KW26: Software-Defined Automation und KI prägen den Shopfloor

MES Software Launches KW26 2026 – Software-Defined Automation und KI prägen den Shopfloor | find-your-mes.de

Softwareauswahl, so einfach wie nie.

Unsere KI analysiert automatisch dein Unternehmen und erstellt einen personalisierten Vergleich geeigneter MES-Systeme:

MES
Bitte gültige URL eingeben.

Keine URL parat? Teste jetzt das Matching mit: https://mechatronix.illuminai.de
Wir verarbeiten personenbezogene Daten gemäß DSGVO und BDSG. Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Inhaltsverzeichnis

MES Summary

Die KW26/2026 stand klar im Zeichen der softwaredefinierten Automatisierung: Rockwell, Schneider Electric, Emerson und Siemens lösen die Steuerungslogik schrittweise von proprietärer Hardware und verlagern sie auf offene, cloud- und edgefähige Ausführungsschichten. Parallel rückt künstliche Intelligenz vom Pilotprojekt in den produktiven Shopfloor vor, sichtbar bei Solumina AI für Aerospace, dem KI-gestützten Pharma-MES Opcenter Execution Pharma 2605 sowie einer Welle KI-naher Vision- und Roboterprodukte von der Automate 2026 in Chicago. Für Fertigungsführung heißt das konkret: Die nächste MES-Generation wird modular, abonnierbar und KI-fähig, was Brownfield-Modernisierung ohne Komplettaustausch realistischer macht. Wer aktuell vor einer MES-Softwareauswahl steht, sollte Architekturoffenheit und OT/IT-Konvergenz jetzt zum Auswahlkriterium machen. Dieser Marktüberblick ordnet zwölf relevante Neuheiten ein und zeigt, wann ein genauerer Blick lohnt.

Die softwaredefinierte Fabrik ist 2026 keine Vision mehr, sondern Produktrealität. In dieser Woche haben gleich vier marktführende Anbieter ihre Steuerungs- und Ausführungsschichten neu aufgestellt, und die MES-Software rückt damit ins Zentrum einer breiteren Architekturverschiebung. Statt fest verdrahteter Steuerungen treten offene, edge- und cloudfähige Plattformen, die Maschinen, Menschen und Produktionssysteme auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenführen. Treiber war neben mehreren Hersteller-Newsrooms vor allem die Automate 2026 in Chicago, auf der KI für Roboterprogrammierung, Bildverarbeitung und Qualitätssicherung sichtbar in den produktiven Betrieb wandert. Dieser Wochenüberblick fasst die wichtigsten Launches zusammen, bewertet ihren Nutzen für die Fertigungssteuerung und gibt Produktions- sowie IT-Verantwortlichen eine erste Orientierung für die anstehende Bewertung.

Auf einen Blick: Top-3 MES-Neuheiten der Woche

1. Rockwell FactoryTalk ResilientEdge: einheitliche Edge-Cloud-Ausführungsschicht, integriert mit Plex MES, global verfügbar seit 18. Juni.
2. Schneider EcoStruxure Foxboro SDA: erstes offenes, softwaredefiniertes Leitsystem, im Juni um die Hardware AP310 und ECN erweitert.
3. iBASEt Solumina AI: erste domänenspezifische KI-Plattform für Aerospace und Defense, eingebettet in das bestehende Solumina MES.

Software-Defined Automation wird zum neuen Standard

Der stärkste rote Faden der Woche: Die Ausführungs- und Leitebene wird von der Hardware entkoppelt. Vier etablierte Anbieter haben Plattformen vorgestellt, die Steuerungslogik als Software begreifen und damit die Grenze zwischen OT und IT auflösen. Für die Fertigungssteuerung verschiebt das die Modernisierungslogik weg vom teuren Rip-and-Replace hin zu schrittweisen, abonnierbaren Upgradepfaden.

FactoryTalk ResilientEdge von Rockwell Automation

FactoryTalk ResilientEdge ist eine MES-nahe Edge-Cloud-Ausführungsplattform von Rockwell Automation, die Maschinen, Menschen und Produktionssysteme über eine einzige Ausführungsschicht verbindet. Aufgebaut auf FactoryTalk Optix und integriert mit dem Plex MES, kombiniert sie latenzarme Edge-Ausführung mit cloudbasierter Analytik und KI.

Was es bringt: Die Plattform reduziert Integrationsaufwand, zentralisiert das Monitoring und hält den Betrieb auch bei Verbindungsverlust zur Cloud aufrecht. Rockwell adressiert damit das klassische Brownfield-Problem, dass jede Modernisierung an Schnittstellen scheitert, und verspricht niedrigere Lebenszykluskosten durch modulare Skalierung.

Für wen es spannend ist: Für mittlere bis große Fertiger in Automotive, Pharma, Lebensmittel und Elektronik, die mehrere Werke vereinheitlichen und ihre Modernisierung phasenweise ausrollen wollen.

Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Anders als reine Cloud-MES setzt ResilientEdge auf garantierte Betriebskontinuität am Edge, ein wichtiges Argument für Produktionen, die keine Cloud-Abhängigkeit in der Echtzeitsteuerung akzeptieren.

Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn eine MES-Ablösung ansteht und Sie bereits im Rockwell- oder Plex-Ökosystem investiert sind.

„FactoryTalk ResilientEdge beseitigt die Trennung zwischen Operational Technology (OT) und Information Technology (IT) und reduziert die Komplexität bei der Einführung und Weiterentwicklung moderner Fertigungsoperationen erheblich.“ Quelle: Rockwell Automation, Pressemitteilung vom 18. Juni 2026

EcoStruxure Foxboro SDA von Schneider Electric

EcoStruxure Foxboro SDA ist nach Angaben des Herstellers das erste offene, softwaredefinierte Leitsystem (DCS) der Industrie, aufgebaut auf der EcoStruxure Automation Expert Plattform. Es trennt die Steuerungssoftware von der Hardware und ermöglicht so Interoperabilität, schnellere Inbetriebnahme und Modernisierung ohne vollständigen Systemersatz.

Was es bringt: Im Juni 2026 erweiterte Schneider die Plattform um zwei Hardwarekomponenten, den Automation Processor 310 (AP310) und die Edge Communication Node (ECN). Beide liefern einen cybersicheren Edge-Steuerungskern mit softwaredefinierter, mehrrolliger Hardware und sichern die digitale Kontinuität über den gesamten Anlagenlebenszyklus.

Für wen es spannend ist: Für Prozess- und Hybridindustrien wie Chemie, Öl und Gas, Energie sowie Wasser und Abwasser, in denen Anlagen über Jahrzehnte laufen und Hardwarebindung ein echtes Kostenrisiko ist.

Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Die konsequente Offenheit der Architektur, die Legacy-Investitionen schützt, statt sie zu entwerten, hebt Foxboro SDA von klassischen, proprietären DCS-Welten ab.

Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn eine DCS-Migration in der Prozessindustrie ansteht und Sie Hardwareunabhängigkeit als strategisches Ziel verfolgen.

DeltaV v16.LTS von Emerson

DeltaV v16.LTS ist ein Hauptrelease der DeltaV Automation Platform von Emerson, veröffentlicht am 20. Januar 2026. Das Release führt den DeltaV IQ Controller ein, einen modularen, fehlertoleranten und softwaredefinierten Controller in serverbasierter Umgebung.

Was es bringt: Web-Application-Integration für Drittanbieter-Tools, native PROFINET-Anbindung über Ethernet-APL und der DeltaV Continuous Historian Elite auf AspenTech-Basis verbessern die unternehmensweite Datentransparenz. Die ISA SSA Level 1 Zertifizierung stärkt zudem die OT-Cybersicherheit.

Für wen es spannend ist: Für große Prozessfertiger in Chemie, Pharma und Energie, die ein langfristig gepflegtes DCS- und Safety-System mit klarer Update-Roadmap benötigen.

Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Das Flex-System-Abomodell erlaubt es, DCS-Kapazität nach Nutzung zu bezahlen und flexibel zu skalieren, was die hohen Einstiegshürden klassischer Leitsysteme senkt.

Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn Compliance und Anlagensicherheit Priorität haben und Sie eine langfristig stabile DCS-Basis suchen.

Simatic AX mit XLad von Siemens

Simatic AX ist Siemens‘ Plattform für softwarebasierte Automatisierung nach IEC 61131-3. Auf der Automate 2026 ergänzte Siemens XLad, die erste grafische Kontaktplansprache innerhalb von Simatic AX Logic Control Engineering, sowie Unterstützung für die Steuerung Simatic S7-1200 G2.

Was es bringt: OT-Ingenieure arbeiten in ihrer vertrauten Ladder-Umgebung und nutzen zugleich IT-Praktiken wie Git-Versionsverwaltung, automatisiertes Testen und CI/CD. Die textuelle Darstellung von XLad ist KI-bereit und legt die Basis für KI-gestützte Steuerungsentwicklung.

Für wen es spannend ist: Für Maschinenbauer und Fertiger jeder Größe, vom kleinen Betrieb bis zum Konzern, die Automatisierungsprojekte mit modernen Software-Workflows professionalisieren wollen.

Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Die Verbindung aus vertrauter Ladder-Logik und vollwertiger IT-Toolchain senkt die Einstiegshürde für softwaredefinierte Automatisierung deutlich.

Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn Sie Engineering-Prozesse versionieren und CI/CD in die Steuerungsentwicklung bringen möchten.

Marktkonsolidierung: Velotic vereint Proficy, Kepware und ThingWorx

Velotic ist ein neu gegründetes, unabhängiges Industriesoftware-Unternehmen, das drei etablierte Produktlinien unter einem Dach bündelt: GE Vernova Proficy (MES und Produktionsmanagement), Kepware (industrielle Konnektivität und OPC) sowie ThingWorx (IIoT-Plattform und Analytik). Finanziert wird das rund 300 Mio. USD umsatzstarke Unternehmen vom Private-Equity-Haus TPG, die drei Linien bleiben eigenständige Produkte.

Was die Module bringen:

Proficy liefert die MES- und Produktionsmanagement-Schicht und bleibt der funktionale Kern für Werks- und Produktionssteuerung in der Velotic-Familie.

Kepware stellt die industrielle Konnektivität bereit und verbindet über OPC und zahlreiche Treiber heterogene Maschinen- und Steuerungslandschaften mit den darüberliegenden Systemen.

ThingWorx ergänzt die IIoT- und Analytikebene, auf der Maschinendaten in Dashboards, Modelle und produktionsnahe Anwendungen überführt werden.

Für wen es spannend ist: Für Fertiger und Industriebetreiber in Fertigung, Öl und Gas, Versorgung und Infrastruktur, die einen durchgängigen Stack von Konnektivität über MES bis IIoT aus einer Hand wünschen.

Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Die strategische Bündelung dreier bekannter Marken unter einem fokussierten Industriesoftware-Anbieter verspricht engere Verzahnung, der Praxisbeweis der tieferen Integration steht jedoch noch aus.

Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn Sie bereits Proficy, Kepware oder ThingWorx einsetzen und die künftige Roadmap dieser Produkte für Ihre IT-Sourcing-Strategie relevant ist.

Übersicht: Softwaredefinierte Steuerung und Plattformen

Anbieter Produkt Kategorie Kernnutzen Zielgruppe Verfügbar seit Quelle
Rockwell Automation FactoryTalk ResilientEdge MES / Edge-Cloud-Execution Einheitliche Ausführungsschicht, Betrieb auch ohne Cloud COO, Produktionsleiter, IT-Leiter Fertigung 18.06.2026 (global) Automation Mag
Velotic Proficy MES / Produktionsmanagement MES-Kern im neuen Velotic-Verbund Produktionsleiter, IT-Leiter Fertigung März 2026 ARC Advisory
Velotic Kepware Industrielle Konnektivität / OPC Anbindung heterogener Maschinenlandschaften OT-Verantwortliche, IT-Leiter Fertigung März 2026 Drives&Controls
Velotic ThingWorx IIoT-Plattform / Analytik Maschinendaten in produktionsnahe Anwendungen Digitalisierungsverantwortliche, COO März 2026 BusinessWire
Schneider Electric EcoStruxure Foxboro SDA DCS / Prozessleittechnik Offenes, softwaredefiniertes Leitsystem OT-Verantwortliche, Werksleiter Feb. 2026, Hardware Q2 2026 ARC Advisory
Emerson DeltaV v16.LTS DCS / Safety Instrumented System Softwaredefinierter IQ Controller, mehr Datentransparenz OT-Verantwortliche, Instandhaltungsleiter 20.01.2026 Control Design
Siemens AG Simatic AX (XLad) SPS-Software / SDA Ladder plus Git, CI/CD und KI-Bereitschaft Produktionsleiter, OT-Verantwortliche Juni 2026 (Automate) Siemens Press

KI und Vision erreichen den produktiven Shopfloor

Der zweite große Trend der Woche: Künstliche Intelligenz verlässt die Pilotphase und wird in MES, Qualitätssicherung und Robotik zur Standardfunktion. Auffällig ist, wie eng KI nun an Compliance, Bildverarbeitung und Roboterprogrammierung gekoppelt wird. Für die MES-Softwareauswahl bedeutet das, dass KI-Funktionen künftig kein Aufpreis-Feature mehr sind, sondern fester Bestandteil der Bewertung.

Solumina AI von iBASEt

Solumina AI ist eine Suite aus vier KI-Modulen, die iBASEt in sein bestehendes Solumina MES eingebettet hat. Damit positioniert sich das Produkt als erste domänenspezifische KI-Plattform speziell für regulierte Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsfertigung.

Was es bringt: ScanAI digitalisiert papierbasierte Arbeitsanweisungen, Digital SME liefert kontextbezogene Werksführung, Solumina Intelligence bietet Produktionsanalysen zu Durchsatz, Termintreue und Qualität, und PulseAI gibt Echtzeit-Überblick über Produktionsstatus und Personalbereitschaft. Die Plattform läuft in kundenkontrollierten, bis hin zu air-gapped Umgebungen.

Für wen es spannend ist: Für Aerospace- und Defense-Fertiger mit ITAR- und NIST-Anforderungen, die KI nutzen wollen, ohne Daten aus dem eigenen Kontrollbereich zu geben.

Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Die governte, branchenspezifische Architektur mit eingebettetem Sprachmodell statt generischer Cloud-KI.

Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn Compliance und Datensouveränität zwingend sind und Sie Solumina bereits einsetzen.

Opcenter Execution Pharma 2605 von Siemens

Opcenter Execution Pharma 2605 ist das jüngste Hauptrelease des Siemens-MES für die pharmazeutische Fertigung, bereitgestellt als Abonnement-Software. Es richtet sich an batch-orientierte Arzneimittelproduktion mit strengen GMP-Anforderungen.

Was es bringt: Eine erweiterte webbasierte Bedieneroberfläche mit KI-gestütztem Workflow-Design, strengere Datenintegritätskontrollen sowie modulare Wiegefunktionen, die Rezeptautoren produktübergreifend wiederverwenden können. Das senkt das Risiko menschlicher Fehler beim Dispensieren und beschleunigt die Rezepterstellung.

Für wen es spannend ist: Für Pharma-, Biotech- und Medizintechnikfertiger mit mehreren Standorten und vielen gleichzeitigen Nutzern.

Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Die Kombination aus tiefer GMP-Spezialisierung, browserbasierter Bedienung und Abomodell innerhalb des Xcelerator-Portfolios.

Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn Datenintegrität und Compliance Ihre MES-Auswahl in der regulierten Fertigung bestimmen.

Inbolt Robot Programming

Inbolt Robot Programming ist eine KI-gestützte Plattform, die digitale Zwillinge in Form von CAD-Modellen direkt in Live-Roboterbewegung überführt, ohne manuelles Einteachen oder iteratives Tuning.

Was es bringt: Ingenieure programmieren im Koordinatensystem des Bauteils, das Vision-Modell lokalisiert das reale Teil und der Roboter führt den Pfad exakt aus. Inbolt beschreibt Inbetriebnahmen, die zuvor Wochen dauerten, nun als Ein-Schritt-Vorgang. Verfügbar für Fanuc, Universal Robots und Yaskawa auf bewegten Linien.

Für wen es spannend ist: Für Automotive, Elektronik und Maschinenbau mit hoher Teilevielfalt und häufigen Umrüstungen.

Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Die durchgehende Kette von CAD über KI-Vision bis zur Echtzeitsteuerung in einer einzigen Umgebung.

Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn lange Roboter-Inbetriebnahmezeiten Ihre Produktionsoptimierung bremsen.

OV Auto-Defect Creator Studio von Overview AI

OV Auto-Defect Creator Studio ist ein generatives KI-Werkzeug, das synthetische Fehlerbilder für das Training von KI-Inspektionsmodellen erzeugt, basierend auf NVIDIA Cosmos und NVIDIA TAO.

Was es bringt: Statt wochenlang auf seltene reale Fehler zu warten, generieren Qualitätsteams hochrealistische synthetische Defekte und übertragen sie auf neue Teile. Bei Amphenol sank die Zeit bis zur ersten Inferenz von rund drei Wochen auf unter 30 Minuten je Produkt, validiert über mehr als 300 Produkte, und Overview AI nennt eine 12,4-mal schnellere Bereitstellung.

Für wen es spannend ist: Für Elektronik-, Automotive- und Pharmafertiger, die KI-Bildprüfung skalieren wollen, ohne Data-Science-Teams aufzubauen.

Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Der Fokus auf Qualitätsingenieure als Anwender statt auf Datenwissenschaftler.

Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn fehlende Trainingsdaten Ihre KI-Qualitätsprüfung ausbremsen.

Vention Manufacturing Automation Platform

Vention Manufacturing Automation Platform ist eine vollständige, softwaredefinierte Automatisierungsplattform, die Design, Simulation, Deployment und Betrieb von Fertigungszellen vereint. Auf der Automate 2026 lief der gesamte Messestand auf dem neuen MachineMotion AI Controller.

Was es bringt: Der kabinettfreie, Plug-and-Play-fähige Controller auf NVIDIA-Basis vereinfacht Aufbau und Inbetriebnahme von Roboterzellen. Hinzu kommen eine Digital-Twin-Umgebung für Universal Robots, NVIDIA-gestütztes Rapid Operator AI für strukturloses Bin-Picking und erweiterte FANUC-Integration.

Für wen es spannend ist: Für kleine und mittlere Fertiger, die modulare Automatisierungszellen schnell und mit vorvalidierten Komponenten ausrollen wollen.

Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Der durchgängige Full-Stack-Ansatz von Hardware über Software bis KI aus einer Hand.

Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn Sie Automatisierung ohne tiefe Integrationsressourcen einführen möchten.

Zebra CV70 Machine Vision System

Zebra CV70 ist eine ultrakompakte Hochleistungskamera für die maschinelle Bildverarbeitung, eingebettet in Zebras Machine Vision Ecosystem aus Aurora-Software, Frame Grabbern, Vision Controllern und Photoneo 3D-Bildverarbeitung.

Was es bringt: Das System adressiert Hochgeschwindigkeitsinspektion, EV-Batteriemontage und Halbleiterprüfung und liefert eine vollständig getestete Vision-Lösung aus einer Hand, von der Warenannahme bis zur Auslieferung.

Für wen es spannend ist: Für Elektronik-, Automotive- und Halbleiterfertiger mit anspruchsvollen, schnellen Inspektionsaufgaben.

Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Die Single-Vendor-Komplettlösung inklusive vision-geführter Robotik durch die Photoneo- und Matrox-Integration.

Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn Sie Bildverarbeitung und Robotik aus einem Ökosystem statt aus Einzelkomponenten beziehen wollen.

Roboteon Orchestration Platform

Roboteon Orchestration Platform ist eine softwaredefinierte Lösung, die Multi-Vendor-Roboterflotten aus AMRs und Cobots zusammen mit menschlichen Mitarbeitern in Lager und Fertigung orchestriert.

Was es bringt: Neue zertifizierte Integrationen für SAP EWM und Microsoft Dynamics 365 verbinden die Plattform schnell mit WMS, WES und ERP. Digitale Zwillinge und KI/ML optimieren die Arbeitsfreigabe an die Fläche. Auf der Automate 2026 demonstrierte Roboteon vier AMR-Anbieter und einen Cobot als einheitliche Flotte.

Für wen es spannend ist: Für Fertiger und Logistiker, die Roboter unterschiedlicher Hersteller interoperabel betreiben wollen.

Was es vom Wettbewerb unterscheidet: Die herstellerübergreifende Orchestrierung mit zertifizierten ERP- und WMS-Anbindungen.

Wann ein genauerer Blick lohnt: Wenn Sie eine gemischte Roboterflotte zentral steuern und an SAP oder Dynamics anbinden möchten.

Übersicht: KI, Vision und Robotik

Anbieter Produkt Kategorie Kernnutzen Zielgruppe Verfügbar seit Quelle
iBASEt Solumina AI MES / KI in der Fertigung Domänenspezifische KI für A&D, air-gapped fähig Produktionsleiter, Qualitätsmanager Jan. 2026 PR Newswire
Siemens Industry Software Opcenter Execution Pharma 2605 MES Pharma KI-Workflows, Datenintegrität, modulares Wiegen Produktionsleiter, Qualitätsleiter, Regulatory Juni 2026 Siemens
Inbolt Inbolt Robot Programming Robotersteuerung / KI-Vision CAD zu Roboterbewegung ohne Teach-Pendant Produktionsleiter, Automatisierungsingenieure Juni 2026 (Automate) Automation.com
Overview AI OV Auto-Defect Creator Studio QMS / KI-Qualitätsprüfung Synthetische Fehlerdaten, 12,4x schnellere KI-Inspektion Qualitätsleiter, Produktionsleiter Juni 2026 (Automate) Overview AI
Vention Manufacturing Automation Platform Smart Factory / Robotik Full-Stack-Automatisierung, Plug-and-Play-Controller Produktionsleiter, COO, Werksleiter Juni 2026 (Automate) PR Newswire
Zebra Technologies CV70 / Aurora Vision QMS / Maschinelles Sehen Single-Vendor-Vision für Hochgeschwindigkeitsinspektion Qualitätsleiter, Automatisierungsingenieure 22.06.2026 (Automate) BusinessWire
Roboteon Orchestration Platform MES / Robotik-Orchestrierung Multi-Vendor-Flotten, zertifiziert für SAP EWM und D365 COO, Werksleiter, IT-Leiter Fertigung Juni 2026 (Automate) Automate.org

Was bedeuten diese Entwicklungen für Ihre Fertigung?

Für Produktions- und IT-Verantwortliche in Fertigungsbetrieben verschiebt sich die zentrale Frage von „Welches MES kaufe ich?“ hin zu „Wie offen und wie KI-fähig ist meine Ausführungsarchitektur?“. Wer in den nächsten Monaten eine MES-Ablösung oder DCS-Migration plant, sollte Hardwareunabhängigkeit, OT/IT-Konvergenz und dokumentierte KI-Funktionen explizit in die Anforderungsliste aufnehmen. Praktisch heißt das: Prüfen Sie, ob ein Anbieter schrittweise Modernisierung im Brownfield erlaubt, statt einen Komplettaustausch zu erzwingen, denn genau hier setzen Rockwell, Schneider und Emerson an. Achten Sie zugleich auf Betriebskontinuität, wenn Cloud-Komponenten ausfallen, ein in der Fertigungssteuerung oft unterschätztes Risiko. Bei der KI bewerten Sie weniger die Marketingversprechen als die Datenhoheit, etwa air-gapped Betrieb bei regulierten Produkten. Und beziehen Sie die Konnektivitätsebene früh ein: Ohne saubere Maschinenanbindung über OPC oder Ethernet-APL bleibt jede OEE-Verbesserung Theorie. Für eine fundierte MES-Softwareauswahl lohnt der strukturierte Vergleich auf find-your-mes.de.

COO Insights

Aus Sicht der operativen Führung verschieben die Launches dieser Woche die Make-or-Buy-Logik spürbar. Abomodelle wie bei Emerson DeltaV Flex und Siemens Opcenter senken die Einstiegsinvestition und verwandeln große CapEx-Projekte in planbare OpEx, was Budgetfreigaben erleichtert und das Risiko von Fehlinvestitionen reduziert. Gleichzeitig erhöht die Konsolidierung, sichtbar an Velotic, den Druck, die eigene Lieferantenlandschaft zu überprüfen, denn Produkt-Roadmaps können sich nach Eigentümerwechseln verschieben. Für die IT-Sourcing-Strategie folgt daraus ein klarer Auftrag: Verträge auf Architekturoffenheit und Exit-Fähigkeit prüfen, statt sich erneut an proprietäre Hardware zu binden. KI sollten Sie nicht als Einzelprojekt budgetieren, sondern als Querschnittsfunktion, die Qualitätskosten, Inbetriebnahmezeiten und Personalbedarf gleichzeitig adressiert. Der wirtschaftliche Hebel liegt 2026 weniger im einzelnen Tool als in der durchgängigen, herstellerübergreifenden Datenbasis. Wer diese Basis schafft, kann Produktionsoptimierung skalieren, statt sie an Insellösungen zu verlieren.

Häufige Fragen zu den MES-Neuheiten der KW26

Was bedeutet softwaredefinierte Automatisierung für ein bestehendes MES?
Softwaredefinierte Automatisierung entkoppelt die Steuerungslogik von fester Hardware. Für ein bestehendes MES heißt das, dass Funktionen modular ergänzt und Werke schrittweise modernisiert werden können, ohne die gesamte Anlage auszutauschen. Das senkt Migrationsrisiko und Lebenszykluskosten.

Welche der vorgestellten Lösungen eignen sich für regulierte Branchen?
Für Pharma ist Siemens Opcenter Execution Pharma 2605 mit GMP-Fokus und Datenintegrität ausgelegt. Für Aerospace und Defense bietet iBASEt Solumina AI eine governte KI-Plattform, die auch in air-gapped Umgebungen läuft und ITAR- sowie NIST-Anforderungen adressiert.

Wie hilft KI konkret bei der Qualitätssicherung in der Fertigung?
KI-Vision-Werkzeuge wie OV Auto-Defect Creator Studio und das Zebra Machine Vision Ecosystem beschleunigen die Inbetriebnahme von Inspektionsmodellen, indem sie synthetische Fehlerdaten erzeugen oder geprüfte Komplettlösungen liefern. Overview AI nennt eine bis zu 12,4-mal schnellere Bereitstellung der KI-Inspektion.

Worauf sollte ich bei der MES-Softwareauswahl 2026 besonders achten?
Achten Sie auf offene Architektur, OT/IT-Konvergenz, dokumentierte KI-Funktionen, Datenhoheit und Brownfield-Tauglichkeit. Ein strukturierter Marktüberblick und ein Vergleich passender Anbieter, etwa über find-your-mes.de, helfen, diese Kriterien systematisch zu bewerten.

Fazit

Die KW26/2026 markiert einen Wendepunkt: Softwaredefinierte Automatisierung und produktive KI sind in der Breite des MES-Marktes angekommen. Etablierte Anbieter öffnen ihre Architekturen, neue Akteure wie Velotic bündeln bekannte Marken, und die Automate 2026 zeigt, wie schnell KI in Vision und Robotik nutzbar wird. Für Fertigungsführung bedeutet das mehr Auswahl, aber auch höhere Anforderungen an die eigene IT-Sourcing-Strategie. Wer Offenheit, Datenhoheit und Brownfield-Tauglichkeit zum Maßstab macht, verschafft sich einen klaren Vorteil. Diesen Marktüberblick und weitere Vergleiche zur Fertigungssteuerung finden Sie laufend aktualisiert auf find-your-mes.de.

Bild von M.Sc. Tim Niklas Körppen

M.Sc. Tim Niklas Körppen

Durch zahlreiche Projekte im Bereich Enterprise Information Systems, digitaler Plattformen und KI hat Tim Körppen datengetriebene Lösungen für Unternehmen entwickelt und strategisch begleitet. Sein Fokus liegt auf quantitativer Analyse, Machine Learning sowie Natural Language Processing und Generation. Dabei verbindet er technologische Expertise mit einem tiefen Verständnis für digitale Geschäftsmodelle, Analytics-Strategien und nachhaltige Wertschöpfung in der Circular Economy. So unterstützt er Unternehmen dabei, innovative Technologien praxisnah einzusetzen und datenbasierte Entscheidungen effizient umzusetzen.

Hier weiterlesen