Das Wichtigste in Kürze
- 90 % der Hersteller halten digitale Transformation für wettbewerbsentscheidend; Skalierung im Regelbetrieb zählt mehr als weitere Piloten.
- Nur 43 % der erfassten Daten werden effektiv genutzt; Data Readiness wird damit zur Voraussetzung für produktive KI und Steuerbarkeit.
- Erfolgreiche Roadmaps brauchen frühe ERP-, MES- und Shopfloor-Integration, sonst entstehen Inseln, Latenzen und gescheiterte Skalierung.
Warum die Rockwell‑Automation‑Studie 2026 die Spielregeln für Hersteller verändert
Wenn Ihre Digitalisierungsprogramme noch über Pilotbudgets statt über Skalierung entschieden werden, setzt die Rockwell‑Automation‑Studie 2026 ein deutliches Signal: 90 % der Hersteller sehen digitale Transformation inzwischen als entscheidend für ihre Wettbewerbsfähigkeit [1].
Der eigentliche Bruch liegt nicht in der Zahl, sondern in der Konsequenz. Die Debatte verschiebt sich weg von „Lohnt sich das?“ hin zu „Wie bringen wir die Technologie in den Regelbetrieb?“. Für Produktionsleiter und Werksverantwortliche verändert das die Investitionslogik. Wer weiter nur Einzelprojekte bewertet, riskiert eine digitale Landschaft mit vielen Inseln und wenig Wirkung im Alltag.
Die Studie zeigt auch, dass die Experimentierphase zurückgeht. 59 % der Hersteller setzen Smart-Manufacturing-Technologien bereits aktiv ein, 18 % befinden sich noch in Pilotphasen [1]. Für Entscheider heißt das: Der Wettbewerb verlagert sich auf Reifegrad, Integration und Nutzungsbreite. Nicht die Zahl der PoCs entscheidet, sondern ob Daten, Systeme und Abläufe im Alltag zusammenlaufen.
Wer diese Verschiebung ernst nimmt, muss die Roadmap anders schneiden. Erstens braucht jedes Digitalisierungsprogramm ein klares Skalierungsziel. Zweitens müssen technische Inseln früh an ERP, MES und Shopfloor-Prozesse angebunden werden. Drittens entscheidet die Umsetzungsdisziplin darüber, ob aus einem Trend messbarer Nutzen wird. Die Studie liefert damit keine abstrakte Marktbeobachtung, sondern eine direkte Handlungslogik für Hersteller, die Investitionen absichern und operative Risiken begrenzen wollen.
Für den deutschen Maschinen- und Fertigungssektor ist die Botschaft besonders klar: Digitale Transformation wird zum Maßstab dafür, ob ein Werk seine Produktivität, Resilienz und Steuerbarkeit unter realen Bedingungen halten kann [2].
Was Skalierung im Werkalltag wirklich verhindert: Die versteckten technischen Bremsfaktoren
Die eigentliche Hürde liegt selten in der Auswahl der Software. Sie liegt im Datenfundament des Werks. Laut Rockwell-Auswertung werden zwar immer mehr Daten erfasst, aber nur 43 % davon tatsächlich effektiv genutzt [1]. Für Entscheider ist das ein harter Befund: Wer Sensoren, Linien und Systeme ausrollt, ohne die Verwertbarkeit der Daten zu sichern, kauft sich vor allem Komplexität ein.
Genau dort kippt Skalierung im Alltag. Die Produktion erzeugt Informationen an vielen Stellen, aber sie kommen nicht strukturiert genug im Steuerungssystem an. Dann entstehen Medienbrüche, die jede weitere Digitalisierungsstufe ausbremsen. Das Problem ist nicht die Menge der Daten. Das Problem ist, ob sie für operative Entscheidungen rechtzeitig, konsistent und kontextfähig vorliegen.
Warum Data Readiness zur Engpassressource wird
Wenn Datenqualität fehlt, bleibt KI im Modus der punktuellen Unterstützung stehen. Die Studie zeigt, dass 34 % der Betriebsprozesse KI-unterstützt sind; die zugrunde liegende Erhebung und die regionale Abgrenzung sind im vorliegenden Dossier nicht näher spezifiziert [PRÜFEN] [1]. Für Entscheider heißt das: Wer Sensoren, Linien und Systeme ausrollt, ohne die Verwertbarkeit der Daten zu sichern, kauft sich vor allem Komplexität ein.
Für Produktionsleiter bedeutet das: Data Readiness ist keine IT-Nebenaufgabe. Sie entscheidet darüber, ob KI Muster erkennt oder nur Rauschen verarbeitet. Maschinennahes Data Capturing wird damit zur Voraussetzung für jede spätere Automatisierungsschicht. Wer an der Linie nur unvollständige Signale zieht, kann weder Stillstände sauber klassifizieren noch Ursachen verlässlich priorisieren.
Typische Integrationsfehler zwischen ERP, MES und Shopfloor
Die meisten Bremsfaktoren entstehen an den Schnittstellen. Heterogene PPS- und ERP-Integrationen erzeugen Latenzen, weil Auftragsdaten, Rückmeldungen und Qualitätsinformationen nicht in einem sauberen Datenfluss laufen. Dann sieht das Management den Auftrag im ERP, das MES meldet einen anderen Status und der Shopfloor arbeitet bereits auf Basis einer dritten Realität. Solche Blindstellen kosten keine abstrakte Effizienz, sondern konkrete Reaktionszeit.
Was viele Projektteams unterschätzen: Jede manuelle Übergabe wird zur Fehlerquelle. Sobald Bediener Status, Ausschuss oder Materialbewegungen nachträglich erfassen, verschiebt sich die Wahrheit im System. Für die Produktionssteuerung bedeutet das, dass Rückmeldungen zu spät eintreffen und Regelkreise nicht mehr stabil laufen. Skalierung scheitert dann nicht an fehlender Initiative, sondern an einer Architektur, die operative Wahrheit nicht in Echtzeit transportiert.
Warum Pilotprojekte scheitern: fehlende Skalierbarkeit als systemischer Faktor
Die Studie zeigt klar, dass die Experimentierphase zurückgeht: Nur noch 18 % der Hersteller befinden sich in Pilotphasen, während 59 % Smart-Manufacturing-Technologien bereits aktiv im Betrieb nutzen [1]. Genau dieser Übergang trennt belastbare Programme von Insellösungen. Ein Pilot kann im Testumfeld funktionieren und trotzdem im Regelbetrieb scheitern, wenn IT-Architektur, Schnittstellenlogik und Betriebsverantwortung nicht mitgedacht wurden.
Der kritische Punkt ist nicht der Proof of Concept, sondern die produktive Übernahme. Viele Projekte bleiben stecken, weil die technische Vorbereitung für Skalierung fehlt: keine klare Datenhoheit, kein belastbarer Integrationspfad, keine standardisierte Anbindung an Folgesysteme. Dann endet das Projekt nicht mit einem Rollout, sondern mit einer Sammlung lokaler Sonderlösungen. Wer daraus lernen will, muss Architektur vor Nutzenversprechen priorisieren.
Im nächsten Schritt zeigt die Studie, warum gerade KI-Anwendungen den größten Hebel versprechen, aber auch den höchsten Anspruch an Datenqualität und Integrationsdisziplin stellen.
KI als neuer Produktionsstandard: Was die Studie über den Reifegrad deutscher Hersteller verrät
Wenn Sie KI im Werk noch als Sonderprojekt behandeln, laufen Sie am Markt bereits hinterher. In der Rockwell-Automation-Studie sind weltweit 34 % der Betriebsprozesse bereits durch KI ergänzt, um Qualität, Cybersecurity und Prozessoptimierung zu stützen [PRÜFEN] [1]. Für deutsche Hersteller plant ein Teil der Befragten den Einsatz generativer KI, ein anderer Teil erwartet KI-Einsatz im Betrieb; die genaue Stichprobe, Region und Methodik sind im vorliegenden Dossier nicht ausreichend ausgewiesen [PRÜFEN] [3].
Das ist kein Innovationsnarrativ mehr, sondern ein Reifegradsignal. Wer jetzt noch prüft, ob KI grundsätzlich spannend ist, stellt die falsche Frage. Entscheidend ist, wo KI im Produktionsalltag nachweisbaren Wert liefert und welche Daten- und Prozessvoraussetzungen das Werk dafür erfüllen muss.
Welche KI-Use-Cases laut Studie messbaren Wert liefern
Die Studie verortet den Wert von KI in drei Wirkungsketten: Qualität, Cybersecurity und Prozessoptimierung [1]. Für die Produktion heißt das zuerst: Qualitätsprognosen müssen Abweichungen früh erkennen, bevor Ausschuss oder Nacharbeit entstehen. Zweitens braucht Cybersecurity im Industrieumfeld ein Monitoring, das Auffälligkeiten in Anlagen- und Zugriffsmustern schneller sichtbar macht. Drittens kann Linienoptimierung nur greifen, wenn KI nicht isolierte Signale auswertet, sondern Zustände, Takte und Störgründe gemeinsam interpretiert.
Der praktische Nutzen entsteht dort, wo Modelle operative Entscheidungen vorbereiten. Wer KI nur auf einzelne Insellösungen begrenzt, erhält schöne Dashboards, aber keine belastbare Steuerung im Schichtbetrieb.
Deutschland im Vergleich: ambitionierter, aber risikobelasteter
Deutsche Hersteller gehen die Einführung sichtbar offensiver an als viele andere Märkte. Gleichzeitig koppelt sich die Investitionsbereitschaft an steigenden Umsetzungsdruck und wachsende Cyberrisiken [2]. Genau darin liegt das Spannungsfeld für Werkleiter und COOs: Mehr Budget bedeutet nicht automatisch mehr Resilienz. Wer parallel mehrere Digitalisierungsbaustellen öffnet, vergrößert die Angriffsfläche und erhöht den Integrationsdruck im Betrieb.
Für Investitionsentscheider folgt daraus eine einfache Konsequenz. KI-Projekte brauchen nicht nur einen fachlichen Business Case, sondern auch eine saubere Priorisierung nach Risiko und Betriebsreife. Wenn Security, Datenqualität und Linienverantwortung nicht mitgedacht werden, wird aus ambitionierter Skalierung schnell operative Instabilität.
Warum KI ohne belastbares MES/ERP-Fundament ins Leere läuft
KI kann nur so gut sein wie die Prozessdaten, die sie erhält. Wenn MES, ERP und Shopfloor ihre Zustände nicht konsistent austauschen, trainieren Modelle auf verzögerten oder widersprüchlichen Informationen. Dann sinkt die Verlässlichkeit genau dort, wo KI im Werk den größten Nutzen liefern soll: bei Ursachenanalyse, Priorisierung und Vorhersage.
Deshalb ist das Fundament entscheidend. Ein belastbares MES strukturiert Auftrags-, Maschinen- und Qualitätsdaten so, dass sie in ERP- und Produktionslogik anschlussfähig bleiben [4]. Ohne diese Kopplung bleibt KI auf Teilsichten beschränkt. Für Hersteller mit hohem Investitionsdruck ist das nicht nur ein Technikproblem, sondern ein Steuerungsproblem: Sie zahlen für Modelle, aber bekommen keine robuste Entscheidungsbasis.
Genau hier verbindet sich der KI-Reifegrad mit dem nächsten Engpass: Je stärker Hersteller investieren, desto wichtiger wird, digitale Programme gegen Cyberrisiken und Integrationsfehler abzusichern, bevor sie in die Fläche gehen.
Der Überlebensfaktor: Welche Digitalisierungsfelder die Studie als sofort handlungsrelevant markiert
Die Rockwell-Studie verschiebt den Fokus klar weg von Ambitionen hin zu Umsetzungsdisziplin. Für deutsche Hersteller ist das kein akademischer Punkt. 87 % bewerten digitale Transformation bereits als unverzichtbar, und im Schnitt fließen 29 % des Betriebsbudgets in Industrietechnologie [2]. Wer heute investiert, steht damit unter doppeltem Druck: Die Mittel sind da, aber der Betrieb toleriert keine langen Anlaufkurven mehr. Daraus folgt die Priorität: Nicht jede Initiative senkt sofort Risiko. Entscheidend ist, welche Maßnahme die operative Unsicherheit zuerst reduziert.
Priorisierungslogik: Welche Maßnahmen den größten Risikohebel reduzieren
Die Reihenfolge ist in der Praxis erstaunlich robust: erst Datenqualität, dann Automatisierung, dann KI-Skalierung. Ohne belastbare Datenarchitektur erzeugen Automatisierungsprojekte nur schnellere Fehlersignale. Wenn der Shopfloor Status, Qualität und Materialfluss nicht konsistent meldet, fehlt der Steuerung die Grundlage. Erst wenn Daten sauber strukturiert und systemübergreifend nutzbar sind, lässt sich Automatisierung stabil ausrollen. KI kommt danach. Sonst optimieren Modelle auf lückenhafte oder verspätete Informationen. Für IT-Leiter heißt das: Die größte Risikoreduktion liegt am Anfang der Kette, nicht am sichtbarsten Use Case.
Checkliste im Text: Digitalisierungsprioritäten aus der Studie
Wenn Sie die Studienbefunde in eine Arbeitsliste übersetzen, dann beginnen Sie mit diesen Punkten: Erstens, die Datenarchitektur auf Lücken zwischen ERP, MES und Shopfloor prüfen. Zweitens, Cybersecurity in die Digitalisierungsplanung einziehen, bevor neue Schnittstellen live gehen. Drittens, Shopfloor-Automatisierung nur dort starten, wo Rückmeldungen und Zustände bereits konsistent erfasst werden. Viertens, KI nicht als Separatprojekt behandeln, sondern an einen belastbaren Prozess- und Datenfluss koppeln. Fünftens, jede Initiative auf Skalierbarkeit testen, bevor sie in die Fläche geht. Diese Reihenfolge ist kein theoretisches Modell. Sie folgt direkt aus dem Befund, dass Hersteller zwar stark investieren, den Erfolg aber an der disziplinierten Umsetzung festmachen müssen [2].
Wer daraus eine interne Priorisierung ableitet, kann die Checkliste direkt als Vorstufe für den Download nutzen. Die eigentliche Frage lautet dann nicht mehr, ob digitalisiert wird, sondern welche Reihenfolge das Werk stabil hält.
Beispiel: Wie ein Werk mit 5 Linien Sofortnutzen erzielt
Ein Werk mit fünf Linien muss nicht sofort die gesamte Anlage umbauen, um Wirkung zu sehen. Es reicht, eine Linie als Referenz zu nehmen und dort die Datenqualität, die Rückmeldelogik und die Sicherheitsanforderungen sauber zu verschalten. Wenn Materialbewegungen, Stillstände und Qualitätsereignisse auf dieser Linie konsistent im System ankommen, entsteht ein belastbarer Maßstab für die nächsten Schritte. Die Werksleitung erkennt dann schneller, wo Störungen aus dem Prozess kommen und wo Schnittstellenfehler den Betrieb ausbremsen. So wird aus einem Einzelprojekt ein skalierbares Muster für weitere Linien.
Für Entscheider ist das mehr als ein Projektansatz. Es ist ein Weg, Investitionsdruck in sichtbaren Betriebsvorteil zu übersetzen, ohne das gesamte Werk gleichzeitig zu belasten. Im nächsten Schritt geht es deshalb um die konkrete Entscheidungsfrage: Wie priorisieren Hersteller ihre Roadmap auf Basis der Studienbefunde, ohne in Parallelprojekte zu kippen?
Wie Hersteller ihre Roadmap neu kalibrieren sollten: Ableitungen aus den Studienbefunden
Die Rockwell-Automation-Studie verschiebt die Investitionsfrage von „Welche Technologie passt?“ zu „Welche Reihenfolge hält den Betrieb stabil?“. Wenn 90 % der Hersteller digitale Transformation als Wettbewerbsfaktor sehen [1], reicht es nicht mehr, einzelne Leuchtturmprojekte zu finanzieren. Entscheider müssen Smart Manufacturing, MES und die Digitalisierungsstrategie als eine Kette planen. Sonst entstehen neue Schnittstellen, bevor die alten sauber laufen.
Für die Roadmap heißt das: zuerst die technischen Grundlagen prüfen, dann die Integrationspunkte festziehen, erst danach KI- oder Automatisierungsvorhaben skalieren. Wer diese Reihenfolge umdreht, erhöht den Projektaufwand und verschiebt Risiken in den laufenden Betrieb. Genau dort liegt der Unterschied zwischen digitaler Ambition und belastbarer Umsetzung.
Architektur als Engpass: Warum technische Schulden jetzt teuer werden
Veraltete Automatisierungslandschaften bremsen Skalierung nicht nur technisch, sondern finanziell. Die Studie zeigt, dass sich viele Hersteller aus der Pilotphase lösen und digitale Funktionen im Alltag einsetzen [1]. Das funktioniert nur, wenn die Architektur neue Datenflüsse aufnehmen kann. Wer alte Steuerungen, gewachsene Punkt-zu-Punkt-Schnittstellen und uneinheitliche Datendefinitionen weiter mitschleppt, verlängert jede Einführung. Dann wird aus einem Digitalprojekt schnell ein Umbauprojekt.
Technische Schulden tauchen nicht im Business-Case als eigene Position auf. Sie fressen dort später aber die Marge. Deshalb sollte jede Roadmap zuerst die Architektur lesen: Wo fehlen standardisierte Schnittstellen? Welche Anlagen liefern keine konsistenten Zustände? Wo verhindert Altsystemlogik die Skalierung über Linien oder Werke hinweg?
MES als Drehpunkt: Integration statt Insellösungen
Das MES sitzt im Zentrum, wenn Hersteller operative Daten aus dem Shopfloor in eine steuerbare Digitalisierungsstrategie überführen wollen. Es verbindet Maschinen-, Auftrags- und Qualitätsdaten mit der Produktionslogik und macht daraus eine belastbare Ebene für Planung und Auswertung Kosten-Nutzen-Analyse für MES-Systeme[[https://www.ptc.com/de/case-studies/rockwell-automation]] . Genau deshalb sollte das MES nicht als isoliertes IT-Projekt laufen, sondern als Integrationsdrehpunkt zwischen Produktion, ERP und Smart Manufacturing. Wer hier sauber aufsetzt, reduziert Medienbrüche und schafft die Grundlage für skalierbare Auswertungen.
Der praktische Nutzen liegt in der Priorisierung. Wenn Ihre Roadmap zunächst einheitliche Rückmeldungen, klare Ereigniscodes und stabile Schnittstellen definiert, sinkt der Aufwand für spätere KI- oder Reporting-Anwendungen deutlich. Ohne diese Basis bleiben neue Tools abhängig von manuellen Korrekturen. Dann rechnet sich die Investition nur auf dem Papier. Ein belastbares MES ist deshalb kein Zusatzmodul, sondern die Stelle, an der Digitalisierungsstrategie im Werk überhaupt vollziehbar wird.
Risikomatrix für Entscheider: Operativ, Cybersecurity, OPEX-Risiken
Eine Roadmap überzeugt nur, wenn sie Risiken sauber trennt. Operativ bedeutet: Fällt die Linie aus, wenn ein neues System live geht? Cybersecurity bedeutet: Vergrößern neue Schnittstellen die Angriffsfläche oder reduzieren sie sie? OPEX bedeutet: Steigt der laufende Aufwand durch mehr Pflege, Sonderlogik und Schnittstellenwartung? Die Rockwell-Daten zu steigenden Investitionen und höherem Umsetzungsdruck machen genau diese Fragen relevant [2].
Die Priorisierung folgt dann einer einfachen Logik: Projekte mit hohem operativem Risiko, hohem Cybersecurity-Risiko und hohem OPEX-Risiko gehören zuerst in die Architekturprüfung, nicht sofort in die Fläche. Initiativen mit niedrigem Cyber-Risiko, klarer Datenbasis und messbarer Reibungsreduktion können früher starten. Wer diese Matrix konsequent anwendet, kalibriert die Roadmap auf Wirkung statt auf Sichtbarkeit.
Fazit: Warum jetzt handeln – und welche Entscheidungen zuerst fallen müssen
Wenn 90 % der Hersteller digitale Transformation als Wettbewerbsfaktor sehen, ist das kein Trendthema mehr, sondern ein betrieblicher Pflichtpunkt [1]. Die Rockwell-Studie verschiebt damit die Diskussion weg von Grundsatzfragen. Entscheidend ist nicht mehr, ob digitalisiert wird, sondern ob die Organisation daraus verlässliche Produktionsvorteile ableitet [5].
Für Entscheider hat das drei direkte Folgen. Erstens: Budgetierung muss sich an Skalierbarkeit messen lassen, nicht an der Zahl gestarteter Pilotprojekte. Zweitens: Die Roadmap braucht eine klare Reihenfolge, damit Schnittstellen, Datenqualität und Betriebssicherheit vor neuen Anwendungsfällen stabil stehen. Drittens: Das Risikomanagement gehört in jede Digitalisierungsentscheidung. Wer neue Technologien einführt, ohne Cybersecurity, OPEX und operative Stabilität mitzudenken, verschiebt das Problem nur in den laufenden Betrieb [2].
Genau an dieser Stelle hilft die Checkliste zur Priorisierung. Sie übersetzt die Studienbefunde in konkrete Prüffragen für Ihre eigene Digitalisierungsstrategie für Industrieunternehmen [[/digitalisierungsstrategie-industrie]].
Wer die Roadmap an dieser Logik ausrichtet, trifft zuerst die Entscheidungen mit dem größten Hebel: Welche Datenquellen sind belastbar? Welche Schnittstellen müssen vor dem Rollout stabil laufen? Welche Projekte liefern messbaren Nutzen, ohne neue Betriebsrisiken zu erzeugen? Genau diese drei Fragen entscheiden jetzt über Tempo und Qualität der nächsten Investitionsrunde. Die Studie liefert dafür die Bestätigung, nicht die Ausrede.
Für die Umsetzung im Alltag bleibt der nächste Schritt simpel: die Digitalisierungsprioritäten aus der Studie auf das eigene Werk herunterbrechen und jede Initiative an Datenqualität, Skalierbarkeit und Risiko koppeln. Wer das konsequent tut, baut keine weitere Projektlandschaft auf, sondern eine belastbare Transformationslinie für die Produktion.
Häufige Fragen
Warum gilt digitale Transformation in der Rockwell-Automation-Studie als Überlebensfaktor für Hersteller?
Die Studie zeigt, dass 90 % der Hersteller digitale Transformation als wettbewerbsentscheidend einstufen. Der Artikel leitet daraus ab, dass es nicht mehr um die Frage geht, ob digitalisiert wird, sondern wie schnell Lösungen in den Regelbetrieb kommen. Für Hersteller wird das zum Überlebensfaktor, weil Produktivität, Resilienz und Steuerbarkeit direkt davon abhängen.
Was ist laut Studie wichtiger: weitere Pilotprojekte oder die Skalierung im Regelbetrieb?
Der Artikel betont klar, dass Skalierung im Regelbetrieb wichtiger ist als noch mehr Piloten. Nur 18 % der Hersteller sind noch in Pilotphasen, während 59 % Smart-Manufacturing-Technologien bereits aktiv einsetzen. Entscheidend ist also, ob ein Use Case stabil im Alltag funktioniert und nicht nur im Testumfeld.
Warum ist Data Readiness für die digitale Transformation von Herstellern so wichtig?
Laut Artikel werden zwar viele Daten erfasst, aber nur 43 % davon effektiv genutzt. Ohne sauberes Datenfundament bleiben KI und Automatisierung im Punktuell-Modus und liefern keine verlässliche Steuerbarkeit. Data Readiness ist deshalb die Voraussetzung dafür, dass Daten rechtzeitig, konsistent und kontextfähig in Entscheidungen einfließen.
Welche Rolle spielen ERP-, MES- und Shopfloor-Integration für eine erfolgreiche Digitalisierungsstrategie?
Der Artikel macht deutlich, dass frühe Integration dieser Systeme entscheidend ist, weil sonst technische Inseln und Latenzen entstehen. Wenn ERP, MES und Shopfloor nicht sauber verbunden sind, arbeiten Management, System und Produktion mit unterschiedlichen Statusinformationen. Das bremst Skalierung und führt dazu, dass Regelkreise zu spät reagieren.
Welche typischen Fehler machen Hersteller bei der digitalen Transformation laut Rockwell-Automation-Studie?
Ein zentraler Fehler ist, Digitalisierungsprojekte nur als Einzelmaßnahmen zu bewerten, statt Skalierbarkeit von Anfang an mitzudenken. Außerdem werden Datenverwertbarkeit und Schnittstellen zwischen ERP, MES und Shopfloor oft zu spät adressiert. Der Artikel zeigt, dass genau diese Punkte dazu führen, dass Piloten zwar funktionieren, im Regelbetrieb aber keine Wirkung entfalten.
Quellen
- [1] Digitale Transformation für 90% der Hersteller unerlässlich | Der Maschinenbau
- [2] EQS-News: Report von Rockwell Automation zeigt: Deutsche Hersteller verbinden Rekordinvestitionen in Digitalisierung mit steigenden Cyber-Risiken und Druck bei Projektumsetzung • onvista
- [3] Studie von Rockwell Automation zeigt: Deutsche Unternehmen setzen verstärkt auf KI | Das Informationsportal der Elektrotechnik, Automatisierung und Digitalisierung
- [4] Fallstudie: Rockwell Automation – Digitale Transformation
- [5] Neue globale Studie: Digitale Transformation für 90 Prozent der Hersteller unerlässlich

