Jahreszahl 2030 stammt aus einer öffentlich zugänglichen SAP-Publikation und bezieht sich auf die letzten Releases von SAP ME und SAP MII. Verbindlich ist allein Ihr Vertrag: Welche Frist für Ihre Installation, Ihren Supportvertrag und Ihren Servicepackstand gilt und ob eine verlängerte Wartung zu welchem Aufschlag angeboten wird, lassen Sie sich vor der Investitionsentscheidung schriftlich von SAP bestätigen. Alle Prüffragen dazu stehen weiter unten im Fragenkatalog, die rückwärts gerechneten Handlungsfenster im Abschnitt Zeitplan bis zum Wartungsende.
Was gesichert ist,
und was nur behauptet wird
Zur Nachfolge von SAP ME kursieren im DACH-Raum viele Zahlen, die sich nicht auf eine SAP-Quelle zurückführen lassen. Die folgenden drei Karten enthalten ausschließlich Angaben, die auf sap.com, help.sap.com, support.sap.com oder in der SAP Enterprise Architecture Knowledge Base auf community.sap.com öffentlich dokumentiert sind. Jede Karte nennt Quelle und Abrufdatum. Alles, was darüber hinausgeht, steht auf dieser Seite als Prüffrage an SAP und nicht als Behauptung.
Was SAP ME war
SAP Manufacturing Execution (SAP ME) ist ein On-Premise-Manufacturing-Execution-System von SAP SE (Softwarekonzern mit Sitz in Walldorf, Baden-Württemberg), das die Steuerung und Kontrolle von Fertigungs- und Shopfloor-Abläufen abdeckt. Die im SAP Help Portal geführte Dokumentationsversion ist 15.5, die letzte Release-Note trägt die Bezeichnung SAP ME 15.5 SP00.
Der dokumentierte Funktionsumfang von 15.5 umfasst unter anderem Datenerfassung, Substeps, Seriennummernverwaltung, Komponentenentnahme, Werkzeugintegration, Stücklistenintegration, die Unterstützung von Kuppel- und Nebenprodukten sowie den Report zum elektronischen Device History Record. Die Anbindung an SAP ERP und SAP S/4HANA erfolgt über die Integrationsschicht SAPMEINT, für die 15.5 unter anderem die Integration zu SAP EWM und zu S/4HANA PEO ausweist.
- Betriebsmodell: On Premise
- Letztes Release: 15.5 SP00
- Integrationsschicht: SAPMEINT
- Quelle: help.sap.com, Produktbereich SAP Manufacturing Execution, abgerufen am 23. August 2026
Was SAP MII war
SAP Manufacturing Integration and Intelligence (SAP MII) ist die Integrations- und Auswertungsschicht zwischen Fertigung und Geschäftsprozessen. SAP beschreibt den Zweck im Help Portal als das Bereitstellen von Transparenz und Fertigungsintelligenz in Echtzeit bei enger Verzahnung der Fertigungsprozesse mit den Geschäftsabläufen.
Die im SAP Help Portal geführte Version lautet 15.5 SP02. In vielen gewachsenen Landschaften trägt SAP MII deutlich mehr als reine Integration: Dashboards, Kennzahlenberechnungen, Transaktionslogik und Anbindungen an Maschinen und Historiendatenbanken sind dort oft über Jahre gewachsen. Genau dieser Anteil wird bei einer Nachfolgeentscheidung regelmäßig unterschätzt, weil er in keiner Lizenzliste auftaucht.
- Rolle: Integration, Visualisierung, Auswertung
- Aktuelle Doku-Version: 15.5 SP02
- Typischer blinder Fleck: gewachsene Transaktionslogik
- Quelle: help.sap.com, Produktbereich SAP Manufacturing Integration and Intelligence, abgerufen am 23. August 2026
Was SAP als Nachfolge dokumentiert
Die SAP Enterprise Architecture Knowledge Base hält fest, dass SAP ME und SAP MII weiterhin verfügbar sind, dass die Wartung der letzten Releases SAP ME 15.5 und SAP MII 15.5 aber zum Ende des Jahres 2030 ausläuft und keine weiteren Releases geplant sind. Weiter heißt es dort, künftige Innovationen konzentrierten sich auf SAP Digital Manufacturing als Kernbestandteil des strategischen Fertigungsportfolios, und Kunden, die SAP ME einsetzen, seien angehalten, die Transformation zu planen.
Als Übergangsangebot dokumentiert SAP das Customer Evolution Kit. Auf support.sap.com wird es als kostenfreies Kundenengagement beschrieben, das die Transformation von SAP Manufacturing Execution, SAP MII oder SAP Plant Connectivity zu SAP Digital Manufacturing beschleunigt. Der Inhalt laut events.sap.com: Überblickssitzung zur bestehenden On-Premise-Landschaft, Discovery-Sitzung zu ERP- und Shopfloor-Integration, Analyse und Erstellung eines Point-of-View-Dokuments, Übergabesitzung. Ergebnis ist ein Zielbild samt möglichem Transitionsplan, kein Migrationswerkzeug.
- Nachfolgelinie: SAP Digital Manufacturing auf SAP BTP
- Betriebsmodell: Software as a Service
- Übergangsangebot: SAP Customer Evolution Kit, laut SAP kostenfrei
- Quelle: community.sap.com, support.sap.com, events.sap.com, abgerufen am 23. August 2026
Was SAP öffentlich nicht beziffert. Die Angabe zur Wartung bis Ende 2030 verweist auf die SAP-Maintenance-2040-Strategie. Diese Strategie regelt für die Kernanwendungen der SAP Business Suite 7 die Mainstream Maintenance bis Ende 2027 und eine optionale Extended Maintenance von Anfang 2028 bis Ende 2030 mit einem Aufschlag von zwei Prozentpunkten auf die Wartungsbasis (support.sap.com, abgerufen am 23. August 2026). Ob diese Staffelung genauso auf SAP ME und SAP MII angewendet wird, ob eine kundenspezifische Wartung im Anschluss angeboten wird und welcher Aufschlag dafür gilt, ist öffentlich nicht dokumentiert. Behandeln Sie diese drei Punkte als Prüffragen an Ihren SAP-Ansprechpartner und verlangen Sie eine schriftliche Antwort. Grundlagen zur Begriffslage finden Sie im MES-Glossar, die technischen Szenarien der Kopplung unter MES-SAP-Integration.
Drei Wege
und was sie konkret bedeuten
Auf der Entscheidungsebene stehen nach dem dokumentierten Auslaufen von SAP ME und SAP MII drei Grundrichtungen offen. Innerhalb der SAP-Richtung führt SAP allerdings mehrere Zielarchitekturen in der eigenen Dokumentation, die im Abschnitt SAP ME 15.5 gegenüber SAP Digital Manufacturing 2608 einzeln aufgeführt sind. Die folgende Matrix vergleicht die drei Grundrichtungen gegen zehn Kriterien, die in jeder Nachfolgeentscheidung im DACH-Raum auftauchen. Die Einordnung ist eine Bewertung von Sectorlens auf Basis eigener Projekterfahrung seit 2022 und der öffentlich dokumentierten Produkteigenschaften.
| Kriterium | Im Bestand bleiben, solange möglich | Wechsel auf SAP Digital Manufacturing | Wechsel auf Drittanbieter-MES |
|---|---|---|---|
| Zeitdruck | Verschiebt den Druck, beseitigt ihn nicht. Je näher das Wartungsende rückt, desto weniger Zeit bleibt für einen echten Marktvergleich. Der Weg ist nur dann sauber, wenn parallel die Nachfolge vorbereitet wird. | Der Zeitpunkt lässt sich planen. SAP bietet mit dem Customer Evolution Kit eine kostenfreie Vorstudie an, die das Zielbild und einen möglichen Transitionsplan liefert (support.sap.com, 2026). Die eigene Inventur des Altsystems bleibt trotzdem der Ausgangspunkt. | Braucht den längsten Vorlauf, weil Marktsondierung, Lastenheft und Anbieterdialog dazukommen. Genau deshalb muss dieser Weg früh geprüft werden, sonst fällt er faktisch aus der Auswahl. |
| Investitionsschutz | Höchster kurzfristiger Schutz. Alle Konfigurationen, Erweiterungen und Schulungsstände bleiben nutzbar. Der Schutz endet abrupt mit dem Wartungsende und dem Wegfall von Korrekturen. | Teilweise. Prozesswissen, Stammdatenlogik und die Vertrautheit mit dem SAP-Umfeld bleiben. Kundeneigene Java-Erweiterungen und gewachsene SAPMEINT-Anpassungen haben in einer SaaS-Lösung keine unmittelbare Entsprechung. | Der geringste technische Investitionsschutz, aber die größte Chance auf einen bewussten Neuschnitt. Was heute nur aus historischen Gründen existiert, muss nicht mit übernommen werden. |
| Funktionsumfang gegenüber heute | Bleibt exakt gleich. Neue Funktionen sind nicht zu erwarten, weil laut SAP keine weiteren Releases geplant sind (community.sap.com, 2024). Fachliche Weiterentwicklung findet nur noch in Eigenregie statt. | Ein anderer Zuschnitt, nicht automatisch derselbe. Funktionsgleichheit zur eigenen ME-Installation ist nicht dokumentiert und muss gegen die konkret genutzten Funktionen geprüft werden, nicht gegen die Broschüre. Die zeilenweise Gegenüberstellung steht weiter unten. | Sehr unterschiedlich je Anbieter. Anbieter mit Fokus auf diskrete Fertigung, Prozessfertigung oder regulierte Branchen decken jeweils andere Schwerpunkte ab. Ein Abgleich gegen die eigene Funktionsliste ist unumgänglich. |
| Integrationsaufwand zu S/4HANA | Kein zusätzlicher Aufwand, solange die bestehende SAPMEINT-Strecke unterstützt bleibt. Steht ohnehin eine S/4HANA-Umstellung an, verlagert sich der Aufwand nur, er verschwindet nicht. | Von SAP als Out-of-the-Box-Integration zu SAP ERP und SAP S/4HANA dokumentiert (community.sap.com, 2024). Der Aufwand liegt weniger in der Technik als im Nachbau der heute gewachsenen Feldzuordnungen und Sonderlogik. | Zusätzlicher Aufwand, aber beherrschbar. Mehrere Hersteller weisen SAP-zertifizierte Schnittstellen aus. Die Zertifizierung belegt technische Integrationsfähigkeit gegen ein Release, nicht die Abdeckung Ihrer Feldlogik. |
| Betriebsmodell und Cloud-Zwang | On Premise bleibt On Premise. Für Betriebe mit strikten Vorgaben zu Datenresidenz oder Netztrennung ist das kurzfristig der einzige Weg ohne Zielkonflikt. Die Anforderungen an die OT-Sicherheit richten sich in beiden Fällen nach IEC 62443. | Software as a Service auf der SAP Business Technology Platform. SAP benennt selbst, dass eine Cloud-Bereitstellung wegen regulatorischer Einschränkungen nicht in jedem Fall infrage kommt, und nennt Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung als Beispiel. Für fertigungsnahe Verarbeitung gibt es SAP Digital Manufacturing for edge computing. | Von reinem On Premise über private Cloud bis SaaS ist alles im Markt vertreten. Wenn On Premise für Sie zwingend ist, ist das der Weg mit der größten Auswahl. |
| Abhängigkeit vom Anbieter | Steigt mit jedem Jahr. Ohne Releases und mit sinkender Zahl erfahrener Dienstleister wird jede Änderung teurer und langsamer verhandelbar. | Bleibt bei SAP und verlagert sich vom eigenen Rechenzentrum in einen Cloud-Dienst mit vom Anbieter gesteuerten Aktualisierungszyklen. Wartungsfenster und Upgradetermine werden zu einem Planungsparameter, den Sie nicht mehr allein bestimmen. | Streut das Risiko auf zwei Anbieter, ERP und MES. Erhöht dafür die Zahl der Schnittstellen, deren Pflege bei SAP-Releasewechseln vertraglich geregelt sein muss. |
| Kostenprofil | Laufende Wartung, dazu ein möglicher Aufschlag für eine verlängerte Wartung. SAP beziffert diesen Aufschlag für die Business Suite 7 mit zwei Prozentpunkten auf die Wartungsbasis (support.sap.com, 2026). Ob das identisch für SAP ME gilt, ist zu erfragen. | Verschiebung von Investition zu laufender Subskription, dazu einmalige Projekt- und Integrationskosten. Der Betrieb entfällt weitgehend, die Planbarkeit steigt, die jährliche Kostenbasis wird verhandlungsabhängig. | Einmalige Projektkosten plus Lizenz oder Subskription, je nach Modell. Der Wettbewerb im Markt wirkt preisdämpfend, sofern mehr als ein Angebot vorliegt. |
| Risiko | Planbar bis zum Wartungsende, danach unkalkulierbar. Ein sicherheitsrelevanter Fehler ohne verfügbare Korrektur ist das Szenario, das dieses Vorgehen teuer macht. | Das Hauptrisiko liegt in unterstellter Funktionsgleichheit. Wenn eine im Alltag genutzte Funktion im Zielsystem anders oder gar nicht abgebildet ist, fällt das oft erst im Integrationstest auf. | Das Hauptrisiko liegt in der Auswahl. Ein Anbieter mit falschem Branchenschwerpunkt kostet mehr als jede Migration. Ein strukturiertes Auswahlverfahren senkt dieses Risiko deutlich. |
| Historische Daten und Nachweispflichten | Bleiben unverändert im System und auskunftsfähig, solange das System betrieben wird. Die Frage nach dem Danach ist nur verschoben. | Erfordert eine bewusste Entscheidung zwischen Datenübernahme, Archivierung und lesendem Zugriff auf das stillgelegte Altsystem. SAP weist im FAQ zu SAP Digital Manufacturing darauf hin, dass keine Selbstbedienungswerkzeuge zur Datenmigration zwischen Umgebungen bereitstehen (community.sap.com, 2026). | Dieselbe Entscheidung, aber ohne die Erwartung einer herstellerinternen Übernahme. In der Praxis führt das oft früher zu einer sauberen Archivstrategie. Was für die Rückverfolgbarkeit gefordert ist, steht unter Traceability im MES. |
| Personal und Know-how | Bestehendes Wissen bleibt nutzbar. Das Risiko liegt bei Personen: Wer SAP ME administriert, wird auf einem schrumpfenden Markt schwer nachbesetzbar. | SAP-Know-how bleibt relevant, Fiori und Cloud-Betriebsmodelle kommen hinzu. Schulungsbedarf entsteht vor allem an der Bedienoberfläche in der Fertigung. | Höchster Schulungsbedarf, dafür meist die größere Auswahl an Dienstleistern und Fachkräften im regionalen Markt. |
So nutzen Sie die Matrix. Gehen Sie die zehn Zeilen einmal durch und markieren Sie je Zeile, welche Spalte für Ihr Unternehmen entscheidend ist. Wenn nach dem Durchgang mehr als zwei Ausschlusskriterien in einer Spalte stehen, ist dieser Weg praktisch vom Tisch, unabhängig davon, wie attraktiv er auf dem Papier klingt. Wann welche Entscheidung spätestens fallen muss, rechnet der Zeitplan bis zum Wartungsende rückwärts vor. Wie sich der Wechsel technisch und terminlich planen lässt, steht unter MES wechseln und migrieren. Wie sich MES, ERP, SCADA und MOM entlang der Ebenen von ISA-95, international IEC 62264, gegeneinander abgrenzen, klärt die Systemlandschaft MES, ERP, SCADA und MOM. Kostenspannen und TCO-Bestandteile finden Sie unter MES-Kosten.
SAP ME 15.5 gegenüber
SAP Digital Manufacturing 2608
Der häufigste Satz in Nachfolgegesprächen lautet, das Zielsystem könne alles, was das Altsystem konnte. Belegen lässt sich das öffentlich nur zum Teil. Die folgende Gegenüberstellung stellt die in der SAP-Produktdokumentation geführten Funktionsbereiche von SAP ME 15.5 den Feature-Einträgen der Feature Scope Description von SAP Digital Manufacturing 2608 gegenüber. Quellen sind ausschließlich help.sap.com, Produktbereich SAP Manufacturing Execution, Version 15.5, sowie die Feature Scope Description SAP Digital Manufacturing 2608, Dokumentversion 2608 vom 16. August 2026, beide abgerufen am 23. August 2026.
SAP Digital Manufacturing als Cloud-Dienst
Software as a Service auf der SAP Business Technology Platform. Die Feature Scope Description gliedert das Produkt in vier Bereiche: for execution, for issue resolution, for insights und for edge computing. Releasestand im SAP Help Portal im August 2026: 2608.
- Betriebsmodell Software as a Service
- Upgradezyklen vom Anbieter gesteuert
- Quelle: help.sap.com, FSD 2608 vom 16. August 2026
SAP Digital Manufacturing for edge computing
Laut Feature Scope Description 2608 lässt sich damit ein definierter Funktionsumfang von SAP Digital Manufacturing näher an der Produktion betreiben, um Maschinendaten quellennah zu verarbeiten und bei zeitweise unterbrochener Cloud-Verbindung weiterarbeiten zu können. Konfigurations- und Geschäftsdaten werden zwischen Edge und Cloud synchronisiert.
- Für Fertigungen, die bei Verbindungsverlust nicht stehen dürfen
- Definierter Funktionsumfang, nicht der volle Umfang der Cloud
- Quelle: help.sap.com, FSD 2608, Kapitel 5
SAP S/4HANA Production Engineering and Operations
Production Engineering and Operations, kurz PEO, führt die Fertigungsausführung innerhalb von SAP S/4HANA aus, nicht in einem separaten System. Das SAP Help Portal führt Customizing und Business Add-Ins für PEO bis einschließlich SAP S/4HANA 2025 FPS01 (Dokumentstand August 2026). Für Häuser mit komplexer Montage ist das eine dokumentierte Alternative zu einem eigenständigen MES.
- Ausführung im ERP-Kern statt im separaten MES
- Kein Cloud-Zwang, folgt dem Betriebsmodell des S/4HANA
- Quelle: help.sap.com, SAP S/4HANA 2025 und 2025 FPS01
| Funktionsbereich in SAP ME 15.5 (help.sap.com) | Eintrag in der Feature Scope Description SAP Digital Manufacturing 2608 | Was Sie im SAP-Gespräch dazu klären |
|---|---|---|
| Arbeitsplansteuerung und Prozessfluss Basic Routing, Process Workflow |
Eintrag vorhanden Work-In-Process Management: Aufträge freigeben und im Status verwalten, Durchsetzung des Routing-Flusses einschließlich dynamischer Routing-Entscheidungen, Sperren auf SFC setzen und aufheben, SFC teilen und zusammenführen. |
Bilden Sie unsere Sperrgründe, Nacharbeitspfade und Freigaberegeln als Konfiguration ab oder als Prozessdesign, das wir selbst pflegen und versionieren müssen? |
| Bedienoberfläche in der Fertigung POD, Shop Workbench |
Eintrag vorhanden POD Designer und Production Operator Dashboard. Dokumentierte POD-Typen: Work Center, Operation Activity, Order, Custom, Standalone Nonconformance und Monitor. Plugins per Drag-and-drop, Vorschau mit Geschäftsdaten. |
Welche unserer heutigen POD-Layouts lassen sich mit Standardplugins nachbauen, und für welche brauchen wir eine Erweiterung? |
| Datenerfassung Data Collection |
Eintrag vorhanden Data Collection, Datenerfassungsgruppen auf Routing- und Schrittebene, Bestehen oder Nichtbestehen über die Erfassung numerischer Parameter. |
Wie werden Datenerfassungsgruppen mit Grenzwerten, Einheiten und Nachkommastellen übernommen, und wer prüft die Übernahme? |
| Fehlererfassung und Nacharbeit Nonconformance |
Eintrag vorhanden Nonconformance mit NC-Code-Hierarchie, primären und sekundären NC-Codes in Eltern-Kind-Struktur, Disposition für Nacharbeit und Ausschuss, Prüfung auf offene Nichtkonformitäten vor Weiterbearbeitung, Freigabeworkflow im Work Center POD. |
Wie werden unsere heutigen NC-Codes samt Dispositionsregeln und Freigabestufen übernommen, und bleibt die Historie auskunftsfähig? |
| Montage Assembly, Complex Assembly |
Eintrag vorhanden In der Feature Scope Description im Umfeld der EWM-Integration geführt: Komponenten am Shopfloor montieren, Montagedaten an Assembly Points erfassen, montierte Komponenten entfernen, vorgeladene Komponenten automatisch montieren. |
Ist Complex Assembly mit mehrstufiger Struktur, Austauschhistorie und Seriennummernpflicht je Einbauposition abgedeckt? |
| Genealogie und Rückverfolgbarkeit Genealogy |
Eintrag vorhanden Genealogy: Komponentengenealogie von SFCs und Chargen, historische Aktivitätsdaten, Navigation zwischen Eltern- und Kind-SFC, Auskunft über ungeplant verbaute Komponenten. |
Bis zu welcher Verschachtelungstiefe und über welchen Zeitraum bleibt die Genealogie im Zielsystem abfragbar, und in welcher Antwortzeit? |
| Werkerzeit und Vorgabezeiten Labor Tracking, Earned Standards |
Teilweise Time Tracking: Anwesenheitserfassung, direkte und indirekte Arbeitszeit, Standard Value Keys, Ressourcennutzung über frei definierte Aktivitäten, Protokollierung von Änderungen an Zeitsätzen. Der ME-Begriff Earned Standards wird in der Feature Scope Description 2608 nicht als eigener Eintrag geführt. |
Wie werden Leistungsgrad und Vorgabezeitabweichung berechnet, und lässt sich unsere heutige Berechnungslogik nachbilden? |
| Anlageneffektivität OEE |
Eintrag vorhanden OEE als eigener Feature-Eintrag mit Ausfallgründen, getaggten und ungetaggten Verfügbarkeits-, Leistungs- und Qualitätsverlusten, Line Monitor POD und Auslösern für Maschinenstatuswechsel. |
Nach welcher Definition werden die Verlustarten gebildet, und lässt sie sich auf unsere an ISO 22400 orientierte Kennzahlendefinition einstellen? |
| Packen und Verpackungseinheiten Pack and Unpack |
Eintrag vorhanden Packing: Packeinheiten bilden und auflösen, Nummernvergabe, Merkmale von Packmaterialien, Mehrwegverpackung mit Carrier-ID, Packen von Teilmengen. |
Bleiben unsere Packvorschriften je Kunde und die zugehörigen Etikettenformate erhalten, oder werden sie neu modelliert? |
| Etiketten und Begleitpapiere Printing |
Eintrag vorhanden Printing: produktionsbezogene Dokumente wie Etiketten und Laufkarten definieren, Drucker einrichten, Druckwarteschlangen verwalten, Datenfelder aus SFC, Auftrag, Material, Stückliste und Arbeitsplan. |
Welche Etikettendesigner und Druckertreiber sind freigegeben, und wer überträgt unsere bestehenden Layouts? |
| Berichtswesen Reports, ODS Reporting, SAP BusinessObjects Reporting, SSCE Reporting |
Anderer Zuschnitt Kein Gegenstück auf Berichtsebene. Die Feature Scope Description führt stattdessen SAP Digital Manufacturing for insights mit Manufacturing Data Layer, Manufacturing Data Objects und eingebettetem SAP Analytics Cloud sowie Data Engineering zur Replikation von Daten aus On-Premise-Systemen in die Cloud. |
Wer baut unsere heute genutzten Berichte neu, mit welchem Aufwand je Bericht, und in welcher Reihenfolge nach Abrufhäufigkeit? |
| Stichprobenprüfung Sampling |
Kein eigener Eintrag Sampling wird in der Feature Scope Description 2608 nicht als eigener Feature-Eintrag geführt. Dokumentiert sind Quality Inspections mit Ergebniserfassung für prüfrelevante Vorgänge, Hundertprozentprüfung, Prüfpunkten für Aufträge aus SAP S/4HANA und Prüfung gegen Grenzwerte aus dem integrierten ERP. |
Wo bilden wir Stichprobenpläne und Annahmekennzahlen ab, im Zielsystem oder im Qualitätsmanagement des S/4HANA, und wer verantwortet die Grenzwerte? |
| Barcode und mobile Erfassung Barcode Scanning, Mobile, Mobile SDK |
Kein eigener Eintrag Die Feature Scope Description nennt im POD-Kontext das Scannen unterstützter zweidimensionaler Barcodes. Eigene Feature-Einträge zu eindimensionalen Codes, zu mobilen Clients oder zu einem Mobile SDK enthält sie in Release 2608 nicht. |
Welche Scannerhardware und welche Codetypen sind freigegeben, und gibt es einen mobilen Client für Kommissionierung und Instandhaltung? |
| Standortübergreifende Prozesse und Aushänge Collaboration, Site-to-Site, Message Board |
Kein eigener Eintrag Für standortübergreifende Weitergabe und für das Message Board enthält die Feature Scope Description 2608 keine eigenen Feature-Einträge. |
Wie werden werksübergreifende Auftragsweitergabe und Schichtübergabe-Nachrichten abgebildet, und mit welchen Zusatzbausteinen? |
| Eigenentwicklungen Activity Hooks, Activity Rules, NWDS-Erweiterungen in Java |
Anderes Modell Kein Gegenstück zur Java-Erweiterung. Die Feature Scope Description dokumentiert stattdessen den Production Process Designer mit Skript-Tasks in JavaScript, Business Rule Management mit Auslösern vor und nach Geschäftsdiensten, eine Service Registry sowie Geschäftsprozesserweiterungen über SAP BTP, serverless runtime. |
Welche unserer Hook-Point-Aktivitäten lassen sich als Business Rule abbilden, welche müssen neu gebaut werden, von wem und zu welchem Preis? |
| ERP-Kopplung SAPMEINT |
Eintrag vorhanden Out-of-the-box ERP Integration zu SAP S/4HANA und SAP ERP über eine Instanz von SAP Cloud Integration. Eingehend unter anderem Materialien, Stücklisten, Arbeitspläne, Rezepte, Fertigungs- und Prozessaufträge, Arbeitsplätze, Ressourcen, Schichten, Chargenmerkmale und Prüflose. Ausgehend unter anderem Warenein- und -ausgänge, Mengen- und Leistungsrückmeldungen, Chargen und Prüfergebnisse. |
Welche unserer heutigen SAPMEINT-Feldzuordnungen liegen im Standard, welche werden zum Änderungsantrag, und wer trägt den Aufwand? |
| Werkzeuge Werkzeugintegration in SAP ME 15.5 |
Eintrag vorhanden Tool Management sowie Tools Scheduling als eigene Feature-Einträge. |
Werden Werkzeugstandzeiten, Kalibrierintervalle und Sperrungen mitgeführt, und wie wird bei Überschreitung gesperrt? |
| Archivierung Archiving |
Kein eigener Eintrag Kein eigener Feature-Eintrag in der Feature Scope Description 2608. SAP weist im FAQ zu SAP Digital Manufacturing zusätzlich darauf hin, dass keine Selbstbedienungswerkzeuge zur Datenmigration zwischen Umgebungen bereitstehen (community.sap.com, 2026). |
Welche Archivstrategie schlagen Sie für aufbewahrungspflichtige Daten vor, wer betreibt das Archiv, und was kostet es je Jahr? |
Wie diese Tabelle zu lesen ist. Ein fehlender Eintrag in der Feature Scope Description ist kein Beleg dafür, dass eine Funktion im Produkt fehlt. Er ist ein Beleg dafür, dass sie dort nicht als eigenes Feature geführt wird, und damit ein berechtigter Prüfpunkt. Genau so gehört die Tabelle ins Gespräch: nicht als Vorwurf, sondern als Zeilenliste, zu der Sie je Zeile eine von drei Antworten verlangen, nämlich im Standard abgedeckt, über Konfiguration abbildbar oder nicht abgedeckt. Nehmen Sie zusätzlich Ihre eigene Funktionsliste aus der Inventur des Altsystems mit, denn nur die enthält die Funktionen, die Sie tatsächlich benutzen. Kennzahlendefinitionen und Berechnungswege finden Sie unter OEE berechnen und Benchmarks, die Prüf- und Nachweisseite unter Qualitätsmanagement im MES und der Weg vom Papier zur elektronischen Laufkarte unter papierlose Fertigung.
Sechs Fehler bei der
SAP-ME-Nachfolgeentscheidung
Diese sechs Muster sehen wir in Auswahlprojekten im DACH-Raum immer wieder, unabhängig von Branche und Betriebsgröße. Jede Karte nennt die Ursache und die Gegenmaßnahme, die sich ohne Budgetfreigabe sofort umsetzen lässt. Die Zusammenstellung beruht auf der Projekterfahrung von Sectorlens seit 2022 und ist als Erfahrungsbericht gekennzeichnet, nicht als Statistik.
Entscheidung aufschieben, bis der Zeitdruck die Optionen halbiert
Ursache. Solange das System läuft und die Wartung greift, gibt es keinen operativen Anlass zu handeln. Die Entscheidung wandert von Quartal zu Quartal, weil sie nie das dringendste Thema ist.
Wirkung. Ein Marktvergleich mit Lastenheft und moderiertem Anbieterdialog braucht Vorlauf. Fehlt dieser Vorlauf, bleibt praktisch nur der vom Hersteller vorgezeichnete Pfad. Aus drei Wegen wird einer, ohne dass jemand diese Entscheidung bewusst getroffen hat.
- Gegenmaßnahme: Termin für die Grundsatzentscheidung festlegen und rückwärts planen
- Inventur des Altsystems starten, bevor der erste Anbieter kontaktiert wird
- Zwischenstand jedes Quartal an die Geschäftsführung berichten
Funktionsgleichheit unterstellen, statt sie zu prüfen
Ursache. Der Begriff Nachfolger legt nahe, dass das Zielsystem alles kann, was das Altsystem konnte. In Produktbroschüren steht selten, welche konkrete Funktion in welcher Ausprägung fehlt.
Wirkung. Lücken tauchen erst im Integrationstest auf, wenn Budget und Termin schon fixiert sind. Genau dann ist die Nachverhandlung am schwächsten.
- Gegenmaßnahme: Liste der tatsächlich genutzten Funktionen aus dem Produktivsystem ziehen, nicht aus dem Lastenheft von damals
- Je Funktion vom Anbieter eine Vorführung im Testsystem verlangen
- Abweichungen schriftlich festhalten und bewerten, bevor der Vertrag unterschrieben wird
Gewachsene Eigenentwicklungen im Altsystem übersehen
Ursache. Eigenentwicklungen tauchen in keiner Lizenzliste auf. Sie wurden über Jahre von wechselnden Dienstleistern ergänzt, oft ohne durchgängige Dokumentation.
Wirkung. Was in SAP ME als kundeneigene Aktivität, Hook Point oder SAPMEINT-Erweiterung realisiert wurde, hat im Standard eines Nachfolgesystems nicht zwingend eine Entsprechung. Der Aufwand für den Nachbau erscheint erst spät im Projektplan.
- Gegenmaßnahme: Alle Erweiterungen auflisten und je Eintrag die fachliche Regel dahinter beschreiben
- Prüfen, welche Regel heute noch gebraucht wird und welche nur historisch existiert
- Nur die verbleibenden Regeln in die Anforderung an den Anbieter aufnehmen
Schnittstellenlandschaft nicht inventarisiert
Ursache. Über die Jahre entstehen Verbindungen zu Waagen, Prüfmitteln, Etikettendruckern, Lagerverwaltung, Instandhaltung, Qualitätsmanagement und Auswertungswerkzeugen. Niemand hat eine vollständige Liste, weil nie jemand dafür zuständig war.
Wirkung. Jede vergessene Schnittstelle ist ein Termin, der später kippt. Angebote sind nicht vergleichbar, weil jeder Anbieter eine andere Zahl annimmt.
- Gegenmaßnahme: Netzwerkverkehr und Schnittstellenprotokolle des Altsystems über mindestens zwei Wochen auswerten
- Je Verbindung Richtung, Frequenz, Datenvolumen und fachlichen Zweck erfassen
- Diese Liste als verbindliches Mengengerüst an alle Anbieter geben
Cloud-Zwang erst spät als Ausschlusskriterium erkannt
Ursache. Fragen zu Datenresidenz, Netztrennung, Exportkontrolle oder Auftraggeberauflagen werden häufig von Informationssicherheit oder Recht beantwortet und nicht vom Projektteam gestellt. Beide Seiten gehen davon aus, dass die andere geprüft hat.
Wirkung. SAP benennt selbst, dass eine Cloud-Bereitstellung wegen regulatorischer Einschränkungen nicht in jedem Fall infrage kommt, und nennt Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung als Beispiel (community.sap.com, 2024). Wird das erst nach der Vorauswahl geklärt, war die halbe Bewertungsarbeit vergeblich.
- Gegenmaßnahme: Betriebsmodell und Datenresidenz als erstes Kriterium klären, nicht als letztes
- Auflagen von Kunden und Behörden schriftlich einholen, nicht mündlich abfragen
- Edge- und Offline-Fähigkeit gesondert prüfen, wenn die Fertigung nicht ausfallen darf
Lizenzverhandlung ohne belastbare Alternative geführt
Ursache. Wer nur mit einem Anbieter spricht, verhandelt über Konditionen, nicht über Optionen. Ohne geprüfte Alternative fehlt jedes Gegengewicht.
Wirkung. Das Ergebnis ist selten ein schlechter Vertrag, aber fast immer ein teurerer als nötig, mit Bindungsfristen, die zum nächsten Entscheidungszeitpunkt wieder einschränken.
- Gegenmaßnahme: Mindestens zwei Alternativen bis zur belastbaren Angebotsreife führen, auch wenn die Präferenz feststeht
- Alternativen gegen dasselbe Mengengerüst kalkulieren lassen
- Verhandlungstermin erst ansetzen, wenn beide Angebote vorliegen
Zeitplan bis zum Wartungsende,
rückwärts gerechnet
Das Wartungsende ist das einzige Datum, das feststeht. Alles andere ergibt sich daraus, wenn man rückwärts rechnet. Die folgende Tabelle tut genau das, ausgehend vom belegten Wartungsende der letzten Releases SAP ME 15.5 und SAP MII 15.5 zum Ende des Jahres 2030 (SAP Enterprise Architecture Knowledge Base, community.sap.com, 2024). Stand dieser Rechnung ist der 23. August 2026. Die beiden mit belegt gekennzeichneten Zeilen stammen aus SAP-Quellen, alle übrigen Termine sind Erfahrungswerte von Sectorlens aus MES-Auswahl- und Ablöseprojekten seit 2022 und als solche gekennzeichnet.
| Stichtag | Was bis dahin erledigt sein muss | Herkunft des Datums | Was passiert, wenn dieser Termin reißt |
|---|---|---|---|
| 31.12.2030 | Wartung für SAP ME 15.5 und SAP MII 15.5 endet | Belegt. SAP Enterprise Architecture Knowledge Base, community.sap.com, veröffentlicht am 12. Februar 2024. | Ab dem Folgetag gibt es für die letzten Releases keine Korrekturen mehr. Ein sicherheitsrelevanter Fehler ist dann ein Betriebsrisiko ohne Herstellerlösung. |
| 30.06.2030 | Zielsystem in allen Werken produktiv, Altsystem nur noch mit lesendem Zugriff | Sectorlens-Erfahrungswert. Sechs Monate Puffer für Nachlauf, Stabilisierung und Auskunftsfähigkeit gegenüber Kunden und Behörden. | Die letzte Werksumstellung fällt in den Zeitraum, in dem es keine Korrekturen mehr gibt. Ein Rückfall auf das Altsystem ist dann keine Option mehr. |
| 31.12.2028 bzw. 30.06.2028 |
Umsetzung beginnt, erstes Pilotwerk startet | Sectorlens-Erfahrungswert. Werksweiser Rollout 18 bis 24 Monate bei bis zu fünf Werken, 24 bis 36 Monate bei mehr als fünf Werken oder starker Eigenentwicklung. | Der Rollout muss parallelisiert werden. Parallele Werksumstellungen erhöhen Personalbedarf und Risiko gleichzeitig, und zwar genau in der Phase, in der beides schon hoch ist. |
| 30.09.2028 bzw. 31.03.2028 |
Vertrag unterschrieben, Projektteam benannt, Budget freigegeben | Sectorlens-Erfahrungswert. Rund drei Monate zwischen getroffener Entscheidung und arbeitsfähigem Projekt, inklusive Gremienlauf und Betriebsratsbeteiligung. | Der Projektstart rutscht in Urlaubs- oder Jahresabschlussphasen. Das kostet erfahrungsgemäß ein weiteres Quartal, ohne dass jemand eine Fehlentscheidung getroffen hätte. |
| 30.06.2028 bzw. 31.12.2027 |
Entscheidung gefallen, Verhandlung mit belastbarer Alternative geführt | Sectorlens-Erfahrungswert. Der sechsstufige Entscheidungsweg auf dieser Seite dauert 13 bis 26 Wochen für eine Installation mit einem bis fünf Werken. | Aus drei Grundrichtungen wird faktisch eine. Ein Marktvergleich mit Lastenheft und moderiertem Anbieterdialog ist ohne Vorlauf nicht mehr durchführbar. |
| 31.12.2027 | Entscheidung über die Verlängerung der Wartung getroffen | Belegt für die Kernanwendungen der SAP Business Suite 7: Mainstream Maintenance bis Ende 2027, anschließend optionale Extended Maintenance von Anfang 2028 bis Ende 2030 mit zwei Prozentpunkten Aufschlag auf die Wartungsbasis (support.sap.com, abgerufen am 23. August 2026). Ob diese Staffelung genauso auf SAP ME und SAP MII angewendet wird, ist öffentlich nicht dokumentiert und gehört schriftlich geklärt. | Der Aufschlag wird ohne Verhandlung fällig, weil zum Entscheidungszeitpunkt keine geprüfte Alternative vorliegt. Das ist der kommerzielle Stichtag, nicht 2030. |
| 31.03.2027 | Inventur des Altsystems abgeschlossen, Mengengerüst liegt vor | Sectorlens-Erfahrungswert. Drei bis sechs Wochen Erfassung plus Abstimmung mit den Fachbereichen, bei mehreren Werken entsprechend länger. | Anbieter kalkulieren gegen eigene Annahmen. Angebote werden nicht vergleichbar, und Nachträge sind bereits bei Vertragsschluss angelegt. |
| 31.12.2026 | Schriftliche Auskunft von SAP zu Fristen, Releasestand und Wartungsoptionen liegt vor | Sectorlens-Erfahrungswert. Ein bis zwei Wochen reine Bearbeitung, mit Rückfragen und Vertragsprüfung realistisch bis zu sechs Wochen. | Die gesamte weitere Planung steht auf einer allgemeinen Jahreszahl statt auf Ihrem Vertrag. Jede Terminaussage darauf ist eine Annahme. |
Ein bis zwei Werke, wenig Eigenentwicklung
Spätester Startpunkt für die Grundsatzentscheidung ist das erste Halbjahr 2028. Vom 23. August 2026 aus gerechnet bleiben damit rund 22 Monate, in denen alle drei Grundrichtungen offen sind.
- Puffer heute: rund 22 Monate
- Kritischer Pfad: Inventur und Vertragsauskunft
- Der Marktvergleich ist zeitlich unproblematisch
Drei bis fünf Werke, gewachsene Schnittstellen
Spätester Startpunkt ist das zweite Halbjahr 2027, weil der werksweise Rollout und die Abstimmung zwischen den Standorten den Vorlauf verlängern. Vom 23. August 2026 aus bleiben rund 16 Monate.
- Puffer heute: rund 16 Monate
- Kritischer Pfad: Schnittstelleninventur je Werk
- Standortabweichungen früh sichtbar machen
Mehr als fünf Werke oder starke Eigenentwicklung
Hier ist der Puffer bereits aufgebraucht, wenn der Wechsel auf einen Drittanbieter eine echte Option bleiben soll. Die Inventur muss noch 2026 beginnen, die Grundsatzentscheidung im Lauf des Jahres 2027 fallen.
- Puffer heute: praktisch keiner für Weg 3
- Kritischer Pfad: Eigenentwicklungen und Feldzuordnungen
- Rollout parallelisieren ist hier keine Reserve, sondern Risiko
Der eigentliche Stichtag ist 2027, nicht 2030. Wer nur auf das Wartungsende schaut, plant gegen das falsche Datum. Kommerziell entscheidend ist der Übergang von der Mainstream Maintenance in eine verlängerte Wartung, weil in diesem Moment über einen Aufschlag verhandelt wird, den SAP für die Kernanwendungen der Business Suite 7 mit zwei Prozentpunkten auf die Wartungsbasis beziffert. Ob das für Ihre SAP-ME-Installation identisch gilt, ist öffentlich nicht dokumentiert. Genau deshalb steht die schriftliche Auskunft von SAP an erster Stelle des Entscheidungswegs und nicht am Ende. Wie die Verhandlung ab diesem Punkt zu führen ist, steht im Abschnitt Verhandlungsposition. Wie eine Migration selbst terminlich aufgesetzt wird, zeigt MES wechseln und migrieren, die Rolle der Mitbestimmung bei Zeitplänen klärt Betriebsrat und MES-Einführung.
Was im Altsystem steckt
und geprüft werden muss
Ohne diese Inventur ist keine der drei Optionen seriös bewertbar, weil jeder Anbieter gegen andere Annahmen kalkuliert. Die Tabelle nennt je Objekt, warum es kritisch ist und wie es sich mit Bordmitteln inventarisieren lässt. Die Prioritätsspalte ist eine Einschätzung von Sectorlens aus eigenen Auswahlprojekten seit 2022 und keine Herstellerangabe. Arbeiten Sie die Liste von oben nach unten ab, das Ergebnis ist das Mengengerüst für jedes spätere Angebot.
| Objekt im Altsystem | Warum es kritisch ist | Wie es sich inventarisieren lässt | Priorität (Sectorlens) |
|---|---|---|---|
| Kundenspezifische Erweiterungen und Custom Code | Hat im Standard eines Nachfolgesystems keine garantierte Entsprechung. SAP ME erlaubt laut Dokumentation unter anderem Hook-Point-Aktivitäten und kundeneigene Aktivitäten. Jede davon bildet eine fachliche Regel ab, die entweder im Zielsystem konfigurierbar sein muss oder erneut gebaut wird. | Deploymentverzeichnisse und Transportaufträge auswerten, alle nicht ausgelieferten Artefakte auflisten. Je Eintrag drei Felder füllen: fachlicher Zweck, auslösendes Ereignis, betroffene Werke. Anschließend mit den Fachbereichen streichen, was nicht mehr benötigt wird. | SEHR HOCH |
| Prozessdefinitionen und Workflows | Arbeitsplansteuerung, Freigaberegeln, Sperrgründe und Nacharbeitspfade sind über Jahre feinjustiert worden. Sie stehen selten vollständig in einer Verfahrensanweisung, sondern im System. Wird das übersehen, verändert sich mit dem Systemwechsel unbemerkt der Prozess. | Prozessdefinitionen exportieren und je Produktfamilie einen Durchlauf am Bildschirm mit Meister und Qualitätsverantwortlichem nachvollziehen. Abweichungen zwischen Papier und System protokollieren, sie sind der eigentliche Befund. | SEHR HOCH |
| Angebundene Maschinen und Protokolle | Bestimmt den größten Einzelposten in jedem Migrationsangebot. Ältere Anlagen sprechen oft proprietäre Protokolle oder hängen an Zwischenschichten. Nicht jedes Zielsystem bringt jeden Treiber mit. | Anlagenliste aus der Instandhaltung mit der Verbindungsliste des Altsystems abgleichen. Je Maschine erfassen: Steuerungstyp, Protokoll, Datenrichtung, Zykluszeit, Zwischenschicht. Die Abweichung zwischen beiden Listen ist der Prüfauftrag. | SEHR HOCH |
| Schnittstellen zu ERP und Nachbarsystemen | Die SAPMEINT-Strecke ist meist dokumentiert, die Nebenwege dagegen selten: Etikettendruck, Waagen, Prüfmittel, Lagerverwaltung, Instandhaltung, Auswertung. Jede vergessene Verbindung ist ein Termin, der später kippt. | Netzwerkverkehr und Schnittstellenprotokolle über mindestens zwei Wochen mitschneiden und gegen die bekannte Liste halten. Je Verbindung Richtung, Frequenz, Volumen und fachlichen Zweck festhalten. Diese Liste wird zum verbindlichen Mengengerüst. | HOCH |
| Berechtigungskonzept | Wer darf sperren, freigeben, nacharbeiten, Buchungen korrigieren. In regulierten Branchen ist das Teil der Nachweispflicht. Ein Zielsystem mit anderem Rollenmodell erzwingt eine Neuzuordnung, die ohne Vorlage im Projekt untergeht. | Rollen und Benutzergruppen exportieren und je Rolle die kritischen Berechtigungen markieren. Mit Betriebsrat und Fachbereich klären, welche Trennung erhalten bleiben muss. Ergebnis ist eine Sollrollenliste für das Zielsystem. | HOCH |
| Historische Daten mit Aufbewahrungspflicht | In der Medizintechnik betrifft das den elektronischen Device History Record, in der Automobilzulieferung die Rückverfolgbarkeit von Bauteilen und Chargen. SAP weist im FAQ zu SAP Digital Manufacturing darauf hin, dass keine Selbstbedienungswerkzeuge zur Datenmigration zwischen Umgebungen bereitstehen. | Je Datenklasse Aufbewahrungsfrist, Rechtsgrundlage und geforderte Auskunftsform festhalten. Danach bewusst zwischen Migration, Archivierung und lesendem Zugriff auf das stillgelegte System entscheiden. Diese Entscheidung schriftlich freigeben lassen. | HOCH |
| Reports und Auswertungen | Kennzahlen, Schichtberichte und Kundenreports sind oft in SAP MII entstanden und werden täglich genutzt. Sie tauchen in keiner Funktionsliste auf, weil sie als selbstverständlich gelten. Fehlen sie nach dem Wechsel, entsteht binnen Tagen Widerstand in der Fertigung. | Alle regelmäßig erzeugten Berichte über 90 Tage protokollieren und nach Abrufhäufigkeit sortieren. Je Bericht Empfänger, Frequenz und Entscheidungszweck erfassen. Berichte ohne Empfänger streichen, das reduziert die Liste erfahrungsgemäß deutlich. | MITTEL |
| Schulungsstand der Anwender | Bedienoberflächen unterscheiden sich zwischen SAP ME und jedem Nachfolgesystem erheblich. Der Aufwand liegt nicht in der Schulung selbst, sondern in der Produktivitätsdelle während der Umstellung. Wird sie nicht eingeplant, wird sie als Systemfehler wahrgenommen. | Je Rolle und Schicht die Anzahl der Anwender erfassen und die heutige Einarbeitungszeit für Neueinsteiger abfragen. Schlüsselanwender je Werk benennen, bevor die Auswahl startet. Diese Personen führen später die Vorführungen mit. | MITTEL |
| Stammdatenhoheit und Feldzuordnungen | Welche Felder kommen aus dem ERP, welche werden im MES gepflegt, welche werden zurückgeschrieben. Genau hier steckt die über Jahre gewachsene Sonderlogik, die technisch als Integration erscheint, fachlich aber eine Entscheidungsregel ist. | Feldzuordnungen der SAPMEINT-Strecke exportieren und je Feld die Quelle, die Pflegehoheit und die Rückschreibregel dokumentieren. Sonderfälle je Werk gesondert markieren, sie sind der häufigste Grund für Abweichungen zwischen den Standorten. | HOCH |
Ergebnis der Inventur. Am Ende steht ein Dokument mit neun Listen, das jeder Anbieter zur Angebotserstellung erhält. Erst damit werden Angebote vergleichbar, und erst damit lässt sich beurteilen, ob eine Funktionslücke im Zielsystem relevant ist oder nur theoretisch. Der Aufwand liegt bei den meisten Installationen im Bereich weniger Wochen und amortisiert sich bereits in der ersten Verhandlungsrunde. Wie ein daraus abgeleitetes Anforderungsdokument aussieht, zeigt die Seite MES-Lastenheft erstellen. Für die technische Seite der Maschinenanbindung ist OPC UA für MES der passende Einstieg.
Sechs Schritte
von der Frist zur Entscheidung
Dieser Ablauf hält alle drei Wege so lange offen, bis eine begründete Entscheidung möglich ist. Die Dauerangaben sind Erfahrungswerte von Sectorlens aus MES-Auswahlprojekten seit 2022 und gelten für eine Installation mit einem bis fünf Werken. Bei größeren Landschaften verlängern sich vor allem Schritt zwei und Schritt fünf. Die Reihenfolge ist wichtiger als das Tempo: Wer die Inventur überspringt, bezahlt sie in Schritt fünf doppelt.
Vertragslage und Fristen schriftlich klären
Holen Sie die Wartungsfristen für Ihre konkrete Installation, Ihren Releasestand und Ihren Supportvertrag schriftlich von SAP ein. Öffentliche Angaben ersetzen keine Vertragsauskunft. Klären Sie zugleich, ob und zu welchen Konditionen eine verlängerte Wartung für Ihr System angeboten wird.
Dauer 1 bis 2 Wochen · Einkauf, IT-LeitungAltsystem vollständig inventarisieren
Erfassen Sie, was im Altsystem tatsächlich steckt: Eigenentwicklungen, Prozessdefinitionen, angebundene Maschinen und Protokolle, Schnittstellen, Berechtigungen, aufbewahrungspflichtige Daten, Reports und Schulungsstand. Ohne diese Inventur kalkulieren alle Anbieter gegen unterschiedliche Annahmen.
Dauer 3 bis 6 Wochen · IT, Produktion, InstandhaltungZielbild und Ausschlusskriterien festlegen
Definieren Sie das Zielbild und vor allem die Ausschlusskriterien. Cloud-Zwang, Datenresidenz, Offline-Fähigkeit und branchenspezifische Nachweispflichten entscheiden früh darüber, welche der drei Wege überhaupt offen bleiben.
Dauer 1 bis 2 Wochen · Werkleitung, IT-SicherheitDie drei Wege gegen dieselben Kriterien bewerten
Bewerten Sie Verbleib im Bestand, Wechsel auf SAP Digital Manufacturing und Wechsel auf ein Drittanbieter-MES gegen dieselben acht Kriterien: Zeitdruck, Investitionsschutz, Funktionsabdeckung, Integrationsaufwand, Betriebsmodell, Abhängigkeit, Kostenprofil und Risiko. Das Ergebnis ist eine begründete Vorauswahl, keine Vorfestlegung.
Dauer 2 bis 4 Wochen · ProjektteamAnbieterdialog gegen ein gemeinsames Mengengerüst führen
Führen Sie den Anbieterdialog gegen ein gemeinsames Mengengerüst aus der Inventur. Verlangen Sie Referenzmigrationen aus derselben Ausgangsversion und lassen Sie kritische Funktionen im Testsystem vorführen statt in Folien.
Dauer 4 bis 8 Wochen · Einkauf, FachbereichEntscheiden, verhandeln und Migrationsplan verabschieden
Treffen Sie die Entscheidung, verhandeln Sie den Vertrag mit einer belegbaren Alternative im Rücken und verabschieden Sie einen werksweisen Migrationsplan mit definierter Rückfallebene je Schritt.
Dauer 2 bis 4 Wochen · Geschäftsführung, EinkaufGesamtdauer bis zur Entscheidung. In Summe liegen die sechs Schritte bei etwa 13 bis 26 Wochen, wobei sich Schritt eins und zwei überlappen lassen. Die eigentliche Umsetzung kommt danach und läuft in der Regel werksweise. Wer heute beginnt, hat den Entscheidungsprozess also im laufenden Geschäftsjahr abgeschlossen und geht mit einer belegbaren Alternative in die Verhandlung. Das methodische Vorgehen für die Auswahl selbst steht unter MES auswählen, die Phasen der anschließenden Umsetzung unter MES einführen.
SAP MII ist kein kleines SAP ME.
Die Nachfolgefrage ist eine andere
SAP ME und SAP MII laufen zum selben Termin aus, aber sie wurden für unterschiedliche Aufgaben eingesetzt. SAP Manufacturing Integration and Intelligence (SAP MII) steht in vielen DACH-Landschaften gar nicht als Fertigungssteuerung im Einsatz, sondern als Integrations- und Auswertungsschicht: Dashboards, Schichtberichte, Kennzahlen, Abfragen gegen Historiendatenbanken und über Jahre gewachsene Transaktionslogik. Wer so aufgestellt ist, braucht in der Nachfolge nicht zwingend ein Manufacturing Execution System. Die im SAP Help Portal geführte Version ist 15.5 SP02, der Dokumentationsstand datiert auf April 2025 (help.sap.com, abgerufen am 23. August 2026).
| Wofür SAP MII bei Ihnen tatsächlich im Einsatz ist | Was SAP in der Nachfolgelinie dafür dokumentiert | Was das praktisch bedeutet |
|---|---|---|
| Dashboards und Schichtberichte Self-Service Composition Environment, Display Templates |
SAP Digital Manufacturing for insights: Operational Analytics mit vorgefertigten Reporting-Apps und einer Self-Service-Umgebung zum Bau von Kennzahlen und Dashboards auf Basis von eingebettetem SAP Analytics Cloud (Feature Scope Description 2608). | Neubau, kein Import. Priorisieren Sie die Berichte nach Abrufhäufigkeit über 90 Tage und bauen Sie nur die, die tatsächlich Empfänger und Entscheidungszweck haben. |
| Kennzahlen und KPI-Bibliothek MDO und KPI in der SSCE |
Manufacturing Data Layer mit Manufacturing Data Objects, die Stamm- und Bewegungsdaten für Auswertungszwecke harmonisieren, plus lesender API-Zugriff auf diese Objekte (Feature Scope Description 2608). | Der Begriff Manufacturing Data Object bleibt, das Datenmodell dahinter ist ein anderes. Verankern Sie Ihre Kennzahlendefinitionen vorher schriftlich, sinnvollerweise an ISO 22400 orientiert, sonst verschieben sich Werte unbemerkt. |
| Anbindung an Maschinen, Historian und OPC-Server Query Templates, Plant Information Catalog, SAP Plant Connectivity |
Production Connector mit Shopfloor-Dienstanbietern wie OPC-UA-Servern, Veröffentlichung an Message Broker über MQTT, Indicator and Message Subscription Management sowie Data Engineering zur Replikation von Daten aus On-Premise-Systemen in die Cloud. SAP Plant Connectivity wird im SAP Help Portal weiterhin in Version 15.5 SP05 geführt (Dokumentstand November 2024). | Die Konnektivität bleibt erhalten, das Modell wechselt jedoch von der Abfrage zur Ereignis- und Abonnementlogik. OPC UA ist dabei die tragende Norm, international IEC 62541. |
| Transaktions- und Ablauflogik Business Logic Services, MII-Transaktionen |
Production Process Designer mit Skript-Tasks in JavaScript, Bedingungs- und Warteelementen, Business Rule Management mit Auslösern vor und nach Geschäftsdiensten, Timer Management und Service Registry (Feature Scope Description 2608). | Fachlich nachzubauen, nicht zu transportieren. Jede bestehende Transaktion braucht vorher eine dokumentierte fachliche Regel, sonst wird technischer Code eins zu eins nachgeschrieben, den niemand mehr braucht. |
| Integration zwischen ERP und Shopfloor | Out-of-the-box ERP Integration zu SAP S/4HANA und SAP ERP über eine Instanz von SAP Cloud Integration, mit dokumentierten Ein- und Ausgangsobjekten von Stammdaten bis Rückmeldungen (Feature Scope Description 2608). | Der Integrationspfad verschiebt sich von einer selbst betriebenen Schicht in einen Cloud-Dienst. Damit ändern sich Betriebsverantwortung, Monitoring und Fehlerbehandlung, nicht nur die Technik. |
| Anlageneffektivität SAP Overall Equipment Effectiveness |
Das SAP Help Portal führt die Anwendungshilfe für SAP Overall Equipment Effectiveness unter dem Produktbereich SAP MII. In der Feature Scope Description von SAP Digital Manufacturing 2608 ist OEE ein eigener Feature-Eintrag mit Ausfallgründen und Verlustarten. | Der Funktionsblock ist vorhanden. Zu prüfen ist, ob die heutige Verlustartensystematik und die Zuordnung der Stillstandsgründe übernommen werden können, ohne dass Zeitreihen brechen. |
| Statistische Prozesslenkung i5SPC in der SSCE |
Kein eigener Eintrag Für statistische Prozesslenkung enthält die Feature Scope Description 2608 keinen eigenen Feature-Eintrag. Dokumentiert sind Quality Inspections mit Prüfergebniserfassung und Grenzwertprüfung gegen das integrierte ERP. |
Klären Sie, wo Regelkarten und Prozessfähigkeitskennzahlen künftig entstehen. In vielen Fällen ist das eine CAQ-Frage und keine MES-Frage. |
| Prozessbilder und Anlagenübersichten Display Templates, Visual Enterprise Integration |
Kein eigener Eintrag Ein direktes Gegenstück für frei gestaltete Prozessbilder führt die Feature Scope Description 2608 nicht. Für die Fertigungsoberfläche ist der POD Designer dokumentiert, für Arbeitsanweisungen die Unterstützung von 3D-Modellen. |
Wenn Ihre Anlagenfahrer heute Prozessbilder aus MII nutzen, ist das eine eigene Anforderung. Prüfen Sie, ob sie in die Visualisierungsebene gehört und damit eher in Richtung SCADA. |
SAP MII zusammen mit SAP ME
Der Regelfall in klassischen SAP-MES-Landschaften. Beide Produkte laufen zum selben Termin aus, die Entscheidung wird gemeinsam getroffen. Der Fallstrick liegt darin, dass die MII-Anteile in der Aufwandsschätzung untergehen, weil sie in keiner Lizenzliste als eigener Posten auftauchen.
- Inventur getrennt nach ME-Anteil und MII-Anteil führen
- Berichte und Transaktionen als eigene Positionen im Mengengerüst
- Sonst kalkulieren Anbieter nur die Fertigungssteuerung
SAP MII ohne SAP ME, als Integrations- und Reportinglayer
Hier lautet die Frage nicht, welches MES es wird, sondern welche Integrations- und Auswertungsschicht MII ablöst. Von SAP dokumentiert sind dafür SAP Cloud Integration für die Integration, SAP Digital Manufacturing for insights für die Auswertung und SAP Plant Connectivity für die Maschinenanbindung. Im Drittanbietermarkt stehen Integrationsplattformen von MES-Herstellern und OPC-UA-basierte Konnektivitätsschichten daneben.
- Ein volles MES-Auswahlverfahren wäre hier überdimensioniert
- Entscheidend sind Datenquellen, Frequenzen und Auswertungszwecke
- Der Aufwand liegt in der Logik, nicht in der Oberfläche
SAP MII vor allem als OEE- und Kennzahlenplattform
Wenn MII im Wesentlichen Anlageneffektivität und Schichtkennzahlen liefert, ist die Nachfolge zuerst eine Definitionsfrage und erst danach eine Systemfrage. Schreiben Sie Verlustarten, Zeitmodell und Bezugsgrößen fest, bevor Sie ein Werkzeug auswählen, sonst vergleichen Sie später Zahlen, die nicht vergleichbar sind.
- Kennzahlendefinition vor Werkzeugauswahl
- Zeitreihenbruch beim Wechsel bewusst einplanen und dokumentieren
- Orientierung an ISO 22400 macht den Vergleich später belastbar
Wann diese Seite Ihnen nicht weiterhilft. Wenn Sie SAP MII ausschließlich als Reporting- und Integrationsschicht betreiben und in der Fertigung keine Auftragssteuerung, keine Nichtkonformitätserfassung und keine Werkerführung darauf laufen, dann brauchen Sie kein MES und auch kein MES-Auswahlverfahren. In diesem Fall ist ein strukturiertes Auswahlprojekt mit Lastenheft und Anbieterdialog Aufwand ohne Gegenwert. Die richtige Reihenfolge lautet dann: Datenquellen und Auswertungszwecke inventarisieren, Integrationsschicht und Analyseschicht getrennt entscheiden, und erst dann prüfen, ob überhaupt ein Fertigungssystem hinzukommt. Einordnung der Ebenen liefert die Systemlandschaft MES, ERP, SCADA und MOM, die technische Seite der Maschinenanbindung OPC UA für MES, und die Frage, was ein MES überhaupt leisten soll, beantwortet Was ist ein MES. Für die reine Datenerfassungsebene ist MDE und BDE der passende Einstieg.
Ohne belastbare Alternative
verhandeln Sie nicht
Wer mit genau einem Anbieter spricht, verhandelt über Konditionen, nicht über Optionen. Das gilt für SAP und für jeden Drittanbieter gleichermaßen. Der Satz ist bekannt, nur bleibt meist offen, was eine belastbare Alternative konkret ist und wie man sie herstellt. Die folgenden sechs Merkmale sind das Prüfraster, das Sectorlens in MES-Auswahlprojekten seit 2022 verwendet. Wenn eines fehlt, ist die Alternative eine Behauptung und in der Verhandlung wirkungslos.
Gegen dasselbe Mengengerüst kalkuliert
Die Alternative hat exakt die Liste bekommen, die auch SAP bekommen hat: Eigenentwicklungen, Schnittstellen, angebundene Maschinen mit Protokollen, Berichte, Rollen und aufbewahrungspflichtige Datenklassen.
Ohne identisches Mengengerüst vergleichen Sie zwei verschiedene Projekte und merken es erst, wenn der erste Nachtrag kommt.
Voraussetzung: abgeschlossene InventurSchriftliches Angebot mit benannten Annahmen
Kein Richtpreis und kein Budgetrahmen, sondern ein Angebot mit Positionen, einem Festpreisanteil und ausdrücklich benannten Annahmen.
Dazu gehört die Aussage, was passiert, wenn eine Annahme nicht zutrifft. Genau dort entsteht später der Streit, und genau dort ist er vorher billig zu klären.
Prüfpunkt: Annahmen im AngebotKritische Funktionen im Testsystem vorgeführt
Die fünf bis zehn Funktionen, an denen Ihr Betrieb hängt, sind im System gezeigt worden, mit Ihren Stammdaten und Ihren Sonderfällen, nicht in Folien.
Wer eine Vorführung im Testsystem verweigert oder auf einen späteren Projektschritt verschiebt, hat die Funktion in der geforderten Ausprägung nicht.
Aufwand: ein halber Tag je AnbieterReferenz mit vergleichbarer Ausgangslage
Gleiche Branche, ähnliche Werksanzahl, Ablösung aus einer vergleichbaren Ausgangsversion. Eine Referenz aus einer Neueinführung sagt über eine Ablösung wenig aus.
Das Referenzgespräch wird ohne Beisein des Vertriebs geführt. Fragen Sie dort nach dem, was nicht im Projektplan stand.
Aufwand: eine Stunde je ReferenzIntern freigegeben und tatsächlich tragfähig
Die Geschäftsführung würde diesen Weg wirklich gehen, wenn die Verhandlung scheitert. Das ist die härteste der sechs Prüfungen und die, die am häufigsten übersprungen wird.
Eine Alternative, die intern niemand will, ist kein Druckmittel. Sie wird im Gespräch innerhalb weniger Minuten als Bluff erkannt.
Prüfpunkt: Beschluss statt AbsichtserklärungWas keine belastbare Alternative ist
Ein Richtpreis von einer Herstellerseite. Ein Anbietergespräch ohne Mengengerüst. Eine Shortlist ohne Angebot. Der Halbsatz, man könne theoretisch auch etwas anderes machen.
Und die wirksamste Selbsttäuschung: ein Angebot, das nur eingeholt wurde, um es zu haben, und dessen Anbieter genau das gemerkt hat.
Wirkung in der Verhandlung: keineSieben Gegenstände, über die tatsächlich verhandelt wird. Der Lizenz- oder Subskriptionspreis ist der sichtbarste, aber selten der teuerste Punkt. Die folgenden sieben Positionen entscheiden über die Gesamtkosten der nächsten fünf bis acht Jahre. Verhandeln Sie sie einzeln und lassen Sie jede einzeln im Vertrag verankern.
Anrechnung bestehender Lizenzinvestitionen
Lassen Sie sich das Anrechnungsmodell rechnerisch am eigenen Bestand vorführen, nicht als Prinzip erklären. Eine belastbare Antwort enthält Zahlen, Laufzeiten und die Bedingungen, unter denen die Anrechnung entfällt.
Größter finanzieller HebelLaufzeit und Preisanpassung
Bei Subskriptionsmodellen entscheidet nicht der Einstiegspreis, sondern die Anpassungsklausel. Obergrenze je Verlängerung, Bezugsgröße der Anpassung und Kündigungsrechte gehören ausformuliert in den Vertrag.
Wirkt ab dem dritten JahrMigrationsleistungen mit Festpreisanteil
Was auf Basis Ihres Mengengerüsts kalkuliert wurde, kann auch mit einem Festpreisanteil angeboten werden. Was ausschließlich nach Aufwand angeboten wird, wurde nicht kalkuliert, sondern geschätzt.
Testet die Qualität der KalkulationExit und Datenexport
Regeln Sie vor Vertragsschluss, in welchem Format, in welcher Frist und zu welchem Preis Sie Ihre Produktionsdaten zurückbekommen. Nach Vertragsschluss ist das keine Vereinbarung mehr, sondern eine Bitte.
Besonders relevant bei SaaSNachziehfrist bei Releasewechseln
Eine Frist in Monaten nach Freigabe eines SAP-Releases, innerhalb derer die Schnittstelle angepasst ist, verankert im Wartungsvertrag. Ohne diese Frist wird jede Anpassung zum kostenpflichtigen Änderungsantrag.
Gilt für jeden DrittanbieterWartungsfenster und Verfügbarkeit
Im Cloud-Betrieb bestimmen Sie Upgradetermine nicht mehr allein. Verhandeln Sie Ankündigungsfristen, Zeitfenster außerhalb Ihrer Schichten und eine Regelung für Produktionsspitzen und Jahresabschluss.
Wird regelmäßig vergessenDer Zeitpunkt der Verhandlung selbst
Der Termin wird angesetzt, wenn beide Angebote vorliegen, nicht vorher. Ein Verhandlungstermin ohne vorliegende Alternative ist ein Informationsgespräch, in dem Sie die schwächere Seite sind und es auch bleiben.
Kostet nichts, wirkt am stärkstenUnd wann sich diese Position nicht lohnt. Eine belastbare Alternative herzustellen kostet Zeit: die Inventur des Altsystems, ein Anforderungsdokument, mindestens zwei Anbieterdialoge und die interne Abstimmung. Aus der Sectorlens-Projekterfahrung seit 2022 liegt das im Bereich weniger Wochen interner Arbeit, verteilt über mehrere Monate. Dieser Aufwand rechnet sich über das Verhandlungsvolumen. Bei einer kleinen Einzelinstallation mit wenigen Anwendern, ohne nennenswerte Eigenentwicklung und mit ohnehin anstehender S/4HANA-Umstellung kann es wirtschaftlicher sein, den von SAP dokumentierten Pfad zu gehen und die Verhandlungsenergie in die Migrationsleistungen zu stecken statt in die Systemauswahl. Diese Ehrlichkeit gehört dazu: Nicht jede Ausgangslage rechtfertigt ein vollständiges Auswahlverfahren. Kostenstrukturen und Bandbreiten stehen unter MES-Kosten und TCO, das Anforderungsdokument unter MES-Lastenheft erstellen, das methodische Vorgehen unter MES auswählen und unsere eigenen Konditionen unter Preise und Modelle.
Sechs Fragen an SAP,
sechs an jeden Drittanbieter
Diese zwölf Fragen ersetzen den größten Teil dessen, was sonst in Bewertungsmatrizen an Vermutungen landet. Stellen Sie sie schriftlich und verlangen Sie schriftliche Antworten. Die Begründung unter jeder Frage sagt, worauf eine gute Antwort hindeutet und woran Sie eine ausweichende erkennen. Nehmen Sie die Liste unverändert in die Einladung zum Anbietergespräch auf.
An SAP: Welche Wartungsfristen gelten verbindlich für unsere Installation, schriftlich?
Öffentlich dokumentiert ist das Ende der Wartung für SAP ME 15.5 und SAP MII 15.5 zum Ende des Jahres 2030. Ihre Installation hat aber einen konkreten Releasestand, einen konkreten Supportvertrag und gegebenenfalls Sondervereinbarungen. Eine gute Antwort nennt Datum, Vertragsbezug und den Umgang mit dem Zeitraum danach. Eine ausweichende Antwort verweist nur auf die allgemeine Maintenance-Strategie.
An SAP: Wird eine verlängerte oder kundenspezifische Wartung angeboten, und zu welchem Aufschlag?
Für die Kernanwendungen der SAP Business Suite 7 nennt SAP eine optionale Extended Maintenance von Anfang 2028 bis Ende 2030 mit zwei Prozentpunkten Aufschlag auf die Wartungsbasis. Ob das identisch für SAP ME und SAP MII gilt, ist öffentlich nicht dokumentiert. Diese Zahl entscheidet darüber, wie teuer der Weg im Bestand bleiben tatsächlich ist.
An SAP: Welche der von uns heute genutzten Funktionen sind in SAP Digital Manufacturing abgedeckt, welche nicht?
Fragen Sie nicht nach dem Funktionsumfang des Zielsystems, sondern nach der Abdeckung Ihrer konkreten Liste aus der Inventur. Eine gute Antwort ist eine zeilenweise Zuordnung mit drei möglichen Werten: im Standard abgedeckt, über Konfiguration abbildbar, nicht abgedeckt. Alles andere ist ein Verkaufsgespräch.
An SAP: Welche Migrationswerkzeuge gibt es, und was genau leisten sie?
Das Customer Evolution Kit ist laut sap.com eine kostenfreie Vorstudie mit Überblickssitzung, Discovery-Sitzung, Analyse und Point-of-View-Dokument. Es liefert ein Zielbild und einen möglichen Transitionsplan, keine automatisierte Datenübernahme. Klären Sie, welche Werkzeuge für Stammdaten, Prozessdefinitionen und Bewegungsdaten tatsächlich existieren und wer sie bedient.
An SAP: Wie werden bestehende Lizenzinvestitionen angerechnet?
Das ist die Frage mit dem größten finanziellen Hebel und zugleich die, die am seltensten gestellt wird. Lassen Sie sich das Anrechnungsmodell rechnerisch am eigenen Bestand vorführen, nicht als Prinzip erklären. Eine belastbare Antwort enthält Zahlen, Laufzeiten und die Bedingungen, unter denen die Anrechnung entfällt.
An SAP: Welches Betriebsmodell und welche Datenresidenz sind für uns möglich?
SAP Digital Manufacturing wird auf der SAP Business Technology Platform als Software as a Service bereitgestellt. SAP benennt selbst, dass eine Cloud-Bereitstellung wegen regulatorischer Einschränkungen nicht immer infrage kommt. Klären Sie Rechenzentrumsstandort, Wartungsfenster, Upgradezyklen und was bei einer Trennung der Cloud-Verbindung in der Fertigung passiert.
An SAP: Gibt es Referenzmigrationen aus unserer Ausgangsversion?
Eine Referenz aus SAP ME 15.1 mit zwei Werken hilft wenig, wenn Sie aus 15.5 mit sieben Werken und starker Eigenentwicklung kommen. Fragen Sie nach Ausgangsversion, Werksanzahl, Anzahl angebundener Maschinen und Projektdauer. Bitten Sie um ein Referenzgespräch ohne Beisein des Vertriebs.
An Drittanbieter: Welche SAP-Integration ist zertifiziert, und womit weisen Sie das nach?
Mehrere Hersteller weisen auf ihren eigenen Seiten zertifizierte Schnittstellen aus, etwa die FASTEC GmbH mit dem ABAP Add-On for SAP S/4HANA oder die top flow GmbH mit top MES 1.6 for S/4HANA. Verlangen Sie den Nachweis mit Zertifizierungsdatum und dem S/4HANA-Release, gegen das zertifiziert wurde. Eine Zertifizierung ohne Releasebezug ist wenig wert.
An Drittanbieter: Welche der heute genutzten Funktionen decken Sie im Standard ab?
Geben Sie dieselbe Funktionsliste aus der Inventur heraus, die Sie auch SAP geben. Nur so werden die Antworten vergleichbar. Eine gute Antwort markiert Lücken offen und schlägt einen Umgang damit vor. Ein Anbieter, der alle Zeilen mit Ja beantwortet, hat die Liste nicht gelesen.
An Drittanbieter: Welche Erfahrung haben Sie mit Migrationen aus SAP ME oder SAP MII?
Die Ablösung eines SAP-MES unterscheidet sich von einer Neueinführung, weil Feldzuordnungen, Berechtigungen und die ERP-Strecke bereits definiert sind. Die FORCAM ENISCO GmbH etwa führt auf der eigenen Website ein Dokument zum Weg von SAP ME und MII zu SAP Digital Manufacturing. Fragen Sie nach Projektanzahl, Ausgangsversion und der Rolle, die der Anbieter dabei hatte.
An Drittanbieter: Welche Betriebsmodelle bieten Sie, und was ändert sich beim Wechsel zwischen ihnen?
On Premise, private Cloud und SaaS unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern in Verantwortlichkeiten, Wartungsfenstern und Datenhoheit. Klären Sie, ob ein späterer Wechsel des Betriebsmodells möglich ist und was er kostet. Wenn On Premise für Sie zwingend ist, lassen Sie sich die Langfristzusage schriftlich geben.
An Drittanbieter: Wer pflegt die SAP-Schnittstelle bei künftigen Releasewechseln, und in welcher Frist?
SAP veröffentlicht regelmäßig neue S/4HANA-Releases. Ohne vertragliche Regelung wird jede Anpassung der Schnittstelle zum Änderungsantrag. Eine gute Antwort nennt eine Frist in Monaten nach Freigabe eines SAP-Releases und verankert sie im Wartungsvertrag. Fragen Sie zusätzlich nach Referenzen mit vergleichbarer Ausgangslage, also gleicher Branche, gleicher Fertigungsart und ähnlicher Werksanzahl.
Wie Sie die Antworten auswerten. Legen Sie die Antworten aller Gesprächspartner nebeneinander und markieren Sie jede Stelle, an der eine Frage nicht beantwortet, sondern umformuliert wurde. Diese Stellen sind die eigentlichen Risiken im Projekt, nicht die offen benannten Lücken. Eine offen benannte Lücke lässt sich einplanen, eine umgangene Frage nicht. Weitere Auswahlkriterien und Bewertungsraster finden Sie im MES-Anbietervergleich DACH.
Anbieter mit dokumentierter
SAP-Integration
Die Tabelle listet Anbieter, die auf ihren eigenen Herstellerseiten eine SAP-Integration oder eine ERP-Integrationsschicht dokumentieren. Die Spalte zur SAP-Integration enthält ausschließlich Angaben von den jeweiligen Herstellerseiten, abgerufen am 23. August 2026. Die Spalte zur Passung ist eine Einordnung von Sectorlens nach öffentlich dokumentiertem Funktionsumfang und beschreibt, für welche Ausgangslage ein System nach den verfügbaren Informationen näher am Anwendungsfall liegt. Sie enthält keine Aussage über Qualität oder Zufriedenheit. Die Liste ist kein Ranking und nicht vollständig.
| Anbieter und Sitz | Dokumentierte SAP-Integration (Herstellerangabe) | Passung nach dokumentiertem Funktionsumfang | Prüffrage im Gespräch |
|---|---|---|---|
| SAP SE Walldorf, gegr. 1972 |
SAP Digital Manufacturing, cloudbasiertes MES auf der SAP Business Technology Platform, Bereitstellung als Software as a Service. Laut SAP mit Out-of-the-Box-Integration zu SAP ERP, SAP S/4HANA, SAP EWM und SAP Business Network Asset Collaboration. Übergang von SAP ME und SAP MII über das kostenfreie Customer Evolution Kit. Releasestand im SAP Help Portal im August 2026: 2608, Feature Scope Description vom 16. August 2026. | Der dokumentierte Pfad für Häuser, die im SAP-Ökosystem bleiben wollen und für die ein Cloud-Betriebsmodell zulässig ist. SAP benennt selbst regulatorische Einschränkungen als möglichen Ausschlussgrund und nennt Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung als Beispiel. Für zwingendes On Premise liegen Anbieter mit entsprechendem Betriebsmodell näher am Anwendungsfall, innerhalb des SAP-Portfolios zusätzlich S/4HANA Production Engineering and Operations. | Welche unserer heute genutzten Funktionen sind im Standard abgedeckt, welche nur über Konfiguration, welche gar nicht? |
| MPDV Mikrolab GmbH Mosbach |
Eigenfinanziertes Familienunternehmen mit 530 Mitarbeitenden, über 45 Jahren Projekterfahrung, 2.430 Installationen weltweit und 135.000 Maschinenanbindungen. Produkte: HYDRA X als MES, FEDRA als APS und die Manufacturing Integration Platform (MIP). Der MIP Marketplace führt eine eigene mApp für eine SAP-Schnittstelle. Zertifiziert nach ISO 9001 und ISO 27001. | Nach dokumentierter Branchenliste breit aufgestellt, unter anderem Anlagen- und Maschinenbau, Automobilzulieferer, Elektrotechnik, Kunststoff, Medizintechnik und Metallverarbeitung. Für Häuser, die nach dem Auslaufen von SAP ME bewusst aus dem SAP-Portfolio heraus wollen und On Premise oder Cloud frei wählen möchten, liegt das im Rahmen des dokumentierten Angebots. | Welche Feldzuordnungen unserer heutigen SAPMEINT-Strecke bilden Sie im Standard ab, und was wird zum Änderungsantrag? |
| FORCAM ENISCO GmbH Böblingen, gegr. 2001 |
Gegründet 2001, rund 150 Mitarbeitende, sieben Standorte, etwa 350 installierte Systeme und über 100.000 vernetzte Maschinen. Auf der Herstellerseite dokumentiert: die Shopfloor-App Integrate4SAP zur synchronen Verwaltung von Produktionsdaten in SAP, Standard Work Packages für MDE und BDE in SAP Digital Manufacturing sowie ein Dokument zum Weg von SAP ME und MII zu SAP Digital Manufacturing. Daneben eigene On-Premise-MES-Linien. | Deckt beide Richtungen ab: Begleitung in Richtung SAP Digital Manufacturing und eigenes MES als Alternative. Das ist für Häuser interessant, die beide Wege ernsthaft prüfen wollen, ohne zwei getrennte Gesprächsstränge zu führen. Für Häuser mit striktem Fokus auf ein reines Nicht-SAP-Zielbild sind Anbieter ohne SAP-Beratungsanteil näher am Anwendungsfall. | Auf den Herstellerseiten ist keine ISO-Zertifizierung ausgewiesen. Welche Zertifizierungen liegen vor, und mit welchem Geltungsbereich? |
| Siemens Digital Industries Software Geschäftseinheit der Siemens AG, München |
Opcenter ist laut Hersteller ein Portfolio für Manufacturing Operations Management. Die Familie Opcenter Execution umfasst branchenspezifische Ausführungslinien: Discrete für Werkstattfertigung und komplexe Montage, Process, Electronics für Leiterplatten- und Baugruppenfertigung, Medical Device and Diagnostics mit elektronischem Device History Record, Pharma mit elektronischer Chargendokumentation und Semiconductor. Für die Kopplung an Geschäftssysteme dokumentiert Siemens die Familie Opcenter Connect, laut Hersteller zur Integration von Opcenter-Systemen mit ERP-Systemen, Cloud-Intelligence-Systemen und Shopfloor-Geräten. Quelle: plm.sw.siemens.com, abgerufen am 23. August 2026. | Für SAP-ME-Installationen, deren Nachweispflicht am elektronischen Device History Record oder an der Elektronikfertigung hängt, liegt eine branchenspezifische Ausführungslinie nah am Anwendungsfall, weil der Nachweisteil im Produkt steckt und nicht im Projekt. Für Häuser, die eine möglichst SAP-nahe Landschaft mit minimaler Zahl an Herstellern anstreben, liegen SAP-Add-ons näher am Anwendungsfall. | Auf den von uns geprüften Herstellerseiten ist keine SAP-Zertifizierung ausgewiesen. Welche SAP-Integration ist für die von uns benötigte Opcenter-Linie dokumentiert, gegen welches S/4HANA-Release, und wer pflegt sie bei Releasewechseln? |
| FASTEC GmbH Paderborn, gegr. 1995 |
Laut Herstellerseite seit 1995 am Markt, über 80 Mitarbeitende, mehr als 400 Kunden weltweit und über 10.000 angebundene Produktionsanlagen. Amtsgericht Paderborn HRB 2644. Führt laut eigener Mitteilung eine neu konzipierte und zertifizierte SAP-Schnittstelle unter dem Namen ABAP Add-On for SAP S/4HANA und ist dafür SAP-Silver-Partner. Erklärtes Entwicklungsziel laut Hersteller: keine ABAP-Programmierung in Kundenprojekten. Produkte laut Herstellerseite: smartOEE, MES FASTEC 4 PRO und pvaPRO. | Der dokumentierte Schwerpunkt liegt auf Linienfertigung sowie den Branchen Lebensmittel, Pharma und Kosmetik, Kunststoffverarbeitung und Metallverarbeitung. Für Häuser mit komplexer Montage in Einzel- oder Kleinserienfertigung und ausgeprägter Seriennummernverfolgung sind Anbieter mit entsprechendem Branchenfokus näher am Anwendungsfall. | Gegen welches S/4HANA-Release ist das ABAP Add-On zertifiziert, und in welcher Frist folgt die Anpassung an neue Releases? |
| top flow GmbH Bad Saulgau |
SAP-Add-on-Haus mit Sitz Hauptstraße 100, 88348 Bad Saulgau, Registergericht Ulm HRB 560690. Produktlinien laut Herstellerseite: top MES, top xRM, top se16XXL und top VC. top MES ist laut Hersteller in ABAP entwickelt und greift direkt auf Funktionen und Daten der SAP-Umgebung zu. Die Version top MES 1.6 for S/4HANA ist laut Hersteller für SAP S/4HANA 2023 zertifiziert und zusätzlich als Compatible with SAP S/4HANA Cloud, private edition ausgewiesen (Herstellermitteilung vom 28. November 2023). | Für Häuser, die im SAP-Stack bleiben, aber kein zusätzliches Fremdsystem betreiben wollen, ist ein SAP-Add-on nach dokumentierter Bauweise nah am Anwendungsfall. Für Häuser mit hoher Anzahl heterogener Maschinenprotokolle und starkem Bedarf an fertigungsnaher Datenerfassung sind spezialisierte MES-Anbieter mit eigener Konnektivitätsschicht näher am Anwendungsfall. | Wie verhält sich das Add-on bei einem S/4HANA-Releasewechsel, und wer trägt den Aufwand für die Nachzertifizierung? |
| GFOS mbH Essen, gegr. 1988 |
Gesellschaft für Organisationsberatung und Softwareentwicklung mbH, Am Lichtbogen 9, 45141 Essen, Amtsgericht Essen HRB 7600, laut eigener Unternehmenshistorie 1988 gegründet. Bezeichnet sich auf der eigenen Seite als Hersteller SAP-zertifizierter Schnittstellen und weist mit GFOS 4.8 eine der ersten für SAP S/4HANA zertifizierten Workforce-Management- und MES-Lösungen aus. Die Schnittstellen HR-PDC und PP-PDC sollen laut Hersteller Installation und Betrieb unter SAP S/4HANA auch in der Cloud absichern; Stamm- und Bewegungsdaten werden bidirektional ausgetauscht. GFOS.Smart Manufacturing arbeitet dabei als Subsystem. | Der dokumentierte Schwerpunkt verbindet Workforce Management und fertigungsnahe Datenerfassung. Für Häuser, bei denen Personaleinsatz, Zeitwirtschaft und Betriebsdatenerfassung eng zusammengehören, liegt das nah am Anwendungsfall. Für Häuser mit Schwerpunkt auf Prozessführung, Rezeptursteuerung oder Master Batch Record sind Anbieter mit entsprechendem Branchenfokus näher am Anwendungsfall. | Welche Teile unserer heutigen SAP-ME-Funktionen deckt GFOS ab, und wo endet der Umfang eines PDC-Subsystems? |
Neutralitätshinweis. Herstellerangaben, Stand August 2026. Die Einordnung nach Passung ist eine Bewertung von Sectorlens aus eigener Projekterfahrung seit 2022. Sectorlens erhält keine Provision von MES-Anbietern. Ausführliche Profile finden Sie unter MPDV HYDRA X im Profil, FORCAM ENISCO im Profil und Siemens Opcenter im Profil. Wenn Sie gezielt nach Alternativen zu einem bestimmten Anbieter suchen, helfen MPDV Alternative und FORCAM Alternative weiter. Einen breiteren Marktüberblick bietet der MES-Anbietervergleich DACH 2026 und 2027. Für kleinere Fertigungsbetriebe ist MES für den Mittelstand der passende Einstieg, für regulierte Fertigung MES für Pharma und Medizintechnik sowie MES für Automotive.
Wenn das auf Sie zutrifft,
dann engt sich der Weg ein
Die drei Grundrichtungen stehen selten wirklich gleichberechtigt nebeneinander. Meist gibt es zwei oder drei Merkmale der eigenen Ausgangslage, die eine Richtung faktisch ausschließen, lange bevor der erste Anbieter kontaktiert wird. Die folgenden sechs Wenn-dann-Fälle sind die Ausschlussregeln, die in unseren Auswahlprojekten seit 2022 am häufigsten greifen. Gehen Sie sie einmal durch und notieren Sie je Fall, ob er auf Sie zutrifft. Was danach übrig bleibt, ist Ihr tatsächlicher Entscheidungsraum. Die Einordnung ist eine Bewertung von Sectorlens, die zugrunde liegenden Produktangaben stammen aus den in den Karten genannten SAP-Quellen.
Wenn Cloud-Betrieb bei Ihnen ausgeschlossen ist
Dann fällt SAP Digital Manufacturing als reiner Cloud-Dienst aus der Auswahl. SAP benennt in der Enterprise Architecture Knowledge Base selbst, dass eine Cloud-Bereitstellung wegen regulatorischer Einschränkungen nicht in jedem Fall infrage kommt, und nennt Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung als Beispiel (community.sap.com, 2024).
Offen bleiben: Verbleib im Bestand bis zum Wartungsende, SAP S/4HANA Production Engineering and Operations, das dem Betriebsmodell des S/4HANA folgt, und Drittanbieter mit dokumentierter On-Premise-Linie.
- Auflage schriftlich vorlegen lassen, nicht mündlich abfragen
- Prüfen, ob SAP Digital Manufacturing for edge computing die Auflage erfüllt
- Bewertung erst danach starten, sonst ist die halbe Arbeit vergeblich
Wenn SAP MII ohne SAP ME bei Ihnen läuft
Dann ist die Nachfolge keine MES-Frage. Wenn auf SAP MII keine Auftragssteuerung, keine Nichtkonformitätserfassung und keine Werkerführung läuft, sondern Dashboards, Kennzahlen und Anbindungen, brauchen Sie eine Integrations- und Auswertungsschicht und kein Fertigungssystem.
Von SAP dokumentiert sind dafür SAP Cloud Integration für die Integration, SAP Digital Manufacturing for insights für die Auswertung und SAP Plant Connectivity für die Maschinenanbindung.
- Datenquellen, Frequenzen und Auswertungszwecke inventarisieren
- Integrationsschicht und Analyseschicht getrennt entscheiden
- Ein volles MES-Auswahlverfahren wäre hier Aufwand ohne Gegenwert
Wenn die Fertigung bei Verbindungsverlust nicht stehen darf
Dann ist Offline-Fähigkeit ein Ausschlusskriterium und kein Komfortmerkmal. Für diesen Fall dokumentiert SAP in der Feature Scope Description 2608 SAP Digital Manufacturing for edge computing, mit dem sich ein definierter Funktionsumfang näher an der Produktion betreiben lässt und bei zeitweise unterbrochener Cloud-Verbindung weitergearbeitet werden kann.
Wichtig ist das Wort definiert: Es handelt sich nicht um den vollen Funktionsumfang der Cloud. Welche Ihrer Abläufe im Edge-Umfang liegen, ist zeilenweise zu klären.
- Liste der Abläufe erstellen, die auch offline laufen müssen
- Diese Liste gegen den Edge-Funktionsumfang abgleichen lassen
- Bei Drittanbietern dieselbe Liste als Prüfauftrag verwenden
Wenn Sie mehr als fünf Werke oder starke Eigenentwicklung haben
Dann ist der Puffer bis zum belegten Wartungsende Ende 2030 bereits knapp, wenn der Wechsel auf einen Drittanbieter eine echte Option bleiben soll. Marktsondierung, Lastenheft, Anbieterdialog und ein werksweiser Rollout addieren sich in dieser Größenordnung auf mehrere Jahre.
Praktische Folge: Die Inventur des Altsystems muss noch 2026 beginnen und die Grundsatzentscheidung im Lauf des Jahres 2027 fallen, sonst reduziert sich die Auswahl von selbst auf den vom Hersteller vorgezeichneten Pfad.
- Inventur je Werk starten, nicht zentral und nacheinander
- Abweichungen zwischen den Standorten früh sichtbar machen
- Rollout parallelisieren ist hier keine Reserve, sondern Risiko
Wenn eine S/4HANA-Umstellung ohnehin ansteht
Dann gehören beide Vorhaben in eine gemeinsame Planung, weil dieselben Feldzuordnungen, Stammdaten und Rückmeldewege betroffen sind. Wer die MES-Nachfolge getrennt vom ERP-Projekt entscheidet, baut die Integrationsstrecke zweimal.
In dieser Konstellation gehört SAP S/4HANA Production Engineering and Operations mit auf die Prüfliste. Das SAP Help Portal führt Customizing und Business Add-Ins für PEO bis einschließlich SAP S/4HANA 2025 FPS01, Dokumentstand August 2026. Der dokumentierte Schwerpunkt liegt auf komplexer diskreter Fertigung mit hohem Engineering-Anteil.
- Gemeinsamen Terminplan für ERP- und MES-Vorhaben aufsetzen
- Feldzuordnungen nur einmal neu definieren, nicht zweimal
- PEO gegen die eigene Fertigungsart prüfen, nicht gegen die Broschüre
Wenn Sie eine kleine Einzelinstallation ohne Eigenentwicklung betreiben
Dann lohnt sich ein vollständiges Auswahlverfahren wirtschaftlich oft nicht. Bei wenigen Anwendern, überschaubarer Maschinenanbindung, ohne nennenswerte Erweiterungen und mit ohnehin anstehender S/4HANA-Umstellung kann es sinnvoller sein, den von SAP dokumentierten Pfad zu gehen.
Diese Gegenposition gehört ausdrücklich dazu. Die Verhandlungsenergie steckt dann besser in den Migrationsleistungen und in der Anrechnung bestehender Lizenzinvestitionen als in der Systemauswahl.
- Trotzdem ein Vergleichsangebot einholen, allein für die Preisbildung
- Anrechnungsmodell rechnerisch am eigenen Bestand vorführen lassen
- Exit und Datenexport vor Vertragsschluss regeln, besonders bei SaaS
Was nach dem Durchgang übrig bleibt. Notieren Sie je Fall zutreffend oder nicht zutreffend und streichen Sie anschließend jeden Weg, den mindestens ein zutreffender Fall ausschließt. In den meisten Ausgangslagen bleiben danach zwei Wege übrig, in wenigen nur einer. Genau diese verbleibenden Wege sind die, für die sich ein Anbieterdialog gegen das gemeinsame Mengengerüst aus der Inventur des Altsystems lohnt. Die zeitliche Einordnung liefert der Zeitplan bis zum Wartungsende, das methodische Vorgehen für die Auswahl selbst steht unter MES auswählen: Vorgehen, Kriterien und typische Fehler, das Anforderungsdokument unter MES-Lastenheft erstellen und die technische Seite eines Systemwechsels unter MES wechseln und migrieren.
SAP ME und SAP MII
fünfzehn Fragen, fünfzehn Antworten
Die folgenden Antworten stützen sich auf öffentlich zugängliche SAP-Quellen und auf die Projekterfahrung von Sectorlens. Wo eine Frist oder Zahl nicht belegbar ist, steht das ausdrücklich dabei, weil falsche Fristen in dieser Frage echten Schaden anrichten.
Laufen SAP ME und SAP MII wirklich aus?
Ja. Die SAP Enterprise Architecture Knowledge Base auf community.sap.com hält fest, dass SAP Manufacturing Execution (SAP ME) und SAP Manufacturing Integration and Intelligence (SAP MII) zwar weiter verfügbar sind, dass für die letzten Releases SAP ME 15.5 und SAP MII 15.5 aber keine weiteren Releases geplant sind. Das SAP Help Portal führt für SAP Manufacturing Execution die Dokumentationsversion 15.5 und als letzte Release-Note SAP ME 15.5 SP00. Für SAP MII ist dort 15.5 SP02 hinterlegt. Die Innovationslinie liegt laut SAP bei SAP Digital Manufacturing. Quelle: community.sap.com und help.sap.com, abgerufen am 23. August 2026.
Bis wann läuft die Wartung für SAP ME und SAP MII?
SAP nennt in der Enterprise Architecture Knowledge Base das Ende des Jahres 2030 für die Wartung der letzten Releases SAP ME 15.5 und SAP MII 15.5 und verweist dabei auf die Maintenance-2040-Strategie. Diese Strategie sieht für die Kernanwendungen der SAP Business Suite 7 Mainstream Maintenance bis Ende 2027 und eine optionale Extended Maintenance von Anfang 2028 bis Ende 2030 mit einem Aufschlag von zwei Prozentpunkten auf die Wartungsbasis vor. Ob und in welcher Form diese Staffelung für Ihren konkreten Vertrag, Ihr Release und Ihren Supportstand gilt, ist öffentlich nicht abschließend belegbar. Lassen Sie sich die für Ihre Installation gültigen Fristen von SAP schriftlich bestätigen, statt sich auf allgemeine Angaben zu verlassen. Quelle: community.sap.com und support.sap.com, abgerufen am 23. August 2026.
Was ist der von SAP dokumentierte Nachfolger für SAP ME und SAP MII?
SAP dokumentiert SAP Digital Manufacturing als Nachfolgelinie. In der Enterprise Architecture Knowledge Base heißt es, dass sich künftige Innovationen auf SAP Digital Manufacturing als Kernbestandteil des strategischen Fertigungsportfolios konzentrieren und dass Kunden mit SAP ME angehalten sind, die Transformation zu planen. SAP Digital Manufacturing ist laut SAP ein cloudbasiertes Manufacturing Execution System, das auf der SAP Business Technology Platform betrieben und als Software as a Service bereitgestellt wird. Der im SAP Help Portal geführte Releasestand lautet im August 2026 auf 2608. Quelle: community.sap.com und help.sap.com, abgerufen am 23. August 2026.
Was ist das SAP Customer Evolution Kit und was leistet es?
Das SAP Customer Evolution Kit ist ein von SAP als kostenfrei beschriebenes Kundenengagement, das den Übergang von SAP Manufacturing Execution, SAP MII oder SAP Plant Connectivity zu SAP Digital Manufacturing vorbereitet. Laut sap.com umfasst es eine Überblickssitzung zur bestehenden On-Premise-Landschaft samt technischer Lösungslandschaft, eine Discovery-Sitzung zu ERP- und Shopfloor-Integration sowie zu Prozessen und Schmerzpunkten, eine Analysephase und eine Übergabesitzung. Ergebnis ist ein Point-of-View-Dokument mit Zielbild, Lösungskomponenten und einem möglichen Transitionsplan. Es ist damit eine strukturierte Vorstudie und kein Migrationswerkzeug. Quelle: support.sap.com und events.sap.com, abgerufen am 23. August 2026.
Muss ich zwingend zu SAP Digital Manufacturing wechseln?
Nein. SAP dokumentiert SAP Digital Manufacturing als eigene Nachfolgelinie und empfiehlt, die Transformation zu planen, verpflichtet aber niemanden dazu. Wer ein MES benötigt, kann ebenso ein Drittanbietersystem einsetzen und dieses an SAP S/4HANA anbinden. Die SAP Enterprise Architecture Knowledge Base nennt selbst den Fall, dass ein Nicht-SAP-MES bereits im Einsatz ist und beibehalten wird, und leitet daraus die Aufgabe ab, die Integration zwischen MES und S/4HANA zu gestalten. Die Nachfolge ist damit eine Auswahlentscheidung und keine reine Upgrade-Frage.
Ist SAP Digital Manufacturing nur als Cloud verfügbar?
SAP beschreibt SAP Digital Manufacturing als auf der SAP Business Technology Platform bereitgestellte Software as a Service. Die Enterprise Architecture Knowledge Base benennt ausdrücklich, dass eine Cloud-Bereitstellung wegen regulatorischer Einschränkungen nicht in jedem Fall infrage kommt, und nennt als Beispiel das Umfeld Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung. Für fertigungsnahe Szenarien dokumentiert SAP zusätzlich SAP Digital Manufacturing for edge computing, mit dem ein definierter Funktionsumfang näher an der Produktion betrieben werden kann. Wenn On-Premise-Betrieb für Sie zwingend ist, gehört diese Anforderung an den Anfang der Bewertung und nicht ans Ende. Quelle: community.sap.com und help.sap.com, abgerufen am 23. August 2026.
Was passiert mit meinen Eigenentwicklungen in SAP ME?
Kundenspezifische Erweiterungen sind der Teil einer SAP-ME-Installation, der sich am schlechtesten automatisch übertragen lässt. SAP ME erlaubt laut Produktdokumentation unter anderem Hook-Point-Aktivitäten, kundeneigene Aktivitäten und Erweiterungen der Integrationsschicht SAPMEINT, für die es im Standard eines Nachfolgesystems keine unmittelbare Entsprechung geben muss. Für die Entscheidung zählt nicht, wie viele Erweiterungen existieren, sondern welche fachliche Regel jede einzelne abbildet und ob sich diese Regel im Zielsystem als Konfiguration darstellen lässt. Führen Sie diese Inventur durch, bevor Sie Angebote einholen, sonst bewerten die Anbieter unterschiedliche Sachverhalte.
Wie lange dauert die Ablösung von SAP ME realistisch?
Eine belastbare Dauer lässt sich nur aus dem Umfang der eigenen Installation ableiten und nicht aus einer allgemeinen Kennzahl. Bestimmend sind vier Größen: Anzahl der Werke und Fertigungslinien, Anzahl der angebundenen Maschinen und Protokolle, Anzahl der Schnittstellen zu ERP und Nachbarsystemen sowie Umfang der Eigenentwicklungen. Aus der Sectorlens-Projekterfahrung seit 2022 gilt: Die Inventarisierung des Altsystems und die Bewertung der drei Wege sind in wenigen Wochen machbar, die eigentliche Ablösung folgt danach in der Regel werksweise. Wer die Inventur überspringt, verliert die eingesparte Zeit später doppelt.
Was kostet die Ablösung von SAP ME?
Die Kosten hängen davon ab, welcher der drei Wege gewählt wird und wie groß die Altinstallation ist. Beim Verbleib im Bestand entstehen laufende Wartungskosten und, falls eine verlängerte Wartung greift, ein vertraglicher Aufschlag; SAP beziffert diesen Aufschlag für die Business Suite 7 mit zwei Prozentpunkten auf die Wartungsbasis. Bei einem Wechsel entstehen Kosten für Lizenz oder Subskription, Implementierung, Maschinenanbindung, Schnittstellen, Datenübernahme und Schulung. Verlässliche Zahlen entstehen erst, wenn die Inventur des Altsystems vorliegt und alle Anbieter denselben Umfang kalkulieren. Fordern Sie Angebote deshalb gegen ein gemeinsames Mengengerüst an und nicht gegen eine Funktionsliste.
Bleibt die S/4HANA-Integration erhalten, wenn ich zu einem Drittanbieter wechsle?
Das ist möglich, muss aber vertraglich geklärt sein. Mehrere Hersteller weisen auf ihren eigenen Seiten SAP-zertifizierte Schnittstellen aus, etwa die FASTEC GmbH mit dem ABAP Add-On for SAP S/4HANA, die top flow GmbH mit top MES 1.6 for S/4HANA und die GFOS mbH mit den Schnittstellen HR-PDC und PP-PDC. Eine Zertifizierung belegt die technische Integrationsfähigkeit gegen ein bestimmtes S/4HANA-Release, nicht die fachliche Abdeckung Ihrer Prozesse. Klären Sie zusätzlich, wer die Schnittstelle bei künftigen SAP-Releasewechseln pflegt, in welcher Frist das geschieht und ob das im Wartungsvertrag steht. Quelle: Herstellerangaben, abgerufen am 23. August 2026.
Was passiert mit den historischen Produktionsdaten aus SAP ME?
Historische Produktionsdaten aus SAP ME unterliegen je nach Branche unterschiedlichen Aufbewahrungspflichten, etwa in der Medizintechnik über den elektronischen Device History Record oder in der Automobilzulieferung über die Rückverfolgbarkeit von Bauteilen und Chargen. Für die Ablösung sind drei Fragen zu klären: welche Datenklassen wie lange aufbewahrt werden müssen, in welcher Form sie auskunftsfähig bleiben müssen und ob das Zielsystem sie übernimmt oder ein separates Archiv nötig ist. Eine vollständige Datenübernahme in ein neues MES ist selten sinnvoll und selten gefordert. Entscheiden Sie bewusst zwischen Migration, Archivierung und lesendem Zugriff auf ein stillgelegtes Altsystem.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, mit der Entscheidung zu beginnen?
Der richtige Zeitpunkt ist der, an dem noch alle drei Wege offen sind. Sobald der Zeitdruck steigt, fallen Optionen weg: Ein Marktvergleich mit Lastenheft und moderiertem Anbieterdialog braucht Vorlauf, ein Wechsel unter Termindruck lässt praktisch nur den vom Hersteller vorgezeichneten Pfad zu. Wer die Inventur des Altsystems und die Bewertung der drei Wege früh abschließt, verhandelt aus einer belegbaren Alternative heraus statt aus einer Zwangslage. Das ist zugleich der stärkste Hebel in der Lizenzverhandlung.
Ist SAP S/4HANA Production Engineering and Operations eine Alternative zu SAP Digital Manufacturing?
Für einen Teil der Ausgangslagen ja. SAP führt Production Engineering and Operations, kurz PEO, als Erweiterung von SAP S/4HANA, die die Fertigungsausführung im ERP-Kern abbildet statt in einem separaten System. Der dokumentierte Schwerpunkt liegt auf komplexer diskreter Fertigung mit hohem Engineering-Anteil, etwa auftrags- und konfigurationsbezogener Montage im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Luft- und Raumfahrt. Das SAP Help Portal führt Customizing und Business Add-Ins für PEO bis einschließlich SAP S/4HANA 2025 FPS01, Dokumentstand August 2026. Für Serienfertigung mit hoher Maschinendichte oder für rezepturbasierte Prozessfertigung ist PEO nicht der dokumentierte Zuschnitt; dort liegen SAP Digital Manufacturing oder ein Drittanbieter-MES näher am Anwendungsfall. Quelle: help.sap.com und community.sap.com, abgerufen am 23. August 2026.
Was passiert mit SAP Plant Connectivity in der Nachfolge?
SAP Plant Connectivity, kurz PCo, ist die Komponente, die den Datenaustausch zwischen SAP-Systemen und industriellen Datenquellen wie OPC-Servern und Historiendatenbanken herstellt. Das SAP Help Portal führt SAP Plant Connectivity weiterhin in der Versionslinie 15.5, zuletzt als 15.5 SP05. SAP nennt SAP Plant Connectivity zugleich als eine der Ausgangslagen, aus denen das Customer Evolution Kit den Übergang zu SAP Digital Manufacturing vorbereitet, neben SAP ME und SAP MII. In der Nachfolgelinie dokumentiert SAP für die Maschinenanbindung den Production Connector mit Shopfloor-Dienstanbietern wie OPC-UA-Servern sowie die Veröffentlichung an Message Broker über MQTT. Klären Sie deshalb je Maschine, ob die heutige PCo-Strecke bestehen bleibt oder auf die Ereignis- und Abonnementlogik der Nachfolgelinie umgestellt wird. Quelle: help.sap.com und support.sap.com, abgerufen am 23. August 2026.
Können wir SAP ME nach dem Wartungsende einfach weiterbetreiben?
Technisch läuft eine Installation nach dem Wartungsende weiter, denn sie schaltet sich nicht ab. Was entfällt, sind Korrekturen des Herstellers, also auch Korrekturen für sicherheitsrelevante Fehler und für Inkompatibilitäten mit künftigen Betriebssystem-, Datenbank- und Browserständen. Damit verlagert sich das Risiko vollständig in Ihr Haus, und zwar in einem System, das in vielen Betrieben die Auslieferung steuert und Nachweise gegenüber Kunden und Behörden führt. Wer diesen Weg bewusst wählt, braucht dafür drei Dinge schriftlich: eine Risikobewertung der Informationssicherheit nach IEC 62443, eine Festlegung zur Netztrennung des Altsystems und ein Datum, an dem der Zustand erneut bewertet wird. Ohne diese drei Punkte ist der Weiterbetrieb keine Entscheidung, sondern eine Verschiebung.
SAP ME läuft aus.
Unsicher, welcher Weg für Sie der richtige ist?
Die Sachlage ist damit geordnet, die Entscheidung ist es noch nicht. Zwischen der Erkenntnis, dass drei Wege offenstehen, und einer begründeten Wahl liegen die Inventur des eigenen Altsystems und eine Bewertung, die alle drei Optionen gegen dieselben Kriterien misst. Genau an dieser Stelle setzen unsere drei Angebote an, vom kostenlosen Schnelleinstieg bis zur persönlichen Zweitmeinung.
MES-Matching: Welche Alternativen passen zu Ihrer Fertigung?
URL eingeben, KI analysiert die Fertigung anhand öffentlicher Daten und gleicht sie gegen 64 Kriterien mit dem Anbietermarkt ab. Ergebnis ist eine Shortlist mit Match-Score, die zeigt, welche Systeme neben SAP Digital Manufacturing für Ihre Ausgangslage überhaupt in Frage kommen.
- Shortlist mit Match-Score statt Anbieterliste
- 64 Kriterien, darunter Fertigungsart, Branche und Betriebsmodell
- Kein Formular, keine Registrierung, kein Vertriebskontakt
MES Selection Portal: strukturierte Auswahl statt Zeitdruck
Anforderungs-Workshop, Lastenheft aus über 150 Anforderungen, moderierter Anbieter-Dialog und eine Entscheidungsmatrix, die alle drei Wege gegen dasselbe Mengengerüst misst. Damit gehen Sie mit vergleichbaren Angeboten in die Verhandlung statt mit Vermutungen.
- Lastenheft aus über 150 Anforderungen, abgeleitet aus Ihrer Inventur
- Moderierter Anbieter-Dialog mit einheitlichem Fragenkatalog
- Entscheidungsmatrix mit nachvollziehbarer Gewichtung
Inventarisierung des Altsystems und Bewertung der drei Wege
Wir nehmen Ihre SAP-ME- oder SAP-MII-Installation auf, listen Eigenentwicklungen, Schnittstellen, Maschinenanbindungen und aufbewahrungspflichtige Daten und stellen Verbleib im Bestand, SAP Digital Manufacturing und Drittanbieter-MES gegen dieselben Kriterien. 50+ Projekte seit 2022, herstellerneutral, keine Provision.
- Inventur des Altsystems als Mengengerüst für jedes spätere Angebot
- Bewertung der drei Wege inklusive Ausschlusskriterien und Prüffragen an SAP
- 30 Minuten Erstgespräch kostenlos und unverbindlich
Drei Wege, eine Entscheidung.
Wir ordnen sie mit Ihnen.
Starten Sie mit dem kostenlosen MES-Matching und sehen Sie in sechs Minuten, welche Alternativen zu Ihrer Fertigung passen. Oder sprechen Sie 30 Minuten mit uns über Ihre konkrete SAP-ME-Installation. Herstellerneutral, provisionsfrei, mit Fokus auf den DACH-Raum.
